Lobia Masala Konkani Style – Black eyed Peas Curry Goa Style (mit Kokos)

black-eyed-peas-curry.6

Vor einiger Zeit begab es sich, dass ich in der großen klitzekleinen Stadt, die uns mit allem versorgt, was wir nicht selber anbauen und der Hofladen nicht führt, einen türkischen Supermarkt ansteuerte und ein paar trockene Vorräte aufstockte.

Aus heiterem Himmel überfiel mich vor ein paar Tagen die Idee, ein Bohnen-Curry zu machen, eine aufschlussreiche Recherche auf indischen Kochseiten ergab, dass das anscheinend eine gute Idee ist, dass mal wieder massenhaft Leute voneinander abschreiben, dass es je nach Weltanschauung die interessantesten Dinge gibt, die Menschen sich versagen zu essen (Zwiebeln & Knoblauch!), dass die Variante mit Kokos Konkani bzw. Goa zugeschrieben wird und dass ich das Gericht lieber verwestlicht kochen möchte.

Orientiert habe ich mich letztlich an diesem Rezept einer Hawaiianerin. Zahlreiche bloggende indische Hausfrauen haben betont, dass man Black eyed Peas nicht zwangsläufig einweichen muss, sondern ebenso eine Stunde kochen und dann etwas ziehen lassen kann. Eine andere Quelle gab an, dass man Backpulver ins Kochwasser kippen könne, wenn die Bohnen nicht freiwillig weich werden. Na lecker.

Meine Zutaten für das Lobia Masala aka Black eyed Beans Peas Curry waren:

  • 2 Becher trockene Black eyed Peas (Kuhbohnen)
  • 1 Zwiebel
  • 3 Knoblauchzehen
  • 3 TL klein gewürfelter Ingwer
  • 2 TL Kurkuma
  • 1,5 TL frisch gemörserter Koriander
  • 2-3 TL Cayenne-Pfeffer
  • 400g eingemachte Tomaten in Tomatensaft, gewürfelt
  • 1/2 TL Salz
  • 1/2 TL Zucker
  • mindestens 300ml Kokosmilch
  • etwas Bratöl

black-eyed-peas-curry.2

Die Bohnen habe ich mehrmals gewaschen, 5 Stunden lang in reichlich kaltem Wasser eingeweicht, dann knapp eine Stunde gekocht. Sie sollen nicht zu weich und unansehnlich werden, sondern später noch eine Weile Kokosmilch ziehen.

black-eyed-peas-curry

1 Zwiebel würfeln und in Bratöl anbraten, bis sie Farbe entwickelt, dann den gewürfelten Knoblauch und Ingwer zugeben und die Gewürze. Alles gut vermischen und zusammen anbraten, mit den Tomaten ablöschen.

black-eyed-peas-curry.3

Wenn die Tomatenmasse kocht, die Bohnen zugeben sowie Salz und Zucker und die Kokosmilch. Alles gut vermischen und noch etwa 15 Minuten simmern lassen. Während dieser Zeit nehmen die Bohnen noch viel Flüssigkeit auf und aus der ‚Suppe‘ wird ein Eintopf.

black-eyed-peas-curry.4

Ich finde ich ja, dass zu Bohnen ganz ausgezeichnet Kürbis passt und so habe ich einen gewaschenen, geputzten und in Spalten geschnittenen Hokkaido bei 200°C in den Ofen geschoben. Er wird gar solange die Bohnen simmern.

black-eyed-peas-curry.5

Alles war perfekt. Das ist so richtig leckeres, würziges und einheizendes Soulfood – was dazu führt, dass die Menge, die ursprünglich für 4 Portionen gedacht war, gerade mal für 2 reicht (falls das bei uns nicht ohnehin Standard ist). Wirklich richtig rundum gut und der Kürbis nimmt etwas von der Schärfe und kann somit anteilsmässig variiert werden je nach persönlicher Schärfe-Vorliebe.

Beim Essen fiel mir auf, dass dieses Gericht vegan ist.

12 Gedanken zu „Lobia Masala Konkani Style – Black eyed Peas Curry Goa Style (mit Kokos)

  1. kampfdenkalorientierchen

    Liebe Oli
    Einfach Geil! Ich liebe solches Zeugs, möchte auch ein Töpfchen und ein bischen schlabbern. Es sieht zum fressen gut aus.
    Genau solche Essen bringe ich mit unserem Weight Watchers System nicht hin. Kokosmilch ist einfach zu fett, ach ich könnte weinen. Solches nur als Beilage zu servieren bringe ich nicht fertig. Entweder in die vollen, wie ihr das macht oder gar nicht. Beneide euch und wünsche gute Verdauung.
    Herzliche Grüsse, Bernhard

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Lieber Bernhard, das Zeug ist nicht nur ‚geil‘, sondern ’schweinegeil‘. Mindestens!
      Es ist sooo gut, ich habe bestimmt eine Portion gegessen, die anderswo für 4 reichen würde – aber ich bin eben auch nicht mehr schlank. Ich deutete es ja bereits mal an, früher konnte ich essen was ich wollte und wieviel ich wollte und war wirklich dünn, heute bin ich … unter 100 Kilo. 😀
      Man sagt ja, dass es sich bei einer Frau irgendwann entscheidet, ob sie eine Ziege oder eine Kuh wird. Ich glaube, ich akzeptiere langsam die Tatsache, dass ich die Hälfte meines Lebens als Ziege verbracht habe und die andere Hälfte (oder hoffentlich mehr) jetzt als Kuh. Immerhin sieht man mir die Kilos nicht so sehr an, ich habe Muskeln.
      Ich bewundere Euch ja, wie bereits mehrfach erwähnt, für euer Durchhaltevermögen, aber auch wenn ich sonst Biss habe – ich müsste täglich gegen Hunger und Appetit kämpfen. Das würde ich nicht durchhalten. Ebenso wie man es wirklich nicht empfehlen kann, sowas wie dieses Masala als Beilage zu servieren, das ist wirklich Quälkram. 🙂
      Liebe Grüße, Oli

      Antwort
      1. kampfdenkalorientierchen

        Liebe Oli,
        das Wort Quälkram ist neu für mich und gefällt. Zu deinen Tiergeschichten: Habe mir überlegt ob ich nun für unsere Gerichte und Einstellung missionieren solle, doch die Idee wurde von mir verworfen. Denn jede(r) ist ja seines eigenen Glückes Schmied. Doch eine Info unter uns beiden schönen: Bei der Esserei mit meinen Kontrollfreaks habe ich trotz heimlichen Naschereien 10kg abgenommen. Von 97 auf 87. Und ich füle mich soooooooooooooooo viel wohler, ich war ein Blödmann nicht früher etwas zu unternehmen. Du hast ja den Vorteil dass du dich in Hof und Garten bewegen musst. Das wäre wirklich kein Problem aus dir eine Zigkuh zu machen. Man müsste dich nicht mal kloonen.
        Habe gerade einen 8 Liter Topf Gemüsesuppe gekocht. Diese hat z.Beispiel 0 in Worten „Null“ Punkte bei Weight Watchers. Die sättigt, kann aber auch mit Pasta oder Kartoffelstücken aufgemotzt werden. Oder mit Tomaten, Pasta und Borlottibohnen zu einer fast Punktelosen Minestrone umgearbeitet werden. Das ist alles Zigkuh Futter. Hätte dir jederzeit einige Rezepte die das Bäuchlein dieser lieben Tiere füllt ohne dass sie vor Hunger den ganzen Tag muheckern.
        Liebe Grüsse, Bernhard

      2. Landidylle Autor

        Oh Bernhard, zu den missionierenden Tiergeschichten: eigentlich war nur der letzte Satz als augenzwinkernder Hinweis darauf gemeint, dass Eiweissgehalt und biologische Wertigkeit nicht alles sind bei der Eiweißsynthese, der Satz oben (dass es je nach Weltanschauung die interessantesten Dinge gibt, die Menschen sich versagen zu essen) war tatsächlich auf den Verzicht von Zwiebeln & Knoblauch gemünzt. Gut zu wissen, dass das missverständlich ist, ich werde das ergänzen!
        Zum diäten: In unserer traditionellen Küche wird sicherlich für heutige Verhältnisse zuviel Fett, vor allem fettes Fleisch aufgetischt. Mein Mann und ich arbeiten mittlerweile beide körperlich, aber es reicht nicht. 🙂
        Insofern ist es sicherlich sinnführend, mal genauer hinzuschauen, wo wir noch Abstriche machen können. In der Tat ist es so, dass wir hier schon zur ‚1-Wurst-Politik‘ übergegangen sind, was von meinem Mann oft beklagt wird, weil er eben aus einer Region stammt, wo es sich einfach gehört, ordentlich Fleisch aufzutischen und gerne auch fettes.
        Bei mir ist es eben nicht sicher, warum ich plötzlich sprunghaft zugenommen habe, möglicherweise sind Medikamente (mit)verantwortlich, in meiner Familie neigen die Leute nicht zum Fett, eher zum Gegenteil. Und ich bekomme wirklich Hunger, wenn nicht ausreichend Sattmacher enthalten sind. Suppen essen wir oft, dafür ist mein Mann zuständig und er kocht auch immer gleich einen ganzen Kübel voll. Vielleicht zeige ich die mal.
        Vielen Dank auch für Dein liebes Angebot, mir Rezepte zukommen zu lassen – ich verspreche, dass ich zumindest eure vorgestellten rezepte in Zukunft nicht nur ob der Optik und Punkte bestaune, sondern auch in Hinblick auf landidyllische Tauglichkeit!
        Liebe Grüße, Oli

      3. kampfdenkalorientierchen

        Liebe Oli,
        ich kam gestern nicht mehr dazu eine Antwort zu schreiben. Jetzt habe ich den Faden verloren. Ich denke aber dass wir uns irgendwie missverstanden haben. Dürfte an meinem Schweizerdeutsch liegen.
        Deine heutige Story über Eier ist interessant. Ich wusste zum Beispiel nicht dass Junghennen einen grösseren Dotteranteil haben.
        Liebe Grüsse aus dem wolkenverhangenen Zürich, Bernhard
        P.S: Ab heute kann ich hinter unserem Haus den ersten Bärlauch pflücken.

      4. Landidylle Autor

        Lieber Bernhard,
        tut mir leid, wenn ich Dich missverstanden habe, ich hatte diesen Satz von Dir (Zu deinen Tiergeschichten: Habe mir überlegt ob ich nun für unsere Gerichte und Einstellung missionieren solle, doch die Idee wurde von mir verworfen. Denn jede(r) ist ja seines eigenen Glückes Schmied.) als Hinweis darauf genommen, dass mein Text sich danach anhört, als wollte ich Veganer auf’s Korn nehmen. 😀
        Wie auch immer, es ist wohl nicht schlecht gewesen, den Text trotzdem zu entschärfen, vegetarische und vegane Gerichte haben normalerweise die meisten LIKES und dieses Gericht hat so wenige wie kaum ein anderer Artikel – ein Indiz dafür, dass einige Leute mir den letzten Satz doch krumm genommen haben?
        Liebe Grüße aus dem eiskalten Nirgendwo, wo ab und an eine Schneeflocke angesaust kommt und der Bärlauch auch schon erste ernstzunehmende Blätter zeigt! Juhuu!
        Oli

    2. Bea

      … ist ja nun schon ein Weilchen her, das Du geschrieben hast. Vielleicht ist es trotzdem noch interessant.
      Auf den Kokosgeschmack müsstest Du nicht verzichten: einfach die Dose Kokosmilch einen Tag in den Kühlschrank stellen und beim Öffnen nur das Kokoswasser und nicht das abgesetzte Kokosfett für das leckere Rezept nehmen.
      Das dürften dann Null Punke sein. Das Kokosfett kannst Du natürlich aufbewahren und anderweitig zum Braten / Kochen verwenden.
      Beste Grüße
      Bea

      Antwort
  2. borretsch

    Hi, sieht sehr lecker aus!!
    Wie viel Gramm Bohnen sind denn zwei Becher??
    Die werden ja durch, dass aufquellen noch mehr…also vom Volumen her. 100 g sollten für 2 Personen reichen, oder?!? Bei Roten Linsen nehm ich immer 100g für 2….aber die sind ja auch kleiner…

    Grüner Gruß MION

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Danke, es war auch sehr, sehr gut. Ich habe nochmal nachgemessen: ich habe 500g trockene Bohnen benutzt und es ergab 4 Portionen. (Ohne Vorspeise & Nachspeise habe ich tatsächlich 2 von diesen – zugegeben recht großen – Portionen verdrückt)
      Um die 100g pro Portion kommt also hin. 🙂
      Liebe Grüße und guten Appetit, Oli

      Antwort
      1. borretsch

        Super, danke für die schnelle Antwort, muss mir auch mal diese possierlich ausschauenden Bohnen besorgen. Du sagtest man bekommt sie nur im, türkischen Fachhandel??

      2. Landidylle Autor

        Ich habe sie bislang nur dort gesehen. Beim Asiaten sollte es sie auch geben oder wenn man in einer wirklichen Stadt einkaufen geht, bestimmt auch da im gut sortierten Supermarkt.
        Die Black eyed Peas sind ja sowohl im arabisch-jüdischen, als auch im asiatischen Raum und nicht zuletzt den USA auch zum Neujahrsfest von Bedeutung. Überall da, wo entsprechende Läden sind, solltest Du Glück haben. 🙂

      3. borretsch

        Danke, für die vielen Infos. Ich werde mal beim nächsten Einkauf im türkischen Fachhandel nachfragen. Vielleicht habe ich sie einfach noch nie gesehen. Wie war das mit dem Focus 🙂

        Grüner Gruß MION

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s