Rohe, ausgereifte Einlegegurken als Vorrat für Mensch und Tier, ein Haltbarkeits-Wettstreit

Einlegegurke 'Vorgebirgstraube'

Einlegegurke ‚Vorgebirgstraube‘ Mitte Dezember

Eine kleine Erkenntnis aus der Praxis kurz notiert weil es immer Menschen gibt, die genau das wissen wollen und weil ich garantiert irgendwann nach der Haltbarkeit roher, ausgereifter Einleger gefragt werde, es vergessen haben werde und mal wieder auf die Webseite verweisen muss. Ich baue als Einlegegurken die Sorten ‚Extra Early Green Prolific‘ und die ‚Vorgebirgstraube‘ an. Beide sind für Hausgärten und für Bioanbau von meiner Seite zu empfehlen, auch im feuchten und niederschlagsreichen norddeutschen Klima habe ich an 2 Pflanzen mehr als genug zum roh verwenden, einmachen, einlegen, verschenken und tauschen und es bleiben immer noch Gurken für die Tiere übrig. Sogar für interessante Tests wie diesen habe ich noch 10 Kilo abgezwackt.
Insgesamt sehr viel ertragreicher ist bei mir die Sorte ‚Extra Early Green Prolific‘ aber zur Sicherheit baue ich beide Sorten an. Man weiss ja leider im Vorwege nicht, welche Kapriolen das Wetter während der laufenden Saison schlägt, welche Schädlinge sich am Gemüse laben wollen und was sonst noch an Unwägbarkeiten auf den Hobbygärtner lauert.

‚Extra Early Green Prolific‘ produziert also Unmengen an Einlegern, Mehltau bekommen beide Sorten zum gleichen Zeitpunkt bei mir und dann kann ich das Beet auch getrost abräumen, aber die Qualität von der ‚Vorgebirgstraube‘ ist definitiv die Haltbarkeit im ausgereiften Zustand. Denn ‚Extra Early Green Prolific‘ sah Mitte Dezember so aus:

'Extra Early Green Prolific'

… und sie rochen auch so. Wann genau die Gurken sich verflüssigt haben, kann ich hingegen leider nicht mehr rekonstruieren. Wer sich nun fragt, warum man sich mit solchen Tests überhaupt befasst, dem sei gesagt, dass man ausgereifte Einlegegurken im Winter prima als Tränke für Kaninchen und andere Tiere nutzen kann. Nicht ausschliesslich natürlich, aber mit sehr wasserreichem Obst und Gemüse überbrückt man beispielsweise gut die Zeit zwischen 2 Versorgungsgängen mit warmem Wasser.

Ausserdem gibt es während der Haupterntesaison so viel einzukochen, dass manch einer froh ist um eine Vergrösserung des Verarbeitungsfensters. Ausgereifte Einleger kann man auch dann noch gut zu Senfgurken etc. verarbeiten, wenn der Berg leichter verderblicher Produkte kleiner geworden ist.

Und manch einem schmecken Gerichte wie Schmorgurken vielleicht sogar noch im Herbst.

 

 

6 Gedanken zu „Rohe, ausgereifte Einlegegurken als Vorrat für Mensch und Tier, ein Haltbarkeits-Wettstreit

  1. eifgental

    Huaaah, die Extra Early Green Prolific sehen ja schauderhaft aus. Mit diesem Hintergrundwissen ist die Vorgebirgstraube ja auf jeden Fall eine gute Investition. Lustig übrigens, dass ich erst mal erstaunt war, dass sich Gurken ohne weitere Behandlung so lange halten – dabei macht man’s ja mit Kürbissen auch nicht anders. Und erst vor ein paar Tagen habe ich die letzten nachgereiften Tomätchen aufgebraucht – von denen hätte ich auch nie erwartet, dass sie so lange „gut“ bleiben…
    Was ich eigentlich damit sagen wollte: Solche Erkenntnisse aus der Praxis sind wirklich nützlich und man sollte sie viel öfter festhalten (Hilfe, schon wieder ein guter Vorsatz). Danke!

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Aber die ‚Extra Early …‘ produziert bei mir viel mehr. Ich werd entweder nicht drumrum kommen, beide Sorten weiterhin anzubauen oder ich verleg mich für die Wintergemüse für die Tiere auf Patisson, Jack be little & andere Kürbisse sowie (wenn ich denn irgendwann mal Platz dafür habe ähh schaffe) ausreichend Futterrüben.
      Ich habe allerdings einen Plan für den Anbau entwickelt, den ich dieses Jahr testen will; der könnte mich retten.

      Ich finde solche Berichte aus der Praxis auch immer interessant, manchmal sieht man ja auch den Wald vor lauter Bäumen nicht. Was die Vorsätze angeht, bin ich auch vorne mit dabei, WIE OFT ertappe ich mich dabei, dass ich sage oder schreibe ‚Ohh jaaaa, das muss ich auch ausprobieren!‘ ja, zum Glück sage ich nicht dazu, in welchem Jahr.

      Antwort
      1. eifgental

        Naja, eigentlich ist doch Diversität sowieso der beste Weg. Wenn man nicht gerade Saatgut einer bestimmten Sorte züchten will, kannst du doch ganz entspannt die Vorteile von beiden (oder gar noch mehr) nutzen – eine dann eher zum sofort verwerten, die andere zum Einlagern. Ergänzt sich doch prima!
        Viel Erfolg mit dem neuen Plan 🙂

        Ja, eben. Oder man traut sich halt nicht, weil es ja immer heißt, das geht nicht… dabei machen andere Leute das womöglich seit Jahren erfolgreich.

      2. Oli@Landidylle Autor

        Ich sag ja immer, eigene Erfahrungen sind die besten, ich zweifle gerne Dogmen an, nicht aus Boshaftigkeit oder weil ich von mir selber mehr halte als von anderen Leuten, sondern weil diese kindliche Neugier einfach in mir drinsteckt.

        Die Diversität ist tatsächlich ein zweischneidiges Schwert. Einerseits würde ich gerade von Kulturen wie Gurken gerne selber Samen nehmen, andererseits möchte ich auf den Anbau zumindest dieser beiden Sorten nicht verzichten. Und dann gibt’s ja noch diese ganzen Netzgurken, braune Gurken etc. die seltsam aussehen und total toll sein sollen. Hrm.

        Vorhin habe ich festgestellt, dass dieser Winter ja nun schon halb rum ist und ich (mal wieder) Versuch 1-13 die ich seit gefühlten Ewigkeiten für DEN Winter vorgenommen habe, nicht angegangen bin. Ich hoffe nur, ich leb‘ lange genug, um mal alles umzusetzen was mir so an Ideen im Kopf rumschwirrt.

    1. Oli@Landidylle Autor

      Ja, man muss alles mal selbst probiert haben. Ausgereifte Gurken haben ja schon eine recht feste Schale, aber da das ja kein vergleich zu der von Kürbissen ist z.B., hätte ich das früher auch nicht gedacht. De facto halten sie sich länger als manche andere echte Lagergemüse. Witzig oder?

      Antwort

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