Schlagwort-Archive: Selbstversorgergarten

Schwarzwurzelanbau im Hochbeet – ein Rückblick


In der Saison 2016/2017 habe ich zum ersten Mal überhaupt Schwarzwurzeln (Scorzonera hispanica) angebaut und möchte nun kurz die Erfahrungen notieren. Es wurden die einjährigen Schwarzwurzeln von Dreschflegel benutzt. Laut Dreschflegel eine der ersten Sorten, die „für die Nutzung schon im ersten Jahr gezüchtet wurde“.
Diese Sorte kann in unserem Kleinklima das Beet rund um’s Jahr belegen. Gesät wird ab März und die letzten Schwarzwurzeln kann man dann im folgenden März roden. Erste Ernten lohnen sich ab Oktober. Da die Pflanzen komplett winterhart sind, lohnt sich der Anbau in wintermilden Gebieten vor allem als immer frisch zu erntendes Wintergemüse.
Diese Sorte bildet eine lange, zylinderförmige Wurzel, was beim Anbau im Hochbeet mit humoser, lockerer Erde zu einem reichen Ertrag führt. Bei schwerem Boden baut man vielleicht lieber eine der Sorten mit kürzeren, stumpferen Wurzeln an. Selbst in unserer Hochbeeterde, die in der oberen Schicht aus 50/50 Humus besteht, war die Ernte mitunter ein wenig kniffelig, weil die Spitzen der Wurzeln nicht abbrechen sollen.
Dann tritt weißer Milchsaft aus der Wurzel aus und sie büsst von ihrer Haltbarkeit ein. Weiterlesen

Aussaaten + Pflanzungen mit Terminen 2017

knoblauch-brutzwiebeln

Auch dieses Jahr werden die Aussaaten und Pflanzungen als Gedächtnisstütze für mich und für diejenigen, die es interessiert, festgehalten. Wie jedes Jahr stelle ich jetzt schon fest, dass ich zu wenig Beetfläche habe, wie jedes Jahr habe ich den Eindruck, dass ich etwas spät dran bin und wie jedes Jahr habe ich mir vorgenommen, mich auf das Wesentliche zubeschränken.
Vermutlich werde ich tatsächlich zu wenig Beetfläche haben, wahrscheinlich liege ich pi mal Daumen gar nicht so schlecht in der Zeit und das Wesentliche kommt möglicherweise etwas zu kurz zugunsten von mannigfaltigen Experimenten und Dutzenden neuen Sorten, die ich gekauft und getauscht habe. Die Übersicht über alle angebauten Sorten und Arten 2017 findet sich wie immer unter der Anbauplanung Nutzgarten, nämlich hier, ist allerdings noch nicht/nicht mehr aktuell und man kann nur hoffen, dass sie es überhaupt einmal wird. Weiterlesen

Neues vom wild lebenden Kaninchen

zahmes-kaninchen

… regelmässigen Lesern auch bekannt als ‚Muckelmann‘. Der bislang einzige Nachfahre einer unserer beiden Zippen und des zugezogenen Bocks dürfte nun etwa 6 Monate alt sein. Sicher ist, dass er/sie/es in den letzten Wochen nochmals einen Wachstumsschub hingelegt hat, von dem ich nicht dachte, dass ihn Kaninchen in dem Alter noch haben.
Nachdem der Muckelmann aus dem elterlichen Gehege auszog, noch bevor er trocken hinter den Ohren war, liess er sich im Alter von etwa 2 Monaten wieder öfter dort blicken, blieb aber nie länger als 2 Tage. Vornehmlich ging es bei den Besuchen wohl darum, bei einsetzendem Winter leichter an eine hochkalorische Ration Futter zu kommen – und vielleicht auch beim Kuscheln etwas Nestwärme zu ergattern. Es gibt Zeiten, da kann ich es wunderbar nachvollziehen, alle Verantwortung, Eigenständigkeit und sich-selbst-versorgen fahren zu lassen und sich einfach an den gedeckten Tisch setzen zu können. Weiterlesen

Gartenrundgang Mitte November im Eis

Eiskristalle wachsen

Ein kurzer Gartenrundgang mit Fotos von heute morgen um 7 Uhr. Wie man an den Eiskristallen sehen kann, haben wir eine feuchte Kälte, die unangenehm beisst. Die Kristalle wachsen durch Feuchtigkeit in der Luft  von Tag zu Tag weiter. Heute zog am Vormittag ein recht starker Nebel auf und am Nachmittag kam die Sonne dazu noch heraus. Als wir über Land fuhren, zeigten sich uns also herrliche Bilder von weißen frostigen Landschaften im kalten, weißen Nebel und angestrahlt von der Sonne. Natürlich war die Kamera zuhause. Demnach also nur ein paar Impressionen aus dem leeren Garten ohne Tiere. Weiterlesen

Gartenrundgang quer durch den Oktober

Zaungucker

Die Zeit rennt mal wieder, im Oktober gab es zunächst Dauerregen, dann Dauernebel, zuletzt ein paar wirklich schöne, warme und bunte Tage und nun ist er schon wieder um. Ich zeige also, genau wie letzten Monat, mehrere Gartenrundgänge in Schleifen und es gibt dieses Mal extra tiefe Einblicke in die Krötenquartiere, Igelunterkünfte, Abenteuerspielplätze und Materiallager aka Schandflecken. Das wirklich befriedigende an den Schandflecken ist, dass mit jedem einzelnen der verschwindet, ein neues Projekt angefangen oder sogar vollendet wird und sich so ein doppelt neuer Blick ergibt. Ein Schandfleck weniger heisst meistens auch, dass wieder etwas mehr Struktur im Garten geschaffen wurde, ein Meilenstein auf dem Weg erreicht.
Im Übrigen freue ich mich zu sehen, dass einige Gartenblogger die Idee aufgegriffen haben. Weiterlesen

Ingwer-Honiggurken mit Chili

Ingwergurken

Jaja, überall wird über Kürbisse gebloggt, ich habe einen Quittenlauf und komme jetzt noch mit einem Gurkenrezept um die Ecke. Ende Oktober vielleicht etwas ungewöhnlich aber ich fand gerade einen meiner berüchtigten Schmierzettel mit Küchennotizen wieder und konnte ihn entziffern. Die beste Gelegenheit also, um eines der letzten diesjährigen Gurkenrezepte nachzuliefern. Mit Quitten geht es später weiter und Kürbisse … Kürbisse sind ein Lagergemüse und werden hier – von einigen kleinen Ausnahmen abgesehen – über Winter verbraucht.
Wer seine Einlegegurken hat ausreifen lassen, hat jetzt noch welche liegen und kann sie noch einmachen oder im Winter den Tieren als Wintertränke füttern.
Salatgurken, die ja auch oft für Honiggurken benutzt werden, hat man jetzt eher nicht mehr, es sei denn, man lässt sie quer durch die Welt zu sich nach Hause karren.

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Quittenmark wie Melimelon & ein paar allgemeine Erkenntnisse

melimelon-mit-quitten

Normalerweise müsste ich jetzt schreiben, dass es Apfelquitten gibt, die sehr trocken aber hocharomatisch sind und Birnenquitten, die weicher sind; dass es schade ist, dass nicht mehr in jedem Garten ein Quittenbaum steht und man Quitten nicht im Supermarkt bekommen kann. So wie man es überall lesen kann und so wie im Frühjahr allerorten darauf hingewiesen wird, dass Rhabarber ein Gemüse ist.
Kann ich aber nicht. Denn abseits der Supermarktgesellschaft scheinen Quitten wieder ein recht normales Obst zu sein, gemeint sind einheimische Quitten. Mit etwas Umhören, kommt wohl jeder auch ohne Baum zu Quitten.
Damit ich nicht falsch verstanden werde: natürlich ist es jammerschade, dass diese nach Ambrosia duftenden Früchte offenbar in manchen Gegenden und innerhalb von Städten schwer zu finden sind und wenn es so ist, dass sie nur noch selten angebaut werden, mache ich den Vorschlag: Pflanzt einen Quittenbusch! Sie stehen Ziergehölzen in nichts nach, sind auch für kleine Gärten geeignet und produzieren Nahrungsmittel, sind ihnen also per se überlegen. Dass die Blätter wunderschön sind und die Blüten ebenfalls reicht an sich schon, dass man im Herbst wunderbares Raumparfum und Früchte zum Verarbeiten gratis bekommt ist eine willkommene Dreingabe, Tauschgut oder Ware für den Straßenstand. Weiterlesen

Die Vertikale nutzen und beste Anbaufläche gewinnen: das Wein-Spalier

Hochbeet an Hausmauer und Spalier

Zugegeben, alle 3 kombinierten Methoden zum Anbau von Nutzpflanzen, die wir hier testen sind für sich genommen nichts neues, absolut nicht.

Seit ewigen Zeiten kultivieren Menschen Weinreben und andere Pflanzen an Spalieren und erhöhen mit dem entsprechenden Erziehungsschnitt Fruchtgröße und Ertrag. Heute sind Anbaumethoden, die die Höhe nutzen als ‚Vertical Gardening‘ insbesondere bei urbanen Farmern wieder sehr beliebt.
Auch die Rückstrahlung von Wärme und die geschützte Lage vor Mauern macht man sich seit langer Zeit zunutze, legendär sind die französischen Pfirsichplantagen, für die 600 Kilometer Mauern errichtet wurden, vor denen vom 17 bis ins 19/20 Jahrhundert Pfirsichbäume an Spalieren aufgebunden waren und auf diese Weise 17 Millionen Früchte direkt dort produzierten, wo sie gebraucht wurden.
Le Clos de Peches: Pfirsich-Anbau vor Mauern, geschützte Lage und Wärmerückstrahlung

Die Ertragsverbesserung durch die Nutzung von Hochbeeten schließlich habe ich schon oft erwähnt und man kann die Erfolge gut auf meinen Fotos sehen. Weiterlesen

Vor dem Frost

Gänse warten auf Fallobst

Gänse warten auf Fallobst

Vor 2 Tagen, als wir abends die Tiere ins Bett brachten, machte ich wie ferngesteuert einen Abstecher zu den Wildtomaten und verlor mich dort. Ich erntete soviele reife und halbreife Tomaten wie in meine Schüssel passten während Vater & Tochter sich um Enten und Gänse kümmerten.
Am nächsten Morgen, als ich früh meine Runde drehte war klar, dass es wieder funktioniert hatte: instinktsicher ernte ich eigentlich immer am Abend vor dem ersten Frost meine Tomaten ab, das war 2009 schon so, als dieses Blog entstand, ich noch in Tschechien gärtnerte und ein Gewächshaus hatte und es bleibt so.
Rauhreif* überzog die Gräser, eine frische kalte Herbstluft stand klar in den Senken und ich beschloss nun langsam die Exoten zu versorgen bevor sie Schaden nehmen.
‚Vor dem Frost‘ meint also nicht den gleichnamigen Thriller von Henning Mankell (den man jetzt zur dunkleren Jahreszeit mal wieder lesen könnte), sondern die Arbeiten, die ich schnell eingeschoben habe für den Fall, dass es bald den ersten ernstzunehmenden Frost gibt.
Schön, wenn man sich weitestgehend auf das Gefühl verlassen kann. Weiterlesen

Gartenrundgang quer durch den September – mit Schandflecken

herbst

Aus verschiedenen Gründen habe ich es diesen Monat nicht geschafft, einen Gartenrundgang an einem Tag zu fotografieren – also gibt es einen Rundgang quer durch den September.
Zusätzlich macht meine Kamera Probleme, sie fokussiert schlecht, viele Bilder waren unscharf und mussten aussortiert werden und es fehlen Fotos. Beim zoomen selber ‚weiss‘ sie oftmals schon nicht mehr, was sie fokussieren soll und ich überlege langsam wirklich, warum Kameras bei mir eine Halbwertszeit von 10 Monaten haben.

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