Hausmittel gegen Erkältung: Olis Hagebutten-Fliederbeersaft

fliederbeersaft-honig-hagebutte-zitrone

Ich halte es für eine gute Idee, an dieser Stelle Hausmittel gegen verschiedene Krankheiten zu sammeln, die aus Erfahrung helfen. Ich kenne kaum jemanden, der im Krankheitsfalle nicht interessiert wäre an den Geheimtipps anderer und ich kenne bewusst niemanden, der freiwillig Erkältungsmedikamente aus der Apotheke einnimmt.

Es gab allerdings einmal eine schöne, junge Prinzessin, die auf ihrer Abi-Fahrt betrunken in das Bett eines dänischen Ferienhauses sank, schnell noch die Elektroheizung aufdrehte und sich dann für die nächsten Stunden in einen sehr tiefen Schlaf verabschiedete. Als sie erwachte, hatte der Raum etwa 40°C, sie war ziemlich mumifiziert und wie jeder weiß: nach dem Trockenfall der Schleimhäute folgt sogleich umgehend der Sieg der allgegenwärtigen Keime. Da die arme Prinzessin aus Gründen ohnehin über ein miserables Immunsystem verfügte, war sie mal wieder mit hohem Fieber und echten Krankheitssymptomen ausgeknockt. Das Ferienhaus musste allerdings verlassen und der PKW ins heimische Norddeutschland gebracht werden. Dilemma.
Wie gut, dass es den Michael gab; seine Familie führte seit Generationen die Apotheke vor Ort und er hatte wohlweislich einen Gutteil davon dabei. Wiederum einen Gutteil davon gab er der Prinzessin mir, auf dass ich die Rückfahrt bewältigen könnte. Ich kann mich zwar an nichts Wesentliches mehr erinnern, aber seitdem bin ich mir sicher, dass Ephidrin nicht mein Ding ist.

Oder richtiger: es ist nicht mein Ding mit Peitsche und Droge einen kranken Körper gesunden zu wollen, ich bevorzuge klar unterstützende Maßnahmen und sanfte aber bewährte Mittel.

Seit ich mich selbst um die Therapie meiner extrem häufig aufgesackten Erkältungen kümmern kann und wenn ich mich nicht gerade fernab meiner Mittelchen befinde, mische ich als Erkältungsmedizin ein heißes Getränk aus einem Teil Fliederbeersaft (jenseits des echten Nordens gerüchteweise Holunderbeersaft genannt) auf einen Teil Hagebuttentee, gebe den Saft einer halben Zitrone und etwas Honig dazu. Hagebutten sind reich an Vitamin C, A, B und helfen ziemlich gut gegen Entzündungen.

Holunderbeeren sind reich an Antioxidantien und wirken dadurch einer Reihe von Krankheiten vor, ausserdem findet man viel Vitamin C und B sowie ätherische Öle die die Wirksamkeit des alten Hausmittels bestätigen. Ausserdem sollen Fliederbeeren schweisstreibend, fiebersenkend, schmerzlindernd und, wie auch die Hagebutte, entzündungshemmend wirken. Die Wirksamkeit des Holunders ist wissenschaftlich bestätigt – falls jemand diesen Nachweis braucht. Für alle anderen reicht es hoffentlich, auf den eigenen Körper zu hören und für sich selber festzustellen, was bekömmlich und hilfreich ist.

Die Heilwirkung von Honig ist volksmedizinisch seit tausenden von Jahren bekannt, er wirkt entzündungshemmend, antiseptisch, antibiotisch, lokal schmerzlindernd und fiebersenkend.

Ich empfehle etwa 500ml des Gebräus anzufertigen, dafür kocht man 1 gehäuften Esslöffel Hagebutten in 300ml Wasser für etwa 10 Minuten und seiht ab. Pi mal Daumen sollten jetzt etwa 250ml Hagebuttentee übrig sein. Wer keine Hagebutten zur Verfügung hat, kann natürlich  notfalls einen Beutel Hagebuttentee aufgiessen.
250ml Fliederbeersaft (ggf. erwärmt) werden in den kochend heißen Tee gegeben, der Saft einer halben Zitrone und 1 gehäufter Teelöffel Honig untergerührt.

Schluckweise möglichst warm trinken und dann am besten dick eingemummelt zum Schwitzen und Schlafen ins Bett zurückziehen.

 

18 Gedanken zu „Hausmittel gegen Erkältung: Olis Hagebutten-Fliederbeersaft

  1. baumfrau

    Moin, liebe Oli!

    Dein Getränk klingt nicht nur absolut lecker, sondern auch sehr wirkungsvoll!
    Werde ich bei der nächsten Erkältung ausprobieren – Zutaten habe ich im Hause.

    Eines meiner Hausmittel gegen Erkältungen ist Gurgeln & Nase spülen mit Salzsole. Dafür setze ich Tiefensalz (ich bevorzuge Luisenhaller, http://www.siedesalz.de; man kann auch Himalayasalz nehmen aber auf keinen Fall irgend ein behandeltes Tafelsalz und besser auch kein Meersalz aufgrund der Verunreinigungen) in einer Flasche mit Bügelverschluss (die gibt es bei uns im Norden beim Flensburger Pilsner -:)) mit soviel Wasser an, dass nach ein paar Stunden unten immer noch eine kleine Schicht Salz ist. Damit ist das Wasser „gesättigt“ und gilt als Salzsole.

    Von diesem Konzentrat füge ich meinem Zahnputzwasser immer einen ordentlichen Schubs zu und fülle von dieser Mischung etwas in einen alten Eierbecher. Aus dem Eierbecher ziehe ich in jedes Nasenloch eine Füllung hoch. Danach läuft gut die Nase…., auch noch etwas hinterher. Als ich das noch nicht wußte, habe ich mich nach der Nasenspülung gebückt, um die Waschmaschine zu leeren. Hui, war das unangenehm, als mir dann etwas aus der Nase lief und ich Schwierigkeiten hatte, schnell ein Taschentuch zu finden!
    Mit dieser Nasenspülung beugt man auch Nebenhöhlenentzündungen vor.

    Das Zahnputzwasser nutze ich nicht nur zum Zähneputzen sondern auch zum Gurgeln.

    Diese Methode verwende ich ab Beginn der Erkältungszeit bis zum Ende derselbigen. Mir hilft es immer ganz gut.

    Liebe Grüße
    Regina

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Der Tipp ist wirklich gut Regina und meine Krankenkasse macht ja schon seit bestimmt 20 Jahren dafür Werbung -und für ihre Nasendusche … – die man ja nun wirklich nicht braucht. Ich finde, wir sollten diesen Kommentar als Artikel mit einem Foto veröffentlichen weil es einfach gut und wichtig ist, anderen davon zu erzählen oder daran zu erinnern (so wie bei mir). Alle Erkältungsartikel zusammen würde ich gerne in einer Übersicht verlinken. Mir geht’s ja immer so, dass ich nicht mehr klar denken kann wenn es mich erwischt hat und dann ist eine Liste, wo man schnell nachsehen kann, Gold wert. (wollte gerade Geld schreiben, Freud’scher Verschreiber?)
      Liebe Grüße, Oli

      Antwort
    2. Bea

      Liebe Regina,
      ja Salzspülung ist eine richtig prima Sache bei einem Schnupfen.

      Allerdings ist bei einer akuten Nebenhöhlenentzündung Vorsicht geboten und es sollte besser nicht auf dieses Hausmittel zurückgriffen werden.
      Die Nebenhöhlenentzündung kann sich durch eine Spülung durchaus verschlimmern, da die Salzlake die Bakterien bis in die hintersten Verästelungen spült.

      Ich setze meine Salzsohle auch selber an: 9 Gramm Salz in einen Liter Wasser lösen.
      Glücklicherweise habe ich noch selbstgesammeltes Salz von Teneriffa – also Atlantik pur in der Nase 🙂

      Lieben Gruß
      Bea

      Btw: landidylle.com hat einen hohen Suchtfaktor 😉
      Großen Dank an die Macher/innen!

      Antwort
      1. Oli@Landidylle Autor

        Hallo Bea, bez. btw danke ich dir für die Anerkennung. Und ich danke dir auch für die konstruktiven Kommentare, das ist das schöne hier, auch ich finde immer wieder Gelegenheit zum Stöbern, Nachlesen und auch Nachhaken – denn hier wird viel Wissen geteilt und das ist klasse.
        Liebe Grüße, Oli

  2. Anja

    Bei uns zu Hause gabs immer Zwiebelsaft (geschnittene Zwiebel mit Honig einen halben Tag stehen lassen) bei Husten. Als Kind habe ichs gehasst. Heute mach ichs selber. Gegen den Fiesvirus vom letzten November hat es zwar nicht geholfen, aber wir haben auch keine Sekundärinfektion bekommen und es tut dem Hals spürbar gut.
    Lieben Gruß,
    Anja

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Ja, Zwiebelsaft setze ich auch immer an und Rettichsirup wenn möglich.
      Mein Eindruck ist beim Zwiebelsaft, dass Zucker wesentlich mehr Saft zieht als Honig. Habe ich letztens wieder festgestellt, kannst du das bestätigen?
      Ich wollte die weiteren Beiträge schon längst veröffentlicht haben, aber war die letzten Tage kaum zuhause.
      Liebe Grüße, Oli

      Antwort
      1. Anja

        Weis ich leider nicht. Wir sind mit Honig (vom Schwager) so gut versorgt, das ich mich nicht mehr erinnern kann Zwiebelsaft mit Zucker gemacht zu haben.

      2. Oli@Landidylle Autor

        Ach du Glückliche!
        Honig hilft für sich genommen ja ohnehin auch nochmal und vielleicht macht die schiere Menge an gewonnener Flüssigkeit es auch nicht aus.

      3. Oli@Landidylle Autor

        Mir hilft Rettichsaft wesentlich besser. Ich habe nun auch den Vergleich von rundem, schwarzen Winterrettich zu dem langen, weißen Sommerrettich gemacht und festgestellt, dass der Sommerrettich mir besser gefällt, mehr hilft und wesentlich ‚leckerer‘ ähh naja … annehmbarer ist.

        Ich wiederhole den Versuch aber nochmal im nächsten Winter, meine schwarzen Winterettiche stehen nämlich eingefroren/erfroren? auf dem Beet und ich musste welchen aus konventionellem Anbau vom Türken kaufen. Das macht ja auch immer viel aus.

    1. Oli@Landidylle Autor

      Cistustee trinke ich auch seit ein paar Wochen (Empfehlung von der Baumfrau). Ich habe schon den Eindruck, dass er mir gut tut, aber diese extrem hartnäckige Erkältung, die derzeit überall grassiert, hat er auch nicht in den Griff bekommen. Ich habe volle Breitseiten abgefeuert hinterher: Propolistinktur, Holunder, Salzwasserspülung, Cistus, Ingwer, Meerrettich ähhh, Zitronentee, Zwiebel- und Rettichsirup …

      Irgendetwas ist anscheinend im Busch, dass so viele Menschen so irrsinnig lange und oft mit Infektionen zu kämpfen haben seit ein paar Monaten und teilweise auch richtig flach liegen.
      Gute Besserung weiterhin für dich!

      Antwort
      1. natuerlichjesus

        Danke, das wünsche ich dir auch 💚

        Heißes Wasser mit Zitrone und Ingwer trinke ich auch täglich. Propolis ist noch n guter Tipp. Hab ich auch im Küchenschrank.
        Wie nutzt du das?

      2. Oli@Landidylle Autor

        Die Baumfrau hat mir eine stark alkoholische Propolis-Lösung gegeben. Im Falle von Propolis ist es wohl besonders wichtig, einen wirklich hochprozentigen Alkohol zum Lösen zu benutzen. Ich habe 15-30° in etwa 100ml Milch gegeben und auf Ex getrunken. Mit öligen Flüssigkeiten sollen sich die Wirkstoffe wohl besser aufnehmen lassen (oder so, ich hab das mit Fieber umnebeltem Hirn gelesen, keine Garantie 😀 )
        Ich glaube, Propolis ist echt gutes Zeug. Da will ich selber auch mal was ansetzen wenn ich die richtigen Quellen habe.

      3. natuerlichjesus

        Ich hab vom Imker des Vertrauens eine stark alkoholische Propolis Lösung bekommen. Wenn ich davon was hatte denkt mein Umfeld immer ich hätte Jägermeister getrunken 😂

      4. Oli@Landidylle Autor

        Ich würde dieses Jahr so gerne mit eigenen Bienen starten! Vielleicht schaffe ich es immerhin, einem Imkerkurs zu besuchen.
        Bezüglich ‚was die Leute so denken‘ ist mir neulich der Gedanke gekommen – während ich mitten am Tag während ich Auto fuhr und eine Rumkugel ass – dass da durchaus doch auch Leute auf die Idee kommen könnten, dass ich Alkohol getrunken haben könnte und fahruntauglich bin. Nach dem gedanken kam ich mir richtig beschwipst vor und hatte ein furchtbar schlechtes Gewissen. (Wahrscheinlich war nur Rumaroma drin … hahaha)

      5. natuerlichjesus

        Warscheinlich war (leider) wirklich nur Rumaroma drin 😀
        Mit einem Imkerkurs liebäugle ich auch schon eine ganze Weile. Macht aber für mich aktuell wenig Sinn, weil ich zwar einige Gärten bewirtschaften darf, aber niemand wird dort Bienen haben wollen. Bis ich wirklich einen eigenen habe werden noch ein paar Jahre ins Land gehen.
        In dem Kurs hier bei uns sind im Preis zwei Bienenvölker inklusive. Wäre schade drum wenn ich die nicht nutzen könnte

      6. Oli@Landidylle Autor

        Heissa, 2 Bienenvölker inklusive hört sich super an! Warum würde denn niemand in den Gärten Bienen haben wollen? Ist doch nur gut für den Ertrag/die Bestäubung.

        Ich habe grad mal nachgesehen: hier bei mir um die Ecke startet übermorgen ein Anfängerkurs. Urghs. Bauchgrummeln. Morgen wäre Anmeldeschluss.

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