Mittsommer-Spaziergang in der Steinzeit

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Heute ist Sommersonnenwende und dieses Jahr fällt sie zusammen mit dem Vollmond. An sich eine magische Sache, Beleuchtung fast rund um die Uhr – wären da nicht die wasserspeienden Wolkenungetüme, die schon jetzt den Himmel verdunkeln und vorn vornherein ein Sonnenwendfeuer nahezu unmöglich machen.
Heute vormittag allerdings war hier schönes Wetter, die Sonne schien, es war warm durch den stetigen Wind aber angenehm und die Nachwüchsige und ich nutzten die Gelegenheit für einen Spaziergang entlang des Wanderweges am Steinzeitpark Albersdorf.

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Das Licht war prächtig und schien durch die kleinen Baumkronen der halboffenen Weidelandschaft, die mächtigen Kronen der Baumriesen im Wald, auf verwunschene und farnbewachsene Lichtungen und auch die Tiere waren willens und bereit, sich an diesem besonderen Tag in Pose zu werfen. Vermutlich speichern sie die Sonnenstrahlen für dunklere Zeiten …
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Wohliges Reiben und Scheuern an den Bäumen, entspanntes Grasen, erstauntes Glotzen von diesem Teddy, das Kuscheln der Konik-Pferde – alles schien heute noch etwas langsamer und bedächtiger abzulaufen.
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Madame Hängehorn beobachte ich schon seit Monaten, anscheinend schränkt die Deformation sie nicht weiter ein.
Allein, was dieser Aufkleber mir sagen will überlege ich schon seit langem. Ist das eine Zustandsbeschreibung oder ein Halbsatz, dem noch etwas folgen soll? Fragen zu denen es offenbar keine plausiblen Antworten geben soll.
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Lässt man die halboffene Weidelandschaft, eine uralte Kulturlandschaft, hinter sich, geht es entlang eines alten Hohlweges durch ein Stück Wald mit Resten von Forst, der aber nicht sehr gesund aussieht. Ein Verlust wird es nicht sein, die Plätze von kränkelnden Fichtenmonokulturen werden von Buchen, Eichen und Birken eingenommen.
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Einen Sonnenwendstrauß haben wir zwar nicht gepfückt, aber immerhin ein paar Farnwedel gepresst. Farne gehören zum Mittsommer und hier gedeihen sie besonders prächtig.
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Zwergenwohnungen konnten wir auch ausmachen.
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landschaft natur-kultur urzeitdings zaungewächs

Da eine Sonnenwende unter der Woche für ein Fest eher ungünstig ist und das Wetter ohnehin ungeniert einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte, feiern wir am Wochenende ein wenig. Geplant ist ein kleines Lagerfeuer mit Stockbrot, Rehkeule und wildem Gekokel.

Für Hobbygärtner und Selbstversorger haben die alten, Jahreszeitlichen Feste vermutlich eine grössere Be-deut-ung als für andere Menschen. Wenn ich daran denke, dass die Tage nun wieder kürzer werden, und in unseren Breiten vieles vom Ernten, Verarbeiten und Einlagern eine Vorbereitung auf die dunkle, kalte Jahreszeit ist, wird mir etwas schwer um’s Herz.

Hoffen wir auf einen tollen Sommer, eine reiche Ernte, laue Nächte (mit Windlichtern erhellt) und darauf, dass die Zeit nicht mehr so rennt, dass wir bewusst die Veränderungen und die Jahreszeiten geniessen und Freude an allen vieren haben!

Nur der Wechsel ist wohltätig. Unaufhörliches Tageslicht ermüdet.
Wilhelm von Humboldt

4 Gedanken zu „Mittsommer-Spaziergang in der Steinzeit

  1. Doris

    Solche Besuche in die Vergangenheit mache ich auch gerne .Ich frage mich immer was unsere Vorfahren von uns heutigen denken würden .

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Die würden sich totlachen über unsere Unbeholfenheit, ärgern, dass wir Trampeltiere sind und alles zerstören obwohl wir es so gut haben könnten und sich fragen, was die ganze Hetze und die Arbeit nur um der Arbeit willen eigentlich für einen LEBENSzweck hat. Vermute ich! 😉

      Antwort
    1. Landidylle Autor

      Ja, da kann man wirklich abtauchen in eine andere Welt, andere Zeit. Es ist sehr einsam und idyllisch. Leider jagen hier seit ein paar Tagen Tornados im Tiefflug und Armeehubschrauber im Ultratiefflug lang – das stört die Idylle natürlich beträchtlich, da ist man von jetzt auf gleich aus der heilen Welt in die kaputte katapultiert. :/

      Antwort

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