Sahnige Kürbissuppe aus Moschus-Kürbis

Kürbisse sind ein wunderbares Lagergemüse für den Winter aber leider haben nicht alle Sorten gleich viel Durchhaltevermögen. Während der altbewährte Hokkaido sich bei uns im ungeheizten Eingangsflur des Altbaus bis ins Frühjahr hält, zeigte der Moschuskürbis zum Jahreswechsel erste Verfallserscheinungen. Ich schlachtete ihn an einem kühlen, arbeitsreichen Tag, an dem wir hier Helfer und Besuch auf dem Hof hatten.
Eine gute, heiße Kürbissuppe heizt ein, wenn man stundenlang draussen in der Kälte gearbeitet hat und die versammelte Mannschaft war hellauf begeistert von dem feinen Geschmack des Muskatkürbis‘ und der Rezeptur.

Moschuskürbis

Speziell für F + A, aber auch als Gedächtnisstütze für mich folgt hier nun das Rezept, welches ich heute aus eingefrorenem Kürbis nochmal nachgekocht habe.

Zutaten für etwa 8 Portionen sahnige Kürbissuppe:

  • 2 wirklich große Zwiebeln
  • 8 mittlere Kartoffeln
  • 4 große Karotten
  • etwa 2 Rippen Moschuskürbis ‚Muscade de Provence‘, das sind bei mir etwa 1300-1500g geputzt
  • 2 Knoblauchzehen
  • 3 geh. TL Suppenpulver
  • 1TL Chili
  • 200ml Sahne
  • etwas Wasser
  • Öl zum Anbraten
  • ggf. Kürbiskernöl zum Servieren

Die Zwiebeln würfeln und im Öl anbraten, sie sollen nur leicht bräunen. Geputzte und grob gewürfelte Kartoffeln, Karotten und den geschälten, geputzten und ebenfalls gewürfelten Kürbis zugeben, etwas anbraten, dann mit etwa 500ml Wasser ablöschen. Suppenpulver, Chili und grob gehackten Knoblauch zugeben und etwa 20 Minuten köcheln lassen.

Von der Flamme nehmen, die Sahne hinzufügen und fein pürieren. Abschmecken.
Mit Kürbiskernöl servieren.


Der einzige aber dafür riesige Muskat-Kürbis

Das Rezept ist also wirklich einfach und schlicht, es lebt mal wieder von den guten, selbst angebauten Zutaten und dem tollen Geschmack der Sorten. Hier bei uns ist Moschus-Kürbis sehr selten im Angebot, vielleicht weil er als haushaltsübliche Menge nur rippenweise verkauft werden kann?

Ich sah aber tolle, mittelgroße und ausgereifte Exemplare im russischen Supermarkt, als ich auf der Suche nach hochprozentigem, russischen Wodka für einen Ansatzschnaps war.

Beim Samentausch der norddeutschen Frunslüt 2016 bekam ich zwar Saatgut dieses tollen Kürbis‘ von Salmandra, aber dies war leider taub. Die Jungpflanze, die später im Jahr gefühlt den halben Folientunnel in Beschlag genommen hat, bekam ich von der Baumfrau, die Saatgut der gleichen Quelle benutzte.
Der Anbau erfolgte in einer 60l Maurerbütt und die Pflanze brachte nur einen, dafür aber gewaltig großen Kürbis hervor.

Da der Moschuskürbis, wie der Name schon sagt, zur Art Cucurbita moschata gehört und ich aus dieser Art auch den ‚Butterbush‘ anbaute, habe ich kein Saatgut genommen. Für verkreuzte und möglicherweise ungeniessbare Kürbisse ist mir mein Platz zu schade. Daher habe ich dieses Jahr Saatgut des ‚Muscade de Provence‘ gekauft, versuche aber ab sofort jegliche Experimente sein zu lassen und plane, von Cucurbita moschata nur noch den ‚Muscade de Provence‘ anzubauen, von Cucurbita maxima nur noch den Hokkaido-Typ ‚Red Kuri‘ (Hubbard) und von Cucurbita pepo eine Zucchini-Sorte.

Moschuskürbis

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8 Gedanken zu „Sahnige Kürbissuppe aus Moschus-Kürbis

  1. marliesgierls

    Eigentlich bin ich ein großer Fan von Kürbissuppen, aber da ich in den letzten Jahren im Winterhalbjahr 3x wöchentlich diese Essen dürfte, schließlich mussten 200 Kürbisse irgendwie vernichtet werden, bin ich dieses Jahr sparsam mit dem Kürbissuppe -Kochen. Ein Jahr hatte ich auch einen wunderbaren Muskatkürbis, aber sie sind wirklich zu groß, bei einem 2 Personenhaushalt wird das schwierig, schön das Spalten fällt mir nicht so leicht, ich habe ein Beil oder die Axt genommen.
    Das Überwintern ist immer heikel, hängt ja auch vom Sommer ab, wie gut sie reif werden, und manchmal werden dann so viele schlecht, dass man mit dem Verarbeiten, ich habe viel Püree eingefroren, kaum nachkommt. Aber die Kürbisse sind immer ein zu schöner Anblick und ich werde mir dies Jahr vielleicht auch 2 Tröge hinstellen, mal sehen.
    Lieben Gruß Marlies

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      200 Kürbisse! Meine Herren 😀
      Gut, da würden sie uns dann auch zum Hals raushängen. Die Größe ist leider wirklich ein bisschen ein Problem, einerseits natürlich toll soviel Ernte zu haben, aber das Schlachtfest artet schon in Arbeit aus und besser werden sie eben auch nicht durchs Einfrieren. Aber so lecker!
      Liebe Grüße, Oli

      Antwort
  2. Salmandra

    Frischen Kürbis, Muskat und Hokaido, mögen wir sehr gern, vor allem als Suppe oder den köstlichen Auflauf nach Marabus Rezept. Im letzten Jahr haben wir den 12kg schweren Muskatkürbis (was sollten wir sonst mit dieser Masse anfangen) eingekocht und eingefroren, testweise in Würfeln und als Pürree. Das hat uns leider überhaupt nicht geschmeckt, irgendwie labbig und mit seltsamem Beigeschmack ( nicht bitter), Ist bei Dir keine Veränderung zu merken gewesen?

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Doch, er ist weniger aromatisch gewesen nach dem Auftauen und von der Konsistenz her irgendwie grobkörnig. Ich hatte ihn mit wenig Wasser in Würfeln gedünstet, abkühlen lassen und eingefroren. Bei der Verarbeitung direkt im gefrorenen Zustand zum anderen Gemüse in den Topf.
      Ist das beim Einkochen ähnlich?
      Am besten wäre es, mehrere kleine Muskatkürbisse zu haben – die großen sind ja sogar für ein Volksfest zuviel. 😀

      Marabus Rezept kenne ich nicht, hat sie das in ihrem Thread?

      Antwort
  3. Salmandra

    Hm Volksfest. Ist ja vielleicht ein wenig groß aber wie wäre denn mal ein Fest für Selbstbversorgerinnen, Tauschbegeisterte und Kochkünstler auf Eurem Hof? Ich würd auch kochen (Kürbisgerichte natürlich)
    Wir hatten den Kürbis zum Einkochen mit nur wenig Wasser gedünstet und pürriert, dann gleich in die Gläser. Er schmeckte danach einfach nur fad und wässerig, auch die Farbe war etwas gräulich geworden. Ich bin inzwischen vielleicht auch etwas eigen geworden. aus meiner guten Ernte wird nur das in den Vorrat gebracht, was wirklich richtig lecker ist.
    Hier noch das Rezept für den Auflauf:
    Kürbis (es gehen Hokaido, Butternut und Muskat) in 2-3 cm Würfel schneiden
    Kartoffeln in gleicher Menge roh mit dem Sparschäler in Scheiben schneiden
    Beides mit Kräutersalz und Öl mischen, alles sollte ölig glänzen
    In der Backröhre bei ca 200° backen bis der Kürbis weich ist (die Kartoffeln sind obendrauf dann schön knusprig)
    Mit Sahne ablöschen, bei 1 kg Gemüse nehme ich 200ml

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Ich finde es eine sehr gute Idee und wir könnten es gut verbinden mit unserem lange geplanten und bislang nie durchgeführten Sommerfest. Es gäbe so viel zu feiern und so viele interessante Leute zusammen zu bringen. Ich bewege das mal im Kopf hin- und her und warte ab, wie der April mit dem nächsten großen, hoffentlich zu feiernden Ereignis verläuft. Schade, dass hier immer so ein ewig nasses Mistwetter ist, das erschwert Planungen ungemein.

      Danke für das Rezept, ich teste das demnächst mal. Ich habe einige Kürbisse gesehen, die langsam weg müssen.
      Was das wählerisch werden angeht: das glaube ich sofort und das beobachten wir auch ganz extrem. Das ist die wahrscheinlich größte Schattenseite des Gärtnerns: man ist hoffnungslos verwöhnt und nicht mehr für Erzeugnisse des ’normalen‘ Marktes geeignet. 🙂

      Übrigens fällt mir bezüglich einkochen gerade ein, dass mein Mann mir zum Geburtstag einen ‚pressure cooker‘ schenken will (und das war seine eigene Idee), ich bin gerade am recherchieren, welche von den anscheinend 3 gängigen Modellen es werden wird (einer zum zuschrauben auf jeden Fall, ich bin ja ein wenig ängstlich was explodierende Töpfe angeht). Ich berichte dir dann. Dachte, das interessiert dich vielleicht.

      Antwort

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