Gewürzbirnen in Kirschsaft

In gewürztem Kirschsaft eingelegte Birnen statt BeaujolaisEs gibt vermutlich Dutzende Variationen des Rezepts ‚Birnen in Rotwein‘. In meinem oft benutzten Buch ‚Gartenfrische Vorräte durchs ganze Jahr‘ sind es beispielsweise Beaujolais-Birnen in Cassis-Sirup, was auch ziemlich gut klingt. Aus verschiedenen Gründen, die von Langzeitstillen über Medikamente bis zu dem Unwillen, das Kind an das Aroma von Alkohol zu gewöhnen gehen, ist dieses ein ziemlich trockener Haushalt (immerhin muss es ja eine Alternative zu Pflaumensauce mit Marsala geben) und daher habe ich aus den Birnen in Rotwein einfach alkoholfreie Birnen in würzigem Kirschsaft gemacht, die Menge an Essig etwas hochgeschraubt und das Ergebnis ist wahnsinnig lecker.

Ich habe die fertigen Birnen vor der Verkostung nur 4 Tage durchziehen lassen, möglicherweise hätte sich im Lauf der Zeit noch etwas geändert, aber die Geduld war zu Ende, ich wollte zeitnah wissen, ob das Experiment geglückt ist, damit ich noch schnell ein paar passende Birnen von Birnbaum I ernten kann. Dieser schmeisst mittlerweile im Minutentakt vollreife Früchte ab und ich werde zusehen müssen, noch nicht ganz reife Birnen ernten zu können.

Zumindest mal habe ich mein abgewandeltes Rezept wiedergefunden und weil es so gut ist und damit es nicht im Ernte- und Verarbeitungsstress untergeht, schreibe ich es schnell auf. Was ich wieder regelmässiger machen sollte, nichts ist frustrierender, als wenn man nach etlichen Experimenten das perfekte Rezept gefunden hat und sofort wieder vergisst.

halbierte-birnen

Für eine viel zu kleine experimentelle Menge an würzigen, in Kirschsaft eingelegten Birnen habe ich folgende Zutaten benutzt:

  • 750ml Kirschsaft
  • 3/4 Tasse Zucker
  • etwa 1,5 Kg noch nicht ganz reife Birnen
  • 1/2 Zimtstange
  • 3 Nelken
  • 1 Pimentkorn, grob zerstossen
  • 1 frischen Rosmarinzweig etwa 5cm
  • 1/4 Tasse Fruchtbalsamico, alternativ einen feinen, hellen Balsamico (nicht diese schwarzen tranigen Sorten)
  • 1 Prise Meersalz

Ich habe den Kirschsaft zusammen mit dem Zucker, dem Essig und den Gewürzen aufgekocht, die Birnen geschält, die Blüte entfernt und die Frucht so halbiert, dass der Stengel ebenfalls in 2 Teile geschnitten wird.
Die Birnen werden dann sofort in den Kirschsirup gelegt und für bis zu 20 Minuten geköchelt.
Natürlich hängt die Kochzeit sehr von der Sorte der Birnen und dem Reifezustand ab, ich empfehle die Konsistenz gelegentlich zu testen, meine Birnen waren nach etwa 10 Minuten ausreichend weich aber noch fest genug, um die Haltung zu bewahren.

Welche Sorte das ist, kann ich leider nicht sagen, der Hausbaum ist sicher 100 Jahre alt und bislang haben wir es (soweit ich weiss) versäumt, ein paar Früchte zur Bestimmung zu bringen. Wäre ja auch ein Dorf weiter, das muss man erstmal schaffen …

Die Birnen werden mit einem Schaumlöffel aus dem Topf gefischt und in sterilisierte Gläser gesetzt. Wer geschickt ist und Nerven wie Drahtseile hat, setzt die erste Schicht mit dem Stengel nach oben, die zweite mit dem Stengel nach unten und so weiter. Es ist allerdings davon auszugehen, dass keine grösseren geschmacklichen Einbussen zu erwarten sind, wenn man sie einfach so ins Glas wirft. Tempus fugit und so …

Die Gewürze werden aus dem Sirup genommen und die Flüssigkeit noch etwas reduziert, dann über die Birnen gegossen, sodass sie bedeckt sind. Die Gläser werden verschlossen und bei 100°C für 1 Stunde eingekocht. Klingt viel, aber Birnen sind figelinsch und nutzen jede Gelegenheit, im Glas schlecht zu werden.

Diese Gewürzbirnen sind eine Wucht zu Eis und vermutlich auch zu Flammeri oder wenn es herzhaft wird, zu einem schönen Braten. Unbedingt nachahmenswert!
Wahrscheinlich wären die Gewürzbirnen in Kirschsaft auch ein begehrtes kulinarisches Geschenk, herrje hätte ich vorher gewusst, wie gut die werden, hätte ich einen grösseren Vorrat angelegt!

kirschsaft-birnen

 

22 Gedanken zu „Gewürzbirnen in Kirschsaft

  1. Doris

    Mit dem Kirschsaft und alles andere klingt gut. Ich hatte mal die Beaujolais-Birnen in Cassis-Sirup gekocht. Die waren sehr gut.
    Dann kam ich auf die Idee mehr Rotwein zu nehmen. Das ging nicht gut. Ein Glas machte ich auf , den Saft wollte ich mit Mondamin andicken, so als Sauce. Von dem Geruch beim kochen ist mir übelst schlecht geworden. Probiert hatte ich nicht, es war der Geruch nach Alkohol. Das mache ich nie wieder. ( Na , eigentlich wars die Galle die inzwischen raus ist , aber soviel Alkohol kommt mir nicht mehr ins Glas )
    Kirschsaft also.

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Wir haben die restlichen Birnen in Kirschsaft heute gegessen und sie nochmals für sehr, sehr gut befunden. Zusätzlich habe ich heute Birnen in Rotwein gemacht, ich habe noch eine Flasche sehr trockenen Bordeaux in der Speisekammer gefunden, muss ein Geschenk gewesen sein. Auf jeden Fall bin ich ob des Geruchs auch skeptisch gewesen, ob das mein Fall sein wird. Ich werde es testen, aber vermute, dass mir die Kirschsaft-Variante besser gefällt. Mit dem feinen Balsamico drinnen hat es sogar eine Note, die an Alkohol erinnert, nur eben nicht so offensiv.
      Hab heute nochmal Kirschsaft geholt und werde mich auf die Suche nach nicht ganz reifen Birnen machen und das nochmal herstellen, wahrscheinlich werde ich auf die Birnen vom nächsten Baum warten müssen, mal sehen, wie das dann wird.

      Antwort
  2. Doris

    Selbstgemachten Kirschsaft habe ich nicht und in Geschäften stehe ich immer sehr ratlos vor dem riesen Angebot. Normaler Weise kaufe ich keine Säfte weil die mir zu süß sind und man sowieso nicht weiß was drin ist. Aber ich habe Brombeersaft, mehr als ich trinken kann, den könnte ich nehmen.
    Bei uns ist es sehr heiß, da habe ich keine große Lust viel zu machen, aber mal schauen.

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Ich habe gekauften sauren Kirschsaft genommen, unsere Kirschen sind ja eh noch nicht so alt, dass man da große Ernte hätte. Brombeere müsste auch passen, ist aber ja von Natur aus sehr schwer.
      ich war heute morgen um 7 schon schweißgebadet, trotzdem werde ich nun schnell in den Garten gehen und die relative Kühle nutzen. Es sollen heute 30°C werden und da gehe ich dann sicher nicht in den Garten. Gestern stand ich 14 Stunden am Herd, auch das kann ich vergessen, wenn es so heiß ist … mal sehen, gibt ja genug zu tun.

      Antwort
  3. Doris

    Meinen Brombeersaft muß ich zum trinken verdünnen. Also falls ich den nehme verdünne ich den Saft mit Wasser. Da ist ja auch schon Zucker drin, das muß man beachten.
    Wir haben hier 32 Grad , gestern war ich nachmittags arbeiten , neeee, schlimm. Meine Wohnung hat jetzt noch 23 Grad, was angenehm ist. Jedenfalls muß ich heute raus und in Schmachtendorf einkaufen. Es ist nur ein kleiner Markt und man kann nicht wissen was man bekommen kann.

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Mein Kirschsaft ist 50%ig und ich schätze, dass man Brombeersaft mindestens ebenso verdünnen kann/muss.
      Schade, dass die temperaturen nicht ausgewogener sind, ich könnte gut monatelang 20°C haben, das würde mir reichen. Warm genug um angenehm zu sein und nicht zu heiss zum Arbeiten. Ich mache für heute draussen Feierabend, sehe aus wie ein geöltes Schwein. Viel Erfolg auf dem Markt.

      Antwort
  4. Doris

    Ja, ich habe endlich Senfpulver am Gewürzstand bekommen. Kein Laden hatte das.
    Meine Birnen sind alle, ich müßte neue holen, dazu ist es mir ebenfalls zu warm. Vielleicht ist es nächste Woche kühler. Es hängen noch kleinste Birnen im Park , also wirklich kleine Birnen. Größer als 3 cm sind die nicht ,. Natürlich noch die Birnen vom großen Baum. Ich kann mich erinnern das ich Birnen auf dem Nachhauseweg abends nach 19 Uhr eingesammelt habe, da fing es an zu dämmern.

    Antwort
  5. eifgental

    Und damit kommst du mir jetzt, wo ich überlege, was ich mit unseren klitzekleinen, harten, aromatischen und am Baum platzenden Birnen mache! 😀

    Ob das auch mit anderem Saft so gut schmeckt? Kirschsaft hab ich keinen im Haus. Apfelsaft wär da. Und zu dünnflüssiges Johannisbeergelee (aber rote. Die schwarzen sind einwandfrei geliert, grrr.) Hm…

    Ich wüsste auch zu gern, was für Birnen das überhaupt sind. Ist halt auch ein alter Baum ohne Namensschild. Schafsnasen sind es eindeutig nicht, aber mehr weiß ich auch nicht. Vielleicht schaff ich’s ja dieses Jahr mal zur Obstwiesenschau im Freilichtmuseum, haha…

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Haha, wir haben ja die europaweit bekannte Obstbaumschule im Nachbardorf, aber glaub mal nicht, dass wir die 3km mal schnell gefahren sind während der Reifezeit. Zumindest aber haben wir von beiden alten Birnbäumen Reiser genommen und die dort professionell aufpfropfen lassen. Das gibt uns oder unseren Nachfahren dann wieder runde 100 Jahre zeit, die Bestimmung zu vertrödeln … 😀

      Rotes Johannisbeergelee könnte ich mir zu den Gewürzbirnen gut vorstellen. Das merke ich mir mal für’s nächste Jahr (hoffentlich).

      Das Zeug ist auf jeden Fall schwer empfehlenswert, ich bin immer noch ganz begeistert!

      Antwort
      1. eifgental

        3km können unendlich weit sein. Vor allem, wenn die Birnen reif sind, weil dann ja auch alles andere reif ist… *weise nick*

        Mir ist noch eine ganz offensichtliche Idee gekommen, um quasi zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Holunderbeersaft. Denn die ersten Holunderbeeren sind zufällig auch gerade reif…

        Nun ist Holunder natürlich geschmacklich sehr intensiv… aber da das Rezept ja ursprünglich für Rotwein gedacht ist, könnte ich mir vorstellen, dass das richtig gut zusammen passt. Hah! Die Wochenendplanung steht! 😉

      2. Oli@Landidylle Autor

        Stimt und da Birnen eh ziemlich süss sind, passt die Herbe wahrscheinlich gut dabei. Verdünnen würde ich aber auch hier nicht zu knapp. 30-50% Saftanteil sollten reichen denke ich. Ich bin gespannt, echt gute Idee, berichte mal bitte wenn ihr das verkostet habt!

    1. Oli@Landidylle Autor

      Also meine Wäsche wartete geduldig 2 Tage gewaschen in der Maschine und roch noch ganz manierlich als ich mich heute früh endlich darum kümmerte und putzen wird überbewertet. Wird ja eh wieder dreckig. 😀

      (Die Wahrheit ist, dass ich mit dem Zustand des Hauses im Moment überhaupt nicht zufrieden bin, aber ich setze Prioritäten! Die Ernte wartet nicht, die Gewürzbirnen sind fabelhaft, wenn ich jetzt nicht alte Pflanzen rode und neue aussäe/auspflanze gibt’s im Herbst und Winter nichts zu beissen, wer sich draussen aufhält sieht den Dreck drinnen nicht und …. ähh … ach ja, im Winter strahlt die Bude dann wieder und man kann die tief stehende, fade Wintersonne sogar wieder durch die Fenster erkennen.)
      So, schnell was getrunken und geschrieben, ich kümmere mich um die Aussaat, viel Freude beim Ernten und Einmachen!

      Antwort
      1. natuerlichjesus

        In der Wohnung muss aber umgeräumt/Platz gemacht werden damit ich endlich einziehen kann. Es nervt dauernd alles im Auto spazieren zu fahren 😕

        Heut Vormittag wird gewaschen und geputzt, und danach kommen die Gärten wieder dran (ist ja nicht so als wäre ich nicht täglich draußen gewesen diese Woche.. 😉)

        Wie schaffst du es denn bitte dass die Wäsche dann noch gut riecht???

      2. Oli@Landidylle Autor

        Ach so, gut, das verschiebt die Prioritäten. Wahrscheinlich bist du eh viel fleissiger als ich und schafft das beides.
        Keine Ahnung, warum die Wäsche gut riecht, ich benutze keine Weichspüler oder andere Düfte. (Aber der Normalfall ist es auch nicht, dass die dort rumliegt, wir leben nur grade aus dem Wäschekorb weil wir einen Schrank abgebaut haben, da wo wir am Wochenende die Dielen aufnehmen und neu verlegen)

  6. natuerlichjesus

    Hilfe! Qual der Wahl beim Balsamico:
    – Apfel (Rewe Bio)
    Die folgenden Sorten sind selbstgemachte von nem kleinen Laden in der Region:
    – Cranberry
    – Feige Dattel
    – Himbeere
    – Mango

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Oha, ihr habt eine gute Auswahl. Cranberry kann ich mir gut vorstellen und Himbeere eh. Feige/Dattel habe ich neulich bei Bekannten probiert, das war mir viel zu süss – und da Birnen selber ja auch eher süss sind …

      Tut mir leid, dass ich jetzt erst antworte, ich war das ganze Wochenende nicht online weil wir im Schlafzimmer die Dielen aufgenommen und wieder verlegt haben (und Truhen und Schränke mit etwa 300 t Klamotten raus- und wieder reingeschleppt)

      Antwort
  7. Pingback: Gewürzbirnen in Kirschsaft – natuerlichjesus

    1. Oli@Landidylle Autor

      Wow, das ist eine Menge. Aber das Zeug schmeckt auch einfach zu gut. ich sehe mir jeden Tag sehnsüchtig die letzten Birnen am Baum an, die sitzen allerdings so weit oben, dass man mit dem Erntehelfer alleine nicht dran kommt. Mein Mann steigt auf einen 2,50m hohen Holzpoller und holt sie von da aus mit dem Pflücker – aber das ist ja auch lebensgefährlich.

      Ich wünsche euch einen guten Appetit – den ganzen Winter über. 🙂

      Antwort
      1. natuerlichjesus

        Das klingt wirklich gefährlich! Bei meiner Birnenquelle hängen noch sooo viele Früchte am Baum. Ich will aber auch nicht so „unverschämt“ sein und alles ernten…

        Es wurden jetzt auf jeden Fall 7 Tulpengläser a 1 Liter und 2 Sturzgläser 0,5 Liter.
        Nun ist noch Kirschsaft übrig. Der kommt in Weckflaschen a 0,25 Liter.

      2. Oli@Landidylle Autor

        Klasse! Sowas kann man auch prima als kulinarisches Geschenk benutzen – wenn man soviel davon hat wie du. Oder der Birnenquelle was davon abgeben und noch mehr ernten. 🙂

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