Der Muckelmann kommt nicht mehr (und die anderen Kaninchen auch nicht)

Nachdem viele Leser den ‚Muckelmann‘, unser frei im Garten lebendes Kaninchen, welches auf Zuruf kam und sich täglich morgens seine Karotte abholte ins Herz geschlossen haben, bin ich einen Bericht über die Kaninchen schuldig.
Abgesehen davon habe ich ja auch sonst nichts geschönt, sondern immer auch von Rückschlägen berichtet, Authentizität ist der einzige Weg für mich.
Also: alle Kaninchen sind tot und ich bin vermutlich schuld.
Ich werde versuchen, die Vorkommnisse etwas sortiert der Reihe nach kurz zu schildern, auch um mir selbst vielleicht noch klar darüber zu werden, welche meiner Missetaten, die Katastrophe ausgelöst haben – oder ob es am Ende doch einfach unausweichliches Pech war.

Vor einiger Zeit haben wir kurz ein Wildkaninchen in das Kaninchengehege gesetzt, in dem die beiden Zippen und der Bock lebten. Im Nachhinein frage ich mich natürlich, wie man etwas so saublödes tun kann, aber gemach, gemach, diese Aktion war vielleicht nicht das Problem.
6 Tage später hatte die weiße Zippe mit schwarzen Punkten eine Bindehautentzündung, die genaue Ursache konnte ich nicht ausmachen, aber mir sah es so aus, als hätte sie sich an den Himbeerpeitschen verletzt, die im Freilauf lagen.

Im Verlauf war die Entzündung rückläufig, ich ging zur Tagesordnung über und stellte einen gebraucht gekauften Käfig ins Gehege, um den Bock von den Zippen separieren zu können. Der Junge, von dem ich den Käfig kaufte, hatte einen ziemlich grossen und bei meinem Besuch offensichtlich lebendigen Kaninchenbestand.

Die Maßnahme der Trennung von Bock und Zippen hatte ich mir überlegt mal zu testen, nachdem die Nachwuchsproduktion nie richtig ins Laufen kam. Weder der Bock, noch die beiden Zippen waren angetan von der Aktion, die Zippen sassen stoisch vor dem Käfig, der Bock sass stoisch drinnen.
Wirklich dramatisch war die Trennungssituation nicht zumal sie nur durch Gitterstäbe getrennt waren und Sicht- und Riechkontakt hatten – aber als die weiße Zippe 3 Tage später ruhiger war als gewohnt, führte ich das auf die neue Familiensituation zurück.

Sie lag zwar in typisch entspannter Kaninchenstellung draussen und es gab keinen wirklichen Grund beunruhigt zu sein, aber mein Radar warnte mich trotzdem unterschwellig.
Am selben Tag kam der Muckelmann nicht von alleine zum Futterplatz um seine Karotte abzuholen und als ich ihn rief, zeigte er sich nur kurz und blieb dann in 20m Entfernung.
Für sich genommen auch kein echter Grund zur Besorgnis, es hätte ja sein können, dass er keine Lust hatte wieder auf den Arm genommen zu werden oder etwas besseres vor hatte. Auch er zeigte von der Körpersprache her sonst keine Auffälligkeiten.

Am nächsten Morgen, meinem Geburtstag, stellte ich bei der morgendlichen Versorgungsrunde fest, dass die Kaninchen wenig gefressen hatten und die weisse Zippe nicht zu sehen war. Die dunkle sass im Stall. Ein mulmiges Gefühl beschlich mich und nachdem ich die Runde beendet hatte (ohne dem Muckelmann zu begegnen), stieg ich ins Gehege und sah im Stall nach der weissen. Sie lag tot in einem der Räume, den Kopf in den Nacken geworfen.
Die Warnsignale sprangen bei mir direkt an, auch wenn ich mich zu dem Zeitpunkt mit der RHD-Symptomatik noch nicht auskannte. Ich verstaute das Tier also und brachte es ins Landeslabor, um die Todesursache abklären zu lassen.

2-3 Tage später verendete die schwarze Zippe nachdem sie tags zuvor weniger aktiv war und nicht mehr frass. Und am gleichen Tag machte ich eine wiederholte grosse Runde durch den Garten, um den Muckelmann zu finden. Natürlich war mir klar, dass er tot ist und es nicht ganz einfach werden würde in einem Garten wie diesem ein wildfarbiges, totes Kaninchen zu finden, was sich zum Sterben zurückgezogen hat, aber ich fand ihn nach kurzer Suche.

Alle Tiere waren äusserlich unauffällig, lediglich die schwarze hatte etwas Blut am After. Die Laborergebnisse waren immer noch nicht da. Der Bock war nun alleine und offenbar fit, ich hatte schlaflose Nächte wegen der augenscheinlich auf mich geladenen Schuld.

Ich belas mich etwas über aktuell vorherrschende Kaninchenkrankheiten und stellte nach kurzer Evaluation fest, dass an sich nur RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) die Ursache für den Tod meiner Kaninchen sein konnte und zwar die Variante 2, der neue, aggressive Virus, der bei etwa 80-90% innerhalb von 24-72 Stunden zum Tod führt. Überlebende sind also selten und sie werden vermutlich zu Dauerausscheidern, gefährden damit also massiv andere Kaninchen (und Hasen denn die neue Form befällt auch Hasen) nicht nur durch möglichen direkten Kontakt, sondern auch über Stechinsekten, Personen, Gerätschaften, Dünger!, Käfige und so weiter.

Abgesehen davon war nicht klar, ob der Bock nicht doch noch an der perakuten Form krepieren würde; krepieren ja, denn diese Krankheit ist eine wilde Furie: von scheinbarer Gesundheit über totalen Verfall bis zum Tod geht es hier rasend schnell und die Vorgänge sind verheerend. Es war also angesichts der angenommenen Diagnose angezeigt, das Tier zu schlachten.

Nochmals einige Tage später kamen die Ergebnisse aus dem Landeslabor. Diese bestätigten meine Vermutung vollständig. Der Ernährungszustand war mit 6 Kilogramm gut, der Magen des Tieres gefüllt – die inneren Organe zeigten hingegen das typische Bild der Verwüstung und es wurde positiv auf RHDV2 getestet.

Es erfolgte die Aufklärung, dass die in Deutschland zugelassenen Impfstoffe wohl gegen RHD aber nicht zuverlässig gegen RHDV2 wirken und man sich mit seinem Tierarzt beraten sowie die Empfehlungen der StIko des Friedrich-Löffler-Instituts studieren solle.

Soweit ich informiert bin kann der Tierarzt die Benutzung eines im europäischen Ausland zugelassenen Impfstoffes beantragen, dieser muss dann bei Jungtieren so früh wie möglich 2x appliziert werden und in Folge alle 6 Monate. Ein sicherer Schutz ist auch dann nicht gewährleistet aber die Wahrscheinlichkeit nicht zu erkranken hoch. Es bleibt die Frage nach still verlaufenden Infektionen und Dauerausscheidern, die in Folge andere Tiere infizieren.

Ebenfalls ungeklärt ist, wie hier bei uns der Infektionsweg aussah. Um sowas einigermassen plausibel rekonstruieren zu können ist es immer chic, wenn nicht allzu viele Faktoren neu ins Spiel kommen. Das wären hier 1. das Wildkaninchen und 2. der Stall.

  1. Der erste Todesfall trat 9 Tage nach Kontakt mit dem Wildkaninchen auf, selbst wenn man davon ausgeht, dass die Inkubationszeit an der äusseren Grenze der beschriebenen Zeit von 3 Tagen lag und durch optimalen Gesundheitszustand etc. das Tier nach Ausbruch der Krankheit noch 2 Tage gelebt hat, ist es rein rechnerisch schon relativ unwahrscheinlich, dass das Wildkaninchen wirklich der Überträger war. 9 Tage im Gegensatz zu wohlwollend gedehnten 5 sind bei Krankheiten wie dieser eine zu krasse Diskrepanz.
  2. Der Stall kam exakt 3 Tage vor dem ersten Todesfall ins Gehege und er war zuvor von anderen Kaninchen bewohnt. Ich hatte ihn nicht desinfiziert, diesen Erreger auf einem Medium wie Holz abzutöten (nicht, dass man Viren töten könnte, aber ihr wisst schon …) funktioniert anscheinend auch nur über längeres Einweichen in einer Säure. Bei Zimmertemperatur bleibt das Virus 3 Monate ansteckend, bei niedrigen Temperaturen über 7 Monate!
  3. Der Muckelmann ist der Joker in diesem Rätsel. Er war nicht im Gehege. Weder als ich den Käfig mit dem Wildkaninchen hineinstellte, noch als der neue Käfig dort hinein kam. Gar nicht. Er kann natürlich draussen mit dem Wildkaninchen/dem Virus in Kontakt gekommen sein und es ist sogar sehr viel wahrscheinlicher, dass er am ehesten exponiert war, aber er starb aller Voraussicht nach zum gleichen Zeitpunkt wie die weiße Zippe?! Und irgendetwas muss die anderen ja auch angesteckt haben.
  4. Es kann noch ein ganz anderer Faktor im Spiel sein, den ich bislang übersehen habe. Die Insekten werden zwar langsam mobil und es tanzten bereits einige Mücken, aber für meinen Geschmack wäre eine solche Übertragung etwas zu viel Zufall in Anbetracht der sehr viel wahrscheinlicheren und für mein Gewissen schmerzlicheren Faktoren.

Es bleibt also dabei: ich weiss nicht, wie es passiert ist, ich bin wahrscheinlich schuld, es schmerzt mich und die Kaninchen fehlen. Nicht nur, dass es liebe, sympathische Tiere waren und vor allem der Muckelmann auch etwas Besonderes, sie fehlen auch als Verwerter von Heckenschnitt, Brombeerranken, zurück geschnittenen Himbeeren, Gemüseresten aus der Küche, Hasenbrot und Unkraut. Sehr.

 

31 Gedanken zu „Der Muckelmann kommt nicht mehr (und die anderen Kaninchen auch nicht)

  1. screamingcoloursblog

    Mein großes Beileid. Man hört leider in letzter Zeit immer öfter von diesem Virus. Unsere Kaninchen sind gott sei dank noch nicht betroffen. Und wir hoffen, dass das so bleibt. Ich wünsche dir in Zukunft mehr Glück bei der Zucht, wenn du nochmal einen Versuch starten solltest!

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Danke für dein Mitgefühl!
      Mich hat das mehr mitgenommen als ich zuerst dachte, vor allem, weil das sicher eine schlimme Art zu sterben ist. Darüber denke ich in schlaflosen Nächten dann nach.
      Ich drücke dir die Daumen, dass die Seuche schadlos an euch vorbeizieht!
      LG Oli

      Antwort
      1. screamingcoloursblog

        Das glaub ich dir gerne. Wir haben vor ein paar Wochen eine Häsin verloren. Die hatte Herzprobleme. Das war auch ein herber Rückschlag für uns. Vor allem weil sie ein hervorragendes Zuchttier war. Aber leider bringt auch das Züchterleben auch solche Rückschläge mit sich. Muss man das beste daraus machen.
        Lg, Steffi

  2. Alex

    Mir tut es sehr leid um euren Verlust. Ich kann es gut nachvollziehen, wie das ist, wenn es gleich seuchenartig alle dahinrafft. Umso interessanter Dein Versuch, die zeitliche Reihenfolge detektivisch zu nutzen. Nicht mein Metier, aber faszinierend!
    LG Alex

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Danke Alex. Ja, das seuchenartige ist das Schlimmste. Todesfälle kommen vor, aber wenn man ohnmächtig dabeisteht, wie es einen nach dem anderen dahinrafft und plötzlich vor einem leeren Gehege und einigen Fragen steht, ist das einfach schlimm.
      Die zeitliche Reihenfolge ist für mich wichtig, um die Quelle vielleicht doch noch zu finden, meine eventuelle Schuld zu bearbeiten und ausserdem beruhigen Analysen die Nerven. 🙂
      Na, man kommt aus seiner Haut wohl nie ganz raus.

      LG Oli

      Antwort
  3. Angela Pittner

    Ach, wie schade. Das tut mir leid für Dich, Euch und die Kaninchen. Ich glaube aber nicht, dass Du Schuld hast daran. Wenn eine Krankheit nur ausbräche, wenn der Halter einen Fehler macht, würde sie nicht als Seuche deklariert sein. Seuchen finden ihren Weg alleine, was auch immer der übergeordnete Sinn von Mutter Natur dahinter ist.

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Danke Angela. Tja, naja, die zeitliche Abfolge zeigt zumindest, dass meine Dummheit bezüglich des Wildkaninchens wohl nicht der Auslöser war, das beruhigt mich etwas. Klar, am Ende ist es wohl so, dass man dieser Seuche nicht ausweichen kann, wenn man in einem befallenen Gebiet lebt. Es kann ja schier überall hergekommen sein.
      Der übergeordnete Sinn von so virulenten Keimen ist faszinierend und die Überlegungen dazu erschreckend. Wir wandeln auf einem schmalen Grat.

      Antwort
  4. Wili

    Dass sie eine Lücke belassen und fehlen, glaube ich sofort. Es tut mir Leid um die Drei, was immer ihnen widerfahren ist. Es sind so freundliche Tiere.

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Ja, das ist so. Vor allem, dass dieses Gehege so leer und anklagend mitten im Garten steht. Ich merke jetzt erst, wie oft ich im Vorbeigehen nach ihnen geschaut habe, wie selbstverständlich es war, morgens ein wenig Hecke oder Baumschnitt zu ernten für sie und insbesondere der Muckelmann mit seiner Zutraulichkeit fehlt besonders.

      Antwort
      1. Wili

        Es ist ja oft im Alltag, dass wir das Besondere als selbstverständlich gar nicht mehr bewusst wahrnehmen. Und plötzlich ist dann etwas vertrautes und unmerklich lieb gewonnenes weg… Mit der nächsten Population wird es vielleicht achtsamer zugehen. Schön, dass die Drei ein so gutes Leben bei dir hatten.

  5. Martin Egg

    Mein Beileid, die Tierchen fehlen euch sicher sehr. Ich finde es beachtenswert wie du das chronologisch ausgewertet hast, das hilft dir/euch sicher auch bei der Verarbeitung der Vorkommnisse. Ich wünsche euch trotzdem einen guten Start in den Frühling und auf hoffentlich baldiges Wiederansiedeln einer Kaninchengruppe.

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Vielen Dank für das Mitgefühl und die lieben Wünsche. Ja, die Auswertung hilft bei der Verarbeitung und ist derzeit mein Raster, in das ich alles einzuordnen versuche, was Keimträger gewesen sein könnte. Wahrscheinlich werde ich die Ursache nicht eingrenzen können aber für die Wiederansiedelung wäre es besonders wichtig.

      Antwort
  6. birthesgartenzeiten

    Ohje, wie schade – das tut mir wrklich leid ! Sie werden fehlen, keine Frage, aber ich denke nicht, dass Du „schuld“ daran bist. Allerdings wäre ich tatsächlich vorsichtig bei einer evtl. Neuanschaffung – wie lange überleben diese Keime eigentlich? LG Birthe 🙂

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Danke Birthe! Die Keime überleben bei kühler Witterung über 7 Monate. Ich werde mir wohl vom Veterinäramt einen Desinfektionsplan geben lassen, durchführen und für dieses Jahr auf Kaninchen verzichten. Ganz besonders schlimm ist eben, dass die Krankheit auch bei grösster Vorsicht im nächsten bestand wieder ausbrechen kann weil der Keim praktisch von überall her eingeschleppt werden kann und man nicht sicher durch Impfung schützen kann. So müsste man dann mit dem Damoklesschwert leben.
      LG Oli

      Antwort
      1. birthesgartenzeiten

        Ein gewisses Risiko gibt es wohl immer. Aber wenn sie wenigstens schon mal im Gehege und überall abgetötet/desinfiziert oder unschädlich sind, ist das größte Risiko wohl erst einmal besiegt. Viel Erfolg und hoffentlich irgendwann wieder viel Spaß mit Kaninchen ! :-). LG Birthe

  7. andersistauchgut

    Oh man… das tut mir so leid! Seinen geliebten Tieren nicht helfen zu können tut so unendlich weh! Sogar wenn diese irgendwann der menschlichen Ernährung zugeführt werden sollen, so leidet man trotzdem mit den Tieren mit.
    Zu überlegen, wie der Erreger Zugang gefunden hat, ist sicher wichtig. Aber bitte mach Dir keine Schuldgefühle! Ich habe gerade ein wenig über diese Krankheit gelesen, und die Übertragungsmöglichkeiten sind da ja SO WAS von vielfältig, dass man sich kaum wirklich dagegen schützen kann. Außer vielleicht, man hält die Tiere in einer sterilen Umgebung. Also bitte, mache Dich jetzt nicht selber fertig. Komme zur Ruhe, reinige und desinfiziere so gut wie möglich Stall und Gehege und in ein paar Monaten zieht dort vielleicht wieder neues Leben ein.
    Du bist eine gute Hasen-Mama. Und solche Dinge passieren. Leider. Fühle Dich gedrückt!

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Danke für dein Mitgefühl Gabi. Ja, zusehen zu müssen, wie das Schicksal seinen Lauf nimmt ist schlimm. Ich bin auch ein Mensch, der den unnatürlichen Tod durch Schlachten besser wegstecken kann, als das Siechtum – auch wenn es hier schnell geht. Schwer vorstellbar, dass jemand die Krämpfe, die Blutungen und die spitzen Schreie moralisch einfacher empfindet als diesen rapiden Verfall. Naja, die Schuldgefühle sind unterschwellig da, besser wäre es für mich, ich könnte den Zugangsweg klar abgrenzen aber wie du sagst: es kann alles gewesen sein, auch das abgepackte Luzerne-Heu oder die Futterkarotten. Liebe Grüße!

      Antwort
      1. andersistauchgut

        Man denkt immer, man hätte mehr tun können. Und die Trauer um ein beendetes Leben ist auch immer dabei. Mehr Sorgen würde ich mir machen wenn das nicht der Fall wäre….

  8. hannah - fahrtrichtung eden

    Oh nein, was für ein trauriger Rückschlag 😦 Aber schön, dass du so offen und ehrlich davon berichtest, und nicht alles verschweigst und das Leben als „Selbstversorger“ zu einer rosa Wolke erklärst! Das finde ich stark von dir! Ich als schlichte Gemüsezüchterin kann mir gar nicht vorstellen, wie bitter es sein muss, wenn die eigenen Tiere so von der Natur dahingerafft werden, und man eigentlich nur zusehen kann 😦 Zu Kaninchen hat man ja doch ein intensiveres Verhältnis als zu Grünkohl…und bei dem tut es mir manchmal schon weh 😉

    Ganz liebe Grüße!

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Danke für deine Worte Hannah. Es ist wirklich bitter dem Schicksal so ausgeliefert zu sein. Nun ist das Sterben ja erstmal vorbei, Gott sei Dank. Ich fühle mich verpflichtet, ehrlich zu berichten, ich bin eh kein Freund von Tüdelkram und ich will zwar inspirieren und Mut machen, seinen Traum zu leben, aber auch nix verheimlichen. Ich bin sehr, sehr dankbar für die vielen warmen Worte, gibt aber bestimmt auch genug Leute, die jetzt eine kleine Hasskappe auf mich haben.
      Und ja, Pflanzen zu töten finde ich auch manchmal ganz schlimm.
      Ganz liebe Grüße zurück!

      Antwort
  9. Unterwegs mit mir

    Oh Menno. Das ist ja traurig und nicht nur für die Muckelmänner aber ich glaube nicht dass Du Schuld auf Dich geladen hast. Eine solche hochansteckende Seuche hätte auch so wahrscheinlich auf Deine draußenlebenden Muckel übergreifen können.
    Ich weis das hilft nicht wirklich aber vielleicht doch ein wenig.
    Auch wenn es blöd klingt und vielleicht herzlos…. vielleicht kannst Du ja einem Tierheimmuckelmann ein neues Zuhause geben?
    Wir sind auch froh, das wir nach dem Tod unserer Katze Maria bald zwei wilde Kerle (Linus und Schröder) bei uns aufgenommen haben….das heist nicht dass wir Maria nicht vermissen.

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Vielleicht hast du recht und es war unausweichlich über kurz oder lang. Ich finde deinen Rat nicht herzlos, gar nicht. 🙂 Aber ich werde nach der Desinfektion eine Wartezeit einhalten, bevor ich neue Kaninchen anschaffe. Ausserdem muss ich mich mit meiner Tierärztin beraten, inwiefern es sinnvoll sein könnte, ausländische Impfpräparate zu beantragen und zu nutzen – ich kann mir ihre bodenständige Meinung zwar denken, aber …
      Ich würde auch aus dem Tierheim Tiere aufnehmen, habe eh immer ein Sammelsurium an Viechzeugs aus verschiedenen Notlagen. Solange man die Kaninchen nur als Resteverwerter, Düngerproduzenten und nette Mitbewohner haben will, ist das ja auch kein Ding.
      LG Oli

      Antwort
  10. Salmandra

    Es ging mir gerade ähnlich, 2 von den jungen Kaninchen, immerhin schon 12 Wochen alt und Hoffnungsträger zukünftiger Generationen, sind plötzlich erkrankt und ich konnte beim besten Willen keinen anderen Grund finden als einen Fütterungsfehler meinerseits. Aber nachdem ich wirklich alles bedacht hatte war mir schon klar, so enfach war es doch nicht!
    Mit etwas Zeit habe ich jetzt noch mal Deinen Beitrag durchgelesen und sehe auch bei Euch keinen wirklichen Zusammenhang. Den Stall hättest Du sicher desinfizieren können aber war das die Ursache? Warum lebt dann ausgerechnet der Bock noch und die Häsinnen (und der Muckelmann), die gar nicht in dem Stall saßen, nicht mehr? Die Ansteckung erfolgte wohl eher von außen nach innen, was leider bei offenen Gehegen nie auszuschließen ist. Wenn das Infektionsrisiko in Deiner Umgebung gerade sehr hoch ist, bleibt nicht viel mehr als nur die Hoffnung, nicht erwischt zu werden oder das Glück Impfstoff zu bekommen.
    Wenn Du wieder starten kannst, gebe ich Dir gern im Herbst ein paar Jungtiere – wenn sie bis dahin noch gesund sind.
    Liebe Grüße, Salmandra

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Vielen Dank für deinen Zuspruch Salmandra und für das Angebot, Jungtiere zu bekommen. Natürlich kann es sein, dass die Infektion ‚einfach so‘ über uns gekommen ist, ohne dass es eines Fehlers meinerseits bedurfte, aber meine Aktionen machen das halt schwer abzugrenzen. Die beiden Riesenschecken waren verwandt und der Muckelmann ein Abkömmling, der Bock nicht blutsverwandt – kann sein, dass er einfach eine mildere Verlaufsform hatte.
      Krankheiten bei den Tieren sind wirklich eine Bürde im Selbstversorger-Dasein finde ich. Sobald hier ein wenig Luft ist (wann auch immer das bei den ganzen Frühjahrsarbeiten sein wird) bespreche ich mich mit der Tierärztin und horche mal, was sie zum Import von wirksameren Impfstoffen sagt.
      Liebe Grüße und eine tolle Zeit im Garten, Oli

      Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Danke! Boah, 42 tote Karnickel ist der Wahnsinn, was für ein Jammer!
      Da mag man doch morgens gar nicht mehr zu den Stallungen gehen wenn man weiss, dass man wieder einige Leichen rausnehmen kann …

      Antwort
  11. Genussspecht.net

    Liebe Oli,

    das tut mir wirklich leid. Du musst traurig sein, diese zarten, lieben Tiere verloren zu haben.
    Aber „Schuld“ hast du nicht, finde ich. Du hast ja nicht absichtlich Viren in das Kaninchengehege geschleust.

    Alles Gute
    Katharina

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Danke liebe Katharina für deine Worte. Ich kann mir nach wie vor die Fotos von den Tieren schlecht ansehen, ohne dass Gefühle von Trauer und Wut hochkommen. Ich bin sonst echt ganz gut (geworden) in Akzeptanz von Tod und komme schon recht schnell wieder klar, aber dieses Sterben war wirklich sinnlos nach menschlichem Ermessen und ein kompletter ‚Kahlschlag‘ hinterlässt natürlich eine andere leere, als wenn ein einzelnes Tier stirbt. Jedes Mal wenn ich am Gehege vorbeikomme, suchen meine Augen automatisch nach den Hasen. Puhhh. 😦

      Antwort

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