Falafel, Bete-Carpaccio, Pita, Tzaziki & Tahini Sauce

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Ein würziges, abwechslungsreiches, leichtes und dabei doch gut sättigendes Mahl (überwiegend) aus dem mittleren Osten. Es bedarf relativ viel Vorbereitungszeit wie ich finde. Je nach Jahreszeit geniesse ich es, stunden- und tagelange Vorbereitungen für ein Mahl zu tätigen – wobei letzteres seit dem Beginn der Sanierung und vor allem seit der wuselige Nachwuchs da ist selten geworden ist. Auch im Sommer und Herbst ist dafür kaum Zeit, täglich müsste eimerweise Gemüse aus dem Garten geerntet und verarbeitet werden. Die Vorbereitung dieser Speisen kostet wie gesagt auch etwas Zeit aber sie lässt sich recht flexibel strecken.

Das Rezept für die Falafel (und Tahini-Sauce) habe ich von Sawsan Abu Farha aka ‚Chef in disguise‘ übernommen. Sie veröffentlicht authentische Rezepte aus dem mittleren Osten und unterlegt diese mit wirklich tollen Fotos. Da sie aus Palestina kommt, in Jordanien aufgewachsen ist und in den Arabischen Emiraten lebt, zeigt sie eine breite Palette von orientalischen Gerichten. Wer sie noch nicht kennt, dem sei die Webseite dringend empfohlen, ich vermute, dass einige meiner (der mir durch ihre Vorlieben bekannten) Leser sich direkt festlesen werden. Das Rezept für die Tahini-Sauce stammt auch von dort. Ich freue mich, euch diese Webseite endlich einmal vorstellen zu können, es ist eine von denen, wo ich regelmässig und gerne lese.

Das Falafel-Rezept ist sicher authentisch und bewährt, ich habe es aber nicht vertragen. Die rohen Kichererbsen und Saubohnen werden nur über Nacht eingeweicht, dann geschreddert und als fertige Bällchen 5-7 Minuten frittiert. Nach allem was ich gelernt  und recherchiert habe ist Stand der Dinge der Forschung und Lehre, dass die Garzeit viel, viel zu kurz ist, um den Phasin-Gehalt soweit zu senken, dass das Lebensmittel ungiftig ist.
Gut, gewarnt habe ich nun, entscheiden muss jeder selber. Sicher haben Millionen Menschen diese Art der Zubereitung prima vertragen – ich nicht. Kichererbsen sind und bleiben roh giftig, ausser dem Einweichen über Nacht und mehrmaligem Wasserwechsel wird eine Kochzeit (nicht Garzeit) von mindestens 60 Minuten vorgeschlagen
Eine Phasin-Vergiftung ist alles andere als harmlos, das möchte ich potentiellen Augendrehern noch mit auf den Weg geben. Trotzdem zeige ich dieses Gericht hier nach überstandener Krankheit und nutze die Gelegenheit, um darauf hinzuweisen. 

Tahini-Sauce aus 1 Teil Tahini, 2 Teilen Joghurt und etwas Zitrone und Knoblauch

Tahini-Sauce aus 1 Teil Tahini, 2 Teilen Joghurt und etwas Zitrone und Knoblauch


Auch das Pita-Rezept stammt von Sawsan und man merkt sofort, dass die Chefin in Schleiern nicht sofort jedes Rezept raushaut, welches sie mal gekocht oder gebacken hat, sondern die Rezepte erprobt sind. Alleine das Truobleshooting am Ende des Pita-Rezepts ist gold wert.


Das Carpaccio ist kein echtes Carpaccio, denn ich habe die gelbe Bete in Scheiben leicht angebraten, um das bereits erwähnte Kratzen im Hals, welches ich von roher gelber Bete bekomme, zu umgehen. Die Scheiben werden angerichtet und mit zerbröseltem, reifen Ziegenkäse von der Rolle garniert. Schmeckt vorzüglich!
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Das Rezept für Tahini ist natürlich einerseits super aromatisch und wert, es selber zu machen, andererseits füllt es kaum einen eigenen Beitrag, denn es ist so einfach, dass es schon fast beschämt, das zeug im Laden zu kaufen.
Man nehme je nach Vorliebe ungeschälten oder geschälten hellen Sesam und röste ihn ebenfalls bis zum bevorzugten Aroma trocken in der Pfanne. Ich nahm ungeschälten Sesam.
Die angerösteten Körner verströmen einen tollen Duft, wenn sie fertig sind, lässt man sie abkühlen, bevor sie ohne Zusätze in einem Mixer püriert werden. Sie geben dabei nach und nach ausreichend Öl ab, sodass eine Paste entsteht. Wer unbedingt möchte, kann aber natürlich noch einen extra Schuss Sesamöl (oder ein anderes helles, nicht zu aromatisches Öl) hinzufügen.

Tahini selbst gemacht Tahini selber hergestellt


Die Herstellung von Tzaziki oder Cacık ist wohl Glaubenssache und jeder fügt weitere Ingredienzen nach Geschmack hinzu. Ich nehme Quark weil ich ihn eigentlich immer im Hause habe. Auf 500g Quark raspel‘ ich eine Salatgurke oder mehrere Einlegegurken hinein, füge 1 kleinen Teelöffel Salz hinzu und etwas Olivenöl. Dazu kommen 3-4 gepresste (ja, in dem Fall benutze ich eine Knoblauchpresse) Knoblauchzehen. Das ganze wird gut vermischt und darf optimalerweise über Nacht durchziehen. Dabei zieht es soviel Flüssigkeit, dass die Zugabe von Milch oder Joghurt nicht notwendig ist – aber jeder wie er mag. Optional kann man Pfeffer, Dill, Petersilie oder sogar Minze hinzufügen. Mir gefällt es pur auch sehr gut.

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Alles in allem war es sehr, sehr lecker aber ich bin froh, dass der Herr des Hauses zu müde zum essen war und der Nachwuchs abends ohnehin meistens nur noch im Essen herumpickt. Vielleicht hätten sie es besser vertragen, vielleicht auch nicht.

Ohne Pita

 

 

3 Gedanken zu „Falafel, Bete-Carpaccio, Pita, Tzaziki & Tahini Sauce

    1. Oli@Landidylle Autor

      Thanks for visiting Sawsan, that really is an honor! And I have to thank you for sharing your great recipes and letting us all enjoy the wonderful & colorful photos. I am especially excited to try your ‚Halawet el jebn‘ when I find the time – and your article about the trip to the city of Masdar is truly inspiring!

      Antwort
  1. Doris

    Oh, ich habe bei Sawsan kurz reingesehen, sieht auch alles lecker aus. Englisch kann ich allerdings nicht.
    Kichererbsen mag ich gerne als Eintopf, natürlich eingeweicht.

    Antwort

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