Nostalgische Chilimühle

Wenn man eine Pfeffermühle braucht, tut man gut daran, eine mit Peugeot-Mahlwerk zu kaufen – was aber, wenn man eine Chili-Mühle haben möchte?
Es scheint auf dem deutschen Markt überhaupt nur wenige Chilimühlen zu geben und die, die angeboten werden, gefallen mir vom Design überhaupt nicht. Quatschmodern aus Acrylglas in Chiliform  mag eine putzige Idee sein wenn man es modern mag, ich hätte es aber lieber klassisch. Durch Zufall wurde ich auf die italienische Firma “Tre Spade” aufmerksam, die Marke mit den gekreuzten Schwertern trat 1894 zum ersten mal mit Kaffeemühlen in Erscheinung und verlegte sich dann auf Pfeffermühlen. 1906 wurde das Unternehmen dann laut eigener Aussage zu einem Pionier für Automobilmechanik. Agrartechnik kam dazu und dann ging es weiter in Richtung Küchengeräte und da wird es für uns interessant. Fleischwölfe, Tomatenpresse und Wurstfüllmaschine sollen von überzeugender Qualität sein und sehen zugegebenermassen auch sehr wertig aus. Auf das Mahlwerk der Chilimühle, welches ein “spezieller Hochleistungsmechanismus” sein soll, gibt die Firma “Tre Spade” 20 Jahre Garantie. das kennt man so auch von Peugeot-Mahlwerken – zumindest in Deutschland – anderswo gilt immer noch die lebenslange Garantie.

In jedem Fall ist die MPK 13 in rosso eine der wenigen nostalgischen Chilimühlen in klassischem Design, sie passt in diesen Haushalt und alles andere wäre über kurz oder lang optisch eine schlechte Alternative gewesen. In Deutschland scheint die Mühle allerdings in dieser Ausführung nicht erhältlich zu sein, ich habe meine aus Großbritannien importiert. Die Firma Weschenfelder hat sich hier als verlässlicher Handelspartner erwiesen und die Produktpalette macht in jedem Fall Lust auf weitere Shoppingtouren dort. Alles, was man fürs Wurstmachen und Räuchern braucht, inklusive Gewürze und Därme scheint es dort zu geben. Und das ist ein Thema, dem wir uns definitiv noch widmen wollen.

Zurück zur Chilimühle: frisch befüllt mit klitzekleinen getrockneten Chilies sollte sie heute zum ersten Mal zeigen was sie kann. Und sie tat es nicht. Ich gehe an sich nicht davon aus, dass das Problem bei der Mühle liegt, es ist wohl eher der fiebrige Bediener schuld. Beim Versuch zu mahlen hört es sich an, als wenn die Mühle einfach keinen Grip bekommt, also die kleinen Chilischoten nicht zu fassen bekommt und transportieren kann. Sinn der Sache kann ja nicht sein, die Schoten vorher zu zerkleinern, dann bräuchte ich im Zweifelsfall keine Mühle. Für Chilischoten ist sie definitiv zugelassen und es liegt auch kein Übersetzungsfehler a lá pepper = Pfeffer vor.

Ich werde nochmal nachsehen, ob dem Paket eine Bedienungsanleitung beilag, wobei es schon peinlich ist, so etwas für ein Steinzeitinstrument wie eine Mühle zu brauchen. Andernfalls werde ich wohl meinen Fieberschub abwarten müssen oder jemanden fragen, der im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, ob er sich rein raketenwissenschaftlich dieses Wunderwerk der Technik mal genauer ansehen könnte.

Edit: Des Rätsels Lösung ist ein Stab, der mittig in der Mühle nach unten geführt wird und in einer Lochplatte endet. Diese drückt die ja doch recht leichten Chilis nach unten auf das Mahlwerk, wo sie zuverlässig zerkleinert werden.

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