Die Evolution des Eis

Foto Ei Vorwerkhuhn ganz rechts

Die Größe eines Hühnereis hängt davon ab, wie weit sich die Henne in der Legeperiode befindet, von der Rasse, von der Ernährung und anscheinend auch von der Jahreszeit wie man lesen kann.
Junghennen beginnen die Legetätigkeit mit kleinen Eiern – die Mütter unter uns werden dieses Entgegenkommen der Natur zu schätzen wissen – der Anteil des Eigelbs ist dabei prozentual höher als bei großen Eiern und Liebhaber wissen die ersten Eier einer Henne zu schätzen. Laut einem Fachbuch sind die ‚Zutaten‘ der ersten Eier auch weit besser als die der späteren.

Wenn man davon ausgeht, dass die Urhühner und alte Rassen eher kleinere und weniger Eier legen ist es um so bemerkenswerter, welche Leistung die modernen Hybriden bringen müssen.
Anstatt 15-30 kleinere Eier beim Urhuhn, muss der Organismus eines Turbohuhns bis zu 300 Rieseneier im Jahr hervorbringen. Wobei auch diese natürlich klein anfangen.

Ich finde die verschiedenen Formen, Farben, Oberflächenbeschaffenheiten und Größen der Eier faszinierend. Wir haben ja wahrlich nicht viele verschiedene Hühnerrassen oder Eierfarben und trotzdem bin ich immer wieder froh, dass die Tiere und ihre Eier so individuell sind.

Das rechte, langovale Ei mit gerade einmal 43g (Gewichtsklasse S) ist das zweite Ei, welches unsere eine Vorwerkhenne jemals gelegt hat. In der Mitte ist das einer unserer Legehybriden (entgegen des Klischees ein charakterstarkes, absolut zutrauliches Tier) mit 58g (Größe M) und das Turbo-Ei links ist von einer braunen Legehybride vom Biohof unseres Vertrauens – ganze 74g und damit Gewichtsklasse XL.

Alle Tiere bekommen das gleiche Futter, an sich sogar dasselbe, denn wir beziehen sowohl unser Legemehl, als auch den Weizen von eben diesem Biohof. Aber natürlich gibt jeder noch anderes Beifutter. Leider können unsere Hühner derzeit aufgrund des Wetters nicht wirklich frei laufen, sondern nur den überdachten Freilauf aka Voliere nutzen – sie würden sonst noch mehr Feuchtigkeit in den Stall tragen, was absolut schädlich für das Stallklima wäre und Krankheiten Vorschub leistet.

Mit Glück werden das Frühjahr und der Sommer nicht so klitschnass wie letztes Jahr, aber die Tendenz geht hier stark dahin – und mit noch etwas Glück haben wir dann bald grüne Eier von den Araucanern. Wetten würde ich allerdings nicht mehr darauf, denn ich habe anscheinend einen klassischen Anfängerfehler gemacht indem ich auf besagter Schau gekauft habe. Der ‚Züchter‘ von der anderen Seite der Elbe hat mich nach den Regeln der Kunst besch…trogen, nicht nur, dass die Tiere nicht reinrassig sind – neulich krähte mir eines der ‚Hühner‘ in beeindruckender Lautstärke ins Gesicht. Dank fehlender klassischer, äusserer Merkmale wie bei anderen Hühnerrassen, hatten wir die Situation anders beurteilt. 2 weitere der gekauften Araucaner sind verdammt klein und bleiben es anscheinend auch (was sie ja vom Eierlegen nicht abhalten soll, ausser sie sind zusätzlich schon in Pension) und die anderen sehen am wenigsten nach Araucanern aus, dafür eignen sich die ’schwatten Deibel‘ vermutlich gut für Voodoo.

 

4 Gedanken zu „Die Evolution des Eis

  1. Doris

    Ende der 60er Jahre kosteten Eier vom Eiermann .23-24 Pfennig das Stück . Das war mehr als das doppelte wie ein Brötchen . Manchmal hatte er auch Kükeneier .
    Mein Oppa hat Küken aus der Nachbarstadt Bottrop geholt und aufgezogen . Wie das damals gehandhabt wurde weiß ich nicht .Es waren gewöhnliche braune Hühner und der Hahn hatte buntes Gefieder . Ganz so wie man sich Gefügel vorstellt .
    Als es später keine Hühner mehr gab hat meine Omma die Eier von einer Nachbarin geholt . Einmal mußte ich die abholen und in dem Mietshaus hat es fürchterlich gerochen . Als Kind habe ich mir keine Gedanken gemacht , aber eigentlich hatte die Nachbarin gar keine Möglichkeit Hühner zu halten . Ob die,die in der Wohnung gehalten hat ? Es stank grauslich dort .

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Vielen Dank für’s Teilen Deiner Erinnerungen, das finde ich ja spannend. Heute kostet ein ‚gutes‘ Bio-Ei hier um die 45 Cent. Das sind dann aber glaube ich auch schon die mit Bruderhahn.

      Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand mit Hühnern im Haus wohnt, das sind ja schon echte Stinker, wobei … wer weiss, in einer kleinen Gitterbox irgendwo haben sie zwar kein schönes Leben, aber für den Menschen praktischen Nutzen im Gegensatz zu anderem Federvieh, was in Wohnungen wohnt. Hm, so gesehen: es gibt ja nichts was es nicht gibt. 😀

      Nicht ganz passend zum Thema fällt mir ein, dass ich kürzlich den Artikel zum Hühnerhochhaus gelesen habe.

      Antwort
  2. Doris

    Das mit dem Hühnerhaus kannte ich noch nicht , Das ist ja echt …………,
    Die Nachbarin hatte einen Kleingarten , da waren aber mit Sicherheit keine Hühner .Sie wohnte in einem der Häuser die bei uns Küppers Häuser hießen . Sehr einfache Wohnungen ohne Badezimmer und vermutlich Lokus auf dem Flur . Die Häuser gibt es noch , modernisiert . Manchmal liest man von solchen Freaks die Tiere in Massen in der Wohnung halten . Auch Hühner . Dann denke ich immer an Fr. Hauf 😉
    Seit mehr als 35 Jahre lebe ich nicht mehr in der Ecke . Manchmal schaue ich bei Google Earth wie es dort aussieht .

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Ja Menschen kommen auf krasse Ideen. Sowohl diese Knast-Haltung von Tieren, als auch die übertriebene ‚Tierliebe‘ auf der anderen Seite sind … übel.
      Ich kann mir das richtig vorstellen, wie Dir der Geruch aus dem Haus in die Nase steigt, wenn Du solche Berichte liest. Pfui Deibel 😀

      Antwort

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