Weiße Bohnensuppe mit frittierter Wurzelpetersilie

Bohnensuppe mit Petersilienwurzl

Ein klassisches Gericht der armen Leute aus dem Selbstversorgergarten. Nahrhaft, proteinreich, wärmend, stärkend und rundum eine ehrliche Nummer aus der Region. Optisch wahrlich kein Hingucker, nein, auch kein Gericht, was Finesse und Importe verlangt, dafür aber mit inneren Werten.
Saisonal passt dieser Eintopf sowohl in den Herbst, als auch in den Winter denn die Wurzelgemüse kann man prima in Sand einschlagen und lagern und die Bohnen sind natürlich Trockenbohnen. Demnach passt das Rezept prima in die Kategorie ‚Vom Eingemachten leben‚ beziehungsweise ‚aus eingelagerten Zutaten‚.
Wurzelpetersilie gehört angeblich zu den wiederentdeckten alten Sorten, die vorübergehend in Vergessenheit geraten waren – bei uns war sie nie vergessen, sie gehörte in jedes Suppengemüse und war demnach Bestandteil der meisten Eintöpfe und Suppen.

wurzelpetersilieDieses Jahr ist es mir zum ersten Mal gelungen, Wurzelpetersilie im Garten anzubauen und sie ist so groß und schön geworden wie anderswo die Pastinaken. Ich freue mich sehr darüber und hoffe, dass die Wurzeln in ihrem Sandlager lange halten.

Zutaten für einen herbstlichen Bohneneintopf für etwa 3 Personen

Die Mengen sind so flexibel wie der Appetit und Lebensstil, wer im Kühlen körperlich arbeitet, kann prima 2 Portionen vertragen, Diätisten und Sitzmuskulöse nehmen vielleicht die Hälfte.

  • 250g weisse Bohnen, trocken gewogen, über Nacht eingeweicht
  • 2 große Zwiebeln
  • 8 mittelgroße Kartoffeln
  • 4 Karotten
  • 2 Wurzelpetersilie
  • 1/2 Sellerieknolle oder eben 1 kleine
  • Liebstöckel nach Geschmack
  • etwa 800ml Wasser
  • etwas Kräutersalz
  • Bratöl
  • etwas Zucker

Die eingeweichten Bohnen weich kochen, das dauert bei weißen Bohnen nicht ganz so lange. Testen hilft. Abgiessen. Zwiebeln in Ringe schneiden und im Bratöl bei sanfter Hitze lange schmoren.

Das Gemüse und eine halbe Petersilienwurzel in kleine Würfel schneiden, zu den geschmorten Zwiebeln geben, mit Wasser angiessen, Liebstöckel und Kräutersalz zugeben, knapp weich gekochte Bohnen ebenso.
Kräutersalz schätzen wir übrigens in manchen Gerichten als veganen Speckersatz.

Während das Gemüse sanft gar köchelt, die halbe Petersilienwurzel in Scheiben schneiden und in Bratöl frittieren, mit etwas Zucker bestreuen und als leckere Garnitur auf den Bohneneintopf geben.
Dieses Gericht ist vegan, schmeckt aber natürlich Omnivoren auch mit Speck ganz ausgezeichnet, saisonal, regional und kann so ziemlich komplett aus dem eigenen Garten kommen. Bei herbstlichem Schmuddelwetter ein echtes Wohlfühlessen.

Nebel im Herbst mit Pferd

 

6 Gedanken zu „Weiße Bohnensuppe mit frittierter Wurzelpetersilie

  1. Jutta K.

    Bei uns heißt sie umgekehrt, also Petersilienwurzel und wird in vereinzelten Supermärtken angeboten.
    Wenn immer ich welche sehe, werden sie gekauft.
    Mir schmecken sie auch als Püree mit Sahne und Muskat gewürzt.
    Tolles Rezept, das ich ausprobieren werde.
    Liebe Grüße

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Witzig, dass du das schreibst Jutta, ich hatte ursprünglich 2x Petersilienwurzel geschrieben, es ‚korrigiert‘ und am Ende wusste ich selber nicht mehr, wie wir es früher nannten. 🙂
      Die Idee, die Wurzeln als Püree mit Muskat zu servieren ist exzellent, ich mag auch Sellerie zusammen mit Kartoffeln als Püree so gerne.
      Hach, das werde ich gleich demnächst umsetzen!
      Liebe Grüße, Oli

      Antwort
  2. eifgental

    Du hast nicht zufällig ein bisschen von dem Saatgut übrig? *unschuldig dreinblick* Das sind ja irre Wurzeln!
    Ich glaube, Suppengemüse galt einfach lange Zeit als unsexy, also waren die Zutaten nur noch denjenigen bekannt, die tatsächlich noch ganz altmodisch Gemüsebrühe/-einlagen selber machten, statt zum Fertiggranulat zu greifen. Denen aber dafür durchgängig. Ich erinnere mich auch noch an die Konfirmation meiner Kusine, bei der es als Vorspeise Wurzelpetersiliensuppe gab – zu dem Zeitpunkt war mir der Name tatsächlich gänzlich unbekannt. Ich habe dann angenommen, dass es wohl eine DDR-Tradition sein müsse. Wie ich mittlerweile weiß, sind die hier eher verbreiteten „Peterwurzeln“ aber das gleiche. 😀
    Auch die Pastinake ist ja angeblich erst seit kurzem wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Dabei war in den Babybrei-Gläschen, die bei uns in der Oberstufe als Zwischenmahlzeit total hip(p) waren, sehr häufig Pastinakenbrei… da sah man bloß nicht mehr, wie die Pastinake als Gemüse aussah!

    Die Suppe klingt super, so richtig schön klassisch warm und zufrieden machend. Wobei hier immer noch ein Schuss Essig in die Bohnensuppe MUSS. Ist das bei euch nicht so? 🙂

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Deine Erklärung klingt einleuchtend, so wird es wohl gewesen sein mit den alten und wiederentdeckten Gemüsen.
      Ich gestehe, dass ich so typisches arme-Leute-Essen, Lagerfuer-Gerichte und all‘ das Einfache sehr gerne mag, ja warm und zufrieden machend. Essig kommt bei mir nur an die Linsensuppe, wobei mir einfällt, dass ich irgendwo noch das Rezept für eine perfekte – also wirklich PERFEKTE – Linsensuppe haben müsste, das stammt aus Sachsen.
      Nach dem Saatgut schau ich die Tage mal, ich muss da ohnehin etwas sortieren und sichten. Die Tage kann aber auch leicht die Wochen heissen, Kinderzimmer soll bis zum Geburtstag der Maus Ende des Monats fertig sein, Vorbereitungen für die Feiern, mehrere Baustellen im Garten aufgerissen … argh!
      Ich glaube aber fast, dass ich das Saatgut komplett ins Beet gekippt habe weil ich so frustriert von den Jahren zuvor war wo nichts keimte, gar nichts. Auf jeden Fall kam die Saat von Dreschflegel, Sorte heisst ‚Halblange‘ – was natürlich die Frage aufwirft, ob es auch eine ‚Lange‘ gibt und wie die beschaffen ist, wächst dann vermutlich bin zum Erdkern. 😀

      Antwort

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