Mispel-Apfelmus mit feinstem Parfum

Die Geschichte meines Mispelbaums habe ich ja schon einmal erzählt, als es um die Mispelsauce ging. 3 Jahre ist das nun her und der Mispelbaum ist mittlerweile – in seinem achten Standjahr – zu einem stattlichen, schön gewachsenem Bäumchen herangewachsen und er trägt sehr gut.
Ich war dieses Jahr zwar nicht sehr motiviert, etwas aus den Mispeln herzustellen, da die Zeit auch ohne die aufwändige Verarbeitung von Mispeln knapp ist, aber unsere Tochter hat ganz ambitioniert einige Steigen voll Mispeln geerntet, mithilfe einer Schubkarre zum Haus gebracht und sauber und ordentlich nebeneinander in Kisten gestapelt zum Reifen in den Windfang gestellt.
Soviel Mühe muss belohnt werden und ausserdem hörte ich vor einiger Zeit von einem mit Mispeln aromatisierten Apfelmus, was ich irgendwann mal testen wollte.

So fügte es sich wieder einmal. Da ich nicht mehr wusste, wo ich den Hinweis auf das Rezept gesehen hatte, musste ich mir im Freistil helfen. Aber darauf läuft es bei mir ja eh meistens hinaus.

Rezept für 1,5l Mispel-Apfelmus

  • 3kg Äpfel (ungeputzt gewogen), die im Winterlager ein intensives Aroma entwickelt haben, Cox Orange beispielsweise
  • 1kg Mispeln, gereift und fermentiert (auf Druck müssen sie nachgiebig sein, das Fruchtfleisch weich)
  • 200g Rohrohrzucker
  • 500ml Wasser

Das Fruchtfleisch der Mispeln aus der Schale lösen und von den Kernen trennen.

Es gibt verschiedene Methoden, wirklich schnell ist wohl keine, ich mache es so: Ich ritze mit einem scharfen, kleinen Messer die Schale der Mispel ringum ein, teile die Mispel in 2 Hälften, schabe mit der runden Rückseite des Küchenmessers das Fruchtfleisch samt Kernen auf einen Teller, verwerfe die Schale und drehe den Teller ein Stück weiter.
Ist der Teller ringsum voll mit dem matschigen Fruchtfleisch, ertaste ich die Kerne mit den Fingern, löse das Fruchtfleisch zwischen Fingern und verwerfe die Kerne. Das pure Fruchtfleisch wandert in einen Kochtopf. Die Methode hört sich komplizierter an als sie ist. Wie gesagt: wirklich schnell und unkompliziert ist keine mir bekannte Methode. Man kann die halbierten Mispeln auch durch ein Haarsieb aus Metall streichen, ein jeder sollte für sich ausprobieren, mit welcher Methode man die beste Ausbeute und den geringsten Streß hat.


Die Äpfel schälen, das Kerngehäuse entfernen, die Apfelspalten grob zerkleinern und zu dem Mispelmus geben. Zucker und Wasser zufügen, alles unter gelegentlichem Rühren köcheln lassen, bis alles gut gar ist und die Äpfel zerfallen.

Ich habe das Mus jetzt nochmal durch die flotte Lotte gegeben und es ist erstaunlich, dass hierbei tatsächlich noch einmal ein Schwung festerer Bestandteile zurückbleibt.

In Gläser füllen, verschliessen und bei 90°C 30 Minuten einkochen.

Das Mispel-Apfelmus hat das feine Parfum der Mispel, harmoniert super mit den Äpfeln und diese geben dem Mus die nötige Masse. Das Verhältnis ungeputzter Früchte von 1:3 ist stimmig. Wir essen das Mispelmus derzeit sehr gerne zu Bubert, das passt wirklich gut.

3 Gedanken zu „Mispel-Apfelmus mit feinstem Parfum

  1. Jacqueline

    Hallo 🙂
    Mispeln habe ich noch nie gegessen… Doch, ich glaube in Spanien gibt es direkt essbare Sorten, bin mir aber nicht mehr ganz sicher… Jedenfalls klingt es sehr lecker und sieht wirklich nach sehr viel Arbeit aus.
    Liebe Grüße

    Antwort
    1. Salmandra

      Nun endlich konnte ich vom Mispel-Apfelmus naschen. Es ist einfach köstlich! Da ich keine Ahnung hatte wie Mispeln schmecken könnten, war ich schon sehr neugierig. Den Geschmack beschreiben kann ich nicht wirklich, es gibt dem Apfelmus aber ein ungewöhnlich weiche und „rosige“ Note.
      Vielleicht habe ich ja Glück und aus den Kernen wächst mir irgendwann ein kleines Bäumchen, dann werde ich mal reines Mipelmus herstellen.

      Antwort
      1. Oli@Landidylle Autor

        Ach schön, dass es dir gefällt. Habe ich eigentlich aber auch erwartet. Ja, den Geschmack zu beschreiben ist nicht ganz einfach, das empfinde ich auch so.
        Reines Mispelmus ist so eine Sache für sich von der Konsistenz her – aber sicher wird dir da was einfallen. Bei dir denke ich auch insbesondere an die Möglichkeit, leckere Fruchtleder herzustellen.
        Falls aus deinen Samen nichts kommt und aus denen meines Töchterchens auch nicht, wächst hier am alten Mispelbaum noch ein Jungbaum, der Gatte sagt, von den Blättern her sei das auch eine Mispel. Ich habe das letztes Jahr nicht so wahrgenommen und der Habitus kommt mir auch anders vor, aber dieses Jahr achte ich verstärkt drauf und falls es eine Mispel sein sollte, mache ich sie gleich für dich raus damit sie nicht noch mehr Fuß fasst.

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