Rettichblätter-Pesto

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Wie bereits erwähnt, habe ich aus den feinen, zarten Rettichblättern, die beim Kkakdugi machen übrig geblieben sind, Rettichblätter-Pesto hergestellt.
Auf die Idee brachte mich Katharina, die vor einigen Tagen ein Radieschenblätter-Pesto vorstellte. Rettich und Radieschen sind ja nunmal fast das gleiche aber Radieschen bauen wir nicht an, das Rezept klang sehr fein und so beschloss ich, es bei nächstbester Gelegenheit auszuprobieren. Normalerweise bekommen bei uns die Kaninchen die Blätter, aber zumindest die feinen, zarten selber zu konsumieren, ist auch eine schöne ‚Resteverwertung‘.

Rettichblätter-Pesto

Das Rezept von Katharina habe ich etwas abgewandelt, in etwa habe ich die folgenden Zutaten und Mengen benutzt:

  • etwa 200g Rettichblätter (nicht gewogen und schwer zu schätzen, die Menge oben in der Schale war’s.
  • 2 Handvoll rotes Basilikum
  • 1 Handvoll Oregano, ich benutzte unseren wilden
  • etwa 150g Mandel fein gerieben
  • 2 EL Kombucha-Essig
  • 4 TL Salz
  • Olivenöl bis die Konsistenz stimmt, etwa 250ml

Die Herstellung erfolgte wie üblich: Mandeln in der Küchenmaschine fein reiben, Blätter grob zerkleinern, dann nach und nach mit hineingeben, immer wieder Olivenöl zugeben damit durch die passende Konsistenz die Maschine gut arbeiten kann. Salz, Essig zugeben, alles sehr gut vermischen, in sehr saubere, trockene Gläser füllen, verdichten, sodass keine Luftblasen im Glas bleiben und mit einer Schicht Olivenöl versiegeln.

Das Pesto schmeckt sehr, sehr gut und kam auch bei unserer Familienfeier prima an. Ich mag Pestos von Sellerie über Bärlauch bis Basilikum, aber dieses ist besonders fein, weil das Basilikum zwar schon spürbar dominant ist, aber nicht so extrem überhand nimmt, sondern durch den etwas neutraleren Geschmack der Rettichblätter abgemildert wird.

Vermutlich werde ich es mir zur Gewohnheit machen, immer schnell ein Rettichblätter- oder Radieschenblätter-Pesto herzustellen, wenn das entsprechende Gemüse gerade verarbeitet wird.

Resteküche Rezeptsammlung

20 Gedanken zu „Rettichblätter-Pesto

  1. ichkoche- Jacktels Rohkost

    Hi Oli, das kenne ich, ist feine Sache. Verwende generell alle sonstigen blätter der Rüben, Rote Bete, Kohlrabi, usw. Dein Vorhaben ist wirklich gut, verwende alles, die Mutter Natur hat so gerichtet das wir auch das essen können. Ist sehr gesund und schmeckt es auch. LG Jacob

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Danke und ja, das stimmt. Gestern habe ich Broccoli geerntet und wurde sehr nachdenklich dabei. So viele (verhältnismässig) kleine Röschen und sooooo viel Laub. Es wäre doch Wahnsinn, dieses nicht zu verwenden! immerhin ging es bei uns in die Kaninchen und wurde wieder zu gutem Dünger, aber es direkt zum menschlichen verzehr zu verwenden spart nochmal Wege und Arbeit und wahrscheinlich sind viele Bestandteile der Pflanzen, die wir nicht essen, sogar gesünder als das, was wir essen. 🙂
      LG Oli

      Antwort
      1. ichkoche- Jacktels Rohkost

        Das was wir immer geworfen haben , sind unglaubliche Geschmackslieferanten. Wenn dein e Brokkoli-blätter nicht allzu gespritzt wurden, gebe sie beim Kochen mit rein. Du wirst staunen um wie viel mehr Geschmack du rein bringst , mit Röschen verglichen. LG Jacob

      2. Landidylle Autor

        Wir spritzen gar nicht und können alles in bester Bio-Qualität geniessen. Bei Kohlweißlingsbefall sammeln wir von Hand und würden sonst im Notfall, wenn die Viecher überhand nehmen, ein pflanzliches Produkt wählen mit kurzer Wartezeit, welches für den Biolandbau zugelassen ist.
        Also gibt es demnächst schöne Minestrone mit Broccoliblättern oder so. 🙂
        Die rote und gelbe Bete müssen auch vereinzelt werden, da wäre dann noch Stielmus drin, Kohlrabiblätter habe ich schon früher immer mal unter die sommerlichen Gemüsepfannen gemischt.

      3. ichkoche- Jacktels Rohkost

        Wie ich schon immer wieder erwähnt habe, ich kenne die Arbeit die dahinter steckt, beneide dich dennoch für die Qualität deiner Lebensmittel. Das ist für mich Luxus. LG Jacob

      4. Landidylle Autor

        Das ist Luxus ja. Vor allem weil es bei uns ja konsequenterweise mit einem bestimmten Lebensstil einhergeht. Und bei der ganzen Mühe und Arbeit (und Zeit, die man nicht für Geld arbeiten geht) sind die Lebensmittel so wert-voll im wahrsten Sinne, da wird man etwas ehrfürchtig wenn man drüber nachdenkt. Aber dennoch, tauschen möchten wir nicht. Ich glaube, ich schreibe da demnächst mal einen Beitrag zu.
        LG Oli

  2. Genussspecht.net

    Liebe Oli,

    schön, dass dir das Pesto schmeckt! 🙂 Das geht sicher auch noch gut mit Parmesan oder anderem Hartkäse. Hab ich auch mal bei Estragon-Wildkräuter-Pesto so gemacht.
    Ich gestehe ja, ich habe es zwar „Radieschenblätter-Pesto“ genannt, aber eigentlich ist es eine Mischung aus Radieschen- und Rettichblättern. Wir haben gerne die kugeligen lila Rettiche, die man auch schon ernten kann, wenn sie noch so klein sind wie Radieschen. Aus Platzgründen lasse ich nicht alle zu tennisballgroßen Kugeln werden. Daher verwende ich das ein bisschen synonym…

    Liebe Grüße
    Katharina

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Es schmeckt wirklich richtig gut, ist jetzt schon ernsthaft eines meiner liebsten. Die lila Rettiche hören sich sehr interessant an, für sowas bin ich ja zu haben. Das ist wohl mein Ersatz für Kleinmädchen-Glitzer-Gedöns. Kannst du mir den Namen der Sorte sagen bitte? 🙂
      Liebe Grüße, Oli

      Antwort
      1. Genussspecht.net

        Bin grad völlig irritiert.
        Ich war mir 100%ig sicher, dass die Sorte „Hilds Blauer Herbst und Winter“ heißt, aber wenn man das googelt, dann lachen einen nur längliche blaue Radis an. Ich hab schon ewig keine Samen mehr gekauft, sondern nehme immer nur welche von den freiwillig ausgewachsenen Pflanzen.
        Meine Pflanzen sehen jedenfalls genau so aus (der botanische Name ist derselbe wie „Hilds“… versteh ich nicht):
        http://www.agroatlas.ru/en/content/cultural/Raphanus_sativus_K/

        Herzliche Grüße
        K.

      2. Landidylle Autor

        Hm, vielleicht hat er sich verkreuzt? Die Farben sieht auf jeden Fall toll aus und für einen lange haltbaren Lagerrettich sieht die Schale schön zart aus. Guck mal, auf der Suche nach runden Exemplaren von dem Hilds habe ich bei Deaflora noch andere lustige Sorten gefunden: http://www.deaflora.de/Shop/Radieschen—Rettich/

        Ich bin zwar kein riesiger Deaflora-Fan, aber die Sorten sind schon immer speziell die sie hat.

        LG, Oli

      3. Genussspecht.net

        Ja, das könnte wirklich sein. Aber bei Deaflora sind die Hilds-Rüben ja auch ein bisschen kugeliger.
        Von der Größe ist er so wie der Rettich Winter Red Lobo, ganz unten auf der Seite.

        Aber mal ehrlich… dieser Rettich Red Meat ist schon verdammt klitschig – und toll!!! Ich will das!!!

        Die French Breakfast liebe ich. Die sind immer die ersten, die man essen kann, weil sie so fix sind. Und bei Deaflora lese ich gerade bei den French Breakfast (in der Shop-Beschreibung der Samen?!): „Übrigens: auch die Blätter schmecken ganz fantastisch als Radieschenblätterpesto mit einer einmaligen, sattgrünen Farbe.
        Dafür eine Tasse Öl, eine Hand voll Radieschenblätter, 3 Blätter Scharfer Gelblauch und eine Hand voll Walnüsse in den Mixer geben und pürieren, salzen je nach Geschmack. Schmeckt wunderbar auf den Frühstücksei.“

        Also gut, dann probier ich das eben mal aufs Ei. 🙂

        Liebe Grüße

      4. Landidylle Autor

        Haha, das ist ja witzig. ich habe eben beim Gartenrundgang schon fieberhaft überlegt, wie ich es rechtfertigen kann von allen Sorten, die ich gerne hätte was zu kaufen aber immer nur einige auszusäen. Platz für alles wäre ja nicht da und ewig hält sich das Saatgut auch nicht. Selber vermehren wird auch schwierig wenn man soviele Sorten hat. Das wäre an sich wieder ein Fall für ein Gemeinschaftsprojekt. Aber in der Praxis ist das ja leider meist … schwierig. Also weiterhin jedes Jahr eine neue Sorte pro Art maximal testen und freuen. 🙂
        Red Meat ist der Hammer und Green Luobo sieht auch witzig aus, French Breakfast werde ich mir jetzt mal genauer ansehen.
        Liebe Grüße

  3. Doris

    Dieses Pesto könnte ich von einer Brunnenkresse ähnlichen Sorte machen .Die Blätter schmecken Rettichartig . Aber dieses Jahr geht das nicht mehr.
    Ich habe das Rezept gespeichert.

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Das interessiert mich dann nächstes Jahr, wie das wird. Und erinnert mich gerade daran, dass ich (echte) Brunnenkresse auch mal anbauen wollte. Ich habe die bewusst nur auf Gran Canaria auf dem Markt gesehen und damals konnte ich auch noch irgendeinen leckeren Eintopf damit machen. Ähhh Gedächtnisschwund.

      Antwort
  4. Anna

    Ich hab auch noch nie Rettich ausprobiert, mein Rezept für Pesto mit Radieschenblättern ist allerdings recht ähnlich und super lecker! Statt Mandeln verwende ich allerdings Macadamias, da ich Mandeln in meinem Mixer einfach nicht klein bekomme. Wie geht das bei euch nur?
    Auf jeden Fall muss ich nächstes Jahr mal Rettich in meinem Garten anpflanzen, mal sehen wie der im Pesto ankommt! 🙂
    LG Anna

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Hört sich lecker an Anna. Allerdings ist Macadamia auch die Luxusvariante, ich liebe die Dinger, gönne sie mir aber meist nur einmal im Jahr geröstet.
      Mein Stabmixer ist/war so einer, unter den man auch Messer stecken konnte, das ging ganz gut. Zumindest solange, bis ich damit irgendwas deutlich festeres als Mandeln schreddern wollte … nun suche ich mir eine uralte Moulinette, die haben Kraft und halten 100 Jahre. Damals hat man noch eine geplante Obsoleszenz mit eingebaut.
      LG Oli

      Antwort
      1. baumfrau

        Ich „schwör“ ja auch auf meine alte Moulinette.
        Soll ich für Dich gucken? Ich würde dann, wenn ich beim An- und Verkauf in Reinbek vorbei komme – da habe ich meine auch her – auch für Dich gucken. Kosten aber auch dort zwischen 15 – 20 €.
        Sag‘ einfach Bescheid.

        Liebe Grüße
        Regina

      2. Oli@Landidylle Autor

        Sehr, sehr gerne. 15-20€ ist ein guter Preis für ein Arbeitspferd denke ich. Wir meinen aber die gleiche oder? Dieses Turmförmige Ding wo die Schale mit Loch reingesetzt wird, dann Deckel drauf und von oben stoßweise drücken?
        Vorzugsweise orange und man musste immer balancieren, damit der Inhalt nicht durchs Loch der Schale in den Antrieb rieselte? 🙂
        Und man fragte sich ständig, warum das Konstrukt eigentlich so groß ist, wo die Schale doch so klein ist?
        Die!
        Heute kann ich mir denken, dass ein zuverlässiger Motor etwas mehr Platz braucht als der Schund, der nach spätestens 24 Monaten und 24 Stunden geplant abraucht.

        Liebe Grüße und ein schönes Wochenende für dich! Oli

  5. widerstandistzweckmaessig

    Hallo Oli!

    Leider essen wir weder Radieschen noch Rettich, denn ich vertrage das Gemüse leider nicht. Aber trotzdem gefällt mir Deine Idee mit dem Restepesto sehr gut!

    Danke, dass Du das Rezept zu meiner Linkparty Resteküche geschickt hast!

    lg
    Maria

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Hallo Maria,
      schade, da entgeht dir wirklich etwas. Die Blätter sind viel bekömmlicher als die Wurzeln der Rettiche – aber wer hat schon die Blätter zu Wurzeln, die er nicht isst? 🙂
      LG Oli

      Antwort

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