Schlagwort-Archive: Fermente

Echter (fermentierter) Holunderblütensekt

Holunderblüten fermentieren auf der Fensterbank

In einigen Wochen ist es wieder soweit und der Holunder blüht. Zumindest wird es bei uns hier oben in Norddeutschland noch etwas dauern, in klimatisch privilegierten Regionen und bei guten Sorten mag es schon eher soweit sein. Umso besser, wenn ich rechtzeitig daran erinnere, dass man aus den Blüten einen herrlichen Sekt machen kann!
Gemeint ist hier die echte Variante, bei der die Blüten in Zuckerlösung fermentieren; gelegentlich liest man davon, dass Holunderblütensirup in handelsüblichen Sekt oder Prosecco getan wird.
Welten, wenn nicht Universen trennen einen echten Holunderblütensekt, am besten noch in der Flasche gereift, von mit Holunderblütensirup aromatisiertem Sekt. Letztes Jahr setzte ich 6l Sekt an und 2 Flaschen standen bis vor einigen Tagen noch in der Speisekammer.

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Alltagskompatibles Schwarzbrot

Schwarzbrot aus Roggen-Sauerteig

Seit einiger Zeit bestand hier im Hause der Wunsch, ein ‚richtiges‘ Schwarzbrot aus eigener Herstellung auf den Tisch zu bekommen. Wir haben zwar glücklicherweise im nächsten Ort einen traditionellen Bäcker, der ohne die heute üblichen Färbemittelchen Schwarzbrot backt, was dann eben nicht ganz so schwarz ist – aber etwas selber machen zu können ist ja auch irgendwie Lebenseinstellung. Immerhin kam von dem besagten Bäcker der Sauerteigansatz, nachdem ich meinen beim Versuch ihn durch Trocknung zu konservieren, zugrunde gerichtet habe.
Ich wollte ein Schwarzbrot, welches mit möglichst wenig Firlefanz auskommt und wo sich die Herstellung mal eben so schnell in den turbulenten Alltag einbinden lässt. Denn nur so wird es bei mir zur Routine. Weiterlesen

Kombucha und Kombucha-Essig selber herstellen

kombucha-herstellen-equipment

Wahrscheinlich kennen die meisten von euch Kombucha, denn vor ein paar Jahren war das Zeug ziemlich in. Allerdings verhält es sich hier genauso wie bei allen anderen Fermenten: das tote, pasteurisierte Zeug aus dem Supermarkt hat mit dem lebenden Original nicht viel gemein. Das gilt für Buttermilch ebenso wie Molke, Butter wie Kombucha, Sauerkraut wie Quark, wie Joghurt, wie Ginger Ale, wie Kefir etc. etc.
Während man beim wilden Fermentieren von z.B. Sauerkraut und Kimchi auf die natürlich vorkommenden Mikroorganismen aus der Umgebung zurückgreift, nährt man bei Kombucha (und Kefir, Ginger root beer, Wasserkefir) die SCOBYs, die die Fermente herstellen. Ein SCOBY (symbiotic colony of bacteria and yeast) besteht aus den symbiotisch miteinander lebenden Mikroorganismen (Hefepilze & Bakterien wie Milchsäurebakterien) die gemeinsam in Strukturen aus Eiweißen, Fetten und langkettigen Zuckern leben – wie zum Beispiel der Kefirknolle – und diese und sich selbst auch vermehren. Weiterlesen

Kkakdugi – ein Rettich-Kimchi

kkakdugi-rettich-kimchi

Rettich-Kimchi wollte ich schon lange einmal machen. Mein ’normaler‘ Rettichsalat wird nur kurz fermentiert und die Art der Zubereitung nimmt sogar die Schärfe.
Nicht so beim Kkakdugi, da wird ganz traditionell koreanisch mit Schärfe nicht gespart! Das Zeug ist ganz sicher höllisch gesund aber eben auch recht scharf – man kann ja glücklicherweise als Selbermacher die Dosierung dem Gaumen anpassen. Oder sich langsam steigern was die körpereigene Toleranz gegenüber brennenden Zungen angeht. Weiterlesen

Tierversuche mit Hühnern: Fermentierte Körner und Wasserkefir im Napf

Hühner trinken Tibica-Wasser (Wasserkefir)

Einer von den vielen Bereichen, über die ich bislang viel zu wenig oder gar nicht berichtet habe sind Fermente mit SCOBYs (symbiotic colony of bacteria and yeast). In meiner Speisekammer wohnen verschiedene Kulturen von Wasserkefir (Tibicos) bis Kombucha, ausserdem fermentieren wir wild mit Mikroorganismen aus der Umgebung und von der Oberfläche  (Sauerkraut, Kimchi) davon zumindest habe ich zum Teil schon berichtet.
Neulich nachts las ich mal wieder in Sandor Katz‘ grandiosem Buch ‚The Art of Fermentation‚ von dem hier an anderer Stelle noch die Rede sein soll und erfuhr, dass einige Tierhalter das Körnerfutter für ihre Tiere über Nacht fermentieren. Dass fermentierte Lebensmittel besser verträglich sind und die Nährstoffe besser aufgeschlossen als im Ursprungsprodukt, ist schon zu vielen durchgesickert; dass man mit Fermenten (bis zu einem gewissen Grad) schlechtes Wasser desinfizieren kann zu manchem, dass in der Landwirtschaft fermentiertes Futter gereicht wird, weiss jeder, der mal eine Landpartie gemacht hat und wahlweise die grünen/weißen Hügel mit Silage oder den herrlichen Duft derselben wahrgenommen hat. HarHar! Weiterlesen