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Der Lehmbackofen

Eine gemütliche Terrasse mit einem gemütlichen Sitzbereich aus Holzstühlen und einem Grillplatz, umgeben von üppigem Grün und Bäumen.
Auch bei Regenwetter ein idyllischer Anblick: Lehmbackofen und Sandsteinplatten

Eines unserer Projekte, die länge währten und endlich richtig gut wurden, ist unser Lehmbackofen.

Das Gewölbe des Backofens hatte ein Bekannter von uns einmal gebaut und benötigte es nicht mehr, wir übernahmen gerne. Der Gatte hatte beim Ausbessern des Gewölbes in der Küche sowie beim Bau des Erdkellers ausreichend unter Beweis gestellt, dass er Gewölbe bauen kann. Insofern war die Neugierde und der Drang diesen Part selber zu machen schon befriedigt.

Aber es gab auch so noch genug zu tun! Auf der alten Mistplatte aka Terrasse wurde ein stabiler Sockel aufgemauert, der die Metallplatte, auf der der Ofen steht, tragen sollte.

Die Steine wurden mit ziemlich viel Eisen und dann Beton gefüllt und halten vermutlich solange, dass die folgenden Generationen sich noch daran erfreuen können. Der Transport des Ofengewölbes zu unserem Hof war – gelinde gesagt – abenteuerlich, also breiten wir den Mantel des Schweigens darüber. Hier auf dem Hof kam dann ein Hoflader zum Einsatz, der Führer des Fahrzeugs bugsierte die Platte samt Ofen dann mit extrem viel Fingerspitzengefühl und auf ziemlich wenig Platz auf den Sockel.

Wichtig war als nächstes einen Dachstuhl zu bauen, den Schornstein aufzumauern und das Dach zu decken, damit die Konstruktion aus Lehm bei regen nicht aufweicht und davonfliegt. Der Dachstuhl wurde aus gewachsenem Holz gebaut, passend dazu wird es noch eine Terrassenüberdachung geben. Das Dach haben wir mit den altbewährten Lärchenbrettern, ganz im Stil des Hauses gedeckt.

Der Sockel wurde verputzt und bekommt ganz bald noch eine Holztür mit geschmiedeten Scharnieren. Das Dach wurde am Schornstein mit Metall abgedichtet und auch die Schornsteinabdeckung (gefunden über Kleinanzeigen) liegt schon parat. Ich glaube wir haben aber bei jedem erdenklichen Zwischenschritt bereits in dem Ofen gebacken! Zugegeben: ein wenig Eingewöhnung braucht es, bis man raus hat, wie viel und wie lange man anfeuern muss, bevor man backen kann. Wie man in etwa die richtige Temperatur für die Pizza und die verschiedenen Brote herausfindet, ohne auf technischen Spielkram zurückzugreifen und wann man in der Restwärme beispielsweise noch dörren kann.

Aber all‘ das fühlt sich so urtümlich und richtig an! Als würde sich tief im Inneren etwas an alte Zeiten erinnern, wo es ganz alltäglich war auf Holzfeuer zu kochen und im Lehmbackofen zu backen.

Mittlerweile ist es Routine geworden, erst die Pizza zu backen (die ich mittlerweile mit selbst angesetzter Lievito Madre mache), dann das Kefirbrot oder andere eher helle Brote und Aufläufe und zum Schluß das Schwarzbrot. Das Dörren von Obst im Lehmbackofen dürfen wir noch etwas perfektionieren, ist es zu warm, bekommt das Obst einen Karamellgeschmack, ist es zu kalt, bleibt es zu feucht zum Einlagern.

Fest steht, dass der komplette Vorgang vom Anfeuern und Nachlegen des Holzes über das Prüfen der Temperatur, das eigentliche Backen – aber auch schon das Vorbereiten der Brotteige 24 Stunden davor ein wunderbares Ritual geworden ist, bei dem wir uns sehr geerdet fühlen. Das Aroma der Pizza und der Brote ist übrigens einmalig und wirklich nicht zu vergleichen mit einem industriellen Ofen!