VEL: Kubanische Frijoles Negros

frijoles-negros

Nach dem Erscheinen und Diskutieren des Artikels ‚The hungry Gap‘ finde ich es noch spannender als zuvor, nach abwechslungsreichen und leckeren Gerichten Ausschau zu halten, die aus eingelagerten Zutaten gekocht werden können. Natürlich bleiben wir der Hausmannskost bzw. dem Arme-Leute-Essen treu – dieses Mal ein Abstecher nach Kuba.

Schwarze Bohnen sollen eines DER Grundnahrungsmittel in Kuba sein, ich habe allerdings festgestellt, dass Bohnenrezepte mit schwarzen oder anderen Bohnenvarietäten sich weltweit sehr ähnlich sind und oftmals nur durch die Art der Gewürze unterscheiden. Bohnen sind halt das Fleisch des armen Mannes.
Obwohl dieses Gericht recht unspektakulär aussieht und sich für mich beim ersten Lesen auch so anhörte, ist das Ergebnis sehr überzeugend. Wir lieben es!

Das waren meine Zutaten für die Frijoles Negros:

  • 200g schwarze Bohnen, trocken
  • 1l Gemüsebrühe
  • etwa 80g guter, durchwachsener Speck (ohne Nitritpökelsalz)
  • 3 Knoblauchzehen
  • 1 weiße Zwiebel
  • 2 TL Paprikapulver
  • 3 TL Kreuzkümmel
  • 1/2 TL Cayennepfeffer
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 EL Waldheidelbeer-Balsamico (jeder andere Balsamico tut es auch)

Die schwarzen Bohnen habe ich 2 Tage lang einweichen lassen. Geplant war 1 Tag aber das Leben ist spontan und den schwarzen Bohnen schadet es nicht. Bei unseren Raumtemperaturen verläuft die Fermentation so langsam, dass sie kaum spürbar ist und auch sonst würden die Bohnen dadurch nur besser werden und nicht schlechter. (Wir Europäer sind zusammen mit einigen anderen Westlern anscheinend die einzigen, die Bohnen vor dem Verzehr nicht standardmässig fermentieren obwohl sie so schwer verdaulich sind und Giftstoffe beinhalten – sagt Sandor Katz. Das nur nebenbei.)

Die aufgeweichten/angeweichten Bohnen werden abgegossen und mit frischem Wasser zunächst einmal gekocht, da hat wohl jeder seinen eigenen Dreh. Manch einer kocht auf und lässt die Bohnen dann 1 Stunde stehen, ich koche auf und lasse 1 Stunde simmern. Schwarze Bohnen verlieren nicht so schnell ihre Form wie andere Bohnen und brauchen auch länger, bis sie weich sind. Ob man durch die Zugabe von Salz die Zeit ungewollt verlängert oder nicht, ist umstritten, ich habe erst salzige Brühe aufgegossen, nachdem die Bohnen eine Weile gekocht hatten.

Abweichend vom Originalrezept, an dem ich mich orientiert habe, habe ich Zwiebeln und Speck abgebraten und nicht einfach mitgekocht weil wir es so lieber mögen.
Den Knoblauch und die Gewürze habe ich von Anfang an mit den Bohnen gekocht, nachdem die richtige Konsistenz erreicht war, die Lorbeerblätter entfernt, die Bohnen zu der Zwiebel-Speck-Mischung in die Pfanne gegeben, noch einmal erhitzt bis die überschüssige Flüssigkeit verdampft war und dann mit dem Balsamico abgeschmeckt.

Dazu gab es Naturreis und einen Wintersalat aus Lagergemüse und Lagerobst. Mit anderen Worten ‚Carottes râpées‚; einfach, günstig und immer wieder phantastisch lecker, ausserdem ein wichtiger Vitaminspender in der Winterzeit für Menschen, die auf regionale und saisonale Produkte zurückgreifen wollen.

Das wird es ganz sicher öfter geben!

4 Gedanken zu „VEL: Kubanische Frijoles Negros

  1. kampfdenkalorientierchen

    Liebe Oli

    mein erster Gedanke war: „Geiles Gericht“, mein zweiter: „Was gibt es noch in unserer geografischer Nähe aus eingelagertem?“ Spontan kam mir ein Gericht aus dem Kt. Uri in den Sinn, wo Fleisch mit gedörrten Birnen verkocht wird. Ebenfalls erinnerte ich mich an ein Geschenk von deutschen Freunden ( aus Neumünster) die mir einmal als Mitbringsel ein altes Kochbuch gebracht haben. Dieses, von einem Berliner Koch aus dem Jahre 1861 überarbeitete Buch, enthält doch tatsächlich schon Anleitungen Nahrungsmittel in Büchsen einzumachen. Gedörrtes wie Pilze, Bohnen u.ä., in Salz eingemachtes, in Essig oder in Franzbranntwein. Leider sind keine Gerichte aus diesen Produkten aufgeführt. Ich werde bei Zeit und Gelegenheit meine Bücher durchgehen, irgendwo in meinem Hirn klingelt’s dass ich vor Jahren „alte“ Rezepte gesehen habe die zu deinem Thema passen. Es ist ein spannendes Küchenkapitel das du da in deinem Blog aufgegriffen hast und für euch scheinbar recht konsequent durchziehst. Ich lese dies Beiträge gerne.

    GLG, Bernhard

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Guten Morgen Bernhard, vielen Dank für Dein Lob und entschuldige, dass ich erst jetzt zum Antworten komme. Wir haben gestern schon für eine heutige Feier vorgekocht und vorbereitet und haben dann noch spontan mit einem anderen Besuch (bei einer leckeren Tarte Tatin) die Zeit vergessen.
      Derzeit ‚üben‘ wir diese Art zu kochen noch aber tatsächlich wollen wir einmal testen, nur mit den eingelagerten Lebensmitteln über Winter zu kommen und auch ein Jahr nur mit den selbst angebauten (und erjagten) Lebensmitteln ein Jahr auszukommen. (Dinge wie Öl, Milch, Zucker, Salz immer ausgenommen)
      Das ist in der Tat eine spannende Selbsterfahrung, andere haben das in einem ähnlichen Setting schon durchgezogen aber ich wüsste derzeit keinen, der darüber bloggt. Freut mich wirklich sehr, dass es Dich interessiert! 🙂
      Deine Schilderung klingt interessant, an alten Schriften zum Thema bin ich ja eh immer interessiert und das Gericht aus dem Uri klingt ganz so, als könnte es sehr lecker sein. Wir mögen ja diese Kombinationen.
      Wenn Du mir da irgendwann zufällig einen Link zum Rezept hättest, wäre ich dankbar.

      Liebe Grüße und einen schönen Sonntag, Oli

      Antwort
      1. kampfdenkalorientierchen

        Hallo Oli
        so langsam kommen mir auch weitere Rezepte in den Sinn. Hast du z.B. schon ein Confit de Canard gemacht? Ihr habt ja Enten die ihr einmachen könnt? Auch unsere Bündner Gerstensuppe müsste in dein Konzept passen. Ich muss die die Rezepte fotografieren oder einscannen, denn ich suche in Kochbüchern und nicht im WWW. Schick mir eine Mail Adresse auf bb@sota.ch damit ich sie dir beamen kann. Da wird schon noch da und dort etwas zusammenkommen. A propos Tarte Tatin – da sah ich, bei der Suche nach Rezepten für dich – eine Tarte mit roten Zwiebeln und Ziegenkäse aus dem Perigor. Sah grossartig aus und passt doch auch ins Konzept.

        Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag, Bernhard

      2. Landidylle Autor

        Hallo Bernhard,

        ‚Confit de Canard‘ habe ich noch nicht gemacht, generell habe ich mich bislang – ganz Kind moderner Zeiten – noch nicht so recht an die Haltbarmachung von Fleisch herangewagt. Aber es ist ein Punkt auf der Agenda und das Confit passt in der Tat hervorragend, denn Enten haben wir genug. Vielen Dank für den Gedankenanstoß!
        Die Tarte mit Zwiebeln und Ziegenkäse passt hervorragend zu uns bzw. unserem Geschmack. Hmmm
        Die sollte ich direkt einplanen für die nächsten Wochen.
        Liebe Grüße, oli

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