Spargelcrèmesuppe fruchtig statt sauer

spargelcremesuppe

Bevor ich es wieder vergesse und der Vollständigkeit halber sei hier notiert, wie ich die pfingstliche Spargelcrèmesuppe gemacht habe und wie es dazu kam, dass wir doch noch Spargel vom Markt mitgenommen haben. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass grüner Bio-Spargel 24€ und weisser immer noch 15€ gekostet hat und wir stattdessen leckere Schwarzwurzeln zu 5€ gekauft haben. Der Höker schaltete sich in unser Gespräch ein, in dem wir über Vor- und Nachteile von Spargel und Schwarzwurzeln sowie die aktuellen Preise sprachen und merkte an, dass Schwarzwurzeln früher der Spargel des armen Mannes waren. Das ist altbekannt und ich erwiderte, dass das bei uns heute noch so sei. Daraufhin liess er uns den weissen Spargel für 10€ und wir nahmen ein Pfund mit.
Interessanterweise scheinen die Menschen hier oben in Schleswig-Holstein nicht so sehr gerne zu handeln wie beispielsweise in Hamburg. Ich kenne es aus Kindertagen noch so, dass man sich auf den Märkten gepfefferte und schlagfertige Bemerkungen an den Kopf warf, verschiedene Preisvorschläge machte, auch mal wütend die Faust schüttelte, Ansätze machte zu gehen und sich dann etwa in der Mitte einigte.
Beispiel:
„Was willst Du haben??? 15 Euro??? Bist du denn verrückt?“
„Ja nu, ich hab‘ Frau und Kinder!“
„Ach komm hör‘ auf. Du bist ein Halsabschneider!“
„Wegen Dir gehen die heute hungrig ins Bett!“

Vielleicht waren es auch andere Zeiten, heute wird man dort schon schräg angesehen, wenn man mit ‚Moin!‘ grüsst. Es gibt sogar Einheimische die denken, das hätte etwas mit Morgen und damit einem Morgengruß zu tun!

Diese Probleme gibt es hier oben glücklicherweise nicht, dafür wage ich es kaum zu handeln/feilschen. In diesem Fall war es ja auch nicht nötig und wir kamen trotzdem zu der wahrscheinlich einzigen Spargelcrèmesuppe des Jahres.

Zutaten für meine Spargelcrémesuppe:

  • 500g weisser Spargel
  • 3 EL Butter
  • 2 ELMehl
  • 1l Wasser
  • etwa 70ml Traubensaft, weiss ‚Chardonnay‘ z.B. von Voelkel oder einen anderen Saft
  • etwas Salz
  • evtl. 1-2 Handvoll Hackbällchen
  • 1 Eigelb
  • etwa 100ml Sahne

Ich habe den Spargel geschält und die Enden eingekürzt, beides in 1l Salzwasser 20 Minuten gekocht, dann abgeseiht. Den geputzten Spargel in mundgerechte Stücke geschnitten, die Schaftteile ins kochende, aromatisierte Wasser gegeben und 10 Minuten köcheln lassen, dann die Köpfe für etwa 10 Minuten dazu. Ich habe zusammen mit den Schaftstücken des Spargels vorbereitete, gefrorene Lammhackbällchen in den Sud gegeben, wer vegetarisch bleiben will, findet eine Alternative oder geniesst pur.

In der Zwischenzeit habe ich 2 EL Butter schmelzen lassen, 2 EL Mehl schwitzen lassen und mit etwa 70ml weissem Traubensaft ‚Chardonnay‘ abgelöscht.

Ungefähr gleichzeitig den gekochten Spargelvorsichtig aus dem Sud nehmen und mit dem Spargelsud aufgiessen, einmal aufkochen. Bei Bedarf salzen.

1 Eigelb mit etwa 100ml Sahne verrühren und zusammen mit 1EL Butter in die nicht mehr kochende Suppe rühren. Die Spargelstücke wieder hineingeben und bis zum Servieren auf Temperatur halten – nichtmehr kochen!

Dazu gab es ein frisches Baguette und einen Salat, der als roter Feldsalat verkauft wird, aber junger Romana ist mit Erdbeer-Balsamico.

Die fruchtige Note passt sehr gut zu der Suppe, der Traubensaft soll nicht dominieren sondern nur zu erahnen sein. Ein wenig Säure und Süße bringt er auch mit, sodass man auf Zitronensaft und Zucker verzichten kann, welche sonst ja gerne an Spargelcremesuppe gegeben werden.

roter-feldsalat-romana roter-feldsalat-romana2

13 Gedanken zu „Spargelcrèmesuppe fruchtig statt sauer

  1. ichkoche- Jacktels Rohkost

    Hi Oli, ich hoffe du bist mir nicht böse wenn ich ein bisschen konstruktive Kritik übe. Für den feinen Geschmack ist das Mehl tödlich. Lieber 2 Kartoffeln mit Schalotten in Butter kurz an schwitzen, mit Wein ablöschen und ein bisschen köcheln lassen. Dann pürieren und schon hast Du eine feine und samtige Konsistenz die den Spargel hervorhebt. LG Jacob

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Ich bin nicht böse Jacob, in vielen Bereichen bin ich von den klassischen Mehlschwitzen ja weg. Diese Suppe habe ich halt bis auf die fruchtige Note klassisch zubereitet, die Variante mit Kartoffeln gibt es hier auch irgendwo bei einer anderen Suppe. Sollten wir uns dieses Jahr nochmal weissen Spargel leisten, teste ich das damit dann auch.
      LG Oli

      Antwort
  2. Doris

    Sieht wieder lecker aus diese Suppe. Ich hatte heute auch Spargel aber vom Discounter .Nur einfach gekocht und nichts dabei . Ich bin schon satt. Gibt es bei euch keinen Bruchspargel ? Der ist doch gerade gut für Suppe und sehr viel billiger.
    An laute Marktschreier erinnere ich mich , das ist aber schon sehr lange her . Die Leute die am Markt wohnten haben sich über die Schreierei beschwert und da hörte das auf.

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Ich bin nur froh, dass ich sowas noch miterleben durfte, genau wie den echtem Hamburger Fischmarkt. Das war lebendiges Kulturgut. Bruchspargel in bio habe ich noch nicht gesehen hier auf dem Land. Leider.

      Antwort
      1. Doris

        Komisch, was jahrelang Tradition hat muß aufhören. Das weiß man doch vorher ,bevor man eine Wohnung am Markt nimmt. Laut war das schon , wurde auch viel gezankt . Manche haben die Ware vom Nachbarn schlechtgemacht.

      2. Landidylle Autor

        Ist so, wahrscheinlich würde mich das auf die Dauer auch foppen, aber das sollte man echt einplanen wenn man da hin zieht.

  3. Doris

    Gestern morgen so um sieben war ich auf dem Weg zum Probearbeiten ,dabei kam ich am Markt vorbei , ach die hatte so schön aussehenden grünen Spargel ,Preise standen noch nicht dabei. Kaufen konnte ich auch nicht weil ich nicht wußte wohin damit am Arbeitsplatz. Ganz schön hart .

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      🙂 Kann ich nachfühlen. Ich habe Andeutungen meines Mannes vernommen, dass hier bei uns in Kürze eine Lieferung grüner Spargel eintreffen soll. Er hat wohl sein Netzwerk aktiviert, wahrscheinlich nicht bio, aber zum sattessen. :9

      Antwort
  4. Doris

    Die Arbeit habe ich im Täschel :), dort muß ich dann mal fragen wohin mit den eigenen Lebensmittel wenn man morgens schon eingekauft hat . Nachmittags ist kein Markt .Es ist ein Altenheim ,Küchenarbeit . Die sind heikel im Umgang mit Lebensmitteln .

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Oh ja, da sind die Bestimmungen wahrscheinlich streng. Aber andererseits hat frisches Obst und Gemüse kein Seuchenpotential 😉 und wird deren Gemüse im Kühlraum schon nicht mit Vitaminen anstecken :))

      Antwort
  5. natuerlichjesus

    Wir hatten letztens auch den ersten Spargel des Jahres. 7 € / kg beim Bauern des Vertrauens. Es gibt dort verschiedene Preisklassen von 6€ (ganz dünn) bis 16€ (die perfekten dicken weißen Stangen).

    Leider war unser Spargel holzig 😦 Dabei hatte ich schon gut gekürzt

    Antwort

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