Parmigiana di melanzane – hilft gegen die Auberginenschwemme

Seit einiger Zeit war absehbar, dass wir dieses Jahr eine Auberginenschwemme haben würden und nun ist sie da. Herrlich!
Zum Glück habe ich jede Menge leckere Auberginen-Rezepte gefunden und gesichert, dieses allerdings, hieß zunächst einmal nur ‚Auberginen-Gratin‘. Ich änderte es etwas ab, sodass es für unsere Gaumen, unsere Ernte und unsere Speisekammer passt und stellte wenig später fest, dass es nun Parmigiana di melanzane war. Ein ziemlich traditionelles, sehr reichhaltiges vegetarisches Gericht aus Süditalien.

Viele Wege führen also nach Rom, und dann noch ein Stückchen weiter.

Die Ernte eines Tages

Als violette Auberginensorte habe ich dieses Jahr ‚Carlson‘ im Anbau und bin bislang sehr zufrieden. Sowieso war die Anzucht der Auberginen aus Samen 2019 sehr viel mehr von Erfolg gekrönt als im Vorjahr, auch wenn die Pflanzen zunächst mit Blattläusen und nun mit der weißen Fliege zu tun haben. Sie stehen dieses Jahr im Folientunnel im gewachsenen Boden, der mit Baumschultextil bedeckt ist, gewässert wurden sie bislang einmal beim Pflanzen und einmal beim Düngen und sie sitzen so voll mit Früchten, dass diese teilweise schon zu den Seiten abstehen.

Da die Tomaten dieses Jahr im Gegensatz dazu eher spärlich behangen sind, habe ich für die Sauce keine frischen Tomaten benutzt sondern die hochkonzentrierte Tomatensauce vom letzten Jahr. Alles andere wäre auch schade gewesen.

Zutaten für 6 Portionen Parmigiana di melanzane:

  • etwa 1 Kg Auberginen
  • 1l konzentrierte Tomatensauce
  • 3 Kugeln Mozzarela
  • etwa 80g Parmesan
  • reichlich Olivenöl
  • 1TL Thymian
  • 1TL Rosmarin
  • 2TL Oregano
  • 1/2TL Chili-Pulver
  • Salz

Die Gewürze in die Tomatensauce geben, umrühren und ziehen lassen.

Die Auberginen waschen, putzen und in etwa fingerdicke Scheiben schneiden. Mit Salz bestreuen und Wasser ziehen lassen damit der Auflauf am Ende nicht zu wässrig wird. Geduld zu diesem Zeitpunkt zahlt sich später aus!
Das Wasser abtupfen und die Auberginenscheiben nach und nach in Olivenöl scharf anbraten bis sie goldgelb sind. Da Auberginen viel Öl brauchen, muss man dieses zwischendurch immer mal nachfüllen. Im Originalrezept wurden nur 100ml Olivenöl benutzt, mir ist schleierhaft, wie man das schafft und habe wahrscheinlich 300ml gebraucht.

Backofen auf 200°C vorheizen.

Den Boden einer Auflaufform mit einem Teil der Tomatensauce bedecken und die erste Schicht angebratene Auberginenscheiben überlappend einlegen. Mit Parmesan bestreuen und jeweils einen Klecks Tomatensauce auf jede Scheibe geben.

Weiter schichten, bis alle Auberginen aufgebraucht sind, die restliche Tomatensauce auf dem Gratin verteilen und den in Scheiben geschnittenen Mozzarella darauf verteilen.
Bei 200°C für etwa 40 Minuten auf der mittleren Schiene in den Ofen geben. Umluft bietet sich an damit der Auflauf nicht zu wässrig wird, sonst am Ende der Garzeit den Ofen abschalten, die Tür öffnen und den Parmigiana di melanzane noch 15 Minuten abdampfen lassen.

Das Ergebnis ist unheimlich wohlschmeckend und unverhofft reichhaltig. Es schmeckt gut frisch aus dem Ofen, in den Herkunftsregionen soll der Auberginen-Auflauf aber durchaus auch lauwarm oder kalt genossen werden, sodass es wieder das perfekte Essen für ein Picknick oder Buffett ist. Kalt ergibt das Gratin auch eine gute Vorspeise.

5 Gedanken zu „Parmigiana di melanzane – hilft gegen die Auberginenschwemme

  1. Alex

    Hab ich auch schon ein- zweimal gemacht. Mir hat geholfen den Ölverbrauch zu bremsen, indem ich die Scheiben etwas dünner schnitt, dann, wie Du auch, sie gesalzen und aktiv abgetupft und gepresst habe, und dann mit einer beschichteten Pfanne die Melanzane rigoros auf Sparkurs anbriet (weil sie da nicht anbrennen). Der Geschmack hat es gedankt, weil ja auch der Mozza relativ fett ist… LG Alex

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Das teste ich nächstes Mal aus, allerdings muss als ‚Beschichtung‘ die Patina der gusseisernen Pfanne dienen. Mal sehen, ob das klappt und wie laaaaange das Anbraten so dauert. 🙂

      Antwort
      1. Oli@Landidylle Autor

        Ah ja, genau, in meinem Originalrezept stand auch als Alternativvorschlag, dass man die Scheiben im Ofen vorgaren könne. Und dünner geschnitten hätte ich sie intuitiv auch, die 1,5cm des Ausgangsrezepts fand ich auch zu wuchtig.
        Deine Türmchen sind natürlich noch sehr viel raffinierter. (Ich könnte das schon wieder essen jetzt wo ich die Bilder sehe)

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