Kohlweißling mal wieder

kohlweissling1

Ja, ich weiß: es ist nicht sonderlich schlau, Kohl ohne Kulturschutznetz anzubauen.
Ja, ich weiß: Hochbeete eignen sich vorzüglich zum Befestigen von Netzen, Folien, Zeugs.
Ja, ich weiß: eine Forenbekannte hatte mir schon vor Monaten solides Gestänge empfohlen.

Und nun haben wir den Salat, die großen und auch kleinen Kohlweißlinge haben mal wieder eines unserer Gemüsebeete als Aufzuchtstation für ihre Brut ausgewählt. Dieses Jahr kredenzen wir Grünkohl ‚Ostfriesische Palme‘ und Sibirischen Kohl ‚Russischer Roter‘, sollte der Platz zu eng werden, können die kleinen Raupen notfalls auf die Steckrübe ‚Wilhelmsburger‘ zurückgreifen.

gruenkohl sibirischer_kohl

Das wirklich dumme an Kohlweißlingsraupen ist neben der Tatsache, dass sie irrsinnig schnell, beeindruckend viel Blattmasse vernichten und die restliche Kohlpflanze daraufhin streng schmeckt auch, dass all‘ das wieder raus muss. Unfassbar, wie so kleine Wesen so riesige Haufen scheißen können.

kohlweisslingskacke

Nachdem die bessere Hälfte neulich schon einmal den unschönen Job übernommen hat, Raupen vom Kohl abzulesen, habe ich mir diese Aufgabe heute vorgenommen. Wieso bloß habe ich schon wieder vergessen, verdrängt und prokrastiniert und keine Netze gespannt? Rechtzeitig. Weil Kulturschutznetze hässlich sind und wenig nach Landidylle aussehen? Hmm, aha. Ästhetik ist ein wichtiger Punkt in meinem Leben, ja. Aber wirklich gefallen wollen mir in dieser Hinsicht die vollgekackten und angefressenen Blätter auch nicht.

kohlweissling2 kohlweissling3

Es gab hier auf dem Blog schon einmal einen Beitrag über Kohlweißlinge, der recht umfangreich war und natürlich auch dem Daten- und Backup-Verlust zum Opfer gefallen ist. Dort wurden mir von netten Lesern natürlich zusammengebraute Tinkturen empfohlen, die ich jetzt gerne testen würde. Leider kann ich mich nicht entsinnen, was, wieviel und wann. Ebenfalls erwähnt wurde, dass anscheinend kein klar denkendes Tier diese Raupen frisst. Zu dumm, das wäre doch mal eine Abwechslung  für die Spatzen, anstatt immer nur Entenfutter zu stehlen – oder für die Amsel, anstatt meine Beeren zu klauen, meinethalben sollen auch der Reiher und die Krähen sich was einfallen lassen, Nacktschnecken, Ameisen … wo seid ihr, wenn man euch braucht?
Aber nein, natürlich ist das nur Wunschdenken, ebenso wie die Quecke-fressenden-Nacktschnecken-die-sich-sodann-selbst-zum-Entengehege-begeben.
Apropos: ich will ja nichts unversucht lassen und alles selber testen, also habe ich die Raupen doch mal den Enten zum Fraß vorgeworfen. Einer pickte vorschnell und bereute es wohl gleich. Die anderen äugten und brauchten anscheinend nichtmal genauere Witterung aufzunehmen um zu dem Schluss zu kommen: nein, die Raupe ess‘ ich nicht.

kohlweissling_nein

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