Total saisonal: Wildschwein-Pilz-Pfanne mit Cranberries

Dank des feuchten Wetters hier in Mittelholstein gab es eine sehr gute Pilzsaison und wir haben viele, viele Stunden in verschiedenen Wäldern beim Sammeln von Röhrlingen aller Art verbracht. Auch die Wildschweine waren scharf auf Maronen, Steinpilze & Co., haben vielerorts den Waldboden aufgewühlt, die Pilze samt Myzel geerntet und daher werden sie an dieser Stelle bei diesem Gericht mit den geliebten Pilzen vereint.

Denn auch für Wildschweine ist jetzt Saison, aus eben beschriebenem Grunde kann der Mais erst jetzt geerntet werden, die Felder stehen unter Wasser, es ist nicht mehr damit zu rechnen, dass das Wetter wesentlich trockener wird bevor der Mais vollends verdirbt und so sind Häcksler und Ladewagen nun im Dauereinsatz.

Den Wildschweinen, die sich gerne im Mais aufhalten, wird im Nullkommanichts die Deckung entzogen, und die Jäger nutzen die Gelegenheit, den übermässig gewachsenen Bestand etwas auszudünnen. Was passieren kann, wenn Schweine die Innenstädte unsicher machen und Deutschlands größten Marktplatz erforschen, kann hier, hier und hier nachgelesen werden.

Kaum vorstellbar, dass ich früher einmal der typisch urbanen Propaganda geglaubt habe, dass das Leben auf dem Land eintönig und fad sei! Immerhin bin ich 2 Tage zuvor noch dort umhergelaufen und habe sicher nicht mit einer Wildschwein-Attacke gerechnet.


Zurück zum Schwein auf dem Teller. Für 4 Portionen würde ich folgende Zutaten vorschlagen:

  • etwa 1kg Gulasch vom Wildschwein
  • 1l Maronen, Steinpilze und/oder andere Röhrlinge (in unserem Fall geputzt gemessen)
  • 2 große Zwiebeln
  • 1 Handvoll getrocknete Cranberries, ersatzweise Preiselbeeren
  • Fett zum Anbraten
  • Wasser oder Wildfond
  • etwa 400g Pasta
  • schwarzer Pfeffer

Das Fett im Dutch Oven oder einem Bräter gut erhitzen und die grob zerkleinerten Zwiebeln zusammen mit dem Wildschwein scharf anbraten.
Die gesäuberten und geputzten Pilze zugeben, immer gut umrühren. Mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer würzen.
Die Pilze ziehen nun Wasser und es kann abgeschätzt werden, wieviel Wasser oder Wildfond noch angegossen werden muss. Es sollte schon ausreichend Sauce entstehen und die Aromen geben das in jedem Falle her.

Die Cranberries zugeben und das Gericht etwa 1 Stunde bei geschlossenem Deckel köcheln lassen.

Pasta zubereiten. Die Wildschwein-Pilz-Pfanne anrichten und frisch gemahlenen schwarzen Pfeffer dazu reichen.

Die herb-erdigen Aromen verbinden sich auf’s leckerste mit der leichten Süße der Cranberries und es entsteht ein unglaublich rundes Aroma, was perfekt zu dem hiesigen schmuddeligen Herbstwetter und einem angefeuerten Ofen passt.

Für den Sammler & Jäger kann dieses Gericht (je nach Höhe der Pacht u/o Wildbretpauschale, Schlachtlohn, Kosten für’s Veterinäramt) recht günstig sein, allen anderen sei aber gesagt, dass es sich auch mit weniger Einsatz von Zeit und Bewegung und dafür einem Griff ins Portemonnaie lohnt!

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