Es herbstet, die Bratäpfel dürfen zubereitet werden!

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Ich kann es nicht oft genug erwähnen: der Herbst ist meine liebste Jahreszeit, solange es nicht permanent regnet. Schöne, frische abends kühle Luft, reifes Obst wohin man sich wendet, man bekommt langsam Lust, sich abends wieder in Decken und Schaffelle zu mummeln und auch mal den Ofen anzuwerfen.
Ruhigen Gewissens können jetzt die ersten Bratäpfel als Nachspeise zubereitet werden. Welche Apfelsorte sich dafür eignet, müsst ihr probieren oder Menschen aus eurem Umfeld fragen. Bei hunderten verschiedenen Apfelsorten ist es wohl eher unwahrscheinlich, dass wir alle Zugriff auf die gleichen Sorten haben – es sei denn, man bevorzugt die geschmacksneutralen aber gut transportfähigen Supermarktäpfel. Wobei ein gut sortierter Supermarkt normalerweise auch schöne Sorten bereithalten sollte. Weiterlesen

Was kochen mit frischen Datteln?

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Letztens gab es einen heftigen Herbststurm mit sintflutartigen Regenfällen, als wir gerade auf dem Wochenmarkt waren. So kam es, dass wir uns bei einem Höker unterstellten, bei dem wir üblicherweise nicht kaufen weil er nur Waren aus konventionellem Anbau hat.
NUR? Nein, nicht nur, manchmal gibt es dort auch Kräuter, Pilzen und Obst aus Wildsammlung – je nach Saison. Er ist der einzige, der im Frühjahr Bärlauch verkauft wenn ich nicht irre und er hatte die wilden Blaubeeren. Nun gab es dort frische Datteln zu kaufen. Natürlich musste ich die mitnehmen und probieren. Ich habe zwar bereits in einem Land gelebt, wo Datteln wachsen, aber ich kann mich beim besten Willen nicht entsinnen, ob ich frische, also gelbe Datteln gegessen habe. Diese sind noch sehr fest und hinterlassen einen etwas pelzigen Geschmack wie ich finde. Andere Probanden waren da allerdings anderer Meinung.

Nun habe ich allerdings überhaupt keine Ahnung, was am am besten mit diesem kostbaren Obst anstellt, zum roh essen sind sie zu unreif, wie ich finde (und danach geht es hier ja 😉 ) und brauche Tipps! Weiterlesen

Knoblauch-Chili-Gurken eingelegt im Gärtopf

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Obwohl es nun einige Tage lang tagsüber nicht mehr über 20° ging, hört die Gurkenschwemme noch nicht auf. Sonnabend haben wir wieder 10l Einlegegurken geerntet und ich habe nochmals einen Gärtopf freigemacht, der an sich für Sauerkraut oder Kimchi vorgesehen war.
Zusätzlich habe ich 2 weitere Gärtöpfe bestellt, denn Sauerkraut und Kimchi müssen auch sein. Problematisch ist, dass die Temperaturen wieder gestiegen sind und ich eine weitere Gurkenschwemme erwarten kann. Noch mehr einlegen? Hm, eher nicht. Verschenken? Gerne, aber wer legt noch selber Gurken ein? Hier in meinem Umfeld kenne ich niemanden.
Neulich hatte ich getestet, ob die Kaninchen Einlegegurken fressen, leider am nächsten Tag vergessen zu kontrollieren, das wäre ja noch eine gute Option. Weiterlesen

Waldblaubeer-Balsamico

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Sonnabend auf dem Markt habe ich echte Waldblaubeeren ergattern können. Leider waren die Beeren recht klein und sauer, kurz schwelgte ich in Erinnerungen an ein Land vor dieser Zeit, wo man wild gepflückte Blaubeeren kiloweise am Straßenrand kaufen konnte – große, aromatische Früchte. Nun, anscheinend ist hier kein so gutes Blaubeerland, aber immerhin: echte Waldbeeren! Nachdem ich bei dem Rezept zum Balsamico aus Kulturblaubeeren schon geschrieben hatte, dass ich vermute, nur mit echten Blaubeeren bekomme man diesen fast schon künstlichen Geschmack hin, den ich gerne erreichen wollte, war klar, dass das gesamte Körbchen Blaubeeren in die Balsamico-Produktion fliessen würde.

Um kein Quentchen Aroma entwischen zu lassen, habe ich mich für die Rezeptvariante entschieden, in der die Beeren püriert werden und nicht nur zerquetscht. Weiterlesen

Carottes râpées in bunt

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Karottensalat gab es bei mir immer schon oft und gerne. Das Problem bei Speisen – auch wenn sie noch so simpel sind – die man häufig und gerne isst, ist, dass man eine ganze Weile Zeit zum Optimieren und irgendwann die perfekte Zusammensetzung gefunden hat.

Danach kann es nur noch abwärts gehen, insbesondere wenn man es wagt, einen seiner Lieblinge auswärts zu verspeisen. Ungezählte geraspelte Karotten wurden von mir verschmäht und stehen gelassen, nachdem sie als nicht zumutbar eingestuft wurden. Zum Glück sind die Geschmäcker verschiedenen und ich hoffe, dass es auch Menschen gibt, die die häufig servierten gegarten Karotten oder die beim Einlegen bis zur Unkenntlichkeit zerfallenen mögen, ich mag sie nicht. Carottes râpées sind bei mir Rohkost. Weiterlesen

Riesige Herbsthimbeeren

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Große Freude herrscht, die erste der vielen Herbsthimbeeren, die ich im Frühjahr gepflanzt habe, trägt bereits wieder reife Früchte. Somit hatten wir nur eine ganz kurze Erntepause bei den Himbeeren, vielleicht 2 Wochen? Ich hatte bei der Baumschule Horstmann geschätzte 24 Pflanzen bestellt, Sommer- und Herbsthimbeeren, jeweils die resistentesten, aromatischsten. Nun sollen die sich bewähren, wer zu anfällig ist oder fade schmeckt, fliegt raus und wird durch Ableger einer besseren Sorte ersetzt. Jetzt im Herbst müssen wir dringend noch das geplante Spalier aus Schwachholzstangen aka Bohnenstangen errichten, was im Frühjahr wegen Arbeitsüberschuß aus der Liste gefallen ist.

Lieblingsente

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OK, ich habe hochoffiziell eine Lieblingsente. Normalerweise interessieren mich bei den Flugenten eher Eigenschaften wie Brutwillen, Geschicklichkeit beim Überleben, Führen der Küken, Vererbung von Masse und die Aufnahme von verschiedenem Futter bzw. die eigenständige Suche danach. Ich habe es gerne wenn die Enten grasen und sie sollen einen schönen Schlachtkörper haben, genug Gewicht ansetzen, aber nicht fett sondern muskulös und beweglich sein. Diese Eigenschaften haben wir bei unseren Enten zufriedenstellend vertreten.

Im Gegensatz zu vielen anderen, vor allem Kunden von Flugenten, mag ich die Enten auch in weiß nicht so gerne. Etwaige dunkle Schattierungen auf dem Schlachtkörper stören mich nicht, aber der Konsument von heute möchte eher keine Anzeichen von Pigmentierung. Bei dem Schlupf von Elsbeths Tochter waren 2 Küken dabei, die mir sofort ins Auge stachen, sie hatten nämlich blaue Schnäbel und sowas hatte ich bislang noch nicht gesehen. Weiterlesen

Der Marder war wieder da

Ein weiteres Entenküken aus dem Schlupf von Elsbeths Tochter ist in die ewigen Jagdgründe übergewechselt. Neuer ‚Spielstand‘ gefangene Marder zu gefallenen Küken nun 6:3 wenn ich nicht irre. Eine weitere 180cm Lebendfalle wurde aufgestellt – samt Zwangspass natürlich und ich entwickle langsam Ehrgeiz, wie man einen Zwangspaß noch zwanghafter gestalten kann. Nächste Woche wird noch eine weitere Falle geliefert, leider hatte der Verkäufer eine Sicherung eingebaut, die Käufer davon abhält, mehr als 1 Produkt auf einmal zu erwerben. Wie auch immer, ich habe ihn dazu bewegen können zu liefern, die Fallen sind gut, dieses Modell ist auch fängig auf Hauskatzen und wird auch als Fuchsfalle verkauft. Meister Reinecke kommt hier aber nicht mehr, seit die erste Falle aufgestellt wurde. Der Marder allerdings schon. Er hat es nichtmal geschafft, den kopflosen Kadaver über den Zaun zu schleppen und sich damit begnügt, die Innereien zu fressen. Verschwendung von Leben, Verschwendung von Fleisch und ein Indiz dafür, dass er früher wiederkommt als gewohnt weil er hungrig blieb.

Die folgenden Bilder sind vielleicht nichts für empfindliche Menschen, die die Kreisläufe des Lebens als eklig empfinden, also nur weiterklicken, wenn ihr Marderbeute sehen wollt.

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Mit CousCous-Feta-Hack gefüllte Zucchini in Tomatensauce

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Nach dem Sommermonsun habe ich im Zucchinibeet eine monströse Frucht gefunden,sie wog 2 Kilo und es war eine von den Zucchini ‚Alberello di Sarzana‘‘,die sich gut zum Füllen eignen. Mein Mann hatte Rinderhack gekauft,weil er eine von mir nicht geliebte und nicht mitgegessene Bolognese herstellen wollte. Er wollte aber auch zur Jagd und da kochen und jagen sich meistens aus zeitlichen Gründen ausschliessen, konnte ich das Hack verwenden. Alles passte und so ist mir gestern eine extrem leckere Kreation gelungen, alles war perfekt, ich brauche beim nächsten Mal nichts zu verändern und hoffe, dass ich exakt rekonstruieren kann, welche Zutaten ich wie verarbeitet habe. Das beste Kochrezept nützt ja nichts und erfüllt seinen Zweck als Gedächtnisstütze kaum, wenn wichtige Ingredienzen fehlen, in der falschen Menge oder zum falschen Zeitpunkt zugefügt werden. Weiterlesen

Kartoffel-Möhren-Stampf mal anders

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… alternativ könnte man in Hinblick auf aktuelles Weltgeschehen sagen: das Leben ist bunt.
Man nehme einen Ausflug zum regionalen Hofladen, kaufe schwarze Karotten, hierzulande sagt man an sich ‚Wurzeln‘, was mich schon immer gestört hat obwohl ich damit groß geworden bin. Wurzeln sind alles mögliche! Geht es etwas präziser bitte?
Ich lasse mich zugunsten einer üblichen regionalen Bezeichnung für dieses Gericht für diesen einen Beitrag dazu hinreißen, ‚Möhren‘ zu sagen.
Gut, man mache also diesen Ausflug, kaufe schwarze Möhren und allerhand anderes Zeugs, was im eigenen Garten nicht, nicht ausreichend oder anders vorhanden ist. Dann fahre man ein paar Kilometer weiter zum nächsten Hofladen, der gemüsemässig zwar nur Standardsortiment führt, aber fleischmässig dafür gut dasteht. Man wähle zu diesem Zwecke Lammbratwurst mit Uthlande-Siegel und erinnere sich, wie die Uthlande früher aussahen und was heute davon übrig ist. ‚Globale Erkältung‘ hin oder her, ihre geliebte Heimat im Meer versinken zu sehen war für die Menschen damals sicher ebenso unschön, wie die Angst vor weiterem Wandel heute. Mindestens. Weiterlesen