Das Kaninchengehege

hasenhaus10Heute war der wahrscheinlich schönste Tag im Leben der langohrigen Unkrautvernichter und Düngerlieferanten. Endlich haben wir das neue Kaninchengehege samt Hasenhaus fertiggestellt und die beiden Zippen konnten umziehen. Die Arbeit war wieder eine gelungene Kooperation: ich habe geplant und stupide Handlangerarbeiten wie Volierendraht zuschneiden, anbringen und viel zu schwere Steine schleppen übernommen, während die bessere Hälfte sich mal wieder beim Bau des Stalls übertroffen hat.

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Die Damen haben nun ein Appartement mit 2 Schlafzimmern, 1 Kinderzimmer und einem großzügigen Eingangsflur zur Verfügung. Das ganze besteht aus unbehandelter Lärche, die besonders schön aussieht, wenn sie grau verwittert ist. Die Bretter sind überlappend angebracht wie bei unserem Haus, dem Schuppen und dem Hühnerstall, abgerundet wird das Bild durch eine Scheunen-Schiebetür. Auf der einen Giebelseite gibt es ein mit Volierendraht gegen Marder gesichertes Fenster und das ganze Haus steht sozusagen auf Stelzen und nicht direkt auf dem Erdboden – die Unterkonstruktion besteht nämlich aus Gehwegplatten und einer Euro-Palette.

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Die Zimmeraufteilung kann angepasst werden, falls sie sich nicht bewährt, da die Wände in Führungsschienen eingesteckt sind und jederzeit einfach mit einem Handgriff demontiert werden können. Ich gehe allerdings nicht davon aus, dass es bei der Nutzung des Hasenhauses bei der derzeitigen Besetzung Probleme geben wird. Sollten wir eine oder beide Zippen decken lassen, würde der Bock ohnehin nur ausgeliehen werden beziehungsweise unsere Damen einen Hausbesuch beim Bock machen. Dem Nachwuchs stünde dann die kleine Bucht als Rückzugsort zur Verfügung. Durch den kleinen Eingang sollten die ausgewachsenen Zippen nicht passen.

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Erstaunlicherweise waren die beiden Kaninchen ziemlich mutig beim Erkunden des neuen Stalls und vor allem des Auslaufs, während die gepunktete nach dem Umsetzen kurzfristig Schnappatmung bekam und sich erstmal 5 Minuten akklimatisieren musste, machte sich die zerfledderte schwarze direkt auf den Weg das Hasenhaus zu erkunden.
Bei der Inbesitznahme des Auslaufs wurden dann fairerweise die Rollen getauscht, schwarz blieb bestimmt 1 Stunde im Stall, lugte aber durchaus interessiert hinaus, während gepunktet nach dem unfreiwilligen Raussetzen zielstrebig den Freilauf untersuchte.

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Ich hoffe, dass die beiden sich draußen im Freigehege eine Toilette einrichten, also eine Ecke, die ausschließlich für das Abliefern der Düngekügelchen benutzt wird. Sicherlich ist es förderlich, wenn ich ihnen behilflich bin und etwas Kot aus dem alten Stall dort ablege.
Sollten die beiden ihre Hinterlassenschaften im Auslauf verteilen, bekomme ich vermutlich ein echtes Problem beim Einsammeln des begehrten Düngers. Abgesehen davon habe ich wenig Lust, die Kügelchen mit dem Rechen aus dem Rasen zu harken. Übel wäre auch die Variante, dass sie in ihre Schlafgemächer machen. Aber warten wir es ab, an sich kenne ich Karnickel als relativ saubere Tiere – wenn sie die Gelegenheit dazu haben.

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Einfacher wird in jedem Fall die Versorgung der Tiere. Schon heute war ich begeistert von der Möglichkeit, meinen Eimer voll Hasenfutter aus dem Nutzgarten einfach über den Zaun zuzuwerfen. Und die Karnickel haben sicherlich auch mehr Spaß dabei, ein paar Schritte von den Tomaten zur Salatgurke, oder quer rüber zu den Birnen und mal eben ab mittenmang die Äste von den Spieren zu hopsen. Am alten Standort habe ich bei der Futtersuche für die Kaninchen fast meinen ganzen Giersch-Bestand gerodet. An sich nicht so schlau, den können wir auch selber essen!
Am neuen Standort wächst praktischerweise eine viele Meter lange und trotz des jungen Alters schon über 3 Meter hohe Ligusterhecke, die dringend geschnitten werden muss. Anstatt den Strauchschnitt und Heckenschnitt durch einen lärmenden Häcksler zu jagen, kann ich ihn nun peu a peu ins Freigehege werfen und die Kaninchen daraus erstklassigen Dünger herstellen lassen. Weiter unten, am Teich, breitet sich ein Bestand der ‚Sibirischen Fiederspiere‚ (Spiraea sorbifolia) auch als ‚Ebereschenblättrige Fiederspiere‘ bekannt, aus, den ich dringend roden will.
Die Pflanze gehört zur Familie der Rosaceae und ist für Kaninchen genießbar, erste Tests haben ergeben, dass sie sogar gerne gegessen werden. Also werden die Tiere mich auch im Dunstkreis ihres Freilaufs dazu anhalten, Stückchen für Stückchen anfallende Arbeiten zu beiderseitigem Nutzen zu erledigen. Sehr praktisch.
Hoffen wir mal, dass die Tiere sich gut eingewöhnen und den Winter gut überstehen. Bewegung genug sollten sie sich verschaffen können, um sich warm zu halten und das Haus ist sicherlich nicht kälter oder zugiger als ein Buchtenstall. Im Gegenteil.

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