Herbstliche Kürbissuppe zu Halloween am Lagerfeuer

Kürbissuppe am Lagerfeuer

Ich weiss: es ist aktuell schwer angesagt Halloween doof zu finden und neumodisch. Mich kann man damit nicht meinen, ich bin Feiertagsopportunist und gucke mir lieber die Traditionen und den Sinn hinter den Feiern an und entscheide dann, was ich mitmache. Das uralte Fest Halloween ist für mich ein Abschluss und eine Dankesfeier, aber auch die Einstimmung auf die dunkle Zeit mit kurzen Tagen. Die grossen Erntewellen sind vorüber, in unseren Breiten beginnt die dunkle Jahreszeit mit aller Macht und den Pflanzen fehlt Licht und Wärme, die Natur ruht sich aus.
Wer mit den Jahreszeiten lebt stellt fest, dass nun ganz andere Dinge wichtig sind, als noch vor wenigen Wochen und dass die Natur sich in vielen Bereichen verändert. Die Tiere hier haben einen wesentlich höheren Grundumsatz weil sie klammer Nässe durch Dauernebel, peitschendem Regen mit Herbststürmen und Frösten trotzen müssen, gleichzeitig finden sie nicht mehr soviel Beifutter und setzen weniger leicht Speck an.

Licht im DunkelTraditionell beginnt in unseren Breiten nun die Schlachtzeit denn viel Input bei wenig Output kann sich eher ein moderner Streichelzoo als eine Selbstversorgerwirtschaft von damals leisten, Koppeln sind abgegrast, Ernteüberschüsse und Rückstände aufgefressen und der in der Kälte arbeitende Mensch braucht Energie. Ausserdem verdirbt das Fleisch nun nicht mehr so schnell.
Derzeit fehlt den meisten Menschen zwar der direkte Bezug zu eben diesen Hintergründen weil sowohl pflanzliches als auch tierisches Eiweiß energieintensiv aus allen Ecken der Welt zu uns geschafft wird, aber das gibt sich.

Halloween ist also für mich ein Abschluss und ein Neubeginn, eine Gelegenheit sich auf die kommende kalte und dunkle Zeit einzustellen und Dankbarkeit zu empfinden für leidlich gut gefüllte Vorratslager.

Üblicherweise gibt es kein großes Brimborium zu diesem Anlass weil sich die wichtigen Dinge in Kopf, Herz und Bauch abspielen, sondern ein Lagerfeuer, Geselligkeit und etwas einfaches zu essen.

Jack o'lantern

Dieses Jahr gab es am Lagerfeuer Kürbissuppe und französisches Baguette. Ganz einfach. Und weil die Gäste nett und die Gespräche gut waren und die Zeit mal wieder verflog, hat die Nachspeise – Bratquitten – es nur bis zum Ideenentwurf geschafft und wurde erst später in die Realität umgesetzt. Die Idee allerdings wurde für gut befunden. Vielleicht bin ich eine schlechte Gastgeberin.

Die Kürbissuppe hingegen war äusserst real und schmackhaft. Der Gatte beklagte zwar mal wieder, dass ich ständig bewährte Rezepte abändern würde und es selten ein Gericht zweimal gibt, aber da gibt es sicherlich schlimmere Szenarien, die man mit seiner Angetrauten erleben muss.

Zutaten für 6-8 Portionen Kürbissuppe:

  • 2 Hokkaidos
  • 5-6 Schalotten
  • 3-4 Zehen Knoblauch
  • optional 10 Scheiben gekochten Schinken
  • 5 große Karotten
  • 5-6 große Kartoffeln
  • 1,8l Gemüsebrühe
  • 400ml Kokoscreme
  • Muskat
  • etwas Kräutersalz

(Alle Gemüse nur grob gewürfelt)

Da ich weiche, runde, volle und auch Röstaromen sehr schätze, wird hier kaum eine Zutat nur gekocht. Ich koche also auch den Kürbis nicht in Wasser oder Brühe, sondern brate ihn nach den grob gewürfelten Schalotten und dem Schinken zusammen mit den Karotten und den Kartoffeln an, bevor ich alles mit Gemüsebrühe ablösche und für 20 Minuten köcheln lasse.

Alternativ kann man die Kürbisspalten auch backen, bevor man sie zur Potage verkocht.

Die Knoblauchzehen werden grob gewürfelt und den köchelnden Zutaten gegeben. Wenn alles gar gekocht ist, wird die Kokoscreme zugegeben, die Suppe passiert/püriert und mit reichlich Muskat und etwas Kräutersalz abgeschmeckt.

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Aus Gründen der Bequemlichkeit in der Dunkelheit habe ich die Suppe in der Küche gekocht und am Lagerfeuer im Kessel auf dem Dreibein nur aufgewärmt. Trotzdem ist es immer wieder ein schönes Erlebnis, draussen zu kochen und zu essen. Ich bewundere stets auf’s Neue die Tatsache, dass man dem Leben soviel mehr Würze geben kann, indem man nur wenige Parameter ändert.
Die Kinder haben nach verspeister Mahlzeit einen Logenplatz am Feuer bekommen; auf dicke Schaffelle gebettet und ordentlich eingemummelt haben sie an der kalten, frischen Luft am wärmenden Feuer auf Deck Chairs geschlafen wie die Ratten. Herrlich. Sowohl als auch.
Hexenkessel mit Kürbissuppe

20 Gedanken zu „Herbstliche Kürbissuppe zu Halloween am Lagerfeuer

  1. Doris

    Sieht sehr gemütlich aus am Lagerfeuer und dann noch mit lecker Kürbissuppe.
    Langsam kommt die Kälte durch wenn man mit einfacher Jacke durch den Wald läuft. Kaum jemand ist im Wald unterwegs, das Wetter ist zwar trocken, aber trüb.
    Ich habe auch ein Herbstgericht. Ich habe ein Pilz souffle gebacken. Habe endlich Maronen gefunden, schöne einwandfreie Maronen. Dazu ein Brombeerblättertee.

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Ja, das dachte ich heute morgen auch. Hier waren nachts bis -4°, das ganze Auto war zugefroren und im Wald kroch die Kälte richtig durch, bin den ganzen Tag nicht mehr richtig warm geworden. Später wieder Regen und Matsche, igitt.
      Dein Herbstgericht klingt wunderbar, ein richtiges, erdverbundenes, selbst erschaffenes Essen.
      Heute war ich am Marktstand im Nachbarort, da ist 1 Tag die Woche genau 1 Stand, die hatten Esskastanien. 6,95 das Kilo. Naja, ich pflanz dann mal die Tage meine Bäumchen ein 😀 😀

      Antwort
      1. Doris

        So klein sind die Bäumchen auch nicht. Ab wann sollen die tragen ? Ich habe heute nochmal ein paar Kastanien gefunden, aber ich habe die im Wald verteilt. Die ersten kleinen Steinplize sah ich und viel Hallimasch. Auch ein eßbarer Pilz, aber manche Menschen sollen den schlecht vertragen können, deshalb verzichte ich lieber. Die Maronen waren echt gut, bis auf einen hatte keiner Maden.
        Bei Aldi sah ich Beutelchen mit Kastanien aus Italien . Sahen aus als hätte man sie schon lange gelagert. Mittlerweile glaube ich auch das ich im Hofladen nicht richtig geguckt habe. Ich sah 99 cent und das waren sehr große schöne Dinger, aber für welche Menge ? Bei Aldi kostete das Beutelchen 2,99€
        Ich möchte so oft wie es geht raus , solange bis das Wetter nicht mehr mitspielt.

      2. Oli@Landidylle Autor

        Der eine Baum ist bestimmt schon 2,5m hoch. Schwer zu sagen, wann der trägt, die Überbringer erzählten von einem Sämling, der sich bei ihnen nebenan auf einem Knick etabliert hat. Ein Nachbar sägte ihn Jahr für Jahr immer wieder ab, nun wächst er seit ein paar Jahren und trägt schon. Der soll so 6-8 Jahre alt sein und wurde nicht gut behandelt.

        Wenn es nicht gerade regnet ist diese Jahreszeit und die Luft super, da sprach ich am Marktstand auch mit 2 Frauen drüber. Schön frische, klare, kalte Luft – herrlich.
        Nach Pilzen will ich auch nochmal gucken, vielleicht schaffe ich es nächste Woche. Das macht schon etwas süchtig. 🙂
        Steinpilze sind natürlich edel, klasse.

      3. Oli@Landidylle Autor

        Wow, was für Klopper! Toll!
        Ich empfehle Kalbsbraten mit Schalotten und Steinpilzen in Sahnesauce dazu gedünstete Karotten und Kartoffeln oder Rüben. 🙂

      4. Doris

        Oh, Kalbsbraten und Steinpilze klingt gut, aber ich habe eine einfache Pilzpfanne gemacht. Kartoffeln, Schalotten, Pilze, Sahne und Gewürze.
        Ja das war ein schöner Steinpilz und völlig ohne Maden. An der Stelle hatte ich noch nie solche Pilze gehabt. Weißt ja, die sind meistens immer wieder an den gleichen Stellen. So die Maronen ,hab gedacht, schau mal gründlich in dem zugewachsenem Gebüsch. Jo, da waren welche. Nicht so viele wie beim ersten Mal vor 3 oder 4 Jahren , aber da war war es noch nicht so zugewachsen. . Feierabend gehabt und durch den Wald nach Hause gelaufen. Da waren bestimmt 30 Maronen und ich ohne Messer und Stoffbeutel. Hab sie alle in den Jackentaschen untergebracht.
        Ich habe einige Stellen wo die Maronen immer wieder kommen.

      5. Oli@Landidylle Autor

        Klasse! Sowohl das Gericht, als auch die nachfeierabendliche Ernte so nebenbei.
        Wir hatten eben Besuch von bekannten, bei denen wachsen große Steinpilze direkt am Carport. Schon verrückt, zu den einen kommen sie und die anderen suchen und suchen. Nächste Woche will ich endlich mal wieder los.

    1. Oli@Landidylle Autor

      Ja, die sind von Feuerhand. Ich habe neulich wieder ein wenig Ausrüstung aufgestockt und dabei beschlossen, dass man mit denen 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen kann. Sie sehen nett aus und sind am Lagerfeuer praktisch und für den Notfall sind sie auch gut zu haben.
      Wir haben von einer Bekannten meines Mannes so Gartenstecker aus wirklich stabilem Metall günstig gekauft. Ursprünglich kann man da wohl Blumenampeln ranhängen, ich habe sie an ein paar markanten Punkten auf dem Weg zur Feuerstelle in den Boden gesteckt und die Feuerhände da ran gehängt. Wenn man zum Haus hochgeht, kann man immer eine ein Stück des Weges mitnehmen. Die Lösung gefällt uns super, wir werden wohl noch 2 holen. 🙂

      Antwort
      1. natuerlichjesus

        Ich besitze eine alte gelbe und meine bessere Hälfte hat nun noch eine schwarze Feuerhand bei Ebay ergattert. Sieht gut aus, Altes mag ich ja eh und wir dachten es ist ne gute Lösung beim Stromausfall 😉

      2. Oli@Landidylle Autor

        Eine gelbe uralte habe ich jahrelang mit mir herumgeschleppt bis sie mir auf einem Festival vom Zelt geklaut wurde, an dem sie hing.
        Die alten sehen auch knorke aus und altes ist meiner Meinung nach ja eh charmant. Übrigens habe ich neulich herausgefunden, dass die nur wenige Kilometer von hier hergestellt wurden/werden. Natürlich habe ich direkt versucht zu recherchieren, ob es einen Fabrikverkauf gibt aber die Infos waren so unübersichtlich, dass ich aufgegeben habe. Bei Stromausfall sind die gut ja, und auch so finde ich Laternen immer praktisch für Ecken, wo man keine fest installierte Lampe braucht/haben will. Bei uns z.B. Windfang.

  2. Jacqueline

    Ich war diese Woche mit meiner Hortgruppe im Wald. Die ganze Woche 🙂 Es war herrlich! Kalt, aber einfach toll. Wir haben natürlich mittags auch am Lagerfeuer gegrillt und gekocht. Das ist wirklich etwas ganz besonderes. An deinem Feuer wäre ich aber auch gerne Gast gewesen. Das Suppenrezept probiere ich gleich am Wochenende aus. Ich habe von letzter Woche noch einen Kürbis übrig, der geschnitzt und verkocht werden möchte (ich weiß, ich bin zu spät dran, aber lieber etwas zu spät als nie).
    Viele Grüße, Jacqueline

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Oh wie schön!
      Wald ist klasse, erdet, beruhigt, duftet gut und ich finde, dass Waldkinder viel entspannter sind und sich … ja, ’natürlicher‘ verhalten.
      Kein hergestelltes Spielzeug, sondern mit Stöckchen und Steinchen was machen, Zweighütten bauen. Hach, das müsste es mehr geben.
      Und gemeinsames kochen und grillen am Lagerfeuer hat einfach eine ganz andere Qualität von Gemeinschaft und Erlebnis.
      Sollte es dich mal in meine Richtung verschlagen, lade ich dich gerne ein, Gast an meinem Feuer zu sein. 🙂
      Ich hoffe, die Suppe schmeckt euch, liebe Grüße, Oli

      Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Ja, die kannst du auch nehmen.
      Ich glaube, die Begriffe überschneiden sich sogar, zumindest habe ich schon Kokosmilch gehabt, die nicht flüssiger war als Creme.

      Hast du meine Mail gelesen? Hier würde etwas auf dich warten wenn du noch magst. 🙂

      Antwort
  3. Pingback: Landidylle’s Kürbissuppe – natuerlichjesus

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