Rehgulasch mit Steinpilzen und Cranberries

Ein weiteres Gericht aus der Selbstversorgerküche – und ziemlich gut geeignet für die derzeitige Herbststimmung, die hier seit etwa 2 Wochen Einzug gehalten hat. Nachts ist es kühl, morgens hält sich der Tau lange, das Gras scheint bereits langsamer zu wachsen und täglich gibt es stürmische Böen, Sonne und Starkregen im Wechsel. Herbstwetter also, zu warm zwar, um den Ofen anzuheizen aber ein deftiges Gulasch passt gerade perfekt.
Pünktlich zur Reife der Wassermelonen erwarte ich dann allerdings wieder Hitze, Trockenheit und Hochsommer!
Meine Vermutung ist, dass der Monsun für die Dauer des :WOA: noch anhält und ziemlich direkt danach eine Hitzewelle für die obligatorischen, festgebackenen Schlammkrusten sorgt.

Derzeit also aber noch Gulasch-Wetter.

Die Kombination aus klassischen Gulasch-Zutaten wie Paprika & Zwiebeln und den ‚Waldbewohnern‘ Reh, Pilzen & Beeren passt perfekt und der Gatte hat bereits angekündigt, dass er freiwillig auf die köstliche marinierte, gegrillte Rehkeule verzichten würde, wenn ich bloss noch oft dieses eine Rehgulasch kochen würde.

In diesem Rehgulasch kommen Zutaten aus den Disziplinen sammeln, jagen und gärtnern (sowie konsumieren) zusammen wobei ich ehrlich zugebe, dass ich meine Cranberry-Pflanze vor lauter Unkraut lange nicht gesehen habe und die Cranberries gekauft waren. Um diesem Zustand in Zukunft entgegenwirken zu können, habe ich allerdings direkt mal wieder 2 Pflanzen gekauft und hoffe darauf, sie hier etablieren zu können.

Für eine ordentliche Portion Gulasch:

  • etwa 2 Pfund Gulasch vom Reh
  • mindestens 2 rote Zwiebeln mit Schlotten
  • 3-4 rote Paprika
  • 1 Handvoll getrocknete Steinpilze, eingeweicht
  • 1 Handvoll getrocknete Cranberries
  • selbst gemachtes Paprikagewürz (aus Resten geputzter Paprika, danke an Salmandra für den Tipp!)
  • wenige Chili-Flocken (ich benutzte meine grünen von 2015)
  • etwa 500g Fleischtomaten + etwas Tomatenmark oder passierte Tomaten aus dem Glas
  • 2 EL Mehl 550
  • 1 EL Zucker
  • 1 TL Salz
  • Bratöl

Zwiebeln putzen und achteln, Schlotten in größere Scheiben schneiden, Paprika waschen, putzen und in mundgerechte Stücke schneiden.
In einem Topf das Bratöl stark erhitzen und das Gulasch anbraten, Zwiebeln zugeben und die Flamme zunächst groß lassen denn die Zutaten ziehen vermutlich Wasser, welches verkochen soll.
Paprikastücke zugeben, mit anbraten, Flamme herunterdrehen.
Mehl und Zucker zugeben, gut unterheben tomatisieren, mit etwa 300ml Wasser zu einer sämigen Sauce verrühren.

Perfektes Gewürz für alle möglichen Gulasch-Arten: selbst gemachtes Paprikapulver aus getrockneten Resten

Fleischtomaten oder passierte Tomaten sowie Steinpilze und Cranberries und das Paprikagewürz, Chili + Salz zugeben.

Das Gulasch mindestens 30 Minuten, gerne aber auch wesentlich länger bei aufgelegtem Deckel schmoren lassen, gelegentlich umrühren.

Ein wunderbar rundes, weiches, warmes Aroma entfaltet dieser Schmortopf. Ich habe zum Kochen mal wieder den Dutch Oven benutzt und stelle zufrieden fest, dass er nun bald die Patina haben wird, die ein gut eingearbeitetes gusseisernes Kochgeschirr für mich haben muss.

 

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9 Gedanken zu „Rehgulasch mit Steinpilzen und Cranberries

  1. Stefanie

    Was, Du hast auch Wassermelonen? Wusste gar nicht, dass die hier wachsen können. Schreib bitte, wie sie schmecken, wenn´s soweit ist. Ich habe diesen Sommer eine extreme Wassermelonen-Phase. Liebe die Dinge einfach.

    Antwort
  2. Alex

    Das Rehgulasch ist perfekt. Ich liebe solche Essen! Vor allem auch die Cranberry-Einlage ist was für mich. Ich finde schon lange, daß Fleisch und Obst oft sehr gut zusammenpasst.
    Sehr herzig die Teigwaren 🙂
    LG Alex

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Obst, vor allem Beeren und Fleisch gehören bei primitiven Kulturen auch zusammen und auch ich finde: zu recht. Ich habe dieses Jahr auch schwarze Johannisbeeren getrocknet und will mal schauen, was man damit machen kann und die Weißdornfrüchte habe ich auch im Blick.

      Ich finde es ja immer spannend zu sehen, wie bestimmte Nudelsorten im vorindustriellen Zeitalter gefertigt wurden und bekomme immer Steilaugen, wenn wir ‚Zu Tisch in …‘ oder so sehen. Da gibt es regelmässig Aha-Effekte. Bei diesen Herzchen-Nudeln allerdings bin ich mir sicher, dass die selbstversorgerisch eher nicht hergestellt werden können. 😉
      LG Oli

      Antwort
  3. Anja

    Sieht sehr lecker aus. Wir sähen das ein odere andere Reh das durch den Garten marodiert auch lieber im Topf, aber daraus wird wohl nichts.

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Schön von dir zu hören, funktioniert die Telepathie ja doch. 🙂
      Ich hatte mal einen Gartenbock, der mir sogar mein Efeu auffraß. Im Dorf ist auch so einer unterwegs gerade. Ich sage immer, wenn die Rehe so nah rankommen, dass sie schon fast handzahm sind, kann man sie auch prima lautlos erwürgen und hat einen guten Braten.

      Antwort

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