Archiv der Kategorie: Kochen

Blaubeersauce mit einem Hauch von Blutorange

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Es ist schon wieder soweit und die Blaubeersaison ist in vollem Gange. An sich hätten wir zuhause im Nutzgarten genug Kulturpflanzen und in den Knicks Wildfrüchte zu ernten und verarbeiten, aber mit dem Töchterlein in die Blaubeerfelder zu gehen ist ein kleines Abenteuer, eine Auszeit und etwas Besonderes. Ausserdem reicht unsere eigene Blaubeerernte vermutlich noch immer nicht für die ganzen Kochexperimente, die ich vorhabe. Im Supermarkt kostet das Kilo Blaubeeren 7,95, am Blaubeerhof 5,95 und selbstgepflückt 2,95 – da fällt die Entscheidung nicht so schwer, sich seine Kilos selber zu sammeln. Und wenn man dann noch mit Trick 17 vorgeht, kommt man an die dicken, süßen Früchte und die Sonne geht auf. Weiterlesen

Wilde Früchte: Holunder-Brombeer-Marmelade

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Wie beim letzten Gartenrundgang gezeigt, waren die Holunderbeeren an einem Strauch bereits vollreif, die Äste hingen schwer beladen bis zum Boden und was das schönste war: die Beeren waren alle gleichzeitig reif. Der Verdacht liegt nahe, dass dieser Holunder eine spezielle Varietät ist und viel Zuchtarbeit vor diesem tollen Ergebnis stand. Herausfinden werde ich das wohl aber nicht, denn wir haben ihn zusammen mit etwa 5 anderen als ganz normale wurzelnackte Ware in einer Bioland-Baumschule gekauft – als Ersatz für die hochgelobten ‚Haschberg‘ und ‚Haidegg 17‘ aus Klosterneuburg in Österreich, die hier verstarben.
Große, gesunde Brombeeren hatten wir auch reichlich und so lag es nahe, die beiden Wildfrüchte zu kombinieren. Weiterlesen

Holundermarmelade mit Pflaumen

Holunder und Pflaume

Da ich auf der Suche nach Inspirationen für die Verwertung der reifen Wildfrüchte ohnehin gerade viele meiner Kochbücher durchgeblättert habe, nahm ich auch mal wieder das hier bereits erwähnte ältere Buch mit dem etwas kitschig anmutenden Titel ‚Die gute alte Zeit – Alte Rezepte neu entdeckt‘ zur Hand. Da der Autor auch aus Norddeutschland stammt, viele Erinnerungen an altes Gebrauchswissen hat und vor allem auch schildert, was in seiner Kindheit durch die Jahreszeiten gegessen wurde, ist es für mich interessant. Wer sich für norddeutsche Alltagsgeschichte und ehrliche Rezepte aus einfachen Haushalten nicht interessiert, wird Bücher wie dieses furchtbar finden. Nichts exotisches mit dem man imponieren kann, sondern wilde Früchte aus dem nächsten Knick, nichts veganes, dafür vegetarisch satt, kein um die ganze Welt gereistes Superfood, sondern Brotsuppe mit Backpflaumen oder Brennnessel-Hafer-Suppe.
Natürlich sind Brennnesseln und Hafer auch Superfood und gerade wieder in Mode, aber vergesst auch die Holunderbeeren nicht. In dem Buch gibt es also neben allerlei anderen Rezepten mit Wildpflanzen auch eine Holundermarmelade mit Pflaumen. Weiterlesen

Blaubeer-Tomaten-Ketchup

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Nachdem ich letztes Jahr sowohl einen recht guten Blaubeer-Ketchup und einen exquisiten Wildtomaten-Ketchup gemacht hatte, habe ich dieses Jahr Blaubeeren und Tomaten kombiniert und einen weiteren wirklich guten Ketchup kreiert. Ich habe ihn erstmal pur gelassen – von ein wenig Chili abgesehen – es ist noch Raum für Gewürzexperimente, aber ehrlich gesagt gefällt er uns so ziemlich gut, wir haben keinen akuten Bedarf, etwas zu verändern.
Ausserdem plane ich, sobald ich Zeit habe, einen Pflaumen-Ketchup zu entwerfen, für geschmackliche Variationen ist also ohnehin gesorgt. Nun aber erstmal der Blaubeer-Tomaten-Ketchup. Weiterlesen

Alltagskompatibles Schwarzbrot

Schwarzbrot aus Roggen-Sauerteig

Seit einiger Zeit bestand hier im Hause der Wunsch, ein ‚richtiges‘ Schwarzbrot aus eigener Herstellung auf den Tisch zu bekommen. Wir haben zwar glücklicherweise im nächsten Ort einen traditionellen Bäcker, der ohne die heute üblichen Färbemittelchen Schwarzbrot backt, was dann eben nicht ganz so schwarz ist – aber etwas selber machen zu können ist ja auch irgendwie Lebenseinstellung. Immerhin kam von dem besagten Bäcker der Sauerteigansatz, nachdem ich meinen beim Versuch ihn durch Trocknung zu konservieren, zugrunde gerichtet habe.
Ich wollte ein Schwarzbrot, welches mit möglichst wenig Firlefanz auskommt und wo sich die Herstellung mal eben so schnell in den turbulenten Alltag einbinden lässt. Denn nur so wird es bei mir zur Routine. Weiterlesen

Baumfrau’s alltägliche schnelle Küche – Hier: Überraschungsbesuch I mit kaltem Brathähnchen

Gut muss es schmecken, schnell (weniger als 30 Minuten) soll es gehen und aus Zutaten, die ich sowieso in Haus oder Garten oder Wildnis habe, bestehen. So sieht mein (all)-tägliches kochen aus.

Ich koche sehr gerne, meist für mich alleine, ab und zu für 2-3 Personen mehr und mitunter für mehr als 20 Menschen.

In dieser Woche gab es spontanen Besuch von Bekannten aus dem Selbstversorgerforum, die hier beruflich zu tun haben. Sie hatten sich auf der Fahrt hierher zwei Brathähnchen gekauft – aber nur eines gegessen. Das andere bekam ich. Eigentlich esse ich kein industriell hergestelltes Fleisch – und erst wollte ich das Hähnchen still und leise in der Biotonne entsorgen. Dann plagte mich mein Gewissen: Soll das arme Hähnchen umsonst gestorben sein? Das geht ja gar nicht. Also geguckt, was man aus dem kalten Hahn so für 4-5 Personen leckeres machen kann. Wenn mir mal so gar nix einfällt (oder ich für ganz, ganz viele Menschen schnell aus preiswerten Zutaten kochen möchte) hole ich mir gerne Anregungen aus dem Koch- und Geschichtenbuch „Herzhafte Mahlzeit – ein asiatisches Kochbuch für gastfreundliche Menschen“ von Eileen Candappa und Harry Haas. Das gibt es gebraucht für ganz wenig Geld – lohnt sich aber. Weiterlesen

Falafel, Bete-Carpaccio, Pita, Tzaziki & Tahini Sauce

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Ein würziges, abwechslungsreiches, leichtes und dabei doch gut sättigendes Mahl (überwiegend) aus dem mittleren Osten. Es bedarf relativ viel Vorbereitungszeit wie ich finde. Je nach Jahreszeit geniesse ich es, stunden- und tagelange Vorbereitungen für ein Mahl zu tätigen – wobei letzteres seit dem Beginn der Sanierung und vor allem seit der wuselige Nachwuchs da ist selten geworden ist. Auch im Sommer und Herbst ist dafür kaum Zeit, täglich müsste eimerweise Gemüse aus dem Garten geerntet und verarbeitet werden. Die Vorbereitung dieser Speisen kostet wie gesagt auch etwas Zeit aber sie lässt sich recht flexibel strecken. Weiterlesen

Pflaumenmus ohne Zucker aus dem Backofen

Traditionelles Pflaumenmus ohne Zucker

Vor einigen Jahren kochte ich zusammen mit meiner Freundin das weltbeste Pflaumenmus. Die Pflaumen kamen aus meinem tschechischen Garten, die ruhige Alleinlage in den Wäldern auf dem Berg schaffte genau die richtige, friedvolle Atmosphäre, die Tage dauerten Wochen und ich habe das Rezept nicht aufgeschrieben. Also das Rezept zum guten Leben habe ich soweit beisammen und feile nur noch an Feinheiten, aber das Pflaumenmusrezept ist perdu.
Ich meine, dass wir etwas Zucker benutzt haben, ausserdem waren die Pflaumen von den dunklen Sorte. So ähnlich habe ich es vor 3 Jahren nochmals gemacht und es war ebenso gut. Nun ging der gute alte Vorrat zuende und es ergab sich die Gelegenheit, 2 10l-Eimer voll ‚Königin Viktoria‘-Pflaumen geschenkt zu bekommen. Natürlich habe ich mich direkt ans Verarbeiten gemacht. Weiterlesen

Bete-Blätter & Gorgonzola-Sauce mit Kirschtomaten zu Pasta

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Der Trend geht eindeutig zur restlosen Verwertung. Mehr denn je. Regelmässige Leser des Blogs wissen ja um mein Bestreben, möglichst viele Kreisläufe zu schliessen ohne auf Lebensqualität zu verzichten. Das ist das eine, die andere Seite ist ganz klar, dass der Platz im Garten begrenzt ist, die Zeit auch und es daher schade um jedes Stück essbares Gemüse ist, welches nicht auf unserem Teller landet. Zumal wenn es so gut schmeckt, dass man sich wundert, warum das Laub der roten Bete beispielsweise nicht standardmässig gegessen wird.
Diesmal kam ich auf die Idee, aus den Blättern der roten Bete eine spinatähnliche Pasta-Sauce zu machen.
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Gurken-Tomatensalat mit Gouda

Gurkensalat mit Tomate und Gouda

Noch ein Gurkensalat. Dieses Mal wieder einer, der in der schwülen, norddeutschen Sommerhitze, die hier seit wenigen Tagen eingezogen ist, durchaus auch in der Lage ist für einige Stunden zu sättigen. Ein nicht unwesentlicher Teil des Salats ist nämlich Gouda.
Einer meiner Cousins und seine Frau machen einen tollen Paprikasalat mit Gouda, der inspirierte mich dazu, es doch einmal in dieser Kombination zu testen. Paprikas haben wir natürlich noch nicht im Freiland, jetzt ist die Gurkenschwemme da und verlangt nach immer neuen Ideen der Verwertung. Weiterlesen