Hot Dogs mit Bratwurst, Schmorzwiebeln und süssem Hausmachersenf in Roggen-Buns

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Die rustikale Variante des allseits beliebten Fast Food mit rot gefärbten Würstchen, totem Mehl und mit allerlei ‚Es‘ stabilisierten Gurken und Röstzwiebeln.
Das Originalrezept, welches ich für unsere Zwecke abgewandelt habe, findet sich in dem hier schon einmal erwähnten ‚Winterkochbuch‘ von Jane Lawson.

Für kurz entschlossene ist dieses Rezept nichts, es handelt sich hierbei nämlich durchaus nicht um fast food, sondern die Vorbereitung braucht seine Zeit, namentlich der süsse Hausmachersenf. Diesen habe ich bereits vor einigen Wochen angefertigt, sodass er ordentlich Zeit zum Durchziehen hatte.

Zutaten für den süssen Senf (mindestens 1 Woche im Voraus anzufertigen) & Zubereitung:

  • 6 EL gelbe Senfsamen
  • 60 ml Apfelessig
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 EL geriebene Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen, zerdrückt
  • 1/2 TL gemahlenen Piment
  • 3/4 TL gemahlenen Zimt
  • Cayennepfeffer nach Geschmack
  • 2 EL brauner Zucker
  • 1 1/2 TL Meersalz

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Die Senfsamen werden zunächst über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht. Es empfiehlt sich, ordentlich Wasser in das Glas zu geben, denn die Samen quellen stark auf. Am nächsten Tag werden die Samen abgespült und gut abgetropft, dann im Mörser zerstossen, um das Aroma besser freizusetzen. Man wird schwerlich alle Samen erwischen, das ist auch nicht notwendig. Die Senfsamen werden dann mit dem Lorbeerblatt, Apfelessig, Zwiebel, Knoblauch und Gewürzen zusammen mit 375 ml Wasser einmal aufgekocht. Danach bei kleiner Hitze unter stetigem Rühren für25 Minuten köcheln lassen. Wenn die Masse eingedickt ist, Zucker und Salz hinzufügen und weiterhin rühren, bis der Zucker sich aufgelöst hat.

Den heißen Senf in ein sterilisiertes Schraubglas füllen, sofort verschliessen und nach dem Abkühlen im Kühlschrank aufbewahren. Wie bereits erwähnt soll der Senf mindestens 1 Woche Zeit zum Durchziehen haben, er hält sich aber insgesamt mindestens 2 Monate.


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Hat man den süssen Senf ausreichend lange vergessen, ziehen lassen und im Kühlschrank von einem Ort an den anderen geschoben, ist es Zeit sich über die restlichen Zutaten für die rustikalen Hot Dogs Gedanken zu machen. Ich denke, dass grobe, gut gewürzte Bratwurst vom Schwein hier am besten passt. Ich benutzte eine hierzulande so genannte Bauernbratwurst.

Nachdem ich mir von vornherein sicher war, dass die im Rezept empfohlenen weissen Hot Dog-Buns hier fehl am Platze wären, habe ich mein bewährtes Rezept abgewandelt und eine rustikale Variante entworfen. Auch den restlichen Weg des Originalrezeptes habe ich verlassen und in meinem eigenen Stil weitergemacht.

Zutaten für die Roggen-Buns und Zubereitung:

  • 300 g Roggen-Vollkornmehl
  • 100 g Weizen-Vollkornmehl
  • 1 Packung Trockenhefe
  • 1/2 TL Salz
  • 1/2 TL Zucker
  • 250 ml warme Milch
  • etwa 50g Butter
  • bisschen Milch mehr zum Bestreichen

Die Milch erwärmen und Zucker und Hefe darin auflösen. Das Mehl mit dem Salz in eine Rührschüssel geben, die Milchmischung langsam unter Rühren zugeben, wenn sich ein fester Teig gebildet hat, die warme Butter zugeben und gut durchkneten.

Den Teig im warmen Ofen 60 Minuten gehen lassen. Dann nochmals durchkneten und zu 5-6 Buns/Brötchen formen. Diese sollen schon die Länge der verwendeten Wurst haben. Die Brötchen dürfen nun abgedeckt nochmal 15 Minuten gehen und kommen danach für etwa 20 Minuten bei 170° in den Ofen. Zuvor mit Milch bestreichen!

Ich habe die Vollkorn-Buns kurz abkühlen lassen und dann noch recht heiß weiterverarbeitet. Ein Vorteil des schweren Vollkornteiges ist, dass er lange die Wärme hält und man so nicht gezwungen ist, in lauwarme Hot Dogs zu beissen oder sie zum Schaden der anderen Zutaten im Ofen warmhalten muss.


 

Weiterhin brauchen wir für meine Variante der rustikalen Hot Dogs noch würzige Joghurtcrème und geschmorte Zwiebelringe. Die Joghurtcrème kann man sich im verlinkten Beitrag ansehen, die Zwiebelringe (ich habe für 5 Buns 3 große Zwiebeln benutzt) habe ich bei mittlerer Hitze angebraten, dann bei kleiner Flamme weitergeschmort, wieder höher gedreht und die Würstchen angebraten, als diese Farbe genommen haben, wieder reduziert und die Zwiebeln mit den Würsten schön durchziehen lassen. (An dieser Stelle sieht das Originalrezept die Zugabe von Weizenbier vor, welches dann verkochen soll) Ich fand, die Zwiebelringe müssen für diesen Verwendungszweck schon braun sein.

Nun ist endlich, nach wochenlanger, mühseliger und schweißtreibender Vorbereitung der große Moment gekommen und die Hot Dogs können zusammengesetzt werden. Ich habe eine Seite des Roggen-Buns mit Joghurtcrème dick bestrichen und die andere mit Senf. Diese Vollkorn-Roggen-Buns können einiges an Gewürz und Inhalt ab, ich empfehle nicht zu zimperlich beim Belegen zu sein – unfallfrei essen kann man solche Gerichte meiner Meinung nach ohnehin nicht.

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Auf die Joghurtcréme werden nun Zwiebelringe getürmt und darauf die Wurst drapiert. Wer die Buns zuklappen kann, ohne dass es herausläuft, hat etwas falsch gemacht. 😉

Guten Appetit. Uns hat es wirklich gut geschmeckt. Man könnte fast sagen; die Mühe hat sich gelohnt. Allerdings ist es ja sowohl Kompliment an den Koch, als auch eine kleine Schande, wenn zeitraubend zubereitete Gerichte – und seien es auch nur banale Hot Dogs – in minutenschnelle verschlungen werden.

19 Gedanken zu „Hot Dogs mit Bratwurst, Schmorzwiebeln und süssem Hausmachersenf in Roggen-Buns

  1. Doris

    Der Hot Dog sieht äußerts lecker aus .
    Ich beneide dich darum , solche aufwändige Mahlzeiten machen zu wollen und auch durchzuziehen .

    Antwort
  2. Landidylle Autor

    Danke, die waren auch wirklich gut. Das Kochen ist hier ebenso Hobby und Lebenseinstellung wie das Erzeugen der Zutaten und das Essen. Was natürlich dazu führt, dass ich oftmals etwas Zeitnot habe – zumal wir ein ‚anspruchsvolles‘ Kind haben. Aber manchmal gibt es ja auch Selbstversorger-Fast food wie Birnen, Bohnen & Speck. Alles eingemachte bzw. haltbare Sachen, die nur zusammen gekippt werden müssen.;)
    Ich denke,ich sollte mal eine Serie über SV-Fast Food machen. „Wie man eingemachte Zutaten zu vollwertigen und schmackhaften Mahlzeiten macht“ oder so.

    Antwort
    1. Doris

      Oh , ja, das wäre gut .
      Ich habe zwar keinen Garten , aber Birnen kann ich in einem Park sammeln . Diese Birnen schmecker sehr gut , das sind diese kleinen , nicht größer als Pflaumen . Ich koche auch gekauftes Zeug ein , manches wird gut , manches nicht .

      Antwort
      1. Landidylle Autor

        OK,ich nehme das in Angriff.:)
        Gekauftes Zeug, sofern es konventionell angebaut ist, wird leichter schlecht. Bei Bio-Zeugs sollte es keinen Unterschied machen. Der Kunstdünger reagiert wohl seltsam.
        Die Birnen hören sich interessant an; sind das Holzbirnen bzw. Wildbirnen? Habe ich hier noch nie gesehen.

  3. Doris

    Das ist ein uralter großer Birnenbaum . Wir hatten früher an dem Haus in dem ich aufgewachsen bin auch so einen mit vermutlich der gleichen Birnensorte . Zum raufklettern zu hoch .
    Der Park ist vermutlich teilweise ein Garten gewesen , mit alten Birnbäumen und Eßkastanienbäumen . Neu sind noch weitere Obstbäume hinzu gekommen . Kornelkirschen , wilde Mirabellen , Apfelbäume , kann sein das da auch ein Wildbirnbaum steht . Diese Birnen sind noch kleiner und ganz hart . Ich verpasse immer den Reifezeitpunkt . Würde mich interessieren .. Der Park ist teilweise verwildert weil kein Geld zur Pflege ist .

    Antwort
      1. Doris

        Ich bin sehr viel zu Fuß bei uns unterwegs . Wenn mir ein unbebanntes Gewächs auffällt, fotografiere ich meistens und Zuhause schau ich in meine Bücher . Im Wald sind auch ein paar Kastanienbäume , die Früchte sind kleiner .Manchmal versuche ich mich als Gärtner und verteile was ich gesammelt habe .. Bei den Kastanien klapps nicht .
        Als ich in Greetsiel war fiel mir auf das alles etwas später kommt , so etwa 2 Wochen .. Ich weiß nicht was das ausmacht . Im Mai war Rauhreif auf den Dächern .

  4. Doris

    Ich habe jede Menge getrocknete Pilze , vorwiegend Steinpilze , Damit weiß ich nicht so richtig was anzufangen . Letztens habe ich Klöße mit Steinpilzpulver gemacht , War ganz gut , es blieben aber einige Klöße über .
    Bei mir habe ich Schwierigkeiten weil es ja heißt das man Pilze nicht aufwärmen soll . Tja , dann steh ich da mit meinen zuviel gekochtem Zeug .
    Einmal hatte ich Schweinerouladen mit Steinpilzen gefüllt gemacht , Abends habe ich eine davon kalt gegessen , man, gings mir da schlecht 😦 . Trau mich gar nicht nochmal sowas zu machen , obwohl es damals wohl an der Galle lag , die ist ja jetzt raus 😉 .

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Na, Steinpilze sind ein Traum. Ja gut, vorsichtig bin ich mit Pilzen auch, aber an sich sagt man ja heutzutage, dass man Pilzgerichte schon aufwärmen darf, solange man sie schnell heruntergekühlt hat vorher.
      Aus getrockneten Steinpilzen machen wir relativ oft SV-Fast food. Spaghetti kochen, Speck und Zwiebeln anbraten, aufgeweichte Steinpilze dazu, Sahne, fertig. Steinpilzrisotto wäre auch noch was.

      Antwort
      1. Doris

        Irgendwas muß ich mir einfallen lassen , leider mag ich weder Nudeln noch Reis gerne . Einmal habe ich Steinpilzsouffle gemacht , das war sehr gut .

  5. Alex

    Sieht super aus! Und das mit der Schande kenn ich-ist oft so, dass ich mehrere Stunden koche, um in 10 Minuten gegessen zu haben. Nur schön, dass ich wirklich gerne in der Kueche stehe 🙂

    Antwort
  6. Doris

    Was die Pilze betrifft da oben im Norden , weiß ja nicht wo du wohnst , aber im Damloser Wald gibt es Steinpilze und Totentrompeten .

    Oder in anderen Wäldern in der Nähe .

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Ist schon ein Stückchen bis da. Angeblich soll es hier in der Nähe auch ein Waldstück geben, wo die wachsen. Wir müssen uns zur Saison echt mal die Zeit nehmen, dort zu gucken.

      Antwort
  7. Doris

    Bis vor ein paar Jahren habe ich überhaupt nicht gewußt das Steinpilze hier um die Ecke wachsen . Dabei knips ich schon seit vielen,vielen Jahre Pilze . Irgendwie muß man die Augen schulen .
    Die Umgebung ansehen , ist der Boden eher feucht , welche Bäume ? Hier schaue ich nach unberührten Boden im Wald unter Buchen . Hat keinen Zweck wo die Erde aufgewühlt ist . Möglichst wenig Unterholz , darin sieht man Pilze nicht . Moos ist auch gut .
    Meine ersten Steinpilze fand ich im Urlaub im Spessart und die habe ich verschenkt weil ich dort nicht kochen konnte .

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Pilzkunde ist sowieso ein Feld, mit dem ich mich irgendwann näher beschäftigen will. Deine Tipps klingen gut!
      Eine ähnliche Stelle haben wir ganz in der Nähe von dem Ort wo die Steinpilze wachsen sollen. Dort konnte man jahrelang gute Pilze sammeln, vorletztes Jahr war da fast nichts zu finden und letztes Jahr haben wir es nicht geschafft, hinzufahren weil am Hof zuviel zu tun war. Ich denke dieses Jahr nehmen wir uns die Zeit mal wieder!

      Antwort
  8. Doris

    Die ersten Steinpilze kann man im Juli finden . Im Spessart war ich immer Anfang Juli . Hat allerdings keinen Zweck wenn es wochenlang nicht regnet .
    Man kann viel aus You Tube Filmen lernen worauf man achten soll . Außerdem kann man gut darin die Umgebung sehen und abschätzen lernen .
    Manchmal suche ich gezielt , so Pilze im Schwarzwald , oder Pilze im Spessart . Da sind oft Zeitungsartikel mit Abbildungen .
    Mußt du den Wald in der Nähe mal eingeben mit Pilzfrage .
    Gestern habe ich Fotos sortiert : https://www.flickr.com/photos/brenhexe/albums/72157603892232509

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Wunderschöne Fotos Doris, die mit den Morcheln und Maronen mit diesen witzigen Moosen im Hintergrund finde ich besonders toll.
      Danke auch für den Youtube-Tipp, so habe ich rausgefunden,dass es zumindest Maronenröhrlinge dort geben soll. Der Waldabschnitt ist dort aber auch klein, ich muss es nochmals mit anderen Stücken probieren und erstmal überlegen, wie die Wälder heissen oder die Ortschaften dort.

      Antwort

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