Überraschung im Kaninchengehege

guten-tag-kleines-kaninchenbaby

Heute haben wir gemeinsam als Sippe die Tiere ‚ins Bett gebracht‘ damit der Gatte zeitnah zur Jagd verschwinden kann während ich weiter ungestört meinen hausfraulichen Pflichten nachkommen kann. Die Nachwüchsige übte sich im Fährtenlesen (Indianerphase), der Gatte trieb die Gänse und Enten und ich hatte gerade die hungrigen Hühnermäuler gestopft und schnitt noch etwas Futter für die Kaninchen, als plötzlich ganz selbstverständlich ein Kaninchenbaby aus dem Stall gehoppelt kam!
Mir war zwar der vermehrte Appetit der Damen in den letzten Wochen aufgefallen und ich fand auch, dass sie etwas dicke Bäuche bekommen hatten, aber die schlankesten waren sie noch nie und mein Verdacht war vage. Ausserdem befanden sich alle 3 immer ausserhalb des Stalls wenn ich in dem Bereich werkelte und ich hätte gedacht, dass eine säugende Zippe öfter inhäusig ist.kaninchenfamilie
Nicht, dass ich sonderlich viel Ahnung vom Mutterverhalten der Kaninchendamen hätte … ganz offensichtlich nicht, das dürfte bewiesen sein. Im Rückblick kann ich mich an eine Zeit vor wenigen Wochen erinnern, wo die Zippen träger waren als gewohnt und viel im Stall am Eingang herumlagen. Allerdings war es da auch gerade ausnahmsweise warm und so vermutete ich, dass sie Schatten suchten. Nun, vermutlich hatte eine der beiden da gerade geworfen.
Die Fütterung von Petersilie & Co hatte ich ja vorsichtshalber ohnehin eingestellt, nachdem der Bock ins Gehege kam, keinen Augenblick zu früh anscheinend – mal rechnen:

  • Am 17. Juli wurde der kleine Mann zu den Walküren gesetzt.
  • Das ist jetzt 7 Wochen her.
  • Das Kaninchenbaby sieht für mich Unkundige aus, als wäre es etwa 3 Wochen alt, es hoppelt bereits und frisst Grünzeug, die Mutter ignoriert es weitgehend – passt.
  • Tragezeit bei Kaninchen ist etwa 1 Monat.
  • Meine Herren, da setzte der Eisprung aber schon beim Anblick des jungen Herren ein!

distelDa wir die Tiere bewusst im Familienverband im Gehege halten, haben wir natürlich weniger Möglichkeiten – aber auch weniger Ambitionen – einzugreifen, wenn etwas so läuft, wie es ein Standard-Kaninchenhalter lieber nicht haben möchte. Sprich: falls es zu Kannibalismus nach der Geburt kommt, gehe ich bei diesen entspannten Zippen in diesem gesunden Setting zunächst davon aus, dass sie die besseren Instinkte haben als Menschen, die zwanghaft überall eingreifen müssen. Es bleibt also die Frage offen, ob dieses Baby von vornherein ein Einzelkind war, oder ob die Geschwister Kannibalismus oder Predatoren zum Opfer fielen. Letzteres wäre sehr unschön und vor dem Hintergrund sehe ich dieses Foto von gestern, als ich noch nichts von dem Nachwuchs wusste, mit ganz anderen Augen – wenn nicht sogar mit Bauchschmerzen.

katze-am-kaninchengehege

Allerdings habe ich die Katzen noch nie IM Gehege gesehen und die Zippen sind total entspannt. Ich habe noch kein Muttertier gesehen, was beim Anblick eines bestätigten Feindes ruhig bleibt. Der Kater zeigte heute in jedem Fall Interesse an dem kleinen Hoppler und verfolgte ihn durch den Zaun hindurch mit den Augen.

feind-wartet

Für jetzt werden wir abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Zur Not müssen wir ein überdachtes Gehege bauen, in dem die (zukünftigen) Kinder laufen können. Über kurz oder lang werden wir die traute Familienidylle ohnehin stören müssen, um frühzeitige erneute Schwangerschaften und/oder Inzucht zu verhindern. Abr erst einmal erfreuen wir uns an diesem niedlichen kleinen Wesen. Ist er nicht drollig?

kaninchenbaby-macht-ausflug

Und gut, dass ich damals die Tonröhre ins Gehege eingebaut habe, sie sieht nun aus wie eine Hobbithöhle, ist natürlich zu klein für die ausgewachsenen Hasen, wurde von ihnen auch nicht erweitert und steht damit dem Nachwuchs als Rückzugsort zur Verfügung.

hobbithoehle-fuer-kaninchen

So ein klitzekleines Wesen, wie kann man nur so klein sein? Und die Mädels sehen mir wirklich recht drall aus …

immer-hungrige-kaninchen kaninchen-familie

23 Gedanken zu „Überraschung im Kaninchengehege

    1. Oli@Landidylle Autor

      Total niedlich ja. Und was den Verlust angeht: man weiss es eben nicht genau, aber wahrscheinlich waren es schon mehr – bei Kaninchen kommt es recht häufig vor, dass der erste Wurf nicht überlebt. Sei es, dass die unerfahrene Mutter sich nicht gut genug kümmert, nicht säugt, das Nest nicht warmhält, kein Nest baut, Infektionen, zu grosse Junge (die Riesenschecken sind ja ziemlich auf Größe gezüchtet), übertragen … kann alles sein. Nächstes Mal sollte es besser laufen.

      Antwort
  1. Angela Pittner

    Wie niedlich 🙂
    Ich glaub ja auch daran, daß die Tiere in Kolonien bestens klar kommen (und handhabe das mit meinen Cuys ebenso). Der einzige Unterschied zu frei lebenden Kolonien ist, dass der Nachwuchs nicht abwandern kann um woanders seine eigene Familie zu gründen, und da braucht es dann leider doch unser Eingreifen. Ansonsten sind sie sicher glücklicher, wenn sie ohne menschliche EInmischung ihrem Kaninchenleben nachgehen können.

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Danke für deine Worte Angela, ich glaube das ja auch und versuche, so sehr das ganze hier Kultur statt Natur ist, die Instinkte zu fördern/unterstützen und überhaupt erstmal zu verstehen, warum die Viecher manche Dinge so machen wie sie sie machen. Doofe Fehler passieren bei der Hege leider ja trotzdem dann und wann (uns zumindest), aber in diesem Fall denke ich, war alles gut. Die Familie gibt so ein entspanntes Bild ab, ich kann mir nicht vorstellen, dass da pathologisches Verhalten im Spiel war. Im Gegenteil eher. 🙂

      Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Ich habe die Bande lange beobachtet und keine weiteren Bandenmitglieder entdeckt. Mein Mann hat es ganz bäuerlich gelöst und ist einfach ins Gehege marschiert und hat in den Stall gesehen, da waren auch keine kleinen Minihasen.
      Schade für den kleinen, dass er ohne Geschwister aufwächst, aber ich denke er wächst gut auf und ist sooo süss! Gott, ist der niedlich wenn er mit seinen gigantomanischen Pfoten kleine Hoppelschritte macht. 🙂

      Antwort
      1. eifgental

        Er wächst ja trotzdem in einem intakten Gefüge auf, wenn man das bei Kaninchenfamilien so nennen kann. Ich denke, auch in freier Wildbahn kann es – wie auch immer – zu Einzelkindern kommen, die vermutlich trotzdem ein glückliches Hoppelleben führen. Nur als Mensch denkt man halt immer so furchtbar viel drum herum…

      2. Oli@Landidylle Autor

        Ja, in freier Wildbahn wären die anderen über kurz oder lang anderen Widrigkeiten zum Opfer gefallen. Ich habe mir die Familie heute nochmal ausgiebig angesehen – so ausgiebig, wie man sich eine Kaninchenfamilie ansieht, wenn man froh ist nach 8 Stunden unterwegs im Stress endlich wieder auf dem Hof zu sein. Es war komplett harmonisch, um mal dieses menschlich-wertende Wort zu nutzen, kein dysfunktionales Verhalten erkennbar. Während die 3 grossen frisches Astwerk knabberten, lag das Baby unter der Mutter (ja, ich weiss nun, dass die schwarze die Mutter ist) auf dem Rücken, strampelte manchmal und trat die Mutter und soff aus den Zitzen. Gelegentlich kamen Tante und Vater vorbei und haben die Nasen ins Fell des Muttertiers gesteckt und darin nach dem Baby gewühlt, später hat das Baby zusammen mit Tante an einem Apfel gefressen. Ich bin sehr zufrieden. Da ist alles gut. Was auch immer zu der Einzelkindsituation geführt hat, das Gefüge ist heil. 🙂

      1. Oli@Landidylle Autor

        Ja sicher, ganz bestimmt – aber ich bin eher nicht diejenige, deren Stimme um mehrere Oktaven höher wird und die aufgeregt mit den Händen klatscht, wenn sie ein Baby sieht – obwohl ich die Begeisterung ja niedlich finde. So in etwa.

        Aber dieses Vieh ist wirklich zu süß. 🙂

      2. Oli@Landidylle Autor

        Hahaha und neben mir schnarcht ein etwas grösseres ‚Baby‘, stösst mir alle paar Minuten die Füsse ins Gesicht, verdrängt mich aus meinem eigenen Bett, hat sich nach dem abendlichen Duschen mit Filzstiften angemalt und beim Abendessen dann mit Olivenöl eingeölt.

        Aber warte: nachdem sie geschlüpft war, habe ich sie etwa 24 Stunden nur angestarrt und war ganz fasziniert. Nicht, dass ich nicht gerne etwas geschlafen hätte damals, aber das Bett war auch da schon zu klein für uns beide. 🙂

        Vermutlich klinge ich manchmal wie eine sarkastische alte Schrulle (und bin es vermutlich auch) aber mein herz ist schon noch warm. 😉

      3. natuerlichjesus

        Es ist schon faszinierend wie so ein kleines Menschlein entstehen kann. Verrückte Welt 😉
        Wie alt ist dein ‚Baby‘?

        Keine Sorge…Sarkasmus rettet mich täglich durch den Arbeitsalltag 😀

      4. Oli@Landidylle Autor

        2 3/4 ist sie. Und heute morgen als sie aufgestanden ist, war sie plötzlich riesengroß. Selbst im Kindergarten begrüsste ein etwa 5-jähriges Mädchen sie mit dem Ausruf: „Boahh XYZ ist ja groß geworden!“ Haha, sowas kennt man doch eigentlich nur als etwas unangenehme Begrüssung von alten Tanten!
        Das ist einfach heftig, die Entstehung ist ein Wunder, nicht mehr nicht weniger, ein Wunder – und später kommen noch soviele Wunder dazu.

      5. natuerlichjesus

        Haha..klingt echt wie ne alte Tante 😀 aber wer weiß wo sie den Ausspruch aufgeschnappt hat. So lange sie nicht zu dir sagt „Ey Alte…chill mal deine Base!“ ist alles in Ordnung 😉

      6. Oli@Landidylle Autor

        Puh wenn das mal losgeht mit dieser ‚Jugendsprache‘ … (ohje, ich hab’s gesagt, ich bin offiziell alt)
        Wir haben schon Pläne geschmiedet, wie wir sie mit ihrem mannigfaltigen extravaganten Verhalten bloßstellen können, sollte die Situation es erfordern. 😉 Wir denken da an akute Spiessigkeit, Etepetete-Getue und vieles andere.

        Nicht, dass es wirklich ernst gemeint wäre, aber manchmal kann man sich mit dem Gedanken so herrlich beruhigen. 🙂

      7. natuerlichjesus

        Mein Umfeld sagte immer „Altaa“. Ich habe es gehasst. Es gibt also Hoffnung 😉

        Das arme Kind bekommt spießige Eltern. Ohje 😀
        (Die Vorstellung ist allerdings gut. Ich merk’s mir für den Fall der Fälle 😉 )

    1. Oli@Landidylle Autor

      Der ist wirklich extrem süß. 🙂 Und eigensinnig, ich mag ja Viecher mit Charakter.
      Bislang haben wir noch keine Kaninchen geschlachtet, mein Mann wäre dafür zuständig aber er reisst sich nicht drum. Meine Vermutung ist, dass der Fellfaktor es nicht einfacher macht und ausserdem denkt er, dass er kein Kaninchenfleisch mag.
      Aber bislang waren sie auch so gute ‚Nutztiere‘: sie verwerten unsere Wildkräuter, Brombeerschnitt, Heckenschnitt und Überschüsse aus dem Garten prima und machen guten Dünger (den zu ernten im Freigehege echt doof ist, aber was tut man nicht alles für die Lebensqualität der Viecherlein)
      Da jetzt ein Bock mit im Gehege iist und die nächste Zippe wohl irgendwann werfen wird ist halt die Frage, ob die nächste Generation dann zur fleischlichen Selbstversorgung beitragen wird oder was wir sonst tun.
      Für mich sind Kaninchen keine Kuscheltiere aber ich finde sie auch ohne Schlachtung auf dem Selbstversorgerhof toll zu halten weil sie das was ohnehin da ist und so nicht verwertet werden kann in besten Dünger umwandeln.
      Liebe Grüße, Oli

      Antwort

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