Baa, Baa, Black Sheep, have you any wool?

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3 Big Packs Wolle habe ich zwar nicht, sondern nur einen, aber das Kinderlied ist trotzdem mein favorisierter Ohrwurm, der mir nicht aus dem Kopf geht, wenn ich derzeit mit Schafswolle bepackt durch den Garten gehe und Setzlinge pflanze.

Seit einiger Zeit versuchte ich, günstig an Schafswolle zu kommen, um sie als Pflanzendünger zu benutzen. Die Preise für normale Wolle sind seit einigen Jahren im Keller und ich war durchaus bereit, einen Preis zu zahlen der über dem Halsabschneider-Marktpreis liegt. Tatsache ist, dass die Schäfer mitunter wohl noch zuzahlen müssen, wenn sie ihre Schafe scheren lassen und die Wolle mitgeben. Traurig aber wahr. Einige Schäfer warten auf bessere Zeiten und verstauen die Wolle in Big Packs in der Scheune, allerdings wird sie durch die Lagerung nicht besser, sondern über kurz oder lang unbrauchbar. Diese Aktionen eignen sich also mehr als Protest denn als Bunker.

Schafswolle als PflanzendüngerHier in Schleswig-Holstein gibt es ja recht viele Schafe, weiter nördlich und westlich noch weit mehr als hier, denn sie werden sowohl zur Deichpflege eingesetzt, als auch auf Salzwiesen, die anders nicht bewirtschaftet werden können (und letztlich stehen sie dann oft auf Flächen, die wir normalerweise nicht hätten, hätten wir sie nicht dem Meer abgerungen). Die hiesigen Schafe gehören zu einem großen Teil also zu den Tieren, für die nicht extra Flächen besetzt werden, die man auch für den Anbau von pflanzlichen Nahrungsmitteln benutzen könnte.

Jemand, der sich weit besser mit dem ‚Schaf-Anbau‘ auskennt als ich sagte mir, dass die überwiegende Rasse hier Texelaar ist beziehungsweise Kreuzungen daraus. Ob die Wolle von Texelschafen nun wirklich nicht so gut verwertet werden kann und das den Preisverfall erklärt oder was letztlich auch immer dahinter steckt – traurig ist es allemal.

Letztes Jahr fragten wir also beim Schäfer in der Nähe an, ob er uns einen Big Pack Wolle verkaufen würden und zu welchem Preis. Wie gesagt war ich gerne bereit, mehr als der Markt zu zahlen – allerdings nicht 7x mehr und das war der Kurs, den er aufrief …
Letztes Jahr gab es also keine Wolle zum Testen für mich. Dabei waren die Erfahrungen anderer Hobbygärtner so durchweg positiv und verlockend, dass ich es wirklich unbedingt wissen wollte.

Bei unserem letzten Besuch bei unseren Bekannten, die Rinder, Schafe, Schweine und Federvieh halten bemerkten wir, dass deren Schafe (welche Rasse ist mir unbekannt) noch nicht geschoren waren und meldeten Bedarf an. Einige Tage später kam der Anruf: wir können uns die Wolle abholen!

Sehr schön, der Preis dafür war den Schafscherer zu bezahlen, angesichts der aktuellen Situation eine sehr faire Lösung.
Nun befinde ich mich also im Besitz eines Big Packs Schafswolle und gebe in jedes Pflanzloch eine reichliche Handvoll davon.

Schafswolle als DüngerHaare, Horn und Hufe als Dünger zu benutzen ist bewährt, auch im ökologischen Landbau. Die Verfügbarkeit der Nährstoffe aus Schafwolle für die Pflanzen würde ich ohne nachgelesen zu haben zwischen Hornmehl und Hornspänen ansiedeln, ein riesiger Vorteil aber ist die Wasserspeicherfähigkeit.
Demnach konnte ich also eines unserer Testbeete, welche keine eigene Wasserspeicherfähigkeit besitzt, weil es nur aus angerottetem Pferdemist besteht, bepflanzen. Dort stehen nun einige Kürbisse, Melonen und eine Zucchini neben vorgezogenem Mais der leider ausgepflanzt wurde, bevor ich die Wolle hatte.

Ob sich die Wolle auch regulierend aus den Wasserhaushalt auswirkt teste ich in einem recht feuchten Beet mit schweren, kleiigem Boden, dort habe ich Wirsing, Rotkohl und Weisskohl sowie einige Tomaten in ein Bett aus Schafswolle gepflanzt.

Ich bin sehr gespannt und werde berichten!

10 Gedanken zu „Baa, Baa, Black Sheep, have you any wool?

  1. gartenstreifzug

    Mit Schafwolle zu düngen habe ich letztes Jahr das erste mal auf einem Hoffest erfahren. Sehr interessant und ich bekam kostenlos ein bischen Schafwolle zum testen mit. Nur waren meine Katzen von der Schafwolle so begeistert, dass sie die gleich in Beschlag nahmen. Jetzt ist sie im Katzenkorb 😉 Aber durch deinen Bericht motiviert, muss ich das doch mal ausprobieren!
    LG Arlene

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Ah und im Gegenzug bringst Du mich auf die idee, unseren Katzen etwas von der Wolle ins Körbchen zu geben, das Zeug klimatisiert ja gut. Ausserdem frage ich mich gerade, ob es vielleicht auch gegen Wühlmäuse hilft?!
      LG Oli

      Antwort
    1. Landidylle Autor

      Mh irgendwie schon, finde ich wie gesagt auch traurig, dass das der Weg ist derzeit. Andererseits wollen die Leute vielleicht keine einheimische Kratzwolle sondern feines Merino? ich glaube die Wolle wird sonst auch zu Düngerpellets verarbeitet. es ist eine seltsame Welt, aber immerhin bringt sie Nutzen.

      Antwort
  2. eifgental

    Wolle als Dünger analog zu Hornspänen o.ä, leuchtet mir ja ein. Hast du denn auch Erfahrung mit Wolle als Schneckenschreck? Bei „Jrön und Jedön“ (großer Pflanzenmarkt im Freilichtmuseum hier in der Nähe) neulich wurde Schafwolle quasi als Mulchmaterial angepriesen, weil die Schnecken da angeblich nicht gern rüberkriechen. Vom Zimmermann unseres Vertrauens könnten wir gerade wieder Wolle kriegen, daher überlege ich ja schwer, ob ich das mal ausprobieren soll… irgendwie kann ich nicht glauben, dass da was dran ist. Weißt du mehr?

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Weiss ich nicht, nein. Ich habe in den vergangenen Jahren so ungefähr alles ausprobiert, was ich jemals gelesen habe als Schneckenschutz. Wolle war zwar nicht dabei aber ich kann versichern, dass sie sich über alles andere auch totgelacht haben. Egal ob über Holzhäcksel bei brennender Hitze tagsüber, Eierschalen, Kupfer oder sonstwas – wenn wir ein Schneckenjahr haben kriechen sie überall überweg. Kalk hat eine Weile geholfen, im Frühbeet allerdings wo es nicht nass war. Ich habe dann punktuell gegossen um den Kalk nicht wegzuspülen.
      Ich kann mir schon vorstellen, dass es unangenehm für Schnecken ist über Wolle zu laufen, ich würde es/werde es testen und bin gespannt.

      Antwort
  3. Pingback: Wühlmausbekämpfung | BergBlog

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