Ein wenig mehr Farbe für’s Frühstücksei

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Am 3 Januar fand in Kellinghusen die grösste Geflügelschau Schleswig-Holsteins statt und da wollten wir doch gerne mal nachsehen, welche Hühnerrassen uns noch gefallen könnten, was der Entenmarkt so hergibt, ob es auch mal Gänse zur Ausstellung verschlägt, ob uns jemand reinen Gewissens robuste Puten empfehlen kann und einen Grund finden, warum wir keine Zeit haben, am Windfang weiter zu arbeiten. Ich hatte gelegentlich mit dem Gedanken gespielt, mir einige Araucaner-Hühner zuzulegen; einmal wegen der türkisfarbenen Eier, dann weil sie irgendwie ja sehr speziell und urtümlich sind und dann könnte ich mir vorstellen, dass sie aufgrund der riesigen Füsse und des ruhigen Gemüts prädestiniert sind, um im Selbstversorgergarten in einem Chicken Tractor Gartenarbeit abzuleisten in Form von Unkrautvernichtung und Bodenbearbeitung bei gleichzeitiger Teil-Selbstversorgung mit Futter.

Wie so oft half der Zufall. Als wir die Ausstellungshalle betraten waren die meisten Züchter schon dabei, hektisch ihre Schützlinge zu verladen und in den heimatlichen Stall zu bringen. Der erste Stand, auf den wir zusteuerten hatte Araucaner zu verkaufen. Anscheinend recht dringend. 2 legereife weisse Hennen hätte ich haben können oder einen kleinen Zuchtstamm von dem die ersten beiden Hennen in etwa 8 Wochen anfangen sollen zu legen. 8 Wochen sind schnell vergangen, ich habe rechtzeitig zu Ostern bunte Eier und so entschied ich mich für die Variante mit vielen Gartenhelfern.

Erwartungsgemäss waren unsere bunten Legehybriden und die Vorwerker nicht sehr begeistert von der Idee, Stall und Futter nun teilen zu müssen bis der Hühnertraktor fertig ist. Die 2 kleinen Araucaner-Hennen sind in eine Legebox eingezogen und rennen nur gelegentlich ins Freigehege von wo sie dann nicht wieder in den Stall gelassen werden weil Frau Königsbergerin und Frau Sperberin die Türsteher machen und böse gucken. Die große, bunte Henne schlägt alle mit Gelassenheit, sitzt meistens milde äugend auf der obersten Sitzstange und lässt sich nicht foppen während die große schwarze Henne und der Hahn selbstbewusst durch die Menge schreiten und sich so dem ’social dissing‘ entziehen.

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So unterschiedlich die Araucaner im Verhalten sind, so unterschiedlich ist auch ihr Aussehen:

Erbsenkamm, Bart und rosa Haxen – türkisfarbene Beine und leichte Bommeln – komplett schwarz mit Explosionsfrisur und auch eine schicke Haubenfrisur sind vertreten. In Deutschland sind meiner Kenntnis nach alle möglichen Farbschläge erlaubt und die anderen Merkmale sollen gerne vertreten sein, sind es aber wohl seltenst alle zusammen an einem Tier.

Wikipedia schreibt:

Mehrere Eigenschaften unterscheiden diese Rasse von anderen Hühnerrassen. Sie haben eine vergleichsweise aufrechte Körperhaltung und an der Stelle, wo sich am Kopf des Huhnes normalerweise die Ohrlappen befinden, haben Araucanas eine walzenähnliche Hautfalte, auf der Federn wachsen. Diese sogenannten Bommeln sind eines der charakteristischsten Merkmale der Art.

Araucanahühner können einen Backen- und Kehlbart haben. Im reinrassigen Zustand haben sie einen Erbsenkamm. Bommel und Tuffs, eine unter Haushühnern einzigartige Kopfbefiederung an Hautwarzen vor den Ohren, sind möglich. Die Eierfarben sind Blau bis Türkis. Einige Schläge legen auch rosafarbene Eier, was der Rasse in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten den Spitznamen Easter Egg Layer (dt. Ostereierleger) eingebracht hat UND Im reinrassigen Zustand sind sie schwanzlos, d.h. ihnen fehlen nicht nur die Schwanzfedern, sondern auch Schwanzwirbel, sowie die Bürzeldrüse.

Der Zuchtverein der Araucana schreibt:

Im „National Geographie Magazin“ von 1927 sind zwei Araucana-Hennen und ein -Hahn in schwanzloser Form und mit Bommeln (Hautwarze unterm Ohr mit Federbesatz) abgebildet als erste visuelle Dokumentation. Nach dieser Vorgabe züchtet man in Deutschland die Araucana-Hühner. Die Züchter sehen ihre Aufgabe in der Erhaltungszucht dieser Rasse.

Ich habe also anscheinend keine reinrassigen Tiere gekauft, denn einen Schwanz haben sie alle. Schade. Trotzdem sind es witzige Tiere, ich bin gespannt,wie sie sich im Hühnertraktor im Arbeitseinsatz bewähren. Gefunden wurde die Rasse übrigens bei den Mapuche-Indianern in Chile wo sie seit Jahrhunderten halbwild gelebt haben. In die neue Welt gebracht haben sie allerdings nicht die Europäer sondern sehr viel früher Polynesier, das haben DNS-Vergleiche ergeben. Interessante Tiere oder?

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6 Gedanken zu „Ein wenig mehr Farbe für’s Frühstücksei

      1. Wili

        😀
        eignen die sich für die Balkonhaltung in der Stadt? Ich habe zwar auch einen Schrebergarten, aber da darf ich sie glaube ich nicht halten. Doch man weiß ja nie, was sich im Leben noch o ergeben wird… 😉

      2. Landidylle Autor

        Hm, auf dem Balkon kannst Du auf jeden Fall Wachteln halten.
        Solange man keinen Hahn hat, sind die Hühner ja auch leise, man muss halt nur 2x am Tag nach denen sehen. Aber vielleicht ergibt sich ja tatsächlich noch etwas anderes. 🙂

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