Das war der März (Willkommen April)

Willkommen April! Erste wirklich warme Tage stehen uns bevor, die Pflanzen werden sich mit unbändiger Kraft entwickeln, die Natur nach langem Schlummern wieder laut und vital erwachen und jeden Tag verändert sich im April durch die rasante Entwicklung das Panorama.
Im März allerdings ging die Entwicklung noch langsam voran, zwar blühten sowohl Frühlingsboten als auch Mandel, Pfirsich und Aprikose und sämtlich Vögel – auch die Hühner – sind voll im Reproduktionsmodus gewesen, aber es hing bisweilen noch etwas düstere und schwermütige Stimmung in der Luft.

Im Hause Landidylle fing der März damit an, dass uns die Grippewelle heimsuchte. Während die Tochter die Viren nach 24 Stunden Schlaf fertig bekämpft hatte und der Gatte von vornherein verschont blieb, waren das Baby und ich voll betroffen. Ich kann mich nicht mehr an alles erinnern, aber mit 40°C Fieber ein ebenfalls wirklich krankes Baby zu versorgen und natürlich weiter zu stillen war grenzwertig und sehr kräftezehrend.
Als nach einer Woche alles überstanden war, folgte das vielseitige Rekonvaleszenz-Programm im Selbstversorger-Haushalt:
Berge an Wäsche hatten sich angesammelt, der Folientunnel musste noch ausgeräumt werden (Memo an mich selbst: sowas wirklich besser vor dem Winter machen!), die frostempfindlichen Neuanpflanzungen wollten ihre Blüten in die Sonne strecken und den Winterschutz-Mantel ablegen, frische Kräuter mussten geerntet werden und jede Menge Eier verwertet.
Gerichte im März waren beispielsweise Pfannkuchen mit dem letzten Apfelmus und Schütteljohannisbeeren, Omelett mit Bärlauch, Rührei mit Schnittlauch, Spiegelei, gekochtes Ei, eierlastige Kuchen …
Der Spätwinter und das frühe Frühjahr fallen ja (treue Leser wissen Bescheid) in die Zeit der hungry gap; die Vorräte gehen zur Neige und ausser Eiern und Kräutern gibt es noch nicht viel Frisches.

Nachdem wir den Plan in den vergangenen Jahren irgendwie aus den Augen verloren haben, füttere ich nun die Wildvögel nach dem Winter weiter. Zur Ganzjahresfütterung gibt es wie immer gegensätzliche Meinungen, ich beobachte, dass die Vögel bei weitem nicht genug zu fressen in der ‚Natur‘ finden (wo gibt es hier eigentlich noch Natur? Ich sehe in Schleswig-Holstein eigentlich nur Kulturlandschaft). Ich beobachte noch immer einen Rückgang an Insekten auch wenn wir dieses Jahr gefühlt mehr Marienkäfer und Hummeln haben; was also sollen die Insektenfresser denn zu sich nehmen und womit sollen die Wildvögel ihre Brut in den Nestern füttern?
Wir tun in diesem Garten soviel für Insekten, Fledermäuse, Kröten, Schnegel, Eichhörnchen, Igel, Vögel – da ist es wohl nur konsequent den Piepmätzen auch in dieser Hinsicht unter die Arme zu greifen bevor ganze Generationen ausfallen. Ich hoffe, dass es irgendwann einmal nicht mehr notwendig sein wird, aber derzeit ist es leider notwendig.
Uns besuchen nun Heerscharen von Spatzen, dazu Blaumeisen, Kohlmeisen, Schwanzmeisen, Buchfinken, Rotkehlchen, ein Specht und sogar Stare vollführen akrobatische Übungen, um etwas von dem guten Futter mit Mehlwürmern zu erhaschen.
Mich erfüllt es mit Freude, wenn ich aus dem Fenster sehe und zu den verschiedenen Tageszeiten die verschiedenen Vögel an den Futterstellen beobachten kann. Tagsüber ist es nie leer dort und wenn man unseren Hof betritt, empfängt einen ein lautes, vielstimmiges Konzert. Denn auch wer nicht gerade an der Futterstelle weilt oder seinen Nachwuchs versorgt, lässt sich natürlich gerne in der Nähe der Versorgungseinrichtung nieder. Besuchern fällt es sofort auf, dass bei uns im Gebüsch und in den Bäumen gut vernehmbar ein reges Treiben herrscht.

Immer im März ist aber auch in unserem alten Haus ein reges Treiben; in der Küche tauchen vermehrt Wespen auf und im Badezimmer viele kleine Wildbienen. Wir wissen nicht, woher sie stammen aber leider finden wir sie oft nicht rechtzeitig und so liegen am Boden dann die Toten.
Hat jemand von euch zufällig eine Erklärung für dieses Phänomen? Das Haus ist zwar alt und die betreffende Seite noch nicht fertig saniert, aber es gibt eigentlich auch keine so großen Spalte im Fensterrahmen oder sonst wo, dass Insekten hindurch krabbeln könnten.

Das war im Schnelldurchlauf der März. Es folgt hoffentlich sogleich der nachgereichte April.

2 Gedanken zu „Das war der März (Willkommen April)

  1. andersistauchgut

    Hallo liebe Oli,
    bei mir sind im Frühjahr ebenfalls mehr Vögel an der Futterstelle zu finden, als im Winter. Dabei habe ich nicht mal so etwas luxuriöses wie Mehlwürmer anzubieten 😀
    Ein Zeichen, dass das Zufüttern in der wärmeren Jahreszeit hilfreich ist. Denn, frisches Futter in Form von Insekten wird immer bevorzugt.

    Liebe Grüße! Gabi

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Grüß Dich Gabi 🙂
      Ich hatte mir zuletzt Gedanken darüber gemacht, ob man mit der Ganzjahresfütterung wohl auf faule, lebensunfähige Wildvögel selektiert. Aber nun beobachte ich seit Tagen eine Kohlmeise, die systematisch meine Fensterlaibungen nach Spinnen und den Insekten in den Spinnennetzen absucht (hab’s gerade bei Instagram gepostet), was mich sehr erfreut. Du hast also sicher recht, frische Insekten werden immer bevorzugt.

      Liebe Grüße, Oli

      Antwort

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