Bohnensalat mit Speck vom Wollschwein

Der Bohnensalat aus grünen Bohnen und Speck ist bei mir ein absoluter Klassiker und ich bin bass erstaunt, ihn hier noch nie vorgestellt zu haben.
Zu einfach?
Kann ja nicht als Argument gelten, denn die einfachen Dinge aus besten Zutaten sind für unseren Geschmack meist die besten.
Und wenn ein Großteil der Zutaten aus dem heimischen Garten stammt, gesellt sich zu dem guten Geschmack und dem Wissen um vernünftige Anbaumethoden auch noch das tiefe Gefühl der Befriedigung, sich selber versorgen zu können.

Speck haben wir zwar immer noch nicht aus eigenem Anbau und bei unserem Verbrauch bräuchten wir auch Schweine, die zu einem wesentlichen Teil aus Speck bestehen, aber wer weiss, was noch kommt.

Dafür war ich neulich seit langer Zeit mal wieder auf dem Schnuckenhof ein paar Dörfer weiter. Das ist ein Arche-Hof, auf dem unter anderem Wollschweine, Heidschnucken und Steppenrinder gehalten und im Sinne einer Erhaltungszucht natürlich auch geschlachtet werden. Die Tiere leben in Robusthaltung aber nicht bio, die verarbeiteten Produkte sind frei von Geschmacksverstärkern, Konservierungsmitteln und Nitritpökelsalz. Das ist für mich besonders wichtig und apropos Geschmacksverstärker:
Wer braucht eigentlich Geschmacksverstärker an Produkten von langsam gewachsenen Tieren alter Rassen aus vernünftiger Haltung? Eben!

Als Bohnen empfehle ich eine Buschbohnensorte oder wirklich jung geerntete Stangenbohnen.
Gewürzt wird nur mit etwas Bohnenkraut (ich kultiviere dieses Jahr nur mein mehrjähriges Bergbohnenkraut Satureja montana, einjähriges funktioniert natürlich ebenfalls) und einem guten Olivenöl, der herb-aromatische Geschmack des Mangalitza ist zusätzliche Würze genug.

  • Die Bohnen waschen und putzen, in ausreichend kochendem Wasser etwas mehr als bissfest garen, abgiessen und sofort in einem Becken mit kaltem Wasser abschrecken.
  • Den Speck auslassen und sanft anbraten
  • Bohnen abropfen lassen und in die Salatschüssel geben, den Speck direkt aus der Pfanne mitsamt dem Fett darüber geben
  • Bohnenkraut waschen, verlesen, klein hacken und zu den Bohnen geben
  • nach Belieben mit ordentlich schmackhaftem Olivenöl begiessen

Dieser rustikale und einfache Salat kann lauwarm oder kalt genossen werden und verträgt eine Menge (gutes) Fett. Ich reiche ihn gerne als Salat, er macht sich aber auch als Beilage gut. Beispielsweise zu Frikadellen und gebratenen Kartoffeln.

Bleibt man bei der Verwendung als Salat und benutzt keinen superaromatischen Speck, profitiert der Bohnensalat mitunter von einem guten Schuss selbst gemachtem Frucht-Balsamico wie z.B. Himbeer-Balsamico.

 

5 Gedanken zu „Bohnensalat mit Speck vom Wollschwein

  1. Alex

    Ich habe das Glück, einen Supermarktbetreiber in der Innenstadt zu haben, der alle 4-8 Wochen eine neue Ladung Mangalitza-Fleisch aus Ungarn, seiner Heimat mitzubringen.
    Sehr fett, aber außerordentlich aromatisch. Schmeckt mit den Bohnen bestimmt perfekt!
    LG Alex

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Das ist eine richtig gute Sache Alex, so eine Quelle zu haben. Ich denke, für Gerichte, wo der Eigengeschmack des Specks zum Tragen kommen kann, werde ich in Zukunft immer zusehen Mangalitza-Speck zu nehmen.
      Vorgestern war ich in einer Nutztier-Arche und habe Sauerfleisch aus eigener Herstellung gehabt. Leider stand nicht dabei, ob es Turopolje oder Mangalitza war – und die Bedienung war missmutig, sodass ich nicht fragte – aber was auch immer, der Geschmack dieser alten Rassen, langsam und vernünftig aufgezogen ist der Wahnsinn und nicht zu vergleichen mit den neuen Rassen, bei denen andere Zuchtziele im Vordergrund standen als Robustheit, Sozialverhalten, Geschmack und Fettgehalt. Und ja, den Fettgehalt muss man mögen, da es ja aber gutes Fett ist und eine schöne Konsistenz hat … ach, ich mag’s ja eh gerne (schweine)fettig. 🙂
      LG Oli

      Antwort

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