Gartenrundgang Ende August

Nachdem es schon seit Wochen etwas herbstelt, kann man nun mit Fug und Recht behaupten, dass der Altweibersommer da ist. Urplötzlich und wie aus dem Nichts tauchen überall monströse Spinnen auf und weben ihre filigranen Netze in Windeseile quer durch den Garten. Morgens hängt darin der Tau und glitzert im schönsten Licht des Jahres wie kleine Glasperlen.
Katzentiere sitzen und liegen lasziv und dekorativ herum als ginge es um ein Fotoshooting für einen landlustigen Kalender.
Ich habe längst gegen das unbändige Wachstum im Garten verloren, weite Teile sind derzeit nicht begehbar weil zugewuchert und die über den Sommer gehätschelten Pflanzen schenken uns nun nochmal eine reiche Ernte, bevor sie zu einem Gutteil das zeitliche segnen.
Zeit, nochmal schnell diese wunderschöne Stimmung einzufangen, bevor der erste Frost einen großen Teil der Pracht zusammenfallen lässt …

Obwohl dieses Jahr mit irrwitzigen Schneckeninvasionen und dem sehr nassen und kalten nordischen Sommer unter keinem guten Stern stand, was die Kulturpflanzen angeht, gibt es doch einiges zu ernten. Die Buschbohnen produzieren immer noch ein wenig, obwohl die Schnecken redlich bemüht sind, eine Ernte durch Menschen zu verhindern. Das dreimalige Nachlegen der Bohnensamen hat sich also doch gelohnt.

Die Kohlpflanzen, die ich dringend als Wintervorrat brauche und als solchen auch mehr oder weniger fest eingeplant habe, wurden am Anfang der Saison zunächst zu etwa 2/3 komplett aufgefressen, dann zum Teil von Kohlweißlingen heimgesucht und nun sitzen die Nacktschnecken direkt in den zarten Köpfen.

Ich möchte dringend versuchen, die Schneckenbarriere der Baumfrau an unseren Hochbeeten zu installieren. Es wird nicht einfach sein, da sie organische Formen haben, aber irgendetwas muss passieren, wollen wir uns ernsthaft selbst versorgen.

Porree steht wiedermal gut da, der Hühnermais bildet endlich Kolben. Ob diese noch vernünftig ausreifen?

Die Freilandgurken haben die ersten kalten Nächte nicht überstanden und sind durch. Der selbst ausgesamte Feldsalat sieht prima aus und dieses Jahr werde ich nicht den Fehler machen, ihm eine vermeintliche Schutzschicht aus Laub zu schenken. Bei unserer Witterung wird das über Winter nämlich keine fluffige, warme Decke, sondern ein matschig-nasses Grab, in welchem man erstickt.

Die Körnerbohnen reifen so langsam ab, ich werde die frühreifen wie gehabt als Saatgut benutzen und den Rest verkosten. Besonders gespannt bin ich auf die Raritäten Tiger’s Eye und Rotbeerbohne.

Blick auf die Weide der Wasserbüffel

Im Folientunnel habe ich jeweils am Anfang und am Ende links und rechts vom Eingang einen 600l-IBC-Tank als Wasser- und Wärmespeicher in Position gebracht. Keine Woche zu früh wie sich zeigte. Die kleinen Tanks passen perfekt in das Gewächshaus und es ist unheimlich komfortabel dort Wasser zu zapfen im Vergleich zu den Regentonnen. Und überhaupt sind die wunderschönen Eichenfässer als Regentonnen im Plastiktunnel viel zu schade – sie werden einen Platz an markanterer Stelle bekommen.

Ansonsten ist das Wachstum auch im Folientunnel ausser Rand und Band geraten, Kürbisse, Melonen und Gurken ranken mit ihren Tentakeln innerhalb eines Tages über den Laufweg und ‚geben sich die Hände‘. Im Blättergewirr verbirgt sich eine unbekannte Anzahl Kürbisfrüchte.
Ich habe kaum eine andere Frucht so argwöhnisch im Blick wie meine Kürbisse, denn mein inneres Eichhörnchen will, dass die so wunderbar lagerbaren, leckeren und gesunden Früchte in mehr als ausreichender Anzahl als Wintervorrat zur Verfügung stehen.

Über die Tomaten habe ich jegliche Kontrolle verloren, nächstes Jahr versuche ich sie nach alter Väter Sitte zu erziehen. Die warme Luft im Folientunnel hängt voll vom süßen Duft der reifen Melonen und mit etwas Glück reifen sogar meine Luffa-Gurken noch aus, sodass ich Naturschwämme aus eigenem Anbau habe.

 

Mein Zuckermais Yucon Chief, der eine extrem kurze Reifezeit haben und trotzdem große Kolben hervorbringen sollte, ist nicht so geraten wie erhofft.
Die Befruchtung war anscheinend zum Teil nicht optimal und ausserdem treiben einzelne Maiskörner direkt am Kolben schon wieder aus.
Die vernünftig befruchteten Kolben sind auch eher zierlich obwohl sie direkt im Pferdemist wuchsen. Ich bin mir unsicher, ob ich der Sorte noch eine zweite Chance an einem besseren Standort gönnen soll.

Im unteren, wilden Bereich des Gartens wächst mir an sich nur das Gras über den Kopf. Da könnten die lang ersehnten Schafe helfen.
Die Apfelbäume tragen gut, Kräuter, Blattgemüse und Exoten stehen gut da, der Rankobelisk für die Stangenbohnen ist dieses Jahr noch nicht vom Sturm gefällt worden, viele Gemüsepflanzen sind in Saatgutproduktion übergegangen und ich werde wohl trotzdem den zweiten Hochbeetgarten, den Palettengarten abbauen und im Folientunnel platzieren.

Oben am Hofplatz hat sich das um das Haus laufende Hochbeet schön entwickelt, einzig die Weinreben haben längst nicht soviel Zuwachs gehabt wie erhofft.
Das 20cm-Hochbeet auf der Mistplatte ist immer noch schön anzusehen, zwar klaffen erste Lücken, wo Kornblumen und Kartoffeln gerodet wurden, aber Echinacea und die Samenstände der Königskerze machen das locker wett.

Und das war’s auch schon für heute. Es warten einige Neuankömmlinge darauf, ihren Platz zugewiesen zu bekommen und vielleicht gibt es beim nächsten Rundgang schon die Investition in die Zukunft in Form von Bäumen zu sehen!

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerkenMerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

9 Gedanken zu „Gartenrundgang Ende August

  1. Anja

    Toller Rundgang! Die Tunnelfotos sind schwer ertragbar, ich verfärbe ins Dunkelgrüne. Ich bin ja grade auf dem Schmetterlingstrip: falls du es nicht wußtest, deiner ist ein Nierenfleck-Zipfelfalter. Die Raupen leben voralem auf Schlehen- und Zwetschgenbäumen. Hier im Hamburger Norden gibt es dieses Jahr ganz wenig Äpfel, fast alles erfroren.

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Ich erneuere meine Einladung, noch kannst du hier Melonen schlemmen! Ich höre das oft, dass viele dieses Jahr kaum oder keine Äpfel haben, spannend, dass ausgerechnet unsere Senke am Nordhang es so gut überstanden hat. Vielleicht habe ich zum nächsten Frunslüüt-Treffen Äpfel dabei! Vielen Dank für die Bestimmung des Falters, das ist sehr interessant.

      Antwort
      1. Alex

        …und wenn wir Glück haben, sehen wir sie im nächsten Jahr wieder und prächtiger auferstehen! Pass auf deine beiden grünen Daumen auf 🙂
        LG Alex

    1. Oli@Landidylle Autor

      Oha, na lecker. Das klingt nach Wohnungskatzen? Ich meine mich erinnern zu können, dass meine Wohnungskatzen damals auch ihre Jagd verlegt haben auf alles lebendige zappelnde, flatternde, kriechende.

      Und diese Spinnen würden sogar sättigen …

      Antwort

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s