Das war der November (Willkommen Dezember)

So unvollständig kann ich das ohnehin schon sehr lückenhafte Bloggerjahr 2018 nicht ausklingen lassen, hier kommen noch schnell die Impressionen aus dem November.

Nachdem es im Oktober 1-2 Fröste gab, die ein wenig Vorgeschmack auf den Spätherbst machten und einige wärmeliebende Pflanzen dahinrafften, wurde es zwischendurch wieder angenehm mild. Schöne, klare, sonnige Tage mit stellenweise noch buntem Laub an den Bäumen und am Boden wechselten sich mit nasskalten Nebeltagen ab, an denen es nie hell wurde. Aber diese Tage sind wir hier oben im Herbst und Winter ja gewohnt und zumindest in unserer Familie wird viel über den ersehnten Wendepunkt, die Wintersonnenwende gesprochen.

Und auch St. Martin gehört natürlich in diese dunkle Zeit. Die Tochter hat Laternen gebastelt, sowohl im Kindergarten als auch komplett alleine zuhause. Das selbst entworfene und umgesetzte Einhorn hat dann leider noch eine Echthaarmähne bekommen – mal wieder hat das Kind zur Schere gegriffen und sich die gerade wieder länger gezüchteten und von Friseurhand gerichteten Haare abgeschnitten.

Sei es drum, der Kopf unter den Haaren ist kreativ und eigenwillig. Die Laternen wurden bei 2 verschiedenen Umzügen ausgeführt und wir sahen der Adventszeit mit all‘ den Lichtern entgegen.

Im Garten wurde es höchste Zeit, die letzte kälteempfindliche Ernte einzufahren, junge Bäume mit Vlies zu schützen und die Pflanzen ins Haus zu holen, die warm überwintern müssen. Alle konnte ich vermutlich nicht retten und auch der Folientunnel ist in einem erbarmungswürdigen Zustand. Noch nicht ausgeräumt, die Hälfte der Pflanzen vertrocknet, die andere Hälfte verschimmelt. Ab nächstem Jahr muss das besser werden und Ziel ist, den Tunnel rund ums Jahr zu nutzen.

Das interessante Fazit im nicht ausgeräumten Tunnel:

  • Tomatenpflanzen sterben als erstes am Frost
  • Paprikapflanzen halten leichte Fröste aus und tragen bei mildem Wetter lange in den Herbst hinein
  • Physalis toppt sie alle, lebt und reift
  • Inkagurke scheint noch unempfindlicher gegen Kälte zu sein als alle vorgenannten, leider hat sie hier nicht gefruchtet
  • Süßkartoffeln geben auch in Böden einen guten Ertrag, der im zweiten Teil der Saison staubtrocken fällt, sie wuchsen schon aus dem Boden raus. Leider gab es Mitesser.
  • Yacon im Folientunnel war Mist, draussen hatte ich immer bessere Erträge und größere Pflanzen
  • Ich schaffe es nie, mehr als eine (zugegeben gigantische) Frucht am Moschuskürbis zu haben, vermutlich muss man die Ranken wirklich einkürzen

Einen großen Verlust hatte ich im November zu beklagen, mein treuer deutscher Rappe, mit dem ich seit 9 Jahren durch dick und dünn gefahren bin, über Glatteis auf starkem Gefälle, durch tschechische Schneeverwehungen, über Berge, durch Schlaglöcher, Nebel mit Sichtweiten bis zum Ende der Motorhaube; mein Packesel mit Allradantrieb, der Platz für alles hatte, was ich jemals transportieren wollte und Zuglast für den Rest, mit vielen, vermutlich viel zu vielen Pferdestärken und dem zuverlässigsten V6 Einspritzer den ich kenne, mein sparsamer Turbodiesel mit dem geringen Verbrauch und der Ausstattung eines Luxuswohnzimmers musste von mir gehen. Mein schlechtes Gewissen wird mich wohl noch eine Weile begleiten und das neue Vehikel, über welches ich an dieser Stelle nicht viele Worte verlieren will, erinnert mich jeden Tag an den schmerzlichen Verlust. Fahre in Frieden mein Audi A6 Avant V6 TDI mit Vollausstattung, du warst jeden Cent wert, das weiss ich nun. Das war Liebe.


Auch die Kinder lieben sich heiß und innig, man kann sich gar nicht vorstellen, dass Eifersucht so ein großes Problem ist. Wie beeinträchtigend sowas sein kann gehört zu den Geheimnissen der Elternschaft; kaum einer wird dich vorwarnen, dass gewisse Situationen auftreten können und wie nervenaufreibend, schmerzlich, zeitfressend, sozial isolierend das dann werden kann.

Das Baby hat eine Leidenschaft für gutes Essen entwickelt (Paprika, Rehhack, Auberginen & Reis, grüne Oliven, Zistrosentee, Orangen, Feta, Kakis, Physalis) und wird langsam un-trag-bar an Gewicht für Leute mit schwachem Rücken wie mich. Die große Tochter wiegt mit 5 Jahren zarte 20 Kilo und das Baby mit 7 Monaten bereits 10!

Ja, das große Kind ist nun tatsächlich schon 5 Jahre alt, ein Vorschulkind! Kann mir mal einer sagen, wo die Zeit geblieben ist?
Und die Horrorpuppe, die in der allgemeinen Unordnung im Kinderzimmer ‚einfach so‘ kaputtging, finde ich wirklich verstörend, gruselig oder?

Auch im November habe ich ausgemistet, weggeworfen und Gesammeltes verkauft. Stück für Stück, Karton für Karton geht es voran. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis das Haus so übersichtlich ist, wie ich es mir wünsche. Falls jemand Interesse an gezeigten Dingen verspürt, schreibt mir. Noch ist nicht alles verkauft aber einige Dinge werde ich auch behalten.

Wie immer sind wir auch in diesem Herbst scharf auf fremder Leute Laub, was anderswo für teures Geld entsorgt wird, nehmen wir gerne als Rohstoff, Dünger, Mulchmaterial, Einstreu, Basis für Kompost, Winterschutz an.
Vermutlich werde ich ein Schild (ähnlich diesem) malen und an den Zaun hängen, welches uns als kostenneutrale Laubannahmestelle ausweist – als kauzig gelten wir bei manchen vielleicht ohnehin schon und wer weiss, vielleicht setzt sowas bei einigen ja auch Denkprozesse in Gange. Stichwort #Kreislauf

Für Heinzis Fanclub noch ein wenig Cat Content; er hat nach etwa 2 Jahren endlich den Katzenkorb im Windfang angenommen, den ich extra für sein Wohlbefinden, passend zum Stil des Raumes für teures Geld erstand. Fügt sich doch chic ein, der Kater.

Ach, und beim Tauschtreffen der norddeutschen Frunslüt war ich auch wieder, es ist eine schöne Tradition geworden. Das Regelwerk besagt, dass keine Männer anwesend sein sollen, das Baby war die erste und einzige Ausnahme und der Grund, warum ich viel früher wieder heimfahren musste, als ich es mir gewünscht hätte.
Ich geniesse es so sehr, angeregten Kontakt mit Gleichgesinnten zu haben. Zwar habe ich das Glück, auf solche Kontakte auch hier in meiner Region zurückgreifen zu können, aber auf das alljährliche Tauschtreffen im November freue ich mich immer besonders.

So, das war der November und ich bin hiermit offiziell wieder im Tritt. Mal sehen wie lange. Mir fehlt es schon, regelmässiger zu bloggen, insofern besteht die begründete Hoffnung, dass die Beiträge wieder häufiger kommen. Alles hat seine Zeit.

4 Gedanken zu „Das war der November (Willkommen Dezember)

  1. Alex

    Wieder ein schöner Artikel von dir, Oli 🙂 Ich musste ein paar mal herzlich lachen! Das Einhorn ist toll – es erinnert mich an ein Werk eines Zeichners, aber ich komme nicht drauf, welchen. Und nein, nicht Picasso. Dass das Baby sich so früh zum Feinschmecker entwickelt, betrachte ich als eine gute Nachricht, wobei Oliven und Feta mit ihren Bitter- und Sauer Anteilen doch ganz erstaunliche bevorzugte Leckerbissen sind.
    Was Autos angeht, gebe ich mich eigentlich immer emotionslos, aber auch wenn ich immer noch einen viel kleineren Wagen als deinen (ehemaligen) A6 fahre, hatten sie alle einen Namen, ganz privat…
    Und zum Schluss sieht es wirklich so aus als wäre die Katze zuhause angekommen.
    Alles liebe
    Alex

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Vielen Dank für dein Feedback Alex, das motiviert mich. Und schön, dass du herzlich lachen konntest, so ist es ja auch gedacht. 🙂
      Die Tochter hat als kleines Kind auch gerne Oliven gegessen und saure Gurken, ich anscheinend auch. Für mich war es nur wenig erstaunlich aber ich kenne Leute, die sich das heute nach über 4 Jahren immer noch als Anekdote erzählen. Vielleicht muss man Kindern einfach mehr zum Testen geben?
      Bislang hatte noch keines meiner Autos einen Namen, aber mit dem Rappen war ich wirklich verwachsen, der hat gepasst wie angegossen. Schade drum, aber es nützt nichts – und trotz aller Sparsamkeit und Effizienz sind die besten tage von Dieseln in diesem Land wohl gewesen …

      Liebe Grüße!
      Oli

      Antwort
  2. Stefanie

    Liebe Oli, als bekennedes Mitglied des Heinzi-Fanclubs: herzlichen Dank! (Sehr stylish, das neue Appartement.) Und dann noch: fröhliche Weihnachten, Stefanie

    Antwort

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