Stinknormale Gewürzgurken/Essiggurken

Im Lauf der letzten Jahre habe ich einige Gurkenrezepte ausprobiert und kreiert. Sowohl zum milchsauren Vergären vulgo Einlegen als Salzgurke, als auch zum Einkochen als Essiggurke. Was bislang eher von durchwachsenem Erfolg gekrönt war, waren saure Gurken als Ganzes eingekocht. Entweder sie wurden schrumpelig und hart oder viel zu sauer. Und nach kurzer Recherche stellte ich schon vor einigen Jahren fest, dass ich mit dem Problem längst nicht alleine war. Woimmer Kommentare unter den Rezepten zugelassen waren, konnte man meist auch gleich die Berichte aus der Praxis von denen lesen, die sich in gutem Glauben direkt an das jeweilige Rezept gemacht hatten.
Gerne habe ich gemutmasst, dass Branntweinessig verwendet wurde und unterstellt, dass dieser wohl eher nicht zu einem überzeugenden Ergebnis führt.

Dieses Jahr wollte ich es mal wissen, sowohl als auch. Zum einen finde ich es schon ziemlich erstrebenswert, ganze saure Gurken als Wintervorrat zu haben und gerne auch mal eine Charge in der Geschmacksrichtung stinknormal; zum anderen wollte ich selber mal testen, was an meiner Abneigung gegen Branntweinessig nun wirklich dran ist.
Immerhin gibt es ja auch viele Menschen, die mehr oder minder angewiesen auf diese Art sind, sei es aus wirtschaftlichen Gründen, oder weil es in ihrer Pampa noch weniger Auswahl gibt als in meiner.

Ich griff also bei Gelegenheit zu Branntweinessig und auch zu einer Standard-Gewürzmischung für Essiggurken mit der man auch Bratheringe und Sauerfleisch einlegen können soll.
Etwas wirklich Schlimmes ist an dieser Fertigmischung nicht dran, zumindest sind keine verdächtigen Zusatzstoffe deklariert, sondern sie besteht ganz banal aus Senfsaat, Pfeffer, Dill, Lorbeer, Ingwer, Chili, Nelken und Piment. Und ist ausserdem mächtig retro.

An die vorgeschlagene Zubereitung hielt ich mich nicht, aber ich nahm interessiert zur Kenntnis, dass auch hier Essig und Wasser 1:1 benutzt und etwas Zucker und Salz zugesetzt wird.
Über verschiedene sichere Mischungsverhältnisse bei der Herstellung von Essiggurken hatte ich ja bereits ausreichend sinniert.

Das waren meine Zutaten für etwa 4 Kilo Gurken:

  • 1000ml Wein-Branntweinessig
  • 500ml Bianco Condimento
  • 1000ml Wasser
  • 4 gestr. EL Salz
  • 300g Zucker
  • 2 große Zwiebeln
  • 1 Packung Gewürzmischung mit Senfsaat, Pfeffer, Dill, Lorbeer, Ingwer, Chili, Nelken und Piment

Die Gurken werden penibel gewaschen und abgebürstet, die Enden eingekürzt und dann über Nacht in Salzwasser gelegt. Ich gebe etwa 8EL Salz auf ca. 10l Wasser.

Am nächsten tag die Gurken abtrocknen und zusammen mit den geschnittenen Zwiebeln und den Gewürzen in sehr saubere Gläser schichten.

Die Essige und das Wasser aufkochen, Zucker und Salz einrühren und auflösen, die Mischung auf die Gläser verteilen und über die Gurken giessen.

Dabei kann es schon bleiben, die Gurken müssen jetzt nur noch durchziehen und könnten dann verwendet werden. ich persönlich bin ja immer etwas pieschig mit Lebensmittelhygiene und koche die Gurken nochmal ein, nachdem sie komplett in den Gläsern erkaltet sind.
30 Minuten bei 90°C ist laut der Firma Weck empfohlen und darauf vertraue auch ich.

Was soll ich sagen? Asche auf mein Haupt. Man kann diese Gewürzgurken sehr gut essen! Trotz Branntweinessig in der Mischung und natürlich fügt die Gewürzmischung aus der Tüte dem ganzen auch keinen Schaden zu. Diese spezielle Mischung ist mir zwar etwas zu nelkenlastig, aber für Hamburger oder Hot Dogs dürften diese Essiggurken genau so perfekt sein.

Ich habe bei der Gelegenheit übrigens auch gleich mal mexikanische Mini-Gurken (Melothria) eingekocht aber noch nicht verkostet. ich bin ganz gespannt und werde nach dem Geschmackstest hier berichten.

 

2 Gedanken zu „Stinknormale Gewürzgurken/Essiggurken

  1. Cooketteria

    Konnte dieses Jahr auch zum ersten Mal Minigurken einlegen. Allerdings hat mich das Ergebnis nicht gerade aus den Socken gehauen. Sie sind ganz okay, aber ich bevorzuge den eingelegten Portulak (z.B. für Sandwiches, Burger und Co.). Hängt vielleicht auch mit dem Format zusammen… 😉

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Eingelegter Portulak … ich merke schon, es ist dringend Zeit, mal wieder bei dir vorbeizuschauen. Klingt ja spannend.
      Ach, und über das Joghurt-Experiment, was du mal empfohlen hattest, will/muss ich auch noch was schreiben.
      Die Minigurken habe ich im eingelegten Zustand noch nicht verkostet, roh finden wir sie gut, vor allem eine schöne Erfrischung direkt im Folientunnel von der Pflanze genascht.

      Antwort

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