Gartenrundgang Anfang Juli

Hof mit Katze

Ich bin mir schmerzlich bewusst, dass dieser Eintrag gute 3 Wochen zu spät kommt, aber er kommt. Das ist mir wichtig weil ich gerne dokumentiere, wie der Stand der Dinge im Garten zu bestimmten Zeitpunkten ist – gerade auch um später echte, ungetrübte Vergleiche anstellen zu können. Ich verzichte an dieser Stelle darauf, zum wiederholten Male wehmütig darauf hinzuweisen, dass mir die Berichte aus den Vorjahren, die beim Datenverlust abhanden gekommen sind, sehr fehlen.

Wildtomaten

Die Wildtomaten, die übrig waren und für die ich im eigentlichen Nutzgarten keinen Platz mehr gefunden habe, setzte ich sehr, sehr spät in mein neuestes Beet, welches ich aus Schwarten gebaut habe. Die Erde ist dort nur etwa 30 cm hoch, darunter ist Drainagevlies, die Erde besteht aus 50/50 Kompost. Die vernachlässigten Wildtomaten haben sich noch gut entwickelt, zeigen aber keine oder kaum Fruchtansätze.
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Meine 3 weissen, langen Sommerrettiche, die ich zur Schoten- und Saatgutgewinnung habe stehen lassen. Die Pflanzen zur Blüte kommen zu lassen, um Samenstände zu ernten ist eine langwierige Sache und kostet jede Menge Platz. Ich schätze den Luxus sehr, dass heute wieder eine relativ große Vielfalt an Saatgut von alten Sorten aus biologischem Anbau herrscht und wir einfach nach Herzenslust bestellen können!
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Einer der Kürbisse im bodengleichen Testbeet aus Pferdemist. Ich bin gespannt wie ein Flitzeboden auf die Ernte dieses Jahr. Vielleicht hat mich das Ergebnis 2015 verwöhnt, aber an sich wollte ich diesen Vorrat nicht mehr missen. Ob ich da anknüpfen kann? Ich bezweifle es!
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Der Rainbow Inka Mais und eine Sorte Zucchini in ebendem Testbeet mit Pferdemist. Der Mais hat sich prächtig entwickelt, das Vorziehen lohnt in diesem Fall wirklich. Obwohl die Sorte zugunsten der Farbe nicht so frohwüchsig und robust ist wie die letztjährige ‚Golden Bantam‘ haben die Pflanzen den Retortenmais auf den Feldern immer noch abgehängt. Das ist um die Jahreszeit nicht selbstverständlich.

IMG_1165Meine viel, viel, viel zu spät ausgepflanzten Kohlpflanzen. In Schafwolle gebettet stehen sie auf dem letztjährigen Testbeet, wo der Boden aus Kompost, Strohhäcksel und Torf besteht.
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Lila Zuckerschoten und grüne. Die Ernte der lila Sorte ist merklich schneller und effektiver weil man die Schoten durch den Kontrast besser sieht. Ich habe einen Beitrag über ‚Low Vision Gardening‘ geschrieben, bin mir aber unsicher, ob ich ihn veröffentlichen soll, ob es überhaupt jemanden interessiert und ob das, was ich sagen könnte nicht sowieso selbstverständlich ist.
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Schöne, reife, rote Stachelbeeren  Jostabeeren. Die Büsche tragen so reich, dass ich beschlossen habe sie im Herbst rauszunehmen und höher zu legen, Mini-Hochbeete sozusagen damit die Früchte nicht direkt auf dem Boden aufliegen und die Triebe nicht sofort festwachsen.
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Butternut. In einem solchen Beet hatte ich letztes Jahr die fette Hokkaido-Ernte. Leider mussten die Butternut-Jungpflanzten sich ewig lange den Platz mit riesigen Spinatpflanzen zur Saatgutgewinnung und Frühkartoffeln teilen. Wenn ich nicht trotzdem wenigstens einen mittelmässigen Ertrag bekomme, werde ich sauer. das Gartenjahr 2016 ist ohnehin kläglich genug.
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Mangold. Da kann man nicht meckern, so große Pflanzen hatten wir noch nie.
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Ananaskirschen kommen dieses Jahr nicht aus dem Quark. Normalerweise müssten sie jetzt schon alles überwuchern und tragen.IMG_1139
Die Paprikas sahen letztes Jahr auch besser aus, das rote Basilikum hat sich ganz gut entwickelt, es wird Zeit, mein leckeres Basilikum-Pesto herzustellen und zwar viel davon!
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Jede Menge prächtig entwickelte Tomatenpflanzen mit richtig dicken Stämmen, die Jungpflanzen brachte mir die Baumfrau mit. Leider hatten wir bislang keine Sonne sondern Dauerregen – kein Tomatenwetter. Aber die Entwicklung zeigt, dass diese Sorten hier prinzipiell richtig sind.
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Schalotten ‚Longor‘ da kann man auch nichts zu sagen, ich bin zufrieden.
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Schalotten, (Salat), (Kohlrabi), Bohnen, gelbe Bete, Broccoli. Jepp, in so ein Hochbeet mit fruchtbarer Erde kann man viel und dicht pflanzen!
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Die andere Seite des gleichen Hochbeets, die Kohlrabis sind mal wieder prächtig. Schade, dass ich dieses Jahr gar keinen rechten Appetit darauf habe.
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Auch da kann ich mich nicht beschweren. Anfang Juli Zucchini satt ist ein Zustand, an den man sich als Belohnung für die Mühe gewöhnen dürfen sollte.
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Geschossener ‚Maikönig‘. Ich nehme dieses Jahr kein Saatgut davon, sondern probiere nächstes Jahr direkt mit einer anderen Sorte im Frühanbau zu starten. Der Maikönig ist zwar wirklich gut als früher Salat, aber später dann schosst er schnell.
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Gruppenfoto Himbeerspalier mit Hühnern. Man sollte in diesem Garten nie den Pflanzanweisungen der Baumschule glauben – auch wenn diese nur 15 Km entfernt ist und ähnlichen Boden haben dürfte. Wo andere 50cm Pflanzabstand brauchen, bräuchte ich 1,50m. Ernsthaft!
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Rote Bete. Letztes Jahr waren die Beten ein Reinfall, dieses Jahr läuft es wieder. Zwar sind rote Bete als Ofengemüse u.ä. auch toll, aber ich liebe sie auch ganz altmodisch süß-sauer mit Gewürzen eingelegt. Der große Vorrat von 2014 neigt sich dem Ende, ich werde bei der Gelegenheit der Herstellung mal mein Rezept veröffentlichen.
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Zwiebeln gehen auch gut dieses Jahr. Kartoffeln, Zwiebeln, Bete und Zucchini – man würde notfalls auch damit gut satt werden.
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Knollenziest wächst mir über den Kopf, dieses Jahr müssen wir ernsthaft viel davon essen! Liebstöckel wächst auch das erste Jahr in den Himmel und hat sich also gut etabliert, Süßwurzel/Zuckerwurzel ist auch sehr gut wiedergekommen. Lecker, lecker.
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Ein Großteil der Borretschpflanzen wird gerodet und landet im Kaninchengehege. 1-2 Pflanzen reichen locker, um die Insekten ins Gurkenbeet zu locken und die Befruchtung zu gewährleisten. Den vielen Platz, den so eine Borretschpflanze braucht, können die Gurken jetzt auch gut ausfüllen. Salatgurken gibt es auch schon ’satt & dreckig‘ wie der Dithmarscher zu sagen pflegt.
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Rundgang beendet, wir sind wieder auf dem Hof bei der Apfelminze. Ich werde zeitnah die Fotos von Mitte Juli nachschieben. Jetzt passiert im Garten soviel, da muss man wenigstens den zweiwöchigen Intervall einhalten. Ich hoffe, dass einige von euch auch Freude an diesen Rundgängen haben, ich finde sie immer wieder gut weil sie einen so umfassenden Überblick bieten und – wie gesagt, ganz wichtig – für den Verlauf und den Vergleich so wertvoll sind. Ausserdem verstecke ich hier doch auch immer wieder Notizen am Rande und Memos an mich selbst, die ich später prima wieder herausfischen kann.

10 Gedanken zu „Gartenrundgang Anfang Juli

    1. Oli@Landidylle Autor

      Danke dir, ja, Abwechslung gibt es. Aber eben noch mit immer wieder grösseren Ausfällen bei bestimmten Sorten. Klar, dass jedes Jahr etwas anderes gut kommt, aber ich hoffe wirklich darauf, dass wir bald einmal zeit und Geld genug für den Bau eines Gewächshauses haben. Da verspreche ich mir viel von.
      LG Oli

      Antwort
  1. birthesgartenzeiten

    Wow, da wächst ja allerhand :-). Dein Mais sieht schon prächtig aus – meinen haben die Vögel gefressen, von 6 Reihen sind nur ca. 6 Stück stehen geblieben ;-). Borrettsch nimmt viel Platz in Anspruch, ist aber eine wahre Bienenweide, daher neige ich dazu,ihn zu lange stehen zu lassen, dann samt er aus und wächst dann fast wie „unkraut“ ;-). Sieht aber schön aus mit den blauen Blüten :-). Liebe Grüße, Birthe

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Danke Birthe, ich habe ausserhalb des Nutzgartens auch noch Borretsch stehen für die Insekten. Im Gurkenbeet wurde es allerdings zu voll, ich habe nur eine Pflanze stehen lassen. Ausserhalb des Nutzgartens lasse ich eh viel Wildwuchs zu, so haben alle was von dem Land.
      Die ersten Maiskolben sind fertig, ja. Gestern bin ich vor lauter Unkraut jäten zum Schluss nicht mehr zum ernsten gekommen und heute habe ich es schlicht vergessen, weil ich in einem anderen Gartenbereich gearbeitet habe. Aber MORGEN versuche ich wirklich mal dran zu denken, den ersten Kolben zu ernten, ich bin ja so gespannt, ich hatte tatsächlich noch nie bunten Zuckermais. (Ich ziehe Mais übrigens in 10er Töpfen vor, das hat sich bewährt)
      Liebe Grüße zurück, Oli

      Antwort

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