Ricotta-Gnocchi mit Salbei-Sugo (und gebratenem Chicorée auf Manouri)

kaesegnocchi-in-sugo

Da ich in meiner kleinen Einöde Idylle ein wenig von der medialen Außenwelt abgeschnitten bin, erreichen mich manche Informationen eher spät. Ich habe festgestellt, dass das recht heilsam sein kann, denn die Dinge, die uns direkt betreffen & Neuigkeiten aus der Region erfährt man ohnehin. Ob man will oder nicht.
Vielleicht ist es also diesem entrückten Umstand geschuldet, dass ich anonymekoeche.net bislang nicht kannte. Zumindest bin ich neulich auf die Seite gelangt und habe mich direkt festgelesen. In sympathischer Form beschriebene, ansprechend fotografierte Gerichte, die – soweit ich es überschauen kann – wohl zumeist der arme-Leute-Küche zuzuschreiben sind. Genau unser Ding also.
gnocchi-in-sugoNur dass wir arme Leute in Deutschland sind und nicht in Italien und Dinge wie Ricotta und Parmesan teuer einkaufen müssen. Egal, einige Gerichte klingen so schmackhaft, dass man die Zubereitung nicht auf die lange Bank schieben kann. Ich entschied mich für Gnocchi aus Ricotta, Parmesan und einer Spur Mehl – unter anderem auch deswegen weil ich herausfinden wollte,ob die Textur wirklich so samtig wird, wie sie sich anhört.

Claudio Del Principe schreibt, dass dieses Gericht einen innerhalb von 30 Minuten nach Italien befördert und ich kann bestätigen: ja, die Zubereitung geht sogar beim ersten Mal wirklich schnell von der Hand. Zwar habe ich geringfügig länger als 30 Minuten gebraucht, habe aber dazu noch gebratenen Chicorée mit Heidelbeer-Balsamico auf Manouri vorbereitet, das Kind gewickelt und mehrmals von der Küchenarbeitsfläche gepflückt, wo es getanzt hat wie ein Derwisch. Und wie das bei Derwischen so ist: wenn man sich lange genug im Kreis dreht bekommt man Kontakt zu Übersinnlichem oder dem harten Boden, was ich vermeiden wollte. Sowohl als auch. Für’s erste.

gebratener-chicoree

Ich habe 250g Ricotta mit 50g Parmesan und etwa 130g Weizenmehl 550 schnell glattgerührt, auf einer bemehlten Arbeitsfläche schmale Würste gerollt und Abschnitte von einem Zentimeter abgeschnitten. Diese dann direkt portionsweise in kochendes Salzwasser gegeben. Während ich die nächste Portion geschnippelt habe, war die vorherige fertig und wurde in einen Bräter mit Salbei-Sugo gegeben und dort sofort gewendet wie empfohlen. Dort saugen die Nocken sich dann schön mit der schmackhaften Tomatensauce voll anstatt zu verkleben, was der Fall wäre, würde man sie im Seiher deponieren.gnocchi-selber-machen

Die Textur ist tatsächlich wie von mir erwartet wie Samt und die Idee, Salbei ins Sugo zu tun war vortrefflich. Der gebratene Chicorée passt perfekt dazu und ich bin überzeugt, dass ich diese Käsegnocchi öfter machen werde. Notfalls auch gegen den Widerstand des Hausherrn, der lieber ‚lange Nudeln‘ gehabt hätte. Tz!

30minuten-mahl ricotta-gnocchi

13 Gedanken zu „Ricotta-Gnocchi mit Salbei-Sugo (und gebratenem Chicorée auf Manouri)

  1. borretsch

    Wirklich, der Hausherr, tzzzz, ist wohl in diesem Falle, kein Gourmet.
    Das was du da gezaubert hast, sieht einfach himmlisch aus, dachte zuerst an Erdbeersoße und süße Gnocchi, ist bestimmt auch machbar, aber herzhaft ist es bestimmt auch super lecker.
    Ich habe erst vor kurzen Kräuter-Gnocchis gemacht und weiß wie viel Arbeit diese machen, Respekt, dass du so schnell warst…jetzt habe ich Hunger.

    Mahlzeit 😀

    Grüne Grüße
    Mion

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Ach er lobt mich aber dafür auch sehr, sehr oft. 🙂
      Ich finde, dass ich uns supergut bekoche dafür dass es oft zwischen Tür und Angel und meistens zum sehr niedrigen Preis passiert – aber das sieht er auch so. Nur manchmal ärgere ich mich wirklich, wenn ihm so ausgezeichnete Dinge nicht schmecken, da muss ich aufpassen, dass ich es nicht persönlich nehme.
      Ich wollte z.B. die nächsten Tage Ravioli mit Ricotta-Bärlauch-Füllung machen … als ich das erwähnte, gab es ein langes Gesicht!
      Sowas verstehe ich einfach nicht, also im Sinne von „Es geht mir nicht in den Kopf, wie einem sowas nicht schmecken kann“ 😀
      Naja …
      Erdbeersauce mit süssen Gnocchi ist auch eine feine Idee!
      Bei dem herrlichen Wetter gerne auch als Eis 8)
      Liebe Grüße, Oli

      Antwort
      1. borretsch

        Vielleicht braucht er noch ein wenig bis sein kulinarischer Gaumen diese Reise gerne nimmt. Bei meinem Mann war es ähnlich, mittlerweile kann ich fast alles kochen, bis auf Gerichte mit Porré, da wird außer dem Abstandsteller nicht mehr gegessen…
        Aber Ravioli, selbstgemacht, würden wir bis auf den letzten Krümel vernichten 😀
        Man muss sie nicht verstehen nur lieben, dann hauts…naja..
        Ansonsten tröstet uns dann ein leckeres Eis mit Erdbeersoße…yummy

        Grüne Grüße
        Mion

      2. Landidylle Autor

        Du hast recht, das kann sein. Er hat früher auch schon von anderen Dingen behauptet, dass er sie nicht mag. 🙂
        Ja, so ein Eis würde ich jetzt gerne verschlingen, die Sonne scheint so schön und gestern Abend hatten wir um 17 Uhr noch 22°. HERRLICH!

      3. borretsch

        Herrlich…das glaube ich dir…bei uns war die Sonne nicht so großzügige, erst an Nachmittag hat sie geschienen. Wir haben uns dann ein Eis geholt und sind in den Garten. War eigentlich auch herrlich 😀

  2. Doris

    Nudeln aller Art sind auch nicht mein Fall , egal welche Form. Da ich alleine lebe kann ich ohne Rücksicht aussuchen was ich koche .
    Parmesan ( fertig geriebenes ) habe ich nur ein einziges Mal gekauft und das war für ein Steinpilzsouffle .
    Der gebratene Chicoree war sehr gut , ich hatte allerdings nur Himbeeressig , nicht mal selbst hergestellten .

    Antwort
  3. gartenstreifzug

    Dieses Foto mit den bemehlten Gnocci sieht super aus! und vor allem äußerst appetitanregend. Werde ich auf alle Fälle nach kochen, vielleicht geschwenkt in Bärlauchbutter. Ich freu mich schon darauf.
    Liebe Grüße Arlene

    Antwort

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