Willkommen Dezember

Nebelwald im November

Tja, Dezember. Wir wünschen ihn uns ruhig und friedlich, besinnlich und erholsam für Körper und Seele aber solange ich mich zurückerinnern kann, gab es im Dezember noch immer kleinere oder größere Katastrophen. Erwarten wir vielleicht einfach nicht zuviel von diesem besonderen Monat in diesem besonderen Jahr. 2016 war und ist für viele Menschen eine echte Herausforderung, verschiedene Zustände erscheinen unerträglich und ich persönlich kam seit Jahren nicht mehr so oft in die Situation sagen zu müssen: „Das ist ja kafkaesk!“
In diesem unseren Kulturkreis ist es ein guter Monat, um demütig zu sein und Raum für Rückblicke zu schaffen. Vielleicht dankbar zu sein für die wirklich wichtigen Dinge und darauf aufbauend dann immer wieder nach vorne zu schauen und mit guten, eigenen Plänen weiterzumachen. Oder endlich zu starten?


Der November war neblig und zwielichtig. Es wurde den ganzen Tag über nicht wirklich hell, das vom diffusen Nebel reflektierte Licht schuf eine surreale Atmosphäre, die die allgemein trübe, von vielen als verwirrend wahrgenommene Zeit aufs schwermütigste unterstrich.

Kurz nach Mittag im November in Norddeutschland

Kurz nach Mittag im November in Norddeutschland

Dieses Blog erfreute sich im November großer Beliebtheit, einerseits kamen wirklich viele Menschen auf der Suche nach Informationen über die gegenwärtige Stallpflicht für Geflügel sowie Baupläne und Anregungen für Stallungen, andererseits wurden Inhalte abgeschrieben, Grafiken benutzt und Formulierungen ausgeliehen. Sogar der Kulturaustausch ist betroffen, allerdings leider nicht das Konzept – aber dann hätte die Dame sich ja auch einfach uns gegenwärtigen Mitgliedern anschliessen können. Wozu ich jeden herzlich einlade.

Apropos Austausch: auch und gerade im November war ein schwunghafter Handel, Tausch und Austausch in Gange. Es ist ein optimaler Monat dafür: der Boden meist noch offen, sodass Stauden geteilt, Ausläufer abgestochen und Pflanzen ausgebuddelt werden können, mehr vorhandene Zeit bei den Hobbygärtnern und Selbstversorgern, sodass genommenes Saatgut gesichtet und sortiert werden konnte und vor allem durch die merklich kürzeren Tage wohl bei vielen auch die Muße, Erfahrungen, Ansichten und Pläne auszutauschen.

Ich hatte Besuch von einem durchreisenden Blogger, was mich sehr gefreut hat. Ich finde es spannend, Menschen persönlich kennenzulernen, von denen ich durch die regelmässige Lektüre schon ein gewisses Bild im Kopf habe.img_6286

Auch hier war wieder viel Zeit für gemeinsame Aktivitäten: das Töchterchen durfte quer durch Hamburg U-Bahn und Bus fahren, durch von Menschen überfüllte Strassenzüge laufen, in einem klitzekleinen Restaurant Kaninchen essen und dabei vom kleinen Muckelmann erzählen, Schuhe shoppen und die Elbphilharmonie (aus der Entfernung) sehen – was für ein Abenteuer für ein kleines Waldmädchen! Stadtmädchen finden dann wohl Wald & Wiesen spannend.

Wir haben einen Spaziergang durch den knallbunt verfärbten Indian Summer-Wald in der Steinzeit gemacht und dort Fotos geschossen, die allesamt unscharf sind.

Hier im Dorf sind wir gemeinschaftlich Laterne gelaufen und danach im Feuerwehrgerätehaus zu heißem Kakao und Wurst eingekehrt – wer hätte gedacht, dass ich an diesen Aktivitäten nicht nur teilnehmen, sondern sie auch mal zu schätzen wissen würde? Gemeinschaft ist eine gute Sache habe ich festgestellt.

Ein Kombi voller Tauschwaren auf dem Weg zum Tauschtreffen durch den Sachsenwald

Ein Kombi voller Tauschwaren auf dem Weg zum Tauschtreffen durch den Sachsenwald

Und dann gab es das Tauschtreffen der norddeutschen Frunslüt! Was für ein Fest! Meterweise Himbeer-Ableger, ein kapitaler Erpel, jede Menge Saatgut, Kürbisse, Quitten, Eingemachtes, Ableger von Kräutern und andere Waren füllten meinen großen Kombi bis unter’s Dach – auf den Rückweg war der Wagen ebenso voll mit Weidenkörben, Walnüssen, Tannensirup, Seife, Saatgut, Büchern, Pflanzen, Hühnerfutter und einem Dörrapparat.
Und dazwischen lagen viele Stunden regen und schwesterlichen Austauschs von Wissen, Erfahrungen, Sorgen und Nöten und natürlich der Tauschwaren. Das alles bei guter Bewirtung mit verkosten von selbst gemachten Leckereien in absolut entspannter und freundschaftlicher Atmosphäre. Wiederholungen sind unbedingt geplant und ich denke, ich spreche für alle wenn ich empfehle: Organisiert euch! Tauscht Überschüsse, Ausrangiertes, Saatgut, Erfahrungen und bekommt dafür Begehrtes, Bewährtes, Neues, Altes und viel Nützliches.

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Nun habe ich also den elektrischen Dörrapparat und damit die Möglichkeit kontrolliert, bei (passiver) Luftumwälzung über Stunden bei gleichbleibender Temperatur zu trocknen. Meine bisherigen Möglichkeiten, der Solardörrer im Garten, der leicht geöffnete Backofen und meine Gitterkonstruktionen über dem Grundofen bieten das nicht. Zwar hat der Neue nur eine wirklich begrenzte Fläche, aber die reichte, um mich endgültig auf den Geschmack zu bringen. Genau das war übrigens von meiner Tauschpartnerin so vorhergesehen worden!
Himbeerblätter (nein, ich bin nicht schwanger, Himbeerblätter empfehle ich aber für die letzten Wochen einer Schwangerschaft für eine ’sanfte‘ Geburt), leckerste Hagebutten, Quittenscheiben und Äpfel, Äpfel, Äpfel wanderten in den Dörrer.

Ich habe festgestellt, dass man zwar wesentlich mehr Masse in den Dörrer bekommt, wenn man Apfelschnitze anstatt Ringe schneidet, der Genuss aber aus unerfindlichen Gründen bei mir wesentlich höher ist, wenn ich Apfelringe knabbere.

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Ausgeputzte Paprikareste wanderten übrigens auch in den Dörrer, vielen Dank für den guten Tipp an Salmandra. Das Produkt duftet herrlich und ich werde es schon bald in einem Gulasch testen.

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So wie sich die Zeit des Aufgangs und Untergangs der Sonne ständig ändert, ändert sich auch der Tagesablauf des Selbstversorgers. Konnte ich sonst noch morgens in aller Frühe die Tiere draussen versorgen bevor alles andere passieren muss und das Kind in den Kindergarten gebracht wird, verschiebt sich diese Tätigkeit nun nach hinten. Bei auswärtigen Terminen muss dann ein Zwischenstopp im Hellen zuhause eingeplant werden. Dafür müssen nun morgens als erstes die Öfen beschickt werden, will man es in absehbarer Zeit – zum Beispiel zum Duschen … – warm haben. Abends heisst es rechtzeitig zurück sein, um die Tiere noch im hellen einsperren zu können. Flexibilität ist dann alles. Und manchmal ein Partner mit Taschenlampe.img_6121 img_6128

Apropos Flexibilität und Saison: Antizyklisch und asaisonal zu kaufen kann jede Menge Geld sparen, diese Hängematte hätte ich im Sommer eher nicht für 5€ bekommen. Weiss man, was man braucht und will und ist man weitestgehend unabhängig von modischen Erscheinungen sondern setzt auf Klassiker und beständige Qualität, kann man im Winter exzellent günstige Sommerware kaufen und umgekehrt.

Hängematte

Saison haben derzeit auch die Wildvögel, die durchziehen oder aus kälteren Regionen kommen. Ob sie dabei aus Wildbeständen Vogelgrippeviren mitbringen oder ob diese eher ihre Brutstätte in Massentierhaltungen haben, deren Abfälle auf den Feldern der konventionellen Landwirte verklappt werden sei mal dahingestellt. In jedem Fall hatten wir es hier in Schleswig-Holstein im November immer wieder mit Fällen von Geflügelpest (H5N8) zu tun, was Massenkeulungen und Sperrzonen nach sich zog, unter denen die artgerecht gehaltenen Tiere leiden.

Wildvogel-Geflügelpest Beobachtungsgebiet

Zwischen dem nächsten Beobachtungsgebiet und uns liegt noch ein Dorf. Wie ich den Hühnern in der Voliere die Langeweile vertreibe und was man sonst noch machen kann, kann in diesem Beitrag und den Kommentaren nachgelesen werden. Für die Enten und Gänse ist es nicht so einfach. Zwar geht man bei Enten immer leicht davon aus, dass sie sich ganz genügsam in ihr Schicksal fügen aber das Dasein im Stall ohne Auslauf sehe ich als aufoktroyierte Tierquälerei an. Einige Enten haben wir noch getauscht, den Rest geschlachtet, nun gibt es hier nur noch den Zuchtstamm der Pommernenten.
Bei den Gänsen ist es naturgemäß noch schlimmer: sie sind es als Herdentiere gewohnt, den ganzen Tag zu laufen und zu weiden, stupide bei faserarmen Mastfutter im Stall eingesperrt zu sein macht unzufrieden und aggressiv. Auf Platte vorm TV genauso wie im Stall. Das erste Todesopfer ist zu beklagen, die einäugige konnte sich wohl nicht rechtzeitig retten, als Bewegung in die Meute kam. So brach sie sich anscheinend einen Halswirbel.
Wir gehen nicht davon aus, dass es aus emotionalen und finanziellen Gründen möglich ist, die Gänse bis zum voraussichtlichen Ende der Stallpflicht 5/17 eingesperrt zu lassen. img_6154

Ich habe auf Anregung meiner Tauschpartnerinnen den blauen Popcorn-Mais doch noch geerntet, der am Rande der Erlenhecke kümmerte. Der Vorteil des Standorts ist wohl, dass keine Fremdbestäubung passiert ist, die Nachteile sind fehlende Sonne und Wärme, wenig Nährstoffe und nicht ausreichend Wind, um alle Blüten bestäuben zu können. Aber eine kleine Ernte ist da und wer möchte, kann gerne ein paar Korn dieser kleinen Kämpfer bekommen.
Nächste Saison versuche ich dann den bunten Zuckermais vor Fremdbestäubung zu schützen und Saatgut zu nehmen.

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Dann kam die Nacht, in der ich gerade hier auf Landidylle einen Kommentar beantwortete, draussen ein Motor aufjaulte und kurz darauf ein leichtes Scheppern zu hören war. Da der Schall, der von der einen Seite der Bundesstrasse mit vielen gegenständigen Kurven, auf der chronisch zu schnell gefahren wird, mehrmals an Gebäuden abprallt bis er sich zielgenau den Weg in mein Schlafzimmer bahnt, kann einen das Gehör schon mal trügen. Das und dorfinterne Gründe halten mich davon ab, mehr zum Hergang zu sagen. In jedem Fall trappelten auch direkt Schritte zum Ort des Geschehens, die genau zu meiner Wahrnehmung passten und ich war nicht beunruhigt. Als die Feuersirene im nächsten Ort losging, brachte ich das nicht mit dem Geschepper vorher in Verbindung, ebenso wenig wie das Martinshorn. Als nach reichlich 15 Minuten immer noch Schritte die Strasse entlang trappelten, zog ich mich doch mal an und sah draussen nach, was denn da wohl los wäre. Und siehe da: die komplette andere Seite der Strasse war mit Rettungswägen und Feuerwehrautos verstopft und auf unserem Grundstück bewegten sich Menschen in typischer Manier und versorgten einen Menschen am Boden.
Ein 14jähriger hatte sich das schwere Motorrad seiner Eltern ‚ausgeliehen‘, einen 17jährigen Sozius aufgeladen und war dann bei Glatteis in einer der lang gestreckten Kurven und bei überhöhter Geschwindigkeit von der Fahrbahn abgekommen. Er durchbrach den Zaun des Nachbarn, flog über die Mauer an der Grenze zu uns hinüber und profitierte dann von unserer Erlenhecke. 2 Bäume überlebten den Aufprall nicht, wären sie nicht gewesen, hätte er den Aufprall nicht überlebt – denn wie ihr von den Fotos wisst, befindet sich hinter der Erlenhecke unsere Granitstein-Sammlung.
Der Junge hat sich ziemlich schwer verletzt, seinen Sozius immerhin nicht ganz so übel. Was will man dazu sagen? Jugendlichen Leichtsinn kennen wir wohl alle. Göttin sei Lob und Dank, dass es Nacht war und winterlich und er niemanden sonst getroffen hat. Nicht auszudenken, wenn ein Fußgänger dort gelaufen wäre oder unsere Tochter auf dem Steinhaufen gespielt hätte – so wie sie es immer tut, wenn ich im Kartoffelbeet bin.

Nun haben wir eine Lücke in der Erlenhecke, die mit dem Strassenverlauf eine Schneise bildet; eine Lärmschneise, eine Windschneise, eine Sichtschneise – Zielrichtung Nutzgarten. Unschön.


Das Kinderzimmer ist nahezu fertig!
Da wo letztens noch die alte Zarge und Tür herausgenommen wurde, ist die Wand nun auch zugemauert, der alte Estrich am Boden ist versiegelt, die neue Lattung, Dämmung und der Boden aus Red Pine gelegt. Am alten Wanddurchbruch habe ich einen Baum angezeichnet, den der Gatte mit Beton ausmodelliert hat.
Ich habe Tierfiguren aus Gips gegossen und Baum und Tiere mit Pigmentpaste angemalt, die Wandfarbe ausgebessert (wie gut, wenn man die alten Farbeimer in den Untiefen des Gästeschrankes aufbewahrt), den Boden angeschliffen und mit Hartwachs versiegelt während der Gatte sich im Steinbruch betätigte.
Aus unserem reichen Fundus an Findlingen nahm er einige, spaltete sie und setzte sie zusammen mit Flusskieseln und Glasmurmeln in Mischung.

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Ein besonderes Dankeschön geht in Richtung Schröder Bauzentrum. Manchmal muss man Schulterschluss mit den Gattinnen des Kunden üben und diesen vom Kauf abhalten. Un-be-dingt. Diese Variante ist nun der optimale Kompromiss zwischen den fertigen Kieselmosaikmatten und der kompletten Bruchstein-Selbstversorger-Variante und passt in dieses Setting ziemlich perfekt. (Notiz an E.H.: Die Laune war für eine geübte Gattin auszuhalten und dank Zeitdruck hat es dann ja auch nicht lange bis zur Entscheidungsfindung gedauert. Nun sind alle mehr als zufrieden mit dem Ergebnis und freuen sich jeden Tag.)

Die Natursteine werden noch mit Leinöl eingelassen. Nun fehlt nur noch eine Wärmequelle, denn der Heizkörper an der Wand ist natürlich mangels Zentralheizung im Haus nicht angeschlossen. Unvergessen der Tag vor fast 3 Jahren, an dem aus dem Zimmer eine gigantische Staubwolke durch das ganze Haus waberte und ich mit Baby auf dem Arm fassungslos durch den Dunst in 2 strahlende Gesichter sah. Der Gatte hatte zusammen mit einem Bekannten Löcher durch die Decke und die Zwischendecke bis auf den Dachboden gebohrt und die Leitungen verlegt. Damals waren wir uns unschlüssig, ob man Babies in nahezu ungeheizten Häusern aufziehen kann. Logische Frage, immerhin wäre die Menschheit beinahe ausgestorben weil sie in ihren Wohnhöhlen keine fossile Energie in dezentralen Anlagen verbrennen konnte. Oder so.

Damals hatten wir Baustaub-Nachschub für Monate im Haus. Heute wieder. Eigentlich durchgehend seit 5 Jahren mal mehr und mal weniger. Trotz täglichem Wischen der Oberflächen sieht es immer etwas schmutzig aus.

Schiet un Dreck

Schiet un Dreck

Teelichter als Wärmequelle in der Küche

Teelichter als Wärmequelle in der Küche

Während ich schnell, schnell noch die letzten Arbeiten erledigte, inspizierten Vater & Tochter den Weihnachtsmarkt und schufen mir damit die freie Bahn, die ich so gerne beim Arbeiten habe. Schnell noch eine Krone aus Filz gebastelt und Kuchen und Torte vorbereitet und schon konnte der erste wirklich, wirklich bewusst als solcher wahrgenommene Geburtstag – der dritte – starten.

Einige von euch warten gespannt auf die Ergebnisse meines Versuches, einen Erdkeller in einem Hochbeet zu betreiben. Ich habe ja eine alte Auflagenbox in ein Hochbeet eingebuddelt, welches von einer Trockenmauer aus Granit gestützt wird, habe dort hinein Käsekisten aus Holz gestapelt und die handverlesenen Äpfel nebeneinander hineingelegt, sodass sie sich nicht berühren. Dieses Lager ist nach oben wasserdicht abgedeckt und hat Isolationsschichten aus Styropor und Stroh. Hier gibt es ein erstes Zwischenergebnis. Durch irgendwelche Spalten haben sich Würmer und Schnecken Zugang zu dem Apfellager verschafft. Es waren zwar nur einige wenige und der Schaden ist – bedingt durch die dort vorgefundenen Arten – gering, aber es scheint hier ganz allgemein nicht zu schaden, die verwendete Box auf kleine Löcher hin zu untersuchen und diese mit Fliegendraht abzudichten. Da ich im Wesentlichen (geschützte) Schnegel und Mistwürmer gefunden habe (die ja auch zu Myriaden mein Gemüse im Hochbeet bevölkern, habe ich die wenigen verdorbenen Äpfel einigermassen gerne gespendet. Da die Kontrollintervalle mit voranschreitender Lagerdauer aber abnehmen statt zunehmen sollen und ein verdorbener Apfel gerne andere ansteckt, wäre es an sich besser, die Tiere auszusperren.

Von einem weiteren Erfahrungswert kann ich auch bereits berichten: in die Erde eingebuddelte Waschmaschinentrommeln sind unpraktisch zu kontrollieren weil man an sich alle Früchte einmal vorholen müsste. Das ist bei Nieselregen (meine Situation) und vor allem Frost nicht gut und ansonsten zeitraubend. Da die Methode aber weit verbreitet zu sein scheint, kann natürlich auch ein Denkfehler meinerseits vorliegen. Kann jemand von euch mit sachdienlichen Praxiserfahrungen helfen? Welches Gemüse oder Obst lässt sich wie gut in Toploader-Trommeln lagern?

Ansonsten geht das kleine, große Mädchen nun reiten. Privat, in absolut entspannter Atmosphäre, einmal pro Woche und mit großer Begeisterung. Ganz andächtig sitzt sie auf dem Pferd und legt ein für Ungeübte rekordverdächtiges Durchhaltevermögen an den Tag.
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Allgemein bekannt ist die Tatsache, dass ich ein Spätzünder bin und gar meisterhaft manche Dinge vor mir herschiebe. Seit ich den schönen, großen Gasherd gekauft habe, wollte ich wissen, ob er auch ohne Strom funktioniert. Theoretisch spricht ja nichts dagegen, einen Gasherd ohne Strom und automatische Zündung zu betreiben, aber manche Herde tun es eben nicht. Ebenso, wie sie nicht funktionieren, solange die elektrische Uhr nicht gestellt ist. Möchte jemand ernsthaft wissen, woher ich das nun wieder weiß? Gut. Mein Herd funktioniert also mit Strom nur, wenn die Uhr gestellt ist. Ohne Strom kann man ihn glücklicherweise ganz normal als Gasherd benutzen, wenn man manuell zündet. Yeah!
Das wäre ja auch noch schöner. Da benutze ich einerseits Flaschengas zum Kochen, um unabhängig vom Gasnetz und Pipelines aus der Tundra zu sein und andererseits soll ich vom Stromnetz abhängig sein? Nö.
Also, check: Gasherd (Ilve Majestic) geht auch ohne Strom. Sehr gut.
Warum ich das testen konnte? Nun, ich habe mit Schwung einen gefüllten Topf auf den Herd gestellt, das Wasser schwappte neben einem Zünder mitten in die Technik und verursachte dort einen … wie auch immer gearteten Schaden, der sich in Fehlzündungen äusserte. Zünd, zünd, zünd, zünd, zünd, zünd, zünd, zünd, zünd – auf 4 Flammen, solange bis ich die Sicherung rausnahm. War ja zu was nutze.
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In unserem lokalen Käseblatt fand ich einen pfundschweren Prospekt mit Werbung, was mich als hinterwäldlerische Medienabstinenzlerin zuerst verblüffte und dann daran erinnerte, dass Otto Normalkonsument nun ja dazu angehalten wird, sich mal so richtig was zu gönnen. Plastik, künstliche Aromen, Duftwässerchen, kurzlebige Unterhaltungselektronik, Schnappes satt und natürlich Qualfleisch. Ente zu 2,91€ das Kilo. Ist ja Weihnachten bald. Wir sind ja keine Landwirte, betreiben keine Massentierhaltung, bekommen keine Subventionen und kaufen keine Bruttoregistertonnen an Futtermitteln sondern von Hand abgepackte Sackware vom Biobauern – aber wir müssten mindestens 15€ das Kilo nehmen, um alleine in Sachen Futtermittel plus minus Null aus der Entennummer rauszugehen. Und da hat der Schlachter noch kein Geld bekommen, das Veterinäramt nicht, die Seuchenkasse nicht, der Stall ist noch nicht gebaut und das Land nicht gekauft. Seine Versorgungsgänge mehrmals täglich zu den Tiergehegen braucht man sich nichtmal wünschen monetarisiert zu bekommen. Allerdings schlachten wir die Tiere auch nicht als Küken. Und überhaupt: dass diese Entenküken 2,5Kg auf die Waage bringen, macht Otto auch nicht stutzig oder? Na dann, guten Appetit! Und nicht wundern, wenn plötzlich ein Bürzel aus der Stirn wächst.

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Wir haben seit knapp 3 Jahren mal wieder in Rindfleisch investiert. Ein Bekannter von uns züchtet hobbymässig im Nebenerwerb, die Tiere sind echte Fleischrinder und keine überschüssigen zähen Milchtiere, laufen auf der Koppel, freuen sich des Lebens und wenn sie nicht gerade ausserplanmässig schwanger werden und dadurch ihr Fell retten (hier werden im Gegensatz zum Standardvorgehen keine schwangeren Tiere geschlachtet), treten sie ihren letzten Gang beim Hausschlachter an. Optimal wäre natürlich Weideschlachtung, die findet hier auch immer grössere Verbreitung, in diesem Fall funktioniert das nicht.

img_6478Von der vorderen Hälfte

Beim Hausschlachter dürfen die Rinderhälften ausreichend lange hängen und reifen, daher holt man auch erst die vordere Hälfte (oder seinen Teil davon) ab und etwa eine Woche später die hintere Hälfte.

Mit freundlicher Genehmigung von Olaf Peters, Hausschlachter

Und wo wir gerade bei Fleischbergen sind: Der Gatte vermisste eine Tradition aus seiner alten Heimat. Wie wir alle wissen, pflegen die unterschiedlichen Kulturen mitunter wundersame Gebräuche. In Dithmarschen gehören dazu Fleischberge, die insbesondere dann aufgetischt werden, wenn man Gäste erwartet, sie gehören aber auch im Alltag zu einheimischen Winterspeisen wie Grünkohl. Nun kenne ich aus dem Hamburger Raum selbstverständlich auch klassischen Grünkohl mit Kohlwurst (Mettenden), Kasseler und Schweinebauch oder Speck – nur eben nicht die Massen an Fleisch. Im Hofladen wurde also eine Großbestellung aufgegeben und dann gab es nach Jahren der Abstinenz mal wieder Fleisch Overkill für den Eingeborenen: Original Dithmarscher Grünkohl.

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Ansonsten werden hier an frostfreien Tagen die Felder ‚vorbereitet‘. Natürlich mit Gift satt. Sobald der Boden gefroren ist und die Äcker mit schwerem Gerät befahrbar, wird dann die Gülle verklappt. Das Muster liebe Kinder, hat der Onkel Bauer doch schön auf sein Feld gemalt oder?

Mit Gift gespritzter Acker, zur Hälfte schon abgestorben

Ansonsten habe ich es mit meiner manchmal etwas impulsiven Art mal wieder geschafft, einen Postbüdel zu schocken. Ich arbeitete im Garten, als er mit einem Paket auf den Hof kam und begrüsste ihn voller Vorfreude mit den Worten: „Ahhh meine Rattenfallen!“
„Nein“ antwortete er verdattert aber schnell „Ein Buch!“

Merke: Ratten sind ein Tabuthema in der Öffentlichkeit. Über Ratten und wie du sie jagst, kannst du dich mit deiner Gartenfreundin beim Kaffee austauschen, mit den Erzieherinnen im Kindergarten beim small talk, mit Hühnerzüchtern sowieso, manchmal mit der Verkäuferin an der Supermarktkasse – aber schreib‘ darüber bloß nichts im Internet oder begrüße deinen Postboten mit Rattenthemen.
Ich glaube mit meiner alten Nageltante hätte man auch prima über Ratten reden können, damals, als ich noch etepetete war …

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Das Buch war dann das Überraschungsgeschenk eines Foodbloggers. ‚Joy of Cooking‘. Wir redeten hier manchmal in den Kommentaren darüber. Vielen, vielen Dank nochmals!

Einen geruhsamen Dezember wünsche ich euch allen. Am liebsten mit ein wenig Winterwetter welches den Alltag zudeckt oder zumindest dichtem Nebel und Rauhreif, 7°C plus und bunte Farben da draussen sind in bösartigen Zeiten wie diesen etwas zu viel Realitätsflash zu Weihnachten für meinen Geschmack.

Nordische Traumlandschaft mit Winterstimmung. In Zeiten wie diesen ...

Nordische Traumlandschaft mit Winterstimmung. In Zeiten wie diesen …

16 Gedanken zu „Willkommen Dezember

  1. Doris

    Oh, wieder ein schöner Bericht übers Landleben. Gemütlicher Kerzenschein, was will man mehr ?
    So schauriges November Wetter hatten wir nicht.
    Für nächstes Jahr denke ich auch über ein Dörraparat nach, ich habe soviele Möglichkeiten an Obst zu kommen. In manchen Gärten hingen noch vor kurzem Äpfel die dann achtlos aus den Gärten geschafft wurden. Liegen da und verotten.
    Süß die Kleine bei ihrer Arbeit , so ernsthaft beschäftigt. Ohne Heizung im Haus muß man eben darauf achten das man vernünftig angezogen ist. Ich kenn das noch von früher da waren im Winter Eisblumen jeden Morgen an den Fenstern und manchmal waren die Topfblumen erfroren. Müssen bei euch jeden Tag die Öfen angebrannt werden? Der Boden für den zukünftigen Ofen sieht toll aus, gefällt mir gut.
    Ich habe schon ne Menge Weihnachtsplätzchen gebacken und ich bin bester Stimmung.

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Ein Dörrapparat ist wirklich sinnvoll denke ich. Ich will mehr trocknen und auf längere Sicht weniger einkochen. Hier habe ich auch etliche volle Apfelbäume entdeckt, als das Laub weitestgehend ab war, konnte man sie gut sehen. Ging wohl alles in den Kompost. Die Öfen laufen hier jeden Tag ja, der große Grundofen 1-2x, der kleine 2x und im Badezimmer mindestens 2x. Trotzdem ist es recht kühl, die Architektur des Hauses und der Öfen ist nicht optimal, aber wir sind auch noch nicht fertig damit.
      Der Boden sieht richtig klasse aus, finde ich auch. Da steckt jede Menge Seele von uns drin. 🙂
      Plätzchen haben wir noch gar nicht gemacht 😦 an sich ist mein Mann dafür zuständig, er macht immer so 3 verschiedene Rezepturen, die richtig gut sind. Dieses Jahr sind wir in Verzug geraten, erst Kinderzimmer, dann Noro-Virus, jetzt Angina.
      Hoffentlich haben wir dann den Rest des Jahres Ruhe vor Krankheit und Sorgen.

      Antwort
      1. Doris

        Der Rest des Jahres ist nicht mehr lang, das sollte ohne Krankheit zu schaffen sein 😉
        In meiner Wohnung ist es auch nicht sehr warm. Das Haus ist nur teilweise unterkellert. Meistens trage ich Stulpen über der Strumpfhose oder ziehe lange Kniestrümpfe noch drüber. Fast immer trage ich ja Kleider. Wenn ich sitze habe ich ein Tuch über der Schulter. Kalte Füsse sind was schlimmes, da können auch die Nieren von krank werden. Damals Zuhause wurde die Wohnung erst warm als da 2 neue Öfen reinkamen. Da konnte man auch die Türen offen lassen. Aber das ist lange her, die modernen Öfen sollten doch besser sein.
        Was ist mit dem Motorradfahrer ausgegangen ? Warum fahren die jungen Leute immer so schnell ? Sie sind am gefährdesten, man kann ja warnen noch und noch. .

        Die Äpfel die jetzt noch an den Bäumen hängen werden nicht mehr schmecken weil Frost war. 2 der Mispeln hatte ich in der Küche liegen, weich geworden, aber die schmeckten nicht. Ideal waren die vom Baum.
        Ich glaube ich habe 7 verschiedene Plätzchen gebacken, eine Sorte wurde überhaupt nichts, die sind einfach zersprungen. Natürlich werfe ich sowas nicht weg, ich habe Reste von Kuvertüre mit Mandeln und ein Teil der Brocken untergemischt. Schmeckt gut.
        Meine Favoriten sind Weihnachtsschokoli und weiße Lebkuchen.

      2. Oli@Landidylle Autor

        Ich glaube bei Jugendlichen funktioniert die Impulskontrolle noch nicht so gut, daher die ganzen Experimente mit Grenzerfahrungen. Eine gefährliche Zeit, vor allem wenn man ein viel zu schweres Motorrad klaut und das im dunkeln bei Glatteis und überhöhter Geschwindigkeit einsetzt. Das ist ’ne Waffe. Meinethalben braucht es die Dinger eh nicht zu geben, sind laut, stinken, super gefährlich, keine Zuladung möglich – was soll’s?
        Es gibt keine weiteren offiziellen Infos zu dem Jungen, nachdem was wir gehört haben ist es allerdings wahrscheinlich, dass die Spätschäden ihn ein Leben lang sehr einschränken werden.

        Kalte Füsse, kalte Nierenregion und Schultern/Hals finde ich auch am problematischten, daher Filzpantoffeln und Schal, Unterhemd, Strickjacke – dann ist das kühlere Klima eine Wohltat. ‚Moderne‘ Öfen machen nur knallwarme und trockene Luft, wir haben nur einen Eisenofen, wo Holz auf einem Rost verbrannt wird, der ist zwar auch antik aber schon das ineffiziente modere System. Wird schnell warm, das ist der Vorteil, daher steht er im Bad, aber ein Holzverbrauch dass einem die Augen tränen.

        Ich habe Mispelsauce gemacht und will damit eine Fleischsauce verfeinern. Bin gespannt wie das wird, den Geschmack finde ich lustig. Zwischen Zitrone und Esskastanie.

        Ich glaube, ich werde dieses Jahr mal die Plätzchenrezepte meines Mannes veröffentlichen, die sind echt gut, vor allem die Pfefferkuchen. Hoffentlich macht er bald mal welche …

      3. Doris

        Pfefferkuchen muß doch lange liegen, oder nicht? Mit Roggenmehl und Pottasche? Nächste Woche habe ich ein paar Tage Urlaub, obwohl, sowas merke ich ja kaum weil ich nicht jeden Tag arbeite, jedenfalls mache ich dann die letzten Plätzchen. Es reicht. Ich habe 5große Dosen voll. Dieses Mal habe ich bei allen Plätzchen gleich dazu geschrieben ob sie schmecken und wieviel Bleche das waren.
        Bei meinem Strickkleid ist der Rumpf zusammen und ich häkel am Saum. Die Ärmel muß ich noch machen. Es ist Zeit das das Ding fertig wird, sonst ist der Winter vorbei.

      4. Oli@Landidylle Autor

        Keine Ahnung, Pottasche ist in jedem Fall dabei. Ich muss das mal dokumentieren, was er da treibt beim Backen.
        Ich kann es kaum fassen, dass der Dezember schon wieder so weit fortgeschritten ist – ich wollte soviel machen und auch noch ordentlich entspannen bevor das Gerenne wieder losgeht. Ich überschätze jedes Jahr auf’s Neue die Vorweihnachtszeit.

    2. Doris

      Mispelsoße, gibt es ein Rezept? Hört sich spannend an. Die Mispeln von weit weg sind jetzt sicher alle runter gefallen. Ich habe mir für nächstes Jahr ein Fahrrad vorgenommen. Dann sind die endlos langweiligen Fußmärsche vorbei und ich komme mehr in der Gegend herum.

      Antwort
      1. Oli@Landidylle Autor

        Gute Idee, da schliesse ich mich direkt mal an. Fahrrad flott machen für die nächste Saison und einen Unterstand dafür ist ein guter Vorsatz.

        Die Mispelsauce habe ich frei nach Schnauze gemacht, die Früchte lagen ja eine ganze Weile dadurch, dass ich krank war. Dann musste ich recht viel rausschneiden und habe mich spontan entschieden, eine Sauce draus zu machen nachdem ich gelesen hatte, dass Mispeln zu Fleisch gut passen sollen. Hm, mal sehen. Der Geschmack ist wie gesagt witzig, ob er zu Fleisch passt werden wir sehen.

    1. Oli@Landidylle Autor

      Die Idee, die Teppichstange da zu integrieren ist echt gut. Ich habe schon öfter darüber nachgedacht, wie eine optisch ansprechende und nicht blöd im Raum rumstehende Teppichstange aussehen könnte.

      Antwort
  2. Alex

    Wieder ein sehr schöner Beitrag! Obwohl ich kein Landmensch (mehr) bin, überkommt mich bei Deiner Beschreibung ein wenig Sehnsucht und Wehmut nach einfacheren Zeiten. Besonders schön finde ich Eure Tauschaktionen, die sind wunderbar nachbarschaftlich. Der Versuch, self-sustained zu leben hat auch eine besondere Qualität, einem die Früchte, die man „im Schweisse seines Angesichts“ erntet, besonders zu schätzen. Das kenne ich auch noch von früher, aber es wäre schön das mal wieder konkret aufzufrischen. Aber allein schon das Nachdenken darüber hilft. Und dafür danke ich Dir.
    Eine schöne Weihnachts- und Einkehrzeit wünsche ich.
    LG Alex

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Ich verstehe dich Alex. Die einfacheren Zeiten mache ich mir ja teilweise selber. Entschleunigung und einfacheres Leben gibt mir Seelenfrieden und damit bin ich nicht allein. 🙂
      Ich reflektiere ja recht häufig über die verschiedenen Stationen meines Lebens und kann mit Gewissheit sagen, dass ich das einfache, das eigenständige, das abgeschiedene immer mehr vorziehe.
      Tauschen ist total klasse ja, man kommt in eine besondere Art von Kontakt miteinander und wird gezwungen, über den Wert der Dinge nachzudenken. Das ist spannend für mich und führt dazu, dass ich auch die Produkte der Selbstversorgung ehrlicher einschätze. Wie du sagst, man schätzt die Dinge, die man selbst erzeugt dadurch sicher höher ein, als den für nutz-losen Tand (und davon habe ich viel angesammelt).
      Ich freue mich, dass du darüber nachgedacht hast! Ein wenig aktiv wirst du ja dann demnächst und vielleicht stoppst du einmal in der Wachstums- und Erntezeit hier zwischen. Sofern wir uns dann nicht am Thema Politik und Gesellschaft festbeissen, könnten wir eine schöne Gartenbegehung mit Ernte machen. Diese Jahreszeit schmeichelt dem Garten (in diesem Zustand) überhaupt nicht, da hast du wenig versäumt.
      LG Oli

      Antwort
  3. eifgental

    Herzlichen Glückwunsch nachträglich an das Waldmädchen, und gute Besserung an den leichtsinnigen Tiefflieger, der hoffentlich was gelernt hat…
    Was für ein wunderschönes Kinderzimmer. Die Bodenplatte hat es mir besonders angetan, die will ich für unser Wohnzimmer! Na, bis wir das endlich machen, wird noch viel Zeit vergehen. Bis dahin kann ich ja schonmal Kiesel sammeln.

    Haha, deine Herdgeschichte ist wieder mal ein déjà vu. Genauso habe ich unseren Elektro-Gasherd auch in einen konventionellen Gasherd „umgewandelt“. *hüstel* So ein tolles Teil wie bei dir ist das hier aber nicht…

    Ach, Briefträger sind eh viel zu einfach zu schocken. Unserer brachte letztens ein handlich ausschauendes, aber gräßlich schweres Päckchen. Ich unterschrieb und übernahm, und er fragte launig: „Sind da Steine drin?“ Und ich so „Nein, Blei.“ War die Wahrheit, hat ihn aber irgendwie schwer (haha) irritiert, ich weiß auch nicht, wieso…
    Ratten sind uns bisher zum Glück erspart geblieben, bis auf ein paar Mumien, die wir beim Dachausbau gefunden haben. Aber die hatten die Erbauer wohl mit Absicht angemauert, um Hexen abzuwehren.

    Was du so alles eingetauscht kriegst! Der Hammer. Wäre mal eine Motivation, endlich mal den Dachboden und die Scheune aufzuräumen und zu schauen, was davon womöglich andere Leute glücklich machen kann (ganz zu schweigen von Ablegern und Saatgut), aber ich hinke ja schon so vielen Projekten hinterher, die erst mal erledigt werden wollen. Das mit dem Kulturaustausch habe ich ja dieses Jahr auch nicht geschafft. Warum sind die Tage auch so kurz (und fühlen sich im Moment noch kürzer an)?!

    Der Fleisch-Overkill in traditionellen Gerichten fasziniert mich immer wieder. Bei der brasilianischen Frau eines Onkels hat mich mal Feijoada (oder so ähnlich), ein Bohnentopf, total begeistert und sie hat mir das Rezept gegeben – aber was da alles reinkommt! Speck, Bauch, Pökelfleisch und dann noch Chorizo-Wurst. Was der Vorrat eben alles hergibt. Und ich mit meinem Sparsamkeits-Koch-Fimmel denk bloß „aber da sind doch schon Bohnen drin, das braucht doch gar nicht mehr Eiweiß…“ Na, es soll auch vegetarische Feijoada-Rezepte geben, aber das ist dann wieder nicht original.
    Aber so einen Züchter mit Hausschlachtung zu kennen, ist doch super. Hier kenn ich das bisher nur von der Straußenfarm, wobei es irgendwo auch einen „Hobby-„Bauern mit Hochlandrindern geben soll. Uuund noch ein Projekt auf der Liste…

    Auch dir einen geruhsamen Dezember und frohe Festtage!

    Antwort
    1. Oli@Landidylle Autor

      Vielen Dank für die Glückwünsche!
      Die Bodenplatte ist wirklich toll, ich muss zwanghaft jedes Mal entzückt dahin gucken wenn ich an dem Raum vorbeilaufe. Man kann an sich ja alles mögliche in diese Mosaike einbauen und damit jede Menge Familiencharakter integrieren. Getöpfertes, geschnitztes, Bein, Zahn … ich meine, ihr lebt ja eh in einer alten Kultstätte so gesehen (ich finde das so toll und spannend!) da kann man das ja auch direkt in moderne Zeiten hinüberretten.
      Ich grinse immer über beide Ohren, wenn ich die Gemeinsamkeiten herauslese 😀 irritierte Postbüdel, charakterstarke Kinder, unfreiwillige aber an sich überfällige Tests mit Gasherden … Ratten bekommt man meiner Meinung nach automatisch auf den Hof, sobald Nutztiere da sind. Mir ist zwar schleierhaft warum und ich führe mich bei den Unterhaltungen darüber öfter mal wie Rumpelstilzchen auf weil es einfach unlogisch ist, aber es scheint so zu sein. ich argumentiere halt so: wenn ich die Futtermittel absolut rattensicher aufbewahre und nix herumsteht, es faktisch also nicht mehr zu essen gibt als in einem tierlosen Garten, warum zum Gänsegeier sind und bleiben sie dann da?
      Antwort vom Schädlingsbekämpfer wäre dann z.B. dass sie sich auch vom Komposthaufen ernähren oder notfalls aus dem Gemüsebeet und je mehr Gerümpel herumsteht, umso cooler finden sie es. Ja, mag sein, aber!!! da gibt’s schon wieder keinen Unterschied zwischen einem tierlosen Garten und einem mit Nutztieren. Ich habe mir also die stoische, fatalistische Art der Eingeborenen angewöhnt. „Jo, das‘ dabei nä. Ratten hassu automadisch wennu Tiere hass. Hat jeda! Kanns‘ mir nich erzähln dass einer keine Ratten hat“

      Naja, sei es drum. Die Zeit rennt abartig schnell, ich kann das nur bestätigen auch wenn ich mich wieder und wieder wiederhole. Der ach so geruhsam geplante Winter mit Sichtung der Kartons auf dem Dachboden, Komplettindex des Saatguts, total tollen Plänen für’s nächste Gartenjahr und so weiter wird auch wieder im Nu vorüber sein. Aber tauschen läuft gut, das ist schon so und dafür bin ich total dankbar. Das gehört zu den Dingen, die uns in Fleisch und Blut übergegangen sind und in den Alltag eingebaut wurden.

      Ich witzel ja gerne über die südamerikanischen Nationalgerichte. Fleisch mit Fleisch und Fleisch, dazu etwas Wurst, Zunge und eine ordentliche Portion Fleisch. Tja, ich bin überzeugt, dass Eiweiß für unsere Ernährung sehr viel vorteilhafter ist als Fett und Kohlenhydrate und zumindest theoretisch gerne den Löwenanteil ausmachen dürfte, aber es muss ja nun wirklich nicht nur Fleisch sein. Andererseits hat es früher in diesen unseren Breiten ja auch nicht sonderlich viele proteinreiche Alternativen gegeben.
      Ich wünsche dir und den deinen einen tollen Ausklang des Jahres nach eurem Geschmack und dass der Typ mal endlich aufhört dermassen krass an der Uhr zu drehen – wer auch immer das ist. 😉
      Oli

      Antwort
      1. Salmandra

        Willkommen im Januar liebe Oli,
        ich hoffe, Ihr seid alle gesund und bester Dinge in 2017 gelandet.
        Meine Wünsche an Euch für das neue Jahr:
        Möge es Euch gut ergehen und die Sonne Eure Gemüter wärmen, mögen die späten Fröste Eure Obstbaumblüte verschonen und Eure Tiere mit zahlreichem, gesundem Nachwuchs gesegnet sein,
        Salmandra

      2. Oli@Landidylle Autor

        Vielen Dank für deine guten Wünsche liebe Salmandra, ich gebe sie dreifach an dich zurück! Es wäre toll, wenn sie in Erfüllung gehen. Heute schien hier stundenweise die Sonne und wir sind sofort in den Garten gestürzt und haben gearbeitet. Zwar ist der gesamte Garten eine Schlickpiste, aber die Sonne liess uns fast darüber hinwegsehen.
        Ich freue mich so sehr auf die neue Saison und darauf, die neuen Sorten zu testen!
        Hoffentlich bis bald, Oli

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