Danke, lieber Giersch – oder: Nach dem Winter ist vor dem Winter…


Seit Anfang April nährt mich der Giersch von meinem Extra Gierschbeet (darüber haben schon einige den Kopf geschüttelt…) auf vielfältige Art und Weise: Als Pesto (die jungen Gierschblätter), als Gierschgemüse, in Pfannkuchen und im Smoothie.

Danke, lieber Giersch, für die gute Nahrung!

Jetzt ist es höchste Zeit, den Mineralstoff- und Vitaminbooster Giersch, der bei vielen Inhaltsstoffen wie Vitamin C und Vitamin A, Magnesium, Calcium und Eisen grünes Kulturgemüse um ein vielfaches übertrifft, für die Winterzeit einzulagern.

In den Vorjahren habe ich den Giersch einfach in mein Dörrgerät gelegt – jetzt trockne ich vor und im Dörrgerät nur noch 3-4 Stunden rascheltrocken, damit es sich besser lagern lässt.

Zum Vortrocknen fasse ich so 10-12 Stiele mit einem Gummiring zusammen und hänge sie mit Wäscheklammern an eine Wäscheleine im Dachboden.

Wenn das Laub nach 3-4 Tagen „rascheltrocken“ ist, schneide ich es mit der Schere klein, zerkleinere es noch einmal in meiner uralten aber sehr brauchbaren Moulinette und trockne es dann noch ein paar Stunden im Dörrgerät nach. So braucht es weniger Platz im Dörrgerät und weniger Zeit und damit Strom zum Trocknen.

Abgefüllt in Twist-off Gläser wird es jetzt bis zum Winter dunkel und trocken gelagert. Im Winter streue ich vor dem Essen immer ca. 1 Teelöffel über Eintöpfe und Suppen, bevor ich sie esse. Das Kraut wird nicht mit gekocht, sondern nur über das Essen gestreut, damit es seine Vitamine behält. Der Geschmack von Giersch erinnert ein wenig an Petersilie, hält den Geschmack aber besser als getrocknete Petersilie.

Rezepte (für 4 Menschen)

Gierschpesto

1 EL Sonnenblumenkerne
1 EL Kürbiskerne
beides kurz in der Pfanne rösten und abkühlen lassen

2 Handvoll kleingehackte frische und junge Gierschblätter (die großen Stiele unten abmachen)
2 Knoblauchzehen
2 EL Käse (z.B. Bergkäse)

alles mit etwas Salz und Pfeffer und mit einem guten Öl pürieren.

Schmeckt gut zu Spaghetti, Kartoffeln oder einfach aufs Brot

Kräuterpfannkuchen

Pfannkuchenteig bereiten (200 gr. Mehl, 4 Eier, Mineralwasser mit Kohlensäure mischen)

Knappe 2 Handvoll Wildkräuter (z.B. Giersch, Knoblauchsrauke, Goldnessel Gänsefingerkraut, Gundermann, Spitz- oder Breitwegerich) waschen und kleinschneiden.

Salz, Pfeffer mischen zu einem dünnflüssigen Teig und in Öl ausbraten

Nach Geschmack auch gefüllt mit Apfelmus, Tannenspitzensirup oder Kräuterquark und aufgerollt

Guten Appetit!

 

6 Gedanken zu „Danke, lieber Giersch – oder: Nach dem Winter ist vor dem Winter…

  1. Oli@Landidylle

    Ich habe ja früh im Jahr angefangen, den jungen Giersch zu dörren um ihn später als Gewürz zu nutzen aber dabei blieb es bislang auch. Ich finde ihn geschmacklich ja sehr abwechslungsreich: getrocknet ähnlich Bohnenkraut, frisch petersilig und das Pesto, welches ich mal kostete war auch sehr gut.
    Interessanterweise habe ich noch nie Giersch-Spinat gemacht, das will ich nun bald mal nachholen. Derzeit blühen hier die ersten Gierschpflanzen, aber angeblich kann man ihn ja das ganze Jahr ernten und bei Spinatgemüse bin ich da auch wenig zimperlich (habe ja sogar im großen Stil erfolgreich 1,50m hohe Gartenmelde als Spinat verarbeitet) – also gehe ich gleich auf’s ganze.
    Bin schon gespannt.
    Und was die Inhaltsstoffe von Wildpflanzen im Vergleich zu Kulturpflanzen angeht stelle ich fest, dass immer mehr Menschen drauf kommen, wie heilsam und inhaltsstark wilde Pflanzen sind. Das freut mich sehr.

    Liebe Grüße, Oli

    Antwort
  2. dagehtwas

    Brrr, ich mag den Gierschgeschmack ja nicht so gerne. Aber so drüber getreut wie Petersilie, das kann ich mir wiederum vorstellen! Mmh, dieses Jahr ist das Gierschernten bei uns durch. Er blüht schon, und überall sind die Schnecken drüber. Aber nächstes Jahr!
    Vielen Dank für die guten Tipps!
    P.S.: Wundert mich nicht, dass schon viele über dein Gierschbeet den Kopf geschüttelt haben ;-). Bei uns wuchert der auch überall unter´m Gebüsch… jetzt hätt ich fast geschrieben „wie Unkraut“ – hihi!

    Antwort
  3. baumfrau Autor

    Moin,
    wenn Du den Gierschgeschmack nicht so magst: Die Pesto aus den jungen Blättern (gerade entfaltet sozusagen) schmeckt super – und nicht „nach Giersch“. Ich habe meinen Arbeitskollegen mal eine Auswahl Pesto kredenzt, aber nicht gesagt, was drin ist. Absoluter Sieger war die Gierschpesto!
    Und „wuchert“ – das übersetze ich mit „ist sehr vital“ – Kulturgemüse muss man oft päppeln, Giersch kommt (fast) immer zuverlässig. Ich hatte ja richtig Mühe, ihn erfolgreich bei mir anzusiedeln – er kam erst im 3. Jahr gut. Aber dafür jetzt prächtig. Er ist das Blattgemüse, auf das ich mich im Frühjahr absolut verlassen kann -:))
    Liebe Grüße
    Regina (Baumfrau)

    Antwort
    1. baumfrau Autor

      @dagehtwas: Giersch kann man immer mal wieder völlig abschneiden, er wächst mit jungen, zarten und leckeren Blättern nach. Um ihn nicht zu sehr zu strapazieren, schneide ich ihn nur 2 x pro Jahr komplett ab.
      Kurz: Du in der ziemlich langen Saison (von April – November) fast immer frischen und jungen Giersch haben.
      Viel Erfolg!
      Regina

      Antwort
  4. Pingback: Wilder Spinat ’10 Köstlichkeiten‘ | Landidylle

  5. eifgental

    Eine Schwester im Geiste! Ich habe auch ein Gierschbeet (allerdings zugegebenermaßen in einem schattigen Eck, in dem sonst eh nicht so viel wächst) und wurde deshalb schon für bekloppt erklärt. Aber was soll ich mich über das Zeug ärgern, wenn man es so gut essen kann? Insbesondere mein Möhren-Giersch-Kuchen ist bei uns immer wieder ein Hit (sollte ich irgendwann auch mal dokumentieren…) und auch im Salat oder eben als Pesto macht sich die angebliche Gärtner-Geißel doch super. Viel Liebe von mir für diesen Beitrag!

    Antwort

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