Walnuss-Frischkäse (aus den ganzen fiesen, kleinen Bruchstücken, die beim unprofessionellen Knacken übrig bleiben)

Selbst gemachter Walnuß-Frischkäse

Es begab sich zu einer Zeit, da lebte Klein-Oli ganz anders als heute. Sie musste nämlich viele Jahre in einer finsteren Drachenhöhle ausharren, dort gab es jede Menge Rauch, schwefeligen Geruch, Produkte von Aldi und ziemlich oft schlug der Blitz ein.
Nun ja, heute macht sie sich die Welt, wie sie ihr gefällt aber den Walnuss-Frischkäse von Aldi, den mochte sie damals wirklich gerne. Die einzelnen Portionen waren in dicke Alufolie verpackt, damals gab es weder gelbe Säcke um Plastikmüll vom Restmüll zu trennen, noch machte man sich Gedanken über die Auswirkungen, die Aluminium möglicherweise auf … ähhh Dementia praecox & Co. haben könnte.
Ja. Das waren Zeiten, keine guten, aber Zeiten – um mal einen anderen Höhlenbewohner zu zitieren.
Es folgten lange Jahre ohne Walnusskäse – bis vor einiger Zeit beim Samentausch-Treffen der norddeutschen Frunslüt Salmandra ein Glas voll selbst gemachten Walnuss-Frischkäse mitbrachte.

WalnusskäseEr war köstlich. Ich habe sie bislang nicht nach dem Rezept gefragt, hege aber die Hoffnung, dass ich schon bald mehr über die Delikatessen aus ihrer Schmiede erfahren werde.

In jedem Fall war die Erinnerung sofort wieder da und damit der Plan, einen Teil der eingetauschten Walnüsse ebenfalls in Käse wandern zu lassen.

Da ich beim Knacken der Walnüsse mehr klitzekleine Stückchen als kapitale Hälften ernte, die ansehnlichen Hälften sich aber zum Beispiel auf der Walnuß-Tarte mit Honig-Salz-Karamell besonders hübsch machen, hatte ich mehr als genug ‚Reste‘.

Ich nahm etwa 150g Frischkäse und rührte ihn mit etwas Milch und etwa 3 EL Walnußöl glatt, sodass er eine weiche, cremige Konsistenz bekam. Dann zerdrückte ich eine große Handvoll Walnußkerne mit der Gabel und hob sie unter die Frischkäse-Mischung.

Walnussfrischkäse im Glas

Das geht sehr schnell, ist super einfach aber man sollte meiner Meinung nach in jedem Fall relativ frisch geknackte Walnüsse nehmen. Der Frischkäse profitiert davon, wenn er einen Tag durchzieht und das nächste Mal werde ich die Walnüsse unter dem Grill des Backofens anrösten, um ihnen noch mehr Aroma zu entlocken. Sehr, sehr lecker. Vor allem ausserhalb von Drachenhöhlen.

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Resteküche Rezeptsammlung

15 Gedanken zu „Walnuss-Frischkäse (aus den ganzen fiesen, kleinen Bruchstücken, die beim unprofessionellen Knacken übrig bleiben)

    1. Oli@Landidylle Autor

      Ja, und mehr noch: niemand sollte in Drachenhöhlen ausharren müssen. In diesem Sinne widme ich den Frischkäse einfach mal Menschen, die aus ihrer persönlichen Drachenhöhle ausbrechen wollen. 😀

      Liebe Grüße, Oli

      Antwort
  1. Salmandra

    Oli, ich freue mich so, in den letzten Tagen mehr von Dir zu lesen (Beiträge und Kommentare), daraus schließe ich einfach mal es geht Dir wieder viel besser.
    Das Rezept für den Walnußfrischkäse gebe ich gern an alle weiter:
    1 Becher einfachen Frischkäse mit 2 El. Öl glattrühren, eigentlich geht jedes schmackhafte Öl, aber durch Zufall hatte ich mal ein Probefläschchen Mohnöl bekommen und das ist für meinen Geschmack am besten geeignet.1 Handvoll zerdrückte Walnüsse ohne Fett in der Pfanne anrösten bis sie duften und noch warm unter den Frischkäse rühren.
    Wer es aushält kann das bis zum nächsten Tag stehen lassen.
    Liebe Grüße,
    Salmandra

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Vielen Dank für deine lieben Worte Salmandra! 🙂
      Ja, es geht mir deutlich besser, aber ich merke, dass ich wirklich auf mich aufpassen muss. Seltsam. Stimmungsmässig bin ich auch froh um jeden Tag, der uns wieder näher an die ‚echte‘ Gartensaison bringt. Heute habe ich ein wenig in den Beeten herumgestochert auf der Suche nach erntbarem und Knollen zum Weitergeben – steinhart gefroren unter der dicken Laubschicht, nix zu machen – das war etwas frustrierend. 🙂 Wer rechnet im Winter auch mit sowas!! 😉

      An deinem Rezept war ich ja sehr nah dran, erstaunlich. Nach Mohnöl werde ich mal die Augen offen halten.

      Liebe Grüße, Oli

      Antwort
    2. Genussspecht.net

      Hallo Salmandra!
      Darf ich dich fragen, ob das „noch warm unter den Frischkäse Rühren“ Auswirkungen auf die Cremigkeit oder so hat?
      Würde das dann nämlich bei Olis Rezept mitberücksichtigen – das ich sofort einmal ausprobieren werde, dank dir sehr, liebe Oli!
      Herzlich
      Katharina

      Antwort
  2. Alex

    Ich bin zwar kein Frischkäse-Fan, aber Walnüsse finde ich toll. Kann ich mir jedenfalls pur oder mit einem Klecks Honig oder aber auch noch herzhafter vorstellen – eine gute Sache 🙂
    LG Alex

    Antwort
      1. Salmandra

        Hallo Genussspecht,
        habe gerade erst Deine Frage gesehen.
        Wenn die Nüsse nur warm und nicht heiß sind, verändert sich die Cremigkeit nicht, der Geschmack wird nur etwas intensiever dadurch.
        Lieben Gruß, Salmandra

  3. widerstandistzweckmaessig

    Hallo Oli!

    Deine einleitende Geschichte finde ich ja ganz entzückend! Finde ich super, dass Du Dir die Welt so machst, wie es für Dich passt, das ist ein wirklich guter Ansatz.

    Gute Idee die Walnussreste für den Walnussfrischkäse zu verwenden!

    Danke fürs Verlinken zu meiner Linkparty „Resteküche – mach was draus!“

    lg
    Maria

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      😉
      Ja, ich habe meine Vergangenheit gut verarbeitet/akzeptiert. Sie lässt sich eh nicht mehr ändern und bevor ich mir das restliche Leben auch noch madig mache, ziehe ich lieber einen glatten Schlussstrich und lebe nach meiner Façon.

      Und der Frischkäse ist eine echte Delikatesse. Edel-Resteküche.

      LG Oli

      Antwort
  4. Xamir

    Deine Geschichte ist echt schön erzählt und das Rezept klingt verdammt lecker. Werde es bei Gelegenheit auf jeden Fall mal nach machen 🙂
    Bitte mehr solcher tollen Geschichten und Rezepte 🙂

    Antwort

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