Blaubeer-Ketchup mit Leid

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Kurz vor Saisonende haben wir die Gelegenheit genutzt und waren nochmal im Blaubeerfeld. Knappe 4 Kilo Blaubeeren müsste ich geerntet haben während die Mücken meine Beine fast vollkommen ausgelutscht haben. Natürlich wimmelt es im trockengelegten Moor mit ebenso vielen Entwässerungsgräben wie Wegen nur so vor Mücken. Klar, dass ich sowas nicht bedenke und trotzdem mit kurzem Kleidchen und halb offenen Schühchen ernten gehe. Ernsthaft, das letzte Mal als ich so zerstochen war ist sicher über 20 Jahre her, es war in Südspanien und ich bin wie eine Furie in die nächste Apotheke gerannt und habe etwas von Moskitos gestammelt.
Es war mir nicht mehr bewusst, dass Juckreiz so zermürbend ist. Sämtliche nun folgende Blaubeerrezepte müssten als Entschädigung eigentlich perfekt werden, das Leiden soll sich ja lohnen.

Bei der angeblich grössten, besten und beliebtesten Rezeptseite des Universums habe ich ein Rezept für Blaubeer-Ketchup gefunden, was sich erstmal sehr interessant anhörte. Ich habe es ein bisschen abgewandelt, getestet und werde es sicher wieder kochen – nur wieder etwas anders. Ich denke wenn ich noch ein wenig an den Stellschrauben drehe könnte es perfekt für unseren Geschmack werden.

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So wie ich es gekocht habe, ist es immer noch etwas zu süß und zu wenig säuerlich, auch bei den Gewürzen würde ich gerne noch etwas verändern, bin mir aber noch nicht sicher was.

Das waren meine Zutaten:

  • 600g Blaubeeren
  • 100g Rohrohrzucker
  • 1 TL Paprikapulver
  • 1 TL Zimt gemahlen
  • 1/2 TL Salz
  • 1/2 TL weißen, frisch gemahlenen Pfeffer
  • 1/2 TL Chili, frisch gemahlen
  • 5 Zweige Thymian
  • 1 guten Schuss Blaubeer-Balsamico

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Die Zutaten kommen zusammen in einen Topf, werden vermischt und vorsichtig erhitzt bis die Masse köchelt. Gibt man, wie beim Originalrezept, keinen Essig oder eine andere Flüssigkeit hinzu, kann es sein, dass der Zucker karamellisiert bevor die Blaubeeren Wasser abgeben!
Also vorsichtig unter rühren aufkochen und dann bei ganz kleiner Flamme und offenem Deckel 20-30 Minuten einkochen lassen, bis die Konsistenz gefällt.
Will man den Ketchup gleich verwenden, kann man ihn in eine Schale giessen, soll er haltbar sein und eingelagert werden, gibt man ihn sofort in ein sterilisiertes Glas.

Der Blaubeer-Ketchup schmeckt sicherlich gut zu Wild oder auch kurz gebratenem Rind.

9 Gedanken zu „Blaubeer-Ketchup mit Leid

  1. Alex

    Jetzt weiß ich, was du mit Ketchup meinst, nämlich das Gleiche, das ich zu verschiedenen Fleischsorten serviere, etwas zwischen Chutney und würziger fruchtverstärkter Adobo.
    Das liebe ich auch sehr!
    LG Alex

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Im Prinzip ja, genau. Ich finde, die genaue Differenzierung da manchmal schwierig zumal die Übergänge auch fliessend sein können.
      Ketchups mache ich nicht so sauer und nicht so würzig wie Chutneys, sie sind irgendwie eingängiger.

      Auf Pflaumen bin ich gekommen, weil ich in einem Landgasthaus mit toller Wildküche einmal Pflaumen in Balsamico als Beilage hatte und die waren traumhaft. Speziell. Irgendwie anders. Ich habe es nie so hinbekommen, versuche es aber weiter. In jedem Fall ist die Kombination klasse und ich denke mir, wenn man die Säure abschwächt und es weiter eindickt, also irgendwo gefälliger, universaler macht (so wie Ketchup ja irgendwie ist), müsste das ziemlich klasse sein.

      LG Oli

      Antwort
      1. Alex

        Meine Beobachtung ist (auch meine Versuche), daß alle Früchte und Beeren, die dunkel/blau/lila sind, sich für Wild und rotes Fleisch eignen (auch Tauben usw.).
        Die Basis als Sauce ist ein Rinderfond/Wildfond, dann kommt Frucht, Gewürz, Essig, andere Würzmittel. Dann wird eingekocht.
        Für mich ist die zweite Schwierigkeit, wenn ich sehr stark reduziere, weil dann die Konsistenz stimmt, aber alles zu süß wird (auch ohne Zuckerbeigabe). Es muß also immer wieder abgeschmeckt und korrigiert werden. Apropos: Bei uns sind die wilden Brombeerhecken voll und ich hab Zeit – das gibt vielleicht auch einen guten „Ketchup“ 🙂
        LG Alex

      2. Oli@Landidylle Autor

        Jaa! Sehr gute Idee, die solltest du umsetzen. Und ich habe jetzt richtig Lust, Wildschwein mit Pflaumensauce zu testen. Bei Pflaumen wird es eh leicht süß (aber zu Schwein passt das ja vielleicht), bei Brombeeren und europäischen Blaubeeren könnte es gehen.
        Ich muss morgen unbedingt in die Truhe gucken, was da an Wildschwein, notfalls Reh vorhanden ist. 🙂
        Jetzt bin ich angefixt. Die Geschichte würde wahrscheinlich auch als Burgersauce gut passen, wenn man dann allerdings noch in Balsamico karamellisierte Zwiebeln dazu gibt, wird es wirklich zu süß. Hm. Na, ich bin gespannt!
        LG Oli

      3. Alex

        Manche trendigen amerikanischen Burgertempel gleichen das aus, indem sie eine Scheibe Ziegenkäse mit drauflegen und anschmelzen 🙂
        Bei den drei Früchten, die du genannt hast empfinde ich die Blaubeere als schwierigste, weil sie die meiste Unterstützung durch Säure braucht (und vielleicht auch durch andere Geschmacksträger). Ansonsten: Hab keine Angst vor Pflaumen und Schwein, die Chinesen machen das schon seit 5000 Jahren! 🙂
        LG Alex

      4. Oli@Landidylle Autor

        Ziegenkäse ist IMMER eine gute Idee.
        Die wilden Blaubeeren, die ich in den letzten Jahren gekostet habe waren roh ziemlich sauer, aber wahrscheinlich bekommen die bei uns auch weniger Sonne als bei dir da unten. Gekocht als Sauce/Ketchup werden sie dann schnell, zu süß, ja.
        Ich halte mich mal an die Pflaumen und teste, die Brombeeren sind bei uns jetzt allerdings auch soweit, so schöne hatten wir noch nie und sicher hat die Blaubeerplantage auch auf. Ach, was man nicht alles machen und kochen könnte!
        LG Oli

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