Archiv der Kategorie: Kochen

Kochrezepte und Backrezepte, die wir meist selber entworfen und getestet haben und die wirklich schmecken und gelingen und – passend zum Thema des Blogs – oftmals typische Selbstversorgergerichte oder so genanntes Arme-Leute-Essen sind. Wir kochen mit guten Zutaten, welche im Idealfall aus dem eigenen Nutzgarten kommen. Es ist nicht unser Ziel den derzeit existierenden tausenden Foodblogs, die mit professioneller Ausrüstung und Bildbearbeitung auf hohem Niveau arbeiten, Konkurrenz zu machen. Hier wird alltäglich und chaotisch gekocht: zwischen Tür und Angel, zwischen Kind und Haushalt, zwischen Garten und Waschmaschine.

Dithmarscher frische Suppe mit Vorwerk-Huhn

Wenn man seine Herkunftsregion wechselt und sich anderswo integrieren muss, stösst man wohl unweigerlich auf Seltsamkeiten. Das passiert sogar, wenn man sich nur wenige Dutzend Kilometer nordwestlich orientiert. Plötzlich heißt eine stinknormale Gemüsesuppe ‚frische Suppe‘. „Frisch im Gegensatz zu was?“ war also eine der ersten Fragen, die ich dem Indigenen gestellt habe als es darum ging herauszufinden, inwieweit wir auf kulinarischer Ebene alltagskompatibel sind. Ich meine: diese Frage liegt ja wohl auf der Hand oder? Weiterlesen

Raritäteneintopf mit Rotbeerbohne

An dieser Stelle geht es gar nicht so sehr um die Zubereitung eines Bohneneintopfs – ich denke, das bekommt auf die eine oder andere Art und Weise wohl jeder hin – sondern vielmehr darum, eine Lanze zu brechen für alte Sorten.
Über die Rotbeerbohne findet man schwerlich Informationen, in 1-2 Samenarchiven scheint es sie zu geben und einige Bohnenenthusiasten bauen sie an, veröffentlichen aber anscheinend nicht. Ich bekam diese Buschbohnensorte beim Samentausch der von mir so genannten norddeutschen Frunslüt von Salmandra und baute sie 2017 zum ersten Mal an. Weiterlesen

Total saisonal: Wildschwein-Pilz-Pfanne mit Cranberries

Dank des feuchten Wetters hier in Mittelholstein gab es eine sehr gute Pilzsaison und wir haben viele, viele Stunden in verschiedenen Wäldern beim Sammeln von Röhrlingen aller Art verbracht. Auch die Wildschweine waren scharf auf Maronen, Steinpilze & Co., haben vielerorts den Waldboden aufgewühlt, die Pilze samt Myzel geerntet und daher werden sie an dieser Stelle bei diesem Gericht mit den geliebten Pilzen vereint. Weiterlesen

Minestrone aus Gemüse ‚quer durch den Garten‘

Ein gerade noch saisonales und dank Gemüsegarten absolut regionales Gericht, was die Leichtigkeit des Sommers perfekt verbindet mit der Fülle des Herbstes und an kühlen Tagen auch ordentlich einheizt: Minestrone.
Einer der Vorteile dieser Gemüsesuppe ist, dass man die Zutaten je nach Verfügbarkeit an Gemüse im Garten variieren kann und jeweils nur kleine Mengen einer Sorte benötigt, um eine leckere, abwechslungsreiche und sättigende Mahlzeit bereiten zu können.

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Krabbensuppe nach Art des Hauses

Wie ich bereits mehrfach erwähnte, waren die Krabbenpreise seit einigen Jahren auf einen Höchststand geklettert. Bei 17,99€ pro Kilo habe ich aufgehört zu gucken und die Fischfrau erzählte, dass zeitweise 20€ verlangt wurden – wenn es denn Krabben gab.
Nun waren Krabben gemeinhin hier in Schleswig-Holstein ja nicht unbedingt ein Luxusgut, eine Delikatesse sicherlich aber solange es genug gab, musste man nicht zweimal nachdenken, wenn es einem nach Krabben gelüstete. Es ist überliefert, dass Schwiegervater sich einmal an einen Priel setzte und so viele Krabben in kürzester Zeit fing, dass er sie fast jedem dahergelaufenen anbieten musste. Weiterlesen

Selbst gemachtes Suppenpulver aus ‚Küchenabfällen‘

Alle möglichen Abschnitte, Überschüsse und Reste von Suppengemüse zu trocknen und als Suppenpulver zu verwenden ist zwar mitnichten etwas Neues, doch es schadet wohl nicht, noch einmal darauf hinzuweisen, dass es extrem leicht & schnell gemacht und super praktisch ist.
Und sei es als Memo an mich selbst.
Denn seit bei uns keine Kaninchen mehr wohnen (können) fällt so einiges Grünzeug an, über das ich mir früher keine Gedanken machen musste. Die Hühner fressen längst nicht alles zumal sie sich aus dem reichen Sortiment des Gartens frei bedienen können und somit müssen wir unsere Reste selber vertilgen. Weiterlesen

Amischer Kartoffelsalat nach Großdadi Fisher

Nachdem ich den Großteil meines Lebens lang glaubte, keinen Stangensellerie zu mögen, wurde ich erst vor nicht allzu langer Zeit eines besseren belehrt und baute daraufhin dieses Jahr zum ersten Mal Stangensellerie im Garten an.
So langsam bereite ich den Garten auf die ersten Fröste vor und das heisst, dass vor allem frostempfindliche und nicht lagerfähige Gemüse wie Sellerie geerntet und auch direkt verwendet werden müssen.
Wie der Zufall es wollte, las ich neulich mal wieder in meinem amischen Kochbuch und passenderweise fand ich Großdadi Fishers Kartoffelsalat besonders interessant und auch ansprechend. Weiterlesen

Gebackene, würzige Tomatensauce als Konserve

Der eigentliche Ursprung dieses Rezepts verfolgt mich schon seit Jahren, heißt ‚roasted tomato sauce‘, liegt bei Hugh Fearnley-Whittingstall und kann mittenmang einiger seiner Tomatenrezepte beim Guardian nachgelesen werden.
Ich hatte keine Muskatblüte im Haus, keine Lust auf Lorbeer an meiner Tomatensauce und Muscovado-Zucker fehlte mir auch gerade.
Das Ergebnis kann sich trotzdem (oder gerade deshalb) sehen bzw. schmecken lassen. Die Zubereitung ist zugegeben etwas aufwändig, aber die jetzt investierte Zeit bekommt man später zurück, wenn man bei der Zubereitung des Mahls auf die selbst gemachte Konserve zurückgreift. Weiterlesen

Pfirsiche in Honig-Apfelsirup

Ich darf bei aller mir eigenen Bescheidenheit verkünden, dass ich mal wieder Ambrosia hergestellt habe. Dieses Mal aus den Fallpfirsichen, die wir beim Besuch eines norddeutschen Selbstversorgergartens mit auf den Weg bekommen haben.
Das Rezept habe ich glücklicherweise in meinem Küchen-Skizzenheft notiert und solange ich es noch entziffern kann, will ich es schnell mit euch teilen.
Aber auch Eigennutz ist mit dabei, denn nachdem ich den Standort des Baumes in dem besagten besuchten Garten gesehen hatte, war mir plötzlich klar, wo mein Baum stehen muss und so pflanzte ich ihn kürzlich endlich – meinen neuen Pfirsichbaum, der mich hoffentlich in einigen Jahren gut mit Pfirsichen versorgen wird. Dann werde ich dieses Rezept brauchen, um die Pracht auf’s Köstlichste für den Winter zu konservieren und dabei direkt auch zu veredeln. Weiterlesen

Broccolicrèmesuppe à la Selbstversorger

Gesetzt den Fall, man hat Anfang März seinen Broccoli ausgesät, ihn 2 Monate gehätschelt, abgehärtet, dann in beste Erde ins Freiland gesetzt und es sogar geschafft, ihn vor dem Kohlweißling und den Schnecken zu retten – ja dann wird man wohl kaum auf die Idee kommen, die Blätter und Strünke vom Broccoli zu entsorgen, wenn man sich die wahrscheinlich aromatischten Broccoli-Knospen der Welt genüsslich zu Gemüte geführt hat. (Z.B. als Farfalle in Verde)
Warum auch? Wenn man weiß, wie und worin der Broccoli wuchs und wann der beste Zeitpunkt zum Ernten ist, wenn man auf einen niedrigen Nitratgehalt spekuliert, ist man meiner Meinung nach auf der sicheren Seite.
Und wer auf gekauften Broccoli zurückgreifen muss, dem sei gesagt, dass der Strunk zwar wesentlich mehr Nitrat enthält als der Rest der Pflanze, Broccoli allgemein aber zu den nitratarmen Gemüsen gehört und viele Salate ihn da locker um ein mehrfaches schlagen können.
Vielleicht aber interessiert sich ausser mir auch kaum jemand für diese Details.

Wie auch immer, es gibt insgesamt kaum einen Grund, die Hälfte vom Broccoli zu entsorgen. Strunk und Blätter ergeben nämlich im Nu diese köstliche Suppe! Weiterlesen