Es gibt vermutlich Dutzende Variationen des Rezepts ‚Birnen in Rotwein‘. In meinem oft benutzten Buch ‚Gartenfrische Vorräte durchs ganze Jahr‘ sind es beispielsweise Beaujolais-Birnen in Cassis-Sirup, was auch ziemlich gut klingt. Aus verschiedenen Gründen, die von Langzeitstillen über Medikamente bis zu dem Unwillen, das Kind an das Aroma von Alkohol zu gewöhnen gehen, ist dieses ein ziemlich trockener Haushalt (immerhin muss es ja eine Alternative zu Pflaumensauce mit Marsala geben) und daher habe ich aus den Birnen in Rotwein einfach alkoholfreie Birnen in würzigem Kirschsaft gemacht, die Menge an Essig etwas hochgeschraubt und das Ergebnis ist wahnsinnig lecker. Weiterlesen
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Pikante Pflaumensauce mit Marsala
Derzeit hört ihr recht wenig von mir weil ich bis über beide Ohren in einer reichen Ernte stecke und es kaum schaffe, alles rechtzeitig zu verarbeiten. Zum Glück gibt es immer Menschen, die Ernteüberschüsse gerne abnehmen und notfalls freuen sich die Tiere. Nachdem ich mich durch eimerweise Einlegegurken gekämpft habe und dennoch kein Ende in Sicht ist, habe ich heute einen Eimer Zwetschgen ‚The Czar‘ verarbeitet. Ursprünglich wollte ich eine würzig-süße Zwetschgensauce machen und ein Pflaumenchutney, aber die Sauce war so lecker, dass ich dann direkt eine zweite Charge davon angefertigt habe und das Rezept auch direkt verblogge bevor es verloren geht! Die Sauce ist ein wenig pikant durch ein klitzekleines bisschen Chili und Koriander – müsste also ziemlich gut zu Fleisch passen – aber durch Honig und Zimt auch warm-süß genug, um sie zu Eis oder Flammeris zu genießen. Was wir direkt getestet haben. Weiterlesen
Lieblings-Kochbücher (von Oli)

Als Regina mir vorschlug, unsere Lieblings-Kochbücher auf Landidylle zu veröffentlichen – unsere 3 liebsten, mit denen wir wirklich arbeiten – war meine erste Reaktion ‚Ja gerne, klasse Idee!‘.
In den folgenden Tagen versuchte ich also vermehrt bewusst darauf zu achten, welche Bücher ich in die Hand nehme. Und da wurde es schwierig. Natürlich ist derzeit Erntesaison und damit auch Einkochzeit, in dieser Zeit koche ich für die Familie meist schnelle und einfache Gerichte, denn die Konservierung der Ernte, die Versorgung des Gartens nehmen mehr Zeit in Anspruch und wenn das Wetter es zulässt, zieht es mich ohnehin die meiste verbleibende Zeit in den Garten, ich geniesse es viel zu sehr zu werkeln, errichten und die 1001 Baustelle zu eröffnen, als dass ich in der warmen Jahreszeit mehr als notwendig am Herd stehen mag. Weiterlesen
Lieblings-Kochbücher (von Regina)

Ich liebe es, Kochbücher zu „lesen“ – schön im Sessel eingekuschelt von vorne bis hinten oder einfach mal mittendrin. Damit kann ich mich über Stunden beschäftigen. Danach stehen diese Bücher dann im Bücherregal neben vielen anderen und sehen schön aus…
Wirklich „nutze“ ich allerdings nur drei. Bis auf eines (nachgekauft) sehen die auch danach aus. Weiterlesen
Das perfekte Fladenbrot mit Taboulé und Tzaziki

Passend zu den wenigen heißen Sommertagen, die wir bislang in Norddeutschland hatten, gab es oft einfache, leichte Gerichte die sommerlich erfrischen, gut für den Mineralienhaushalt sind und deren Zutaten zum großen Teil aus dem Garten kommen. Namentlich Gurken, Gurken, Gurken.
Da jetzt gerade die Sonne durchs Fenster guckt fühle ich mich animiert, schnell etwas davon zu zeigen bevor möglicherweise der nächste Regenschauer mir die Lust dazu verdirbt.
Mir ist es endlich gelungen, das perfekte Fladenbrot zu backen. Dort wo ich aufgewachsen bin, gab es eine türkische Bäckerei, wo die ständig frischen, riesengroßen Fladen für 1 DM verkauft wurden und dementsprechend hoch hängt meine Messlatte. Weiterlesen
Blaubeersauce mit einem Hauch von Blutorange

Es ist schon wieder soweit und die Blaubeersaison ist in vollem Gange. An sich hätten wir zuhause im Nutzgarten genug Kulturpflanzen und in den Knicks Wildfrüchte zu ernten und verarbeiten, aber mit dem Töchterlein in die Blaubeerfelder zu gehen ist ein kleines Abenteuer, eine Auszeit und etwas Besonderes. Ausserdem reicht unsere eigene Blaubeerernte vermutlich noch immer nicht für die ganzen Kochexperimente, die ich vorhabe. Im Supermarkt kostet das Kilo Blaubeeren 7,95, am Blaubeerhof 5,95 und selbstgepflückt 2,95 – da fällt die Entscheidung nicht so schwer, sich seine Kilos selber zu sammeln. Und wenn man dann noch mit Trick 17 vorgeht, kommt man an die dicken, süßen Früchte und die Sonne geht auf. Weiterlesen
Wilde Früchte: Holunder-Brombeer-Marmelade

Wie beim letzten Gartenrundgang gezeigt, waren die Holunderbeeren an einem Strauch bereits vollreif, die Äste hingen schwer beladen bis zum Boden und was das schönste war: die Beeren waren alle gleichzeitig reif. Der Verdacht liegt nahe, dass dieser Holunder eine spezielle Varietät ist und viel Zuchtarbeit vor diesem tollen Ergebnis stand. Herausfinden werde ich das wohl aber nicht, denn wir haben ihn zusammen mit etwa 5 anderen als ganz normale wurzelnackte Ware in einer Bioland-Baumschule gekauft – als Ersatz für die hochgelobten ‚Haschberg‘ und ‚Haidegg 17‘ aus Klosterneuburg in Österreich, die hier verstarben.
Große, gesunde Brombeeren hatten wir auch reichlich und so lag es nahe, die beiden Wildfrüchte zu kombinieren. Weiterlesen
Holundermarmelade mit Pflaumen

Da ich auf der Suche nach Inspirationen für die Verwertung der reifen Wildfrüchte ohnehin gerade viele meiner Kochbücher durchgeblättert habe, nahm ich auch mal wieder das hier bereits erwähnte ältere Buch mit dem etwas kitschig anmutenden Titel ‚Die gute alte Zeit – Alte Rezepte neu entdeckt‘ zur Hand. Da der Autor auch aus Norddeutschland stammt, viele Erinnerungen an altes Gebrauchswissen hat und vor allem auch schildert, was in seiner Kindheit durch die Jahreszeiten gegessen wurde, ist es für mich interessant. Wer sich für norddeutsche Alltagsgeschichte und ehrliche Rezepte aus einfachen Haushalten nicht interessiert, wird Bücher wie dieses furchtbar finden. Nichts exotisches mit dem man imponieren kann, sondern wilde Früchte aus dem nächsten Knick, nichts veganes, dafür vegetarisch satt, kein um die ganze Welt gereistes Superfood, sondern Brotsuppe mit Backpflaumen oder Brennnessel-Hafer-Suppe.
Natürlich sind Brennnesseln und Hafer auch Superfood und gerade wieder in Mode, aber vergesst auch die Holunderbeeren nicht. In dem Buch gibt es also neben allerlei anderen Rezepten mit Wildpflanzen auch eine Holundermarmelade mit Pflaumen. Weiterlesen
Pflaumenmus ohne Zucker aus dem Backofen

Vor einigen Jahren kochte ich zusammen mit meiner Freundin das weltbeste Pflaumenmus. Die Pflaumen kamen aus meinem tschechischen Garten, die ruhige Alleinlage in den Wäldern auf dem Berg schaffte genau die richtige, friedvolle Atmosphäre, die Tage dauerten Wochen und ich habe das Rezept nicht aufgeschrieben. Also das Rezept zum guten Leben habe ich soweit beisammen und feile nur noch an Feinheiten, aber das Pflaumenmusrezept ist perdu.
Ich meine, dass wir etwas Zucker benutzt haben, ausserdem waren die Pflaumen von den dunklen Sorte. So ähnlich habe ich es vor 3 Jahren nochmals gemacht und es war ebenso gut. Nun ging der gute alte Vorrat zuende und es ergab sich die Gelegenheit, 2 10l-Eimer voll ‚Königin Viktoria‘-Pflaumen geschenkt zu bekommen. Natürlich habe ich mich direkt ans Verarbeiten gemacht. Weiterlesen
Altmodischer Gurkensalat mit Senf

Bei uns gibt es derzeit Salatgurken im Überfluss und obwohl ich sie nicht gut vertrage, fallen mir immer wieder neue Möglichkeiten ein, sie zu kombinieren und verwenden, ohne dass sie schwer im Magen liegen. Die schlichte, altmodische Variante, die Vinaigrette für Salat aus Schlangengurken mit Senf anzumachen rührt auch daher, sie verträglicher zu machen. Eine weitere Möglichkeit die verhindert, dass die Gurken über längere Zeit ‚Pfötchen geben‘ ist, die Schale zu entfernen, aber das wäre schon wieder schade bei den guten selbst angebauten Gurken.