Schlagwort-Archive: Pilze

Willkommen Oktober, Adieu Licht

Heißt mich willkommen zurück, es gibt mich noch, sogar noch mehr als sonst wenn wir mal nach dem Körpergewicht gehen.
Ich habe viel Zeit im Wald verbracht – gut behütet von meinem neuen Regenhut und auf der Suche nach Pilzen, und wenig Zeit im Garten.
Ich habe an der Bundestagswahl teilgenommen und die Berichterstattung amüsiert bis fassungslos verfolgt.
Ich habe viel Zeit am Rechner verbracht aber wenig mit dem Veröffentlichen von Beiträgen.
Ich habe ein kaputtes Trackpad zu beklagen und arbeite – wie wahrscheinlich die meisten Mac-User – ohne Maus; bin also gehandicapt und wenig begeistert von der Idee, das MacBook in fremde Hände zur Reparatur zu geben.
Ich habe fassungslos dem andauernden Regen zugesehen, bin durch den völlig aufgeweichten Boden zu den Tierställen geschmatzt und wartete mehr oder weniger geduldig auf regenfreie Tage, an denen ich Mais und Bohnen hätte ernten können und Wintergemüse sowie Knoblauch pflanzen.

So sieht es also aus; Deutschland ist ein kopfloses Huhn, Norddeutschland steht unter Wasser und ich könnte mich Mittags (wenn es gerade einigermassen hell geworden ist) schon ins Bett legen.

Ich erhoffe mir vom Oktober wettermässig nichts, würde mich über ein paar güldene Tage aber nicht beschweren. Es ist also höchste Zeit, sich wieder mehr den kulinarischen Freuden zu widmen und Kerzen anzuzünden! Weiterlesen

Mit Mangold und Ricotta gefüllte Teigtaschen in Steinpilz-Speck-Butter

Ich habe neulich aus einem Nachlass einen neuen Satz Förmchen für Teigtaschen bekommen und nachdem die Tochter diese entdeckt hatte, lag sie mir täglich damit in den Ohren, sie auch benutzen zu wollen. Wir einigten uns also darauf, gemeinsam lecker gefüllte Pasta herzustellen und malten uns das ganze natürlich sehr harmonisch und lustig aus.
Wer Kinder hat, kann sich den Rest der Geschichte denken. Ich mischte und rollte den Teig, stach ihn aus, füllte die Förmchen und formte die Taschen – ständig bemüht den etwa 37 zeitgleich grapschenden kleinen Händen der dreijährigen auszuweichen, die mir den Teig klauen wollten, um daraus Walrösser zu formen. Dass sie währenddessen auf meiner bemehlten Arbeitsfläche sass, lasse ich lieber unerwähnt, was sollen denn die Leute denken?
Zu guter Letzt war ich heilfroh, einigermassen unfallfrei überhaupt das Abendessen auf den Tisch bekommen zu haben, freute mich auf ein schon bald im Tiefschlaf schnarchendes Kind und knipste schnell ein paar Fotos, die es wert wären, bei someoneatethis ‚besprochen‘ zu werden.

Sei es drum: die mit Mangold und selbst gemachtem Ricotta(ersatz) gefüllten Teigtaschen in Speck- und Steinpilz-Butter waren extrem lecker. Und deswegen erzähle ich hier kurz davon.

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Rehgulasch mit Steinpilzen und Cranberries

Ein weiteres Gericht aus der Selbstversorgerküche – und ziemlich gut geeignet für die derzeitige Herbststimmung, die hier seit etwa 2 Wochen Einzug gehalten hat. Nachts ist es kühl, morgens hält sich der Tau lange, das Gras scheint bereits langsamer zu wachsen und täglich gibt es stürmische Böen, Sonne und Starkregen im Wechsel. Herbstwetter also, zu warm zwar, um den Ofen anzuheizen aber ein deftiges Gulasch passt gerade perfekt.
Pünktlich zur Reife der Wassermelonen erwarte ich dann allerdings wieder Hitze, Trockenheit und Hochsommer!
Meine Vermutung ist, dass der Monsun für die Dauer des :WOA: noch anhält und ziemlich direkt danach eine Hitzewelle für die obligatorischen, festgebackenen Schlammkrusten sorgt.

Derzeit also aber noch Gulasch-Wetter. Weiterlesen

Auf der Suche nach den Judasohren & Überlegungen dazu. Ein Spaziergang durch Holunder & Spülfelder

Feuchte Wiesen mit Wollgras und Rohrkolben

Der Januar ist kein schlechter Monat, um Judasohren (Auricularia auricula-judae) zu sammeln. Nicht schlechter als jeder andere Monat zumindest – und da der gewöhnliche Selbstversorger im Winter weit weniger mit dem Garten und der Verarbeitung etwaiger Ernten zu tun hat, sondern eher mit dem Verzehr selbiger und dem Anfeuern von Öfen sowie der Lektüre von spezifischer Literatur und der Anbauplanung – ist der Januar sogar weit besser geeignet. Soweit zumindest die Theorie. In der Praxis werden meine Bücherstapel kaum niedriger und auch die Anbauplanung steht noch nicht. Der Verzehr von Speisen läuft hingegen gewohnt gut und zu diesem Behufe habe ich mich mit dem Nachwuchs auf den Weg gemacht, um Nachschub zu sichern. Wenn man schon nicht erntet, kann man ja wenigstens sammeln oder jagen. Weiterlesen

Geschmorte & karamellisierte Champignon-Zwiebel-Pfanne mit wilden Kräutern auf geröstetem Brot mit Frischkäse

Champignonpfanne auf Frischkäsebrot

Die Idee zu dieser Vorspeise kam uns letztes Jahr im Rahmen einer Resteverwertung. Nun habe ich die Zutaten noch etwas besser abgestimmt und das Ergebnis spricht für sich. Total ausgewogen würzig-herzhaft lecker. Als Vorspeise, Snack oder Hauptgericht. Weiterlesen

Waldspaziergang mit Pilzernte, Knochenfunden & Happy end

Ausnahmsweise ein Stück Laubwald

Ausnahmsweise ein Stück Laubwald, ringsherum ist Fichtenforst.

Es ist bekannt, dass wir Jäger und Sammler sind, in vielen Lebenslagen und seit langer Zeit. Das Sammeln von Pilzen gehörte zumindest für mich bislang allerdings nicht zum Repertoire. Leider.
Der Gatte sammelte früher schon fleissig Pilze, testete die Verträglichkeit notfalls am eigenen Vater, angelte und er jagt. Da ich in Punkto Lebensmittelsicherheit eine Bundesbedenkenträgerin bin (was ich normalerweise verachte), gibt es einige Einschränkungen bei dem, was ich für die Familie zum Verzehr freigebe. Während abgelaufene Lebensmittel, alte Schlachttiere und uralter Käse natürlich mit Augenmaß verwendet werden, verarbeite ich kein Obst & Gemüse aus dem Pestizidbad, keine auf einer Treibjagd oder in anderweitigem Stress erlegten Tiere und eben auch keine Wildpilze, über die ich mich nicht selber ein wenig schlau gemacht habe oder die aus absolut vertrauenswürdiger Quelle stammen. Weiterlesen

Einen neuen Weg ausprobieren. Und Holunderplantagen finden.

Holunderweg

Vor einigen Tag probierte der Herr des Hauses einen neuen Weg aus; Dutzende Male war er rechts abgebogen und hatte den Weg links nicht bewusst wahrgenommen. Oft fuhr er dort zum Angeln, manchmal benutzte er den Weg als Schleichweg, auch ich bog gerne mal rechts ab, besah mir die Störche, die auf den Wiesen Frösche fangen, bog rechts ab und starrte auf’s Wasser und oder hing meinen Gedanken nach. Neulich nun also war es Zeit, die linke Seite wahrzunehmen, die wir beide so gar nicht auf der Rechnung hatten. Und siehe da: er fand verschlungene Pfade, wahre Holunderplantagen, Dickichte in Auwäldern und den Weg sehr viel weiter runter eine kleine Ferienhaussiedlung direkt am Kanal. Wenn wir hier vom Kanal reden, meinen wir natürlich den Nord-Ostsee-Kanal, „die meistbefahrene künstliche Wasserstraße für Seeschiffe weltweit“.

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Gebrätelte Kartoffeln mit Austernpilzen

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Ein kleines, schmutziges Geheimnis muss ich nun lüften: ich bin gar nicht so norddeutsch, wie manch einer denken könnte. Nein, einer meiner Großväter kam aus der Pfalz. Und das ist längst nicht alles, aber darum geht es hier. Zwar nicht um den selbstversorgerisch tätigen Opa, sondern um ein Rezept, welches meine Mutter von ihm übernommen hat. Gebrätelte. Weiterlesen

Penne mit Champignons, Speck-Bärlauchgemüse und in Balsamico karamellisierten Kirschtomaten

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Ich bin derzeit mal wieder auf dem Bärlauch-Trip. Passiert immer zum Frühjahr und gibt sich so schnell auch nicht wieder. Dabei haben wir noch so viele Wintergerichte zu kochen – man kann fast dankbar sein, dass das Wetter sich hier oben im Norden merklich verschlechtert und abgekühlt hat, es ist pustig, ich denke nicht daran draussen zu arbeiten und werde mir wohl schon bald die nächsten Wintergerichte bzw. Gerichte aus eingelagerten Zutaten vornehmen. Bis Sonntag war es allerdings frühlingshaft mild und schön und ich hatte Lust, etwas leichteres zu kochen.  Weiterlesen