Schlagwort-Archive: Schleswig-Holstein

Willkommen Juno, willkommen Sonnenwende

Die wahrscheinlich schönste Zeit des Jahres ist da denn derzeit spielt sich ein Großteil des Lebens draussen ab. Die Temperaturen hier bei uns im echten Norden sind beständig hoch wie seit Jahren nicht mehr und es gibt wenige Gründe, das Haus aufzusuchen.
Auch Touristen aus ganz Deutschland wissen die schleswig-holsteinische Lebensart, die Meere, das Klima und die vom blühenden Raps gelben Landschaften offenbar noch mehr als sonst zu schätzen. Dazu trägt vermutlich auch die bis dato bombenarme Stimmung hier oben bei. Wo hat man das noch?

Der Juni bringt uns lange, lange helle Tage und kurze Nächte, für viele Eltern tägliche Erklärungen, warum es trotzdem schon nachts und damit irgendwann einmal Zeit zum Schlafen ist und er bringt uns die Sommersonnenwende. Dieses hohe Fest erinnert uns wieder einmal daran, dass wir jeden schönen Moment auskosten sollten denn das Rad der Zeit dreht sich schneller und schneller, die Tage werden wieder kürzer und ich bedaure es sagen zu müssen, aber gefühlt schon bald wird die derzeit überbordende Natur vom Werden ins Vergehen übergehen und die dunkle Jahreszeit Einzug halten. Noch nie raste der Jahreslauf so schnell und selten überstürzten sich internationale und andere Ereignisse so sehr, dass viele schon abgestumpft resignieren und auf medialen Einfluß und Informationen verzichten. Weiterlesen

Willkommen Dezember

Nebelwald im November

Tja, Dezember. Wir wünschen ihn uns ruhig und friedlich, besinnlich und erholsam für Körper und Seele aber solange ich mich zurückerinnern kann, gab es im Dezember noch immer kleinere oder größere Katastrophen. Erwarten wir vielleicht einfach nicht zuviel von diesem besonderen Monat in diesem besonderen Jahr. 2016 war und ist für viele Menschen eine echte Herausforderung, verschiedene Zustände erscheinen unerträglich und ich persönlich kam seit Jahren nicht mehr so oft in die Situation sagen zu müssen: „Das ist ja kafkaesk!“
In diesem unseren Kulturkreis ist es ein guter Monat, um demütig zu sein und Raum für Rückblicke zu schaffen. Vielleicht dankbar zu sein für die wirklich wichtigen Dinge und darauf aufbauend dann immer wieder nach vorne zu schauen und mit guten, eigenen Plänen weiterzumachen. Oder endlich zu starten? Weiterlesen

Waldspaziergang mit Pilzernte, Knochenfunden & Happy end

Ausnahmsweise ein Stück Laubwald

Ausnahmsweise ein Stück Laubwald, ringsherum ist Fichtenforst.

Es ist bekannt, dass wir Jäger und Sammler sind, in vielen Lebenslagen und seit langer Zeit. Das Sammeln von Pilzen gehörte zumindest für mich bislang allerdings nicht zum Repertoire. Leider.
Der Gatte sammelte früher schon fleissig Pilze, testete die Verträglichkeit notfalls am eigenen Vater, angelte und er jagt. Da ich in Punkto Lebensmittelsicherheit eine Bundesbedenkenträgerin bin (was ich normalerweise verachte), gibt es einige Einschränkungen bei dem, was ich für die Familie zum Verzehr freigebe. Während abgelaufene Lebensmittel, alte Schlachttiere und uralter Käse natürlich mit Augenmaß verwendet werden, verarbeite ich kein Obst & Gemüse aus dem Pestizidbad, keine auf einer Treibjagd oder in anderweitigem Stress erlegten Tiere und eben auch keine Wildpilze, über die ich mich nicht selber ein wenig schlau gemacht habe oder die aus absolut vertrauenswürdiger Quelle stammen. Weiterlesen

Morgenidylle im Altweibersommer

Spinnweben überall auf der WieseMeine liebste Jahreszeit hat begonnen. Der Spätsommer und die schönen Herbsttage finde ich so herrlich, dass mir wirklich das Herz aufgeht. Natürlich sind diese Tage auch besonders anstrengend, weil jetzt wirkliche Ernteberge verarbeitet werden müssen, ich stand schon über 12 Stunden in der Küche. Umso wichtiger, die Augen für die Schönheit der Natur offen zu halten und kleine Momente zu geniessen.
Diese Fotos sind morgens auf der Rückfahrt vom Kindergarten entstanden. Wie herrlich, das Kind über Wirtschaftswege und Landstrassen zwischen Wäldern und Feldern zum Kindergarten bringen zu können, anstatt 3 Stationen zwischen Menschenmassen mit der U-Bahn. Wir sind gesegnet. Weiterlesen

Ein Vormittag im Watt

Lahnung
Manchmal ist es notwendig, im größten Trubel stehen zu blieben. Entweder um sich einen Überblick zu verschaffen oder um dem Hirn eine Ruhepause zu gönnen. In der Natur können wir auf unser wirkliches Maß zurückschrumpfen; dass wir vergänglich sind ist uns nur allzu schmerzlich bewusst dieser Tage. Dass die Welt sich weiter dreht, die Gezeiten kommen und gehen wie immer, aus den Elementen Pflanzen, dann Tiere, dann wieder Nährstoffe werden und sich im großen Kreislauf unendlich weiter wandeln werden, begreife ich am besten, wenn ich abseits von Menschen in der Natur bin. Früher habe ich stundenlange Spaziergänge durch die Wälder rings um das Haus gemacht. Hier und heute bietet es sich natürlich eher an, an das Meer zu fahren. Vielleicht gefällt dem einen oder anderen ein kleiner virtueller Ausflug an die Nordsee, die ruhige Weite klärt üblicherweise den Geist. Ein Blick auf den Gezeitenkalender und los geht es. Weiterlesen

Mittsommer-Spaziergang in der Steinzeit

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Heute ist Sommersonnenwende und dieses Jahr fällt sie zusammen mit dem Vollmond. An sich eine magische Sache, Beleuchtung fast rund um die Uhr – wären da nicht die wasserspeienden Wolkenungetüme, die schon jetzt den Himmel verdunkeln und vorn vornherein ein Sonnenwendfeuer nahezu unmöglich machen.
Heute vormittag allerdings war hier schönes Wetter, die Sonne schien, es war warm durch den stetigen Wind aber angenehm und die Nachwüchsige und ich nutzten die Gelegenheit für einen Spaziergang entlang des Wanderweges am Steinzeitpark Albersdorf. Weiterlesen

Einen neuen Weg ausprobieren. Und Holunderplantagen finden.

Holunderweg

Vor einigen Tag probierte der Herr des Hauses einen neuen Weg aus; Dutzende Male war er rechts abgebogen und hatte den Weg links nicht bewusst wahrgenommen. Oft fuhr er dort zum Angeln, manchmal benutzte er den Weg als Schleichweg, auch ich bog gerne mal rechts ab, besah mir die Störche, die auf den Wiesen Frösche fangen, bog rechts ab und starrte auf’s Wasser und oder hing meinen Gedanken nach. Neulich nun also war es Zeit, die linke Seite wahrzunehmen, die wir beide so gar nicht auf der Rechnung hatten. Und siehe da: er fand verschlungene Pfade, wahre Holunderplantagen, Dickichte in Auwäldern und den Weg sehr viel weiter runter eine kleine Ferienhaussiedlung direkt am Kanal. Wenn wir hier vom Kanal reden, meinen wir natürlich den Nord-Ostsee-Kanal, „die meistbefahrene künstliche Wasserstraße für Seeschiffe weltweit“.

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Pasta mit Bärlauch und roter Spitzpaprika

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Wir lieben Bärlauch. Egal ob zu Pasta, im Frischkäse auf frisch gebackenem Brot oder im Kräuterquark zu einer Kartoffel. Das Zeug ist einfach wahnsinnig lecker und wahrscheinlich macht auch der psychologische Faktor etwas aus; was rar ist und auch heute noch nicht über das ganze Jahr im Überfluss verfügbar, muss verzehrt werden solange es geht.
In diesem Sinne habe ich im Februar argwöhnisch meine Bärlauchbestände im Garten betrachtet. Mein Bärlauch war definitiv viel früher dran als irgendwo im Umkreis, aber ich wollte     an sich noch keine grössere ernte vornehmen, damit die Pflanzen sich erstmal noch weiter ausbreiten können, denn Schleswig-Holstein ist Bärlauch-Wüste. Lieget vielleicht auch daran, dass wir hier keine wirklichen Wälder haben, in jedem Fall sollte man, wen man Bärlauch frisch ernten möchte, selber welchen anbauen oder die wenigen ‚wilden‘ Stellen kennen.

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Strassen, Felder, landidyllische Gärten – alles unter Wasser

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Nachdem es den ganzen Winter über irrsinnig viel geregnet hat und ich Mitte Dezember schon einmal berichtete, dass wir ‚Land unter‘ haben, hat sich die Situation nun – 2 Monate später -nochmals verschlimmert. Glücklicherweise habe ich beim Kauf des Hauses unter anderem darauf geachtet, dass es auf einem Hügel steht. in der Tat sind wir hier 20 m ü.N.N. (wobei diese Ausdrucksweise anscheinend veraltet und damit falsch ist). Das mag für den einen oder anderen lustig klingen, ist es aber nicht.  Zusätzlich hat man die Häuser hier früher auf Hügel gesetzt und nicht unterkellert – und siehe da: die uralten Hütten stehen noch und gehören zu unserem Kulturgut. Man darf ehrlich gespannt sein, welche Bauwerke aus unserer Zeit überdauern. Weiterlesen

Zu Besuch in der Steinzeit – AÖZA

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Wer einmal mitten durch Schleswig-Holstein fährt oder ausgehend von seinem Urlaub an der Küste einen Tagesausflug in die Umgebung plant, dem würde ich gerne einen Besuch im Archäologisch-Ökologisches Zentrum Albersdorf empfehlen. Eingebettet in der schönen Landschaft zwischen den hier überall erhaltenen Großsteingräbern und Grabhügeln ist auf etwa 40 Hektar eine Kulturlandschaft aus der Zeit um 3.000 v. Chr. rekonstruiert worden. Im Steinzeitdorf haben Experimentalarchäologen zusammen mit Handwerksmeistern verschiedene Gebäudetypen rekonstruiert und ringsherum befindet sich eine halboffene Weidelandschaft mit urtümlichen Rinder- und Pferderassen, durch die Spazierwege führen. Sonntags ist Aktionstag und Besucher können steinzeitliche Fähigkeiten wie Flintsteinschlagen, Bogenschießen oder Feuermachen erlernen sowie Schmuck aus Holz, Muscheln, Leder und Steinen herstellen, töpfern, malen und korbflechten. Das Programm für 2016 steht und ist hier einzusehen. Weiterlesen