Pfirsiche in Honig-Apfelsirup

Ich darf bei aller mir eigenen Bescheidenheit verkünden, dass ich mal wieder Ambrosia hergestellt habe. Dieses Mal aus den Fallpfirsichen, die wir beim Besuch eines norddeutschen Selbstversorgergartens mit auf den Weg bekommen haben.
Das Rezept habe ich glücklicherweise in meinem Küchen-Skizzenheft notiert und solange ich es noch entziffern kann, will ich es schnell mit euch teilen.
Aber auch Eigennutz ist mit dabei, denn nachdem ich den Standort des Baumes in dem besagten besuchten Garten gesehen hatte, war mir plötzlich klar, wo mein Baum stehen muss und so pflanzte ich ihn kürzlich endlich – meinen neuen Pfirsichbaum, der mich hoffentlich in einigen Jahren gut mit Pfirsichen versorgen wird. Dann werde ich dieses Rezept brauchen, um die Pracht auf’s Köstlichste für den Winter zu konservieren und dabei direkt auch zu veredeln.

Ich habe mehrmals gelesen, dass man Pfirsiche vor der Vollreife verarbeiten soll. Meine waren reif, saftig und aromatisch wie es Pfirsiche nur sein können und das Ergebnis spricht für sich!
Ich gehe nicht davon aus, dass die eingemachte Konserve nach der Fertigstellung noch an Qualität einbüßen wird, so wie es z.B. bei vollreifen Birnen der Fall sein kann. Aber nötigenfalls reiche ich diese Info nach.

Die Früchte waren, wie gesagt, Fallobst und trotz weicher Landung auf dem tiefen Heumulch-Bett hatten sie diverse Druckstellen und teilweise braune Stellen.

Ich habe mich also dazu entschlossen, Pfirsich-Schnitze einzumachen und Viertel – je nachdem, wieviel intaktes Fruchtfleisch ich von einem Pfirsich retten konnte. Die kleinen Schnitze sind alle zusammen in ein separates Glas gewandert und man kann sie prima zu Naturjoghurt essen. Die großen Pfirsichviertel benutzt man wie gewohnt – oder isst sie in einem unbeobachteten Moment pur. Die Verlockung ist da.

Zutaten für 5 400ml-Gläser und ein kleines Glas Pfirsiche in Honig-Apfelsirup:

  • 1250g Pfirsiche, geputzt gewogen
  • 1 l Apfelsaft, ich nahm naturtrüben
  • 100ml Rapshonig
  • 100ml Zitronensaft

Die Pfirsiche auf die Gläser verteilen und am besten so schichten, dass möglichst wenig Hohlräume entstehen.

Den Apfelsaft mit dem Zitronensaft und dem Honig erwärmen, bis sich der Honig löst. Den Sirup abkühlen lassen, auf die Gläser verteilen, sodass die Pfirsiche bedeckt sind.

Gläser verschliessen und bei 90°C für 20 Minuten einwecken.

Ich habe also mal wieder vorhandene und einfache, regionale Zutaten verwendet und das Ergebnis ist verblüffend.
Nicht zu hoffen habe ich gewagt, dass man mit diesem Sirup die feinsten, blumigen Aromen aus den Pfirsichen hervorkitzeln kann.  Frisch und fruchtig aber trotzdem sehr intensiv-blumig und rund schmeckt diese Luxus-Konserve.

Noch ist beste Pflanzzeit! Vielleicht möchte der ein oder andere von euch auch in die Zukunft investieren und es mit einem Pfirsichbaum probieren? Ich bin sehr gespannt auf mein kleines Bäumchen. Da ich eine samenfeste Sorte gewählt habe, könnte ich in einigen Jahren sogar Kerne der Früchte als Tauschware anbieten.

Was mich besonders freut ist, dass alle Zutaten von hier aus Norddeutschland kommen, das Aroma dem der in fernen Ländern gereiften Früchte in nichts nachsteht – im Gegenteil – und das Ergebnis wieder ein deutliches Zeichen dafür ist, dass wir uns auch hier oben mit den eher als exotisch angesehenen Leckereien selbst versorgen können.

 

6 Gedanken zu „Pfirsiche in Honig-Apfelsirup

  1. tontoeppe

    Hab mich noch nie an Pfirsichen versucht, weil mir das Klima hier nicht so günstig erscheint. Aber wenn es in Norddeutschland klappt, warum nicht hier im Berliner Umland? Deine Fotos und dein Rezept lassen mich darüber nachdenken… Schöne Grüße. Birgit

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Wenn ich mir angucke, was Hobbygärtner aus dem Berliner Umland so ernten, dann würde ich es dir sofort empfehlen zu testen. Versuch macht kluch und ich finde die Chance auf etliche Kilos leckerste Pfirsiche ist die beste Rendite für 25€ oder was man in so einen Baum investiert. 🙂
      Liebe Grüße

      Antwort
  2. natuerlichjesus

    Hach…wir reden noch immer von deinen Birnen im gewürzten Kirschsaft und nun kommst du wieder mit einem interessanten Rezept um die Ecke…. hmmm…. 🙂

    Unser Pfirsichbäumchen wohnt seit einem Jahr auch bei uns wohnt. Bin gespannt wie die Ernte irgendwann wird 🙂

    Antwort
  3. Susi

    Ich habe mir 2 Pfirsichbäumchen bei Manfred Hans im Internet bestellt. Das sind sehr robuste Sorten.Wir hatten schon nach kurzer Zeit super Ernten.Wir kommen aus der Nähe von Magdeburg.Also bei uns klappt es sehr gut. Mein Mann muss jedes Jahr Seile spannen,damit die Äste unter der Last nicht brechen.Die Pfirsiche sind nicht so riesig wie die gekauften,dafür aber umso aromatischer.

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Oh, das klingt aber sehr vielversprechend!
      Ich habe mein samenfestes Bäumchen ja nun auch gepflanzt und an einer noch geschützteren Stelle eine Aprikose. Ich bin so gespannt! Jahrelang habe ich mir einreden lassen, dass solche ‚Exoten‘ hier nicht gedeihen. Ich wäre mehr als froh, wenn das klappt, zumal Pfirsiche und Aprikosen eine Versorgungslücke beim Obst schliessen würden zwischen den Beeren und Äpfeln/Trauben.

      Antwort

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