Archiv der Kategorie: Leben

Preiswert Essen

Knoblauchsrauke

Knoblauchsrauke

„Preiswert Essen“ heißt für mich intelligent & kreativ, durchdacht und vorbereitet zu kochen. Und schmackhaft! Preiswertes Essen sättigt Leib und Seele.

„Billiges“ Essen (also billig eingekauft) macht meist weder satt noch befriedigt es. Meine Erfahrung: Von gutem Essen brauche ich nur einen Teller und bin zufrieden und gesättigt. Von „billigem“ Essen brauche ich mehr und bin eher „voll“ als satt.

Ein Schwank aus meiner beruflichen Vergangenheit: Bis vor einem Jahr war ich beruflich oft unterwegs. Am genießbarsten war das Essen in Familiengeführten 3* Hotels auf dem Land. Am schlechtesten (auch wenn es optisch gut präsentiert und von der Auswahl vielfältig war) in 5* Kettenhotels in der Stadt. Nach diesen Edel-Speisungen merkte ich meist, dass ich öfter mal aufstoßen musste, einen vollen Bauch hatte und am nächsten Tag nicht so vital wie gewohnt war. Einmal hatte ich mehrere Übernachtungen in so einem berühmten Hotel und gleichzeitig beruflich einen sehr herausfordernden Termin. Gottseidank war am Abend etwas Zeit, ich konnte im nahegelegenen Park spazierengehen – und sammelte Wildkräuter wie Brennessel, Giersch, Taubnessel, Spitzwegerich. Ich hab‘ mich dann einfach getraut, bin mit meinem Kräuterstrauß ins Restaurant und bat darum, den Koch sprechen zu dürfen. Der kam auch und ich fragte ihn, ob er mit meinen Kräutern mir ein Omelett zubereiten würde. Der zuckte nicht mit der Wimper (das haben die wohl in diesen Edelketten gelernt) und machte mir ein überaus schmackhaftes Omelett. Danach ging es mir wieder richtig gut! Später erfuhr ich, dass die in dieser Art von Kettenhotels überwiegend Convienence (wie schreibt man das eigentlich?) Produkte benutzen, nix frisch, alles schon vorbereitet, abgepackt – aber hübsch präsentiert. Bähh!  Weiterlesen →

Willkommen Dezember

Nebelwald im November

Tja, Dezember. Wir wünschen ihn uns ruhig und friedlich, besinnlich und erholsam für Körper und Seele aber solange ich mich zurückerinnern kann, gab es im Dezember noch immer kleinere oder größere Katastrophen. Erwarten wir vielleicht einfach nicht zuviel von diesem besonderen Monat in diesem besonderen Jahr. 2016 war und ist für viele Menschen eine echte Herausforderung, verschiedene Zustände erscheinen unerträglich und ich persönlich kam seit Jahren nicht mehr so oft in die Situation sagen zu müssen: „Das ist ja kafkaesk!“
In diesem unseren Kulturkreis ist es ein guter Monat, um demütig zu sein und Raum für Rückblicke zu schaffen. Vielleicht dankbar zu sein für die wirklich wichtigen Dinge und darauf aufbauend dann immer wieder nach vorne zu schauen und mit guten, eigenen Plänen weiterzumachen. Oder endlich zu starten? Weiterlesen →

Willkommen November, ich habe dich nicht vergessen

Doppelter Regenboden über unserem HofNein, November, du graues Elend, ich habe dich nicht vergessen. Du Bindeglied zwischen (optimalerweise) herrlich warmen Oktobertagen mit buntem Laub und zunehmend kühler, klarer Luft – die wohl jeder Norddeutsche liebt – und der gemütlichen Adventszeit und dem Ausklang des Jahres mit Weihnachtsfest und Silvester im Dezember.
Der Selbstversorger und Hobbygärtner hat nun schon weniger zu tun, je nach persönlichen Gegebenheiten und dem Status des Gartens wäre selbiger jetzt noch winterfest zu machen und wir haben die beste Pflanzzeit solange der Boden noch offen ist. Die Öfen laufen, Obst wird gedörrt, Kuchen gebacken und manch einer ist schon im Endspurt und will die letzten Arbeitstage des Jahres herumbringen, bevor das Rennen von Neuem beginnt.
Ansonsten kann ich dem November in Norddeutschland wenig Schönes abgewinnen. Ein grauer Himmel trifft auf graue Landschaften, es gibt wahlweise Nieselregen, Herbststurm mit peitschendem Regen oder Nebel der ebenfalls so nass ist, dass man an sich Ölzeug bräuchte. Weiterlesen →

Waldspaziergang mit Pilzernte, Knochenfunden & Happy end

Ausnahmsweise ein Stück Laubwald

Ausnahmsweise ein Stück Laubwald, ringsherum ist Fichtenforst.

Es ist bekannt, dass wir Jäger und Sammler sind, in vielen Lebenslagen und seit langer Zeit. Das Sammeln von Pilzen gehörte zumindest für mich bislang allerdings nicht zum Repertoire. Leider.
Der Gatte sammelte früher schon fleissig Pilze, testete die Verträglichkeit notfalls am eigenen Vater, angelte und er jagt. Da ich in Punkto Lebensmittelsicherheit eine Bundesbedenkenträgerin bin (was ich normalerweise verachte), gibt es einige Einschränkungen bei dem, was ich für die Familie zum Verzehr freigebe. Während abgelaufene Lebensmittel, alte Schlachttiere und uralter Käse natürlich mit Augenmaß verwendet werden, verarbeite ich kein Obst & Gemüse aus dem Pestizidbad, keine auf einer Treibjagd oder in anderweitigem Stress erlegten Tiere und eben auch keine Wildpilze, über die ich mich nicht selber ein wenig schlau gemacht habe oder die aus absolut vertrauenswürdiger Quelle stammen. Weiterlesen →

Willkommen Oktober, mögest du gülden sein.

nebel-starter

Willkommen Oktober, einer meiner liebsten Monate, der Abschluss der schönsten Jahreszeit, die für mich aus dem kühleren Teil des Spätsommers und dem schönen Teil des Herbstes besteht. Ein Oktober mit buntem Laub, frischer, kühler, würziger Luft, wärmenden Sonnenstrahlen, abendlichen Lagerfeuern, der Gewissheit, dass die Speisekammer gut gefüllt ist, kräftigen Eintöpfen aus dem Erntesegen und den ersten Ofenfeuern ist so schnell durch nichts zu toppen.
Nach diesem kalten, verregneten Sommer wäre es ein schönes Geschenk, einen trockenen, goldenen Oktober zu bekommen. Aber ich will nicht undankbar sein, der September war schon eine phantastische Entschädigung; das Wetter war wunderbar, die Ernte reich, der Fleiß groß und wir haben aus den 30 Tagen das beste herausgeholt. Weiterlesen →

Hühner-Schaschlik mit gebackenen Kartoffelspalten, buntem Mais & Wildtomaten-Rucola-Salat: Alles aus dem Garten

img_4103

Es gibt diese Tage, da passt alles. Man hat den Vormittag gut genutzt*, einen Ausflug gemacht, ein paar entspannte Stunden mit der Familie verbracht und es ist trotzdem noch Zeit, durch den Garten zu streifen und zu ernten. Während der Ernte wird immer klarer, wie das Gericht daraus aussehen soll, schnell noch die Mistforke geschwungen und ein paar Kartoffeln ausgebuddelt und siehe da: es ist immer noch genug Zeit, um in Ruhe das Abendessen zuzubereiten. Weiterlesen →

Trinkwasser einlagern – der Anfang musste gemacht werden

mangan-im-wasser

Es sind mittlerweile alte Neuigkeiten; das Trinkwasser, welches von unserer Wassergenossenschaft bereitgestellt wird, ist seit Wochen mit erhöhten Manganwerten belastet. ‚Belastet‘ ist im Falle von Mangan vielleicht ein hartes Wort, denn immerhin ist Mangan essentiell, ein Spurenelement und zu echten Überdosierungen kommt es eher nicht. Dennoch: Wie hoch der Wert wirklich ist, ob es eine Manganverbindung oder am Ende sogar ein Isotop ist weiss der Geier, diese Mitteilung (die der Vorsitzende freundlicherweise schnell persönlich hereingereicht hat weil er weiss, dass ein Kleinkind im Hause ist) habe ich als Erinnerung für mich gewertet, doch langsam mal aktiv zu werden und ein wenig Trinkwasser einzulagern. Es kann ja auch mal ein anderer Wert erhöht sein wie wir später erfahren werden oder das Wasser – mal wieder – ganz versiegen. Weiterlesen →

Willkommen September & Tag-und-Nacht-Gleiche. Herbstanfang so wie so.

schmetterling-admiral-auf-fallobst

Admiral nuckelt an Fallobst. Zu dieser Jahreszeit bevölkern sie unseren Hof zu Dutzenden und wenn man mit dem Auto auf den Hof kommt, fliegen sie auf wie Fledermäuse im Horrorfilm.

Es sind erst 2 Beiträge erschienen, die den neuen Monat willkommen heißen und einen Rückblick – oder auch Rapport – geben auf das, was im Vormonat passiert ist und schon ist es eine lieb gewordene kleine Tradition. Ich bleibe also dabei und möchte euch ermuntern mitzumachen. Man führt sich ein bisschen von dem, was man getan hat nochmal vor Augen und insgesamt gesehen entsteht so ein schönes Album, ein Wochenbuch oder Monatsbuch sozusagen. Also los, Rückblick und Vorschau. Auch die sonnenhungrigsten Optimisten werden im September einsehen, dass der Herbst angebrochen ist, meteorologisch ist er bereits da, wichtiger ist allerdings der astronomische Herbstanfang zur Tag-und-Nacht-Gleiche und am wichtigsten – weil gerade auch regional aussagekräftig und wichtig für Bauern, Gärtner und Selbstversorger – der phänologische Herbstanfang. Und phänologisch haben wir hier im Herzen von Schleswig-Holstein derzeit Frühherbst. Weiterlesen →

Morgenidylle im Altweibersommer

Spinnweben überall auf der WieseMeine liebste Jahreszeit hat begonnen. Der Spätsommer und die schönen Herbsttage finde ich so herrlich, dass mir wirklich das Herz aufgeht. Natürlich sind diese Tage auch besonders anstrengend, weil jetzt wirkliche Ernteberge verarbeitet werden müssen, ich stand schon über 12 Stunden in der Küche. Umso wichtiger, die Augen für die Schönheit der Natur offen zu halten und kleine Momente zu geniessen.
Diese Fotos sind morgens auf der Rückfahrt vom Kindergarten entstanden. Wie herrlich, das Kind über Wirtschaftswege und Landstrassen zwischen Wäldern und Feldern zum Kindergarten bringen zu können, anstatt 3 Stationen zwischen Menschenmassen mit der U-Bahn. Wir sind gesegnet. Weiterlesen →

Die bei den Zwiebeln schläft

IMG_2714

‚Die bei den Zwiebeln schläft‘ hat heute nur ein paar kurze aber wesentliche Beobachtungen mit euch zu teilen.
1. Szenario: es regnet und regnet und regnet seit Wochen unablässig. Ab dem Augenblick, wo du Zwiebeln und Schalotten in Horden im Schlafzimmer aufgestellt hast, um sie dort zu trocknen beginnt der Sommer. Es wird keine Regenwolke mehr gesehen, es wird ernsthaft warm, nicht mal ein extremes Weichei würde auf die Idee kommen, den Ofen anzufeuern.

Fragen: was passiert, wenn ‚Die bei den Zwiebeln schläft‘ den Kram in den Garten räumt? Und wer von euch ist (eventuell sadistischerweise) dafür, dass sie es testet?

Weiterlesen →