Marinade für gegrilltes Wildbret (und Gemüse) nach Art der geduldigen Jägersgattin

marinade-für-wildschwein-gegrillt

Geduldig sollte man als Partner einer Jägerin oder eines Jägers schon sein. Denn anders als es gewisse Aufrührer uns weis machen wollen, geht der Jäger nicht in Wald und Flur, ballert das erstbeste Stück Wild ab, wiederholt dies nach Belieben wöchentlich und schleppt auf breiten Schultern grunzend zentnerweise Beute in die Höhle. Die Realität ist eher, dass man je nach Revier und Einsatzbereitschaft 2-3 Stück Rehwild im Jahr in die Truhe bekommt und diese nach wochen- oder monatelangem beobachten geschossen werden, nachdem die Jäger des Reviers von der unteren Jagdbehörde erzählt bekommen haben, wieviel Rehwild von welcher Sorte geschossen werden muss. Dann einigt man sich darauf, wer dieses Jahr wieviel und was schiessen darf und dann braucht es noch Geduld und Glück. Erfahrung schadet auch nicht. Bei Hochwild sieht das ähnlich aus, bei Wildschweinen anders. Aber darum geht es hier ja nicht. Sondern um das, was nach der Geduld  und der althergebrachten Fleischbeschaffung wider der Massentierhaltung und Tiertransporten zum Schlachthof kommt.
Diese Marinade passt unserer Meinung besonders gut zu Wildschwein und Reh, aber auch als Marinade für gegrillte Zucchini, Auberginen und Süßkartoffeln macht sie sich sehr gut.

Wieviel Marinade man benötigt, hängt natürlich unter anderem davon ab, wie weit das Fleisch zerkleinert ist und somit von der Oberflächenvergrößerung. Für eine fein aufgeschnittene Wildschweinkeule von 3 Kg haben wir etwa die folgenden Mengen benutzt:

  • 1l Olivenöl
  • 250g Honig
  • 1 TL Salz
  • 2 Handvoll frischen Rosmarin
  • 2 Handvoll frischen Thymian
  • 10 Knoblauchzehen
  • optional etwas Chiliflocken

Das Olivenöl wird sanft erwärmt, der Honig darin aufgelöst, dann die grob zerkleinerten Gewürze hinein gegeben. Die Knoblauchzehen quetsche ich in diesem Fall durch eine Presse. Die Marinade wird sehr gut verrührt und kühlt bitte auf Raumtemperatur ab.

In einer hohen Auflaufform oder Schüssel wird der Boden mit der Marinade benetzt, das Fleisch oder die aufgeschnittenen Gemüse dann Schicht um Schicht hineingelegt und jede Schicht satt mit Marinade begossen. Sollte am Ende Marinade übrig bleiben, wird sie auf die Schichten gegossen und deckt optimalerweise das ganze luftdicht ab.

Wir lassen Fleisch mindestens 6 Stunden bis zu 24 Stunden ziehen, Gemüse eher kürzer, 3-6 Stunden.

Fotos vom Ergebnis haben wir bislang jedes Mal vergessen weil die Grillrunden so gesellig waren, alle damit beschäftigt waren die Leckereien zu geniessen oder die Grillmeisterin und Blog-Fotografin in Personalunion an den Grill gefesselt war.

Vielleicht liefere ich nächstes Mal Bilder nach, die Marinade hat für uns akut keinen Verbesserungsbedarf und sicher werden wir unser Wildbret noch oft so aufwerten. Gesetzt den Fall der Gatte bekommt Ausgang zum Jagen, was wiederum davon abhängig ist, wie wir mit Haus und Garten voran kommen. Unter anderem.

8 Gedanken zu „Marinade für gegrilltes Wildbret (und Gemüse) nach Art der geduldigen Jägersgattin

  1. lovebuildbrighten

    Toll und vielen Dank für deine Worte für die oftmals so verschriehene Jägerschaft. Mein Mann ist ebenfalls Jäger, hat aber bislang noch kaum etwas mit nach Hause gebracht 😅… ich hoffe das wird sich dann nach unserem Umzug aufs Dorf und mit Abschluss der Baustelle ändern. Dann ist auch wieder Zeit da, ins Revier zu gehen.. 🙂

    Antwort
    1. Landidylle Autor

      Danke für Deinen Kommentar, ich bin immer fassungslos wenn ich die Lügen über die Jagd höre und das verhalten der Menschen dazu. Eine Freundin kauft Qualfleisch im Supermarkt, ist aber Jagdgegnerin. WTF? Aber es gibt ja sogar jagende sonst-Veganer habe ich gelernt und Weideschlachtung per Kopfschuss wird auch mehr. Gut für die Tiere, sowohl die, die sterben müssen, als auch für das Tier Mensch, was sich auch artgerecht ernähren möchte. Ich lehne mich grad weit aus dem Fenster hier, einige Leser werden mich hassen.
      Ich verfolge deinen Blog ja nun auch und bin gespannt, hat dein Mann schon Beziehungen zur örtlichen Jägerschaft geknüpft?
      LG Oli

      Antwort
      1. lovebuildbrighten

        Ja das hat er. Er kommt ursprünglich aus dem Dorf und ein Verwandter gehört eine dortige Jagd.
        Von jagenden Veganern habe ich noch nicht gehört! Aber Chapeau für die Toleranz! 👍🏼
        Aber ich bin ganz deiner Meinung. Aus Unwissenheit und Ammenmärchen über das Jagen gibt es viele obskure Haltungen…
        LG Marie

  2. altbaurenovieren

    Großartig! Bei uns war letzte Woche Rehrücken auf dem Grill, nur ein paar Stunden mariniert mit der Allzweckwaffe unseres argentinischen Freundes (Olivenöl, Oregano,Salz, Knoblauch) und es war wunderbar. Und ich mag ja immer die Fragen der Gäste zu einem der hochwertigsten Lebensmittel, die wir haben: „Wo habt ihr das gekauft? — äääähh, selbst geschossen“ – „Ich wusste gar nicht, dass man Reh grillen kann (klar, man kann alles grillen, was lecker ist.“, usw.

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Haha ganz genau. Wir haben schon wirklich viele Leute von Wild überzeugt die mit echten Vorbehalten (und wahrscheinlich sicherheitshalber vollem Magen) zum Essen kamen. Selbst gejagt, selbst angebaut, selbst verarbeitet, allerbest.

      Antwort

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