Mit Reh-Hack gefüllte Paprikas und spanischer Reis

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Manchmal fügt sich alles so schön zusammen, und ich weiß, dass Zweifel und der Unmut meist gar nicht angebracht sind. Vorgeschichte: Wir haben uns ja bekanntermassen in den Kopf gesetzt, uns nicht nur mit Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten selbst zu versorgen und die Tiere zur Fleischproduktion selber aufzuziehen oder auf der Jagd zu erlegen – nein, wir wollen auch noch das Tüpfelchen auf dem i, die Sahnehaube, die Delikatessen.
Rüben, Kartoffeln und Kohl als Grundnahrungsmittel kann in Norddeutschland jeder anbauen. Die Kunst wäre, in diesem mitunter traurigen Klima auch viele der Exoten, auf die man mittlerweile nicht mehr verzichten will, aus eigenem Anbau zur Verfügung zu haben.
Wir sind dieses Jahr zwar schon an den Tomaten gescheitert, da die samenfesten Sorten, die wir im Anbau hatten, aufgrund der Feuchte sofort der Kraut- und Braunfäule erlegen sind, dafür haben wir aber Yacon, Süsskartoffeln und Tomatillos – mit wieviel Erfolg wird sich demnächst bei der Ernte zeigen. Und wir geben so schnell nicht auf!

Unser Paprikabeet beispielsweise war beeindruckend, leider reiften die meisten Früchte in diesem Jammertal aus kalter, feuchter Luft nicht aus. Nachdem ich nach den ersten beiden Frostnächten stundenlang unverdrossen Früchte erntete war klar: die Ernte ist groß, nur grün!thymian
13 Kilogramm Paprikas und 2 Kilogramm Chilis habe ich von etwa 3,5 qm geerntet. Ziemlich beeindruckend wie ich finde. Jetzt müssen wir uns nur noch mit grünen Paprikas und Chilis anfreunden – oder ein Gewächshaus bauen. Endlich.
Den Anfang der Anfreundung haben wir heute unternommen und jetzt schliesst sich der Kreis:

  1. Die Paprikas waren da
  2. Das Reh-Hack war da
  3. Ich hatte gerade einen Beitrag von Alex mit spanischem Reis gelesen und mich gefragt, wann ich eigentlich zuletzt einen solchen Reis angefertigt habe und warum das so lange her ist

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Es fügte sich also alles zusammen und der Unmut war verflogen. Hier das Rezept:

  • 400g Hack vom Reh, anderes Wildbret eignet sich sicher aus, ebenso Lammhack
  • 10 kleine Paprikas oder entsprechend 20 Kirschpaprika oder 4 ’normale‘
  • einige Triebspitzen Thymian
  • Salz, Pfeffer
  • 250g Reis
  • 700ml Gemüsebrühe
  • frisch gemahlenen Chili
  • Paprikapulver
  • etwa 4-5 EL Tomatenmark
  • 1 rote Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Olivenöl
  • Pecorino

Den Thymian fein hacken und zusammen mit 1 TL Salz und frisch gemahlenem Pfeffer gut unter das Hack mischen. Von den Paprikas einen Deckel abschneiden und mit einem Teelöffel die Häute und Kerne entfernen. Das Hack vorsichtig und tief in die Paprikas füllen. Stehend in eine mit Olivenöl benetzte Auflaufform setzen und bei 200° in den Ofen schieben. Ein wenig Wasser mit in die Auflaufform zu geben bietet sich an, vermutlich werden sonst irgendwann die Paprikas ansetzen oder anbrennen. 50-100ml sollten ausreichen.

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Die Zwiebel und den Knoblauch sehr fein würfeln und in Olivenöl sanft anbraten, den Reis zugeben (nicht zu heiß bitte, sonst poppt es), dann mit dem Tomatenmark tomatisieren. Immer gut rühren. Mit Brühe ablöschen, gut umrühren, Deckel auflegen und garen, bis der Reis die richtige Konsistenz hat. (Je nach Reisart braucht man mehr oder weniger Brühe) Mit Paprika und Chili abschmecken.

Je nach Größe der Paprikas kann man nach 30 Minuten Garzeit etwas Pecorino über das Hack hobeln, den Ofen ausmachen und mit der Resthitze die Paprikas überbacken.

Eine Tasse oder Schale mit kaltem Wasser auswaschen, Reis bis zum Rand einfüllen, glattstreichen und auf einen Teller stürzen, die gefüllten Paprikas aufrecht dazu stellen. Ausgesprochen lecker, viel aus eigener Selbstversorgung und ein Schritt zur Aussöhnung mit grünen Paprikas!

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3 Gedanken zu „Mit Reh-Hack gefüllte Paprikas und spanischer Reis

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